Intel Core i9-12900KS: $150 Aufpreis für 5,5 GHz auf zwei Kernen dank TVB und ABT

Update Volker Rißka
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Intel Core i9-12900KS: $150 Aufpreis für 5,5 GHz auf zwei Kernen dank TVB und ABT
Bild: MSI

Intel hat den Marktstart des Intel Core i9-12900KS für den 5. April sowie dessen Spezifikationen bestätigt. Die beworbenen 5,5 GHz gibt es wie erwartet nur für Last auf maximal zwei Kernen, dafür nutzt Intel altbekannte Technologien der Rocket-Lake-Brechstange wie TVB und ABT, auf die Alder Lake bis dato verzichtet hatte.

Die Brechstange kehrt zurück

Bisher zeigte Intel Alder Lake für den Desktop von ihrer „genügsamen“ Seite, wenngleich es bereits Einsatzgebiete gibt, in denen Alder Lake ein Schluckspecht sein kann. Doch was in Kürze als Core i9-12900KS auf den Markt kommt, bringt Technologien mit sich, die der Hersteller zuletzt mit der 14-nm-Brechstange Rocket Lake aufgefahren hatte.

Im Fokus steht dieses Mal allerdings nicht der Thermal Velocity Boost (TVB), der maximal zwei Kerne bei geringen CPU-Temperaturen um weitere 200 MHz beschleunigen kann, sondern die Adaptive Boost Technology (ABT). Beim Intel Core i9-11900K (Test) im vergangenen Jahr hieß das: Keine Rücksicht auf Verluste unter Mehrkern-Volllasten.

Intel Adaptive Boost
Intel Adaptive Boost (Bild: Intel)

Im Gegensatz zu den bekannten Turbo-Modi muss der „Adaptive Boost“ nicht innerhalb der offiziellen Spezifikationen (PL1, PL2 etc.) operieren, sondern hebelte sie vollständig aus. Bei Rocket Lake musste die Option im BIOS ab Werk deaktiviert sein, denn im Alltag kam problemlos 50 Prozent Mehrverbrauch zum Vorschein. Der positive Punkt an diesem Werk-OC: Jegliche Anpassung via ABT und TVB war in den Spezifikationen berücksichtigt und abgedeckt, Intel gab für dieses Overclocking weiterhin die volle Garantie. Das ist auch beim KS der Fall, drei Jahr Garantie gewährt Intel auf die CPU.

Wie sich der Adaptive Boost auf die Taktraten und den Verbrauch der CPU auswirkt, gab Intel bisher noch nicht bekannt. Auch Muster verschickte der Hersteller bisher keine. Bestätigt hat Intel wiederum 241 Watt für den kurzfristigen Spitzenverbrauch unter Mehr-Kern-Turbo-Lasten (PL2) sowie die Processor Base Power (PL1) von 150 Watt. Beim Core i9-12900K sind es 241 und 125 Watt.

150 US-Dollar Aufpreis zum 12900K

Und natürlich den höheren Preis: 739 US-Dollar sind 150 US-Dollar UVP mehr als der Core i9-12900K, der ab 589 US-Dollar an den Start geht. 800 US-Dollar, wie es bei Newegg zum Wochenende hieß, sind es aber nicht.

Zum Einsatz des Prozessors ist ein aktuelles BIOS-Update notwendig.

Update

Heute um höchstwahrscheinlich 15 Uhr startet offiziell der Verkauf des Core i9-12900KS. Erste Händler listen den neuen Prozessor aber schon vorab, darunter große Anbieter wie Alternate oder Cyberport.

Effektiv 300 Euro Aufpreis zum Start

Während Alternate 859 Euro für die CPU verlangt und in acht Tagen liefern können will, spricht Cyberport für 869 Euro bereits von Lagerware, die den Kunden in ein bis drei Tagen erreichen kann. Das sind fast 300 Euro respektive fast 50 Prozent Aufpreis gegenüber dem Core i9-12900K, der aktuell für 580 Euro den Besitzer wechselt.

Modell Kerne/Threads Takt/mit Turbo
(P-Core)
Turbo 3.0/TVB
(P-Core)
Takt/mit Turbo
(E-Core)
PBP
(TDP/PL1)
MTP
(PL2)
UVP Marktpreis*
i9-12900KS 16 (8P + 8E)/24 3,4/5,2 GHz 5,3 GHz/5,5 GHz 2,5/4,0 GHz 150 W 241 W $ 739 859 Euro
i9-12900K 16 (8P + 8E)/24 3,2/5,1 GHz 5,2 GHz/ – 2,4/3,9 GHz 125 W 241 W $ 589 585 Euro
* Stand 5. April 2022 13 Uhr

Erster Testberichte zeigen minimalen Leistungszuwachs

Laut einem ersten Testbericht erreicht die CPU in Full-HD-Gaming-Benchmarks in Kombination Nvidia GeForce RTX 3090 im Durchschnitt knapp drei Prozent mehr FPS, in Single-Thread-Anwendungs-Benchmarks liegt der neue Chip knapp sieben, in Multi-Thread-Anwendungs-Benchmarks knapp vier Prozent vorne. Aus welcher Quelle die CPU kam und ob es sich um ein finales Muster handelt, hat Tom's Hardware dabei nicht bekanntgeben. Fest steht nur: Von Intel kam sie nicht. Auch TechPowerUp beschreibt in ihrem Test 2 Prozent höhere Spieleleistung bei in Anwendungen unglaublich hohem Verbrauch, der mit normaler Kühlung nicht zu bändigen ist.

ComputerBase wird sich dem Core i9-12900KS die kommenden Tage annehmen. Dabei wird ein Fokus auf dem Verhalten der CPU in den zusätzlichen Turbo-Modi, die Intel bei Alder Lake-S bis dato im Vergleich zu Rocket Lake-S wieder gestrichen hatte, liegen. Aus Industriekreisen war die Tage zu vernehmen, dass Intel hinter den Kulissen noch am finalen Microcode feilt.

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