Mittelklasse-Grafikkarten im Generationenvergleich: Die Spiele im Detail (1)
2/4Die Spiele in der Übersicht
Wie in den beiden vorherigen Generationenvergleichen, wird auch dieses mal das mitgeloggte Monitoring der Grafikkarten ausgewertet und als absolute Angabe sowie als Effizienzwertung betrachtet. Da es sich dabei um Werte handelt, die die Grafikkarte meldet, unterliegen diese Werte einer gewissen Unschärfe und sollten nicht als absolut betrachtet werden. Sie zeigen eine Tendenz, die jedoch auch von vielen Faktoren abhängig sein kann. Geht der Grafikkarte der VRAM aus, so wartet diese auf Werte und benötigt daher weniger Energie, die Effizienz steigt erst einmal an. Hätte die Grafikkarte mehr VRAM, würden die Daten schneller kommen und die Karte wäre ineffizienter.
Alle Spiele wurden in 1080p mit der höchsten Detailstufe gemessen. Eine Messung besteht aus drei Durchläufen. Die Einstellungen finden sich in den Screenshots, bei den Spielen selbst wird auf gewisse Eigenheiten eingegangen um die Ergebnisse besser einzusortieren.
Anno 1800
Aufbauspiele gehören zu den Spielen, die eine hohe Langzeitmotivation haben, entsprechend findet sich Anno 1800 auch dieses Jahr immer noch im Generationenvergleich. Die Testszene besteht aus einer Insel im frühen Midgame, hier wird die Grafikkarte mehr gefordert als die CPU. Ein Schwenk über die Insel sowie eine Nahaufnahme der wuseligen Stadt mit dem Fokus auf die Schule sind Bestandteil der Testszene. Alle Grafikkarten bieten genug Leistung um ein flüssiges Spielen zu gewährleisten. Anno liegt dabei besonders den Grafikkarten von Nvidia und die RTX 5060 ist 31 Prozent schneller als die RX 9060 XT. RTX 4060 und die B580 sind etwas langsamer als die RDNA 4 Grafikkarte, RDNA 3 ist ein Drittel schneller als die Alchemist-Architektur von Intel. Bei den Frametimes ist das Bild ähnlich, jedoch liegt hier Battlemage auch nur auf dem Level der RX 7600 XT.
Das Battlemage durchaus effizient sein kann, zeigt sich in Anno 1800, hier liegt Battlemage mit der GeForce RTX 4060 gleichauf – weniger als 10 Prozent Unterschied. Gleichzeitig kann hier auch Blackwell auftrumpfen und legt um 13 Prozent zu. AMD ist mit RDNA 3 Schlusslicht mit Intels Alchemist-Architektur. Intels Bemühungen beim Umbau von Alchemist zu Battlemage schlagen mit 85 Prozent voll durch, AMD schafft immerhin einen Sprung von 50 Prozent bei der Effizienz, liegt jedoch mit Abstand hinten.
Cyberpunk 2077
Auch Cyberpunk 2077 gehört zu den Spielen, die sich durch ihre beeindruckende Grafik 2020 einen noch festen Platz im Generationenvergleich sichern kann. Die Testszene besteht dabei von einem Gang in Dogtown von der Pyramide von Mr. Hands zum Stadion und die Treppe hinauf bis zu den Neon-Reklamen. Diese Testszene ist relativ fordernd und in der Regel werden höhere Frameraten im Spiel erreicht und damit ist die Szene ein Worstcase. In diesem setzt sich AMD mit RDNA 4 vor Blackwell und Blackwell vor Battlemage. Der Abstand zwischen AMD und Nvidia beträgt magere 6 Prozent, der Abstand zu Battlemage beträgt 16 Prozent. Während AMD bei den durchschnittlichen Frames die Nase vorne hat, sieht das bei den Frametimes anders aus, hier liegt Blackwell und Battlemage vor RDNA 4, die RTX 5060 hat dabei einen komfortablen Abstand von 17 Prozent, Battlemage vor RDNA 4 von nur fünf Prozent. Alle Grafikkarten legen ordentlich im Vergleich zu den Vorgängern zu und gerade Battlemage kann überdurchