RTX 3060 Laptop GPU im Test: Der kleinste Grafikchip lässt in 1080p kaum Wünsche offen

Jan-Frederik Timm
128 Kommentare
RTX 3060 Laptop GPU im Test: Der kleinste Grafikchip lässt in 1080p kaum Wünsche offen

Nach den mobilen Grafikchips GeForce RTX 3080 Laptop GPU und 3070 Laptop GPU für Notebooks ist jetzt auch der vorerst kleinste Ableger, die GeForce RTX 3060 Laptop GPU, erhältlich. Der Test im Schenker XMG Core 17 (E21) liefert den Grund für den Zeitversatz: (Nicht nur) in FHD stiehlt sie den Großen wiederholt die Show.

Update 09.02.2021 15:31 Uhr

Schenker Technologies hat das in diesem Test bereits genutzte neue XMG Core 17 sowie das kleinere Schwestermodell XMG Core 15 mit GeForce RTX 3060 Laptop GPU bei maximaler TGP (115 + 15 Watt) jetzt auch offiziell vorgestellt. Vorbestellungen werden allerdings „frühestens ab Ende Februar“ möglich sein.

Wie bereits in Aussicht gestellt, wird es die AMD-Variante vorerst nicht mit dem von ComputerBase getesteten Ryzen 7 5800H „Cezanne“, sondern dem Ryzen 7 4800H „Renoir“ geben. Und selbst für dieses Modell stellt der Hersteller die Auslieferung erst für Ende April in Aussicht. Einen Monat früher soll es die Intel-Variante mit Core i7-10870H geben, die damit in diesem Jahr auf einen 8- statt einen 6-Kern-Prozessor setzt. Einen Termin für die Cezanne-Variante kann der Hersteller vor dem Hintergrund der aktuellen Liefersituation noch nicht nennen.

Das XMG Core 17 (E21) mit AMD Ryzen und GeForce RTX 3060 Laptop GPU
Das XMG Core 17 (E21) mit AMD Ryzen und GeForce RTX 3060 Laptop GPU (Bild: Schenker Technologies)

Das 15-Zoll-Modell bietet in der Basis ein 240 Hertz schnelles FHD-Panel, beim 17-Zoll-Modell sind es 144 Hertz. Optional steht in beiden Fällen ein 165 Hertz schnelles WQHD-Display zur Wahl, das beim 15-Zoll-Modell keinen und beim 17-Zoll-Modell 45 Euro Aufpreis kostet. Die Preise beginnen bei 1.399 Euro für die Versionen mit AMD Ryzen 4800H und 1.449 Euro mit Intel Core i7-10870H.

Nvidias GeForce RTX 3060 Laptop GPU im Test

Im Gegensatz zu den beiden größeren Modellen basiert die GeForce RTX 3060 Laptop GPU nicht auf GA104, sondern auf GA106, der Ende Februar 2021 auch die Basis für die GeForce RTX 3060 mit 12 GB für Gaming-PCs bilden wird. Im Vergleich zu diesem Modell sind mit 3.840 Shadern allerdings sogar mehr Einheiten aktiv. Die Leistungsaufnahme wurde aber von 170 auf maximal 130 Watt (115 + maximale 15 Watt über Dynamic Boost 2.0) gesenkt.

Die 3060er dürfte im Vergleich zur namensgleichen Desktop-Variante damit stärker aufgestellt sein, als es GeForce RTX 3080 Laptop GPU und 3070 Laptop GPU im Test gezeigt haben. Mit 60 Prozent weniger Shadern als die GeForce RTX 3080 Laptop GPU und 25 Prozent weniger Shadern als die GeForce RTX 3070 Laptop GPU sollte sie den großen Modellen allerdings trotzdem deutlich hinterherhinken.

GeForce RTX 3000 Laptop GPUs
GeForce RTX 3080 GeForce RTX 3070 GeForce RTX 3060
Version Laptop GPU FE Laptop GPU FE Laptop GPU FE
GPU GA104 GA102 GA104 GA106
CUDA-Kerne 6.144 8.704 5.120 5.888 3.840 3.584
Boost-Takt 1.245–1.710 MHz 1.701 MHz 1.290–1.620 MHz 1.730 MHz 1.283–1.703 MHz 1.780 MHz
Speicherkapazität 16 GB GDDR6
8 GB GDDR6
10 GB GDDR6 8 GB GDDR6 6 GB GDDR6 12 GB GDDR6
Speicherdurchsatz 12/14 Gbps 19 Gbps 12/14 Gbps 14 Gbps 12/14 Gbps 15 Gbps
Speicher-Bus 256 Bit 320 Bit 256 Bit 192 Bit
cTDP/TGP* 80 bis 150+ Watt 320 Watt 80 bis 125 Watt 220 Watt 60 bis 115 Watt 170 Watt
* 12 Gbps (6.000 MHz) für Max-Q-Varianten
** OEMs können der GPU bei RTX 3000 über Dynamic Boost 2.0 weitere 5, 10 oder 15 Watt zur Verfügung stellen, die sonst der CPU zustehen würden. Die maximal verfügbare elektrische Leistung für 3080, 3070 und 3060 im Notebook beträgt damit 165, 140 und 130 Watt.

Gegenüber dem Vorgänger GeForce RTX 2060 Mobile/Max-Q verfügt die neue Version über exakt doppelt so viele FP32-Ausführungseinheiten, wobei an dieser Stelle noch einmal auf die Eigenheiten der Ampere-Architektur verwiesen werden muss. In aller Kürze: Weil 50 Prozent der FP32-Leistung nur abgerufen werden können, wenn nicht gleichzeitig Integer-Berechnungen durchgeführt werden, hängt es von der Anwendung ab, wie viel der theoretischen FP32-Mehrleistung verwendet werden kann.

Angehoben hat Nvidia die Verlustleistung in der 60-Serie: Bisher waren in der Max-P-Version maximal 90 Watt möglich, jetzt sind es 115 Watt ohne und 130 Watt mit maximalem Dynamic Boost 2.0. Das Speicherinterface ist gleich geblieben: 6 GB GDDR6 sind über 192 Bit mit 14 respektive 12 Gbps (Max-Q) angebunden.

GeForce RTX 3000 Laptop GPUs vs. GeForce RTX 2000 (Mobile)/Max-Q
80er-Serie 70er-Serie 60er-Serie
Version RTX 3000 RTX 2000 RTX 3000 RTX 2000 RTX 3000 RTX 2000
GPU GA104 TU104 GA104 TU104 GA106 TU106
CUDA-Kerne 6.144 2.944 5.120 2.304 3.840 1.920
Boost-Takt (MHz) 1.245–1.710 735 – 1.380 1.290 – 1.620 885 – 1.215 1.283–1.703 960
Speicherkapazität 16 GB GDDR6
8 GB GDDR6
8 GB GDDR6 6 GB GDDR6
Speicherdurchsatz* 12/14 Gbps
Speicher-Bus 256 Bit 192 Bit
TGP (Watt) 80 bis 150* 80 bis 125* 80 bis 115 60 bis 115* 60 bis 90
* 12 Gbps (6.000 MHz) für Max-Q-Varianten
** OEMs können der GPU bei RTX 3000 über „Dynamic Boost 2.0“ weitere 5, 10 oder 15 Watt zur Verfügung stellen, die sonst der CPU zustehen würden. Die maximal verfügbare elektrische Leistung für 3080, 3070 und 3060 im Notebook beträgt damit 165, 140 und 130 Watt.

GeForce RTX 3060 kann schneller als 3070 und 3080 sein

Wer 3080, 3070 und 3060 für Notebooks nur auf Basis der CUDA-Kerne vergleicht, sieht die drei Klassen wie im Desktop klar voneinander getrennt. Im Notebook kommt aber noch eine weitere und in dieser Generation besonders entscheidende Variable dazu: die maximale Verlustleistung. 28 verschiedene Varianten in drei Klassen hat Nvidia spezifiziert – Details dazu im Test der großen Laptop GPUs.

Alle drei Klassen verfügen über eine sehr große Spannbreite an möglichen Verlustleistungen, die sich insbesondere am unteren Ende noch stärker überschneiden als eine Generation zuvor: Nur zwei Varianten der GeForce RTX 3070 Laptop GPU dürfen mehr elektrische Leistung aufnehmen als die GeForce RTX 3060 Laptop GPU. Bei der GeForce RTX 3080 Laptop GPU sind es immerhin sieben Varianten, die größten werden in so genannten Thin-and-Light-Gaming-Notebooks aber nicht zum Einsatz kommen.

Spezifikationen, wie sie Nvidia den OEMs zur Verfügung stellt.
Modell TGP*
in Watt
CUDA-Kerne Basistakt
in MHz
Turbotakt
in MHz
Speicherinterface Speicherdurchsatz
RTX 3060 Laptop GPU Max-Q 60 3.840 817 1.282 192 Bit 12 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU Max-Q 65 3.840 975 1.357 192 Bit 12 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU Max-Q 70 3.840 1.050 1.402 192 Bit 12 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 80 3.840 900 1.425 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 85 3.840 1.035 1.485 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 90 3.840 1.163 1.530 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 95 3.840 1.215 1.567 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 100 3.840 1.267 1.605 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 105 3.840 1.305 1.642 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 110 3.840 1.342 1.680 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 115 3.840 1.387 1.702 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Founders Edition 170 3.584 1.320 1780 192 Bit 15 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU Max-Q 80 5.120 780 1290 256 Bit 12 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU Max-Q 85 5.120 855 1365 256 Bit 12 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU Max-Q 90 5.120 930 1410 256 Bit 12 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU 115 5.120 1.110 1.560 256 Bit 14 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU 120 5.120 1.170 1.590 256 Bit 14 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU 125 5.120 1.215 1.620 256 Bit 14 Gbps
RTX 3070 Founders Edition 220 5.888 1.500 1730 192 Bit 15 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU Max-Q 80 6.144 780 1245 256 Bit 12 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU Max-Q 85 6.144 870 1320 256 Bit 12 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU Max-Q 90 6.144 930 1365 256 Bit 12 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 115 6.144 1.110 1.545 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 120 6.144 1.155 1.575 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 125 6.144 1.185 1.605 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 130 6.144 1.230 1.635 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 135 6.144 1.260 1.665 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 140 6.144 1.275 1.665 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 145 6.144 1.320 1.695 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 150 6.144 1.350 1.710 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Founders Edition 320 8.704 1.440 1.710 320 Bit 19 Gbps
* OEMs können der GPU über Dynamic Boost 2.0 weitere 5, 10 oder 15 Watt zur Verfügung stellen, die sonst der CPU zustehen würden. Die maximal verfügbare elektrische Leistung für 3080, 3070 und 3060 im Notebook beträgt damit 165, 140 und 130 Watt.

ComputerBase hatte bisher sowohl die GeForce RTX 3080 also auch die GeForce RTX 3070 für Notebooks mit maximal 105 Watt Leistungsaufnahme (TGP + Boost) im Test. Die heute getestete GeForce RTX 3060 Laptop GPU liegt mit 130 Watt (115 + 15 Watt) knapp 25 Prozent darüber. Das entspricht nicht ganz dem CUDA-Vorsprung der GeForce RTX 3070 und nur knapp der Hälfte des CUDA-Zuschlags der GeForce RTX 3080 Laptop GPU. Werden CUDA-Kerne und die über den Verbrauch möglichen Taktraten in theoretischer Rechenleistung ausgedrückt, stehen die direkten Kontrahenten dennoch deutlich näher, als es auf den ersten Blick ausgesehen hat:

Theoretische Rechenleistung der speziellen GPUs im Test
Modell TGP (ohne 15 Watt Boost) CUDA-Kerne Turbo-Takt TFLOPS TFLOPS relativ
RTX 3060 Laptop GPU 115 3.840 1.702 13,1 100 %
RTX 3070 Laptop GPU Max-Q 90 5.120 1.410 14,4 110 %
RTX 3080 Laptop GPU Max-Q 90 6.144 1.365 16,8 128 %

Der höhere Takt in Folge der höheren TGP bedingt, dass die schnellste GPU im Vergleich „nur“ 28 Prozent vor der langsamsten liegt. Stünden sich GeForce RTX 3060 mit 60 Watt und GeForce RTX 3080 mit 150 Watt gegenüber, wären es hingegen 163 Prozent Unterschied. Das gilt allerdings auch andersherum: Die 3060 Laptop GPU mit 130 Watt bietet eine um 11 Prozent höhere theoretische Rechenleistung als die langsamste GeForce RTX 3080 Laptop GPU mit 80 Watt.

Das XMG Core 17 mit „Configurable TDP“

ComputerBase stand zum Test ein Muster aus der frühen Vorserienproduktion des XMG Core 17 mit AMD Ryzen 5800H und GeForce RTX 3060 Laptop GPU mit 130 Watt (115 Watt TGP zuzüglich bis zu 15 Watt Dynamic Boost 2.0) zur Verfügung.

Das XMG Core 17 mit Ryzen 7 5800H und GeForce RTX 3060 Laptop GPU (130 Watt)
Das XMG Core 17 mit Ryzen 7 5800H und GeForce RTX 3060 Laptop GPU (130 Watt)

Schenker Technologies bietet das XMG Core 17 seit dem letzten Jahr mit Ryzen 4800H oder Intel Core i7-10870H und GeForce RTX 2060 Mobile (110 Watt) an. Im Februar wird offiziell der Wechsel der Serie auf die GeForce RTX 3060 Laptop GPUs (130 Watt) erfolgen. Der Wechsel auf AMD Ryzen 5000H alias Cezanne wird hingegen erst später vollzogen – in Anbetracht der aktuellen Liefersituation der neuen APU sei das nicht anders möglich, erklärt Schenker Technologies. Wann Cezanne Einzug halten wird, steht derzeit noch nicht fest.

Notebooks mit neuem Alles-ist-möglich-Control-Center

Für einen ersten Test der GeForce RTX 3060 Laptop GPU in Kombination mit AMD Ryzen 5000H war das Vorserienmodell eine perfekte Basis: Nicht nur, dass es die GeForce RTX 3060 Laptop GPU in der von Nvidia spezifizierten größten Ausbaustufe nutzt, ihre TGP lässt sich über ein gänzlich neues Kontrollzentrum auch ohne Neustart direkt in Windows in 1-Watt-Schritten auf bis zu 80 Watt absenken und der Dynamic Boost 2.0 von 15 über 10 auf 5 Watt verringern oder ganz abschalten.

Da bleiben keine Wünsche offen: Das neue Control Center des XMG Core 15/17
Da bleiben keine Wünsche offen: Das neue Control Center des XMG Core 15/17 (Bild: Schenker Technologies)
Da bleiben keine Wünsche offen: Das neue Control Center des XMG Core 15/17
Da bleiben keine Wünsche offen: Das neue Control Center des XMG Core 15/17 (Bild: Schenker Technologies)

Der Redaktion war es so möglich, die GeForce RTX 3060 Laptop GPU in nur einem Gerät mit maximaler und minimaler Verlustleistung abseits der Max-Q-Varianten und darüber hinaus im direkten Vergleich mit den bisher getesteten GeForce RTX 3080 und 3070 Laptop GPU bei 105 Watt zu testen.

Umfassender ließ sich die Leistung, die eine mobile GPU in verschiedenen Notebooks abliefern wird, bisher nicht anhand nur eines Modells ergründen. Und das gilt nicht nur für das Testmuster, denn auch in der Serie werden all diese Funktionen zur Verfügung stehen. Schenker Technologies hat bereits eine ausführliche Anleitung zum neuen Kontrollzentrum bereitgestellt.

Auf der nächsten Seite: Benchmarks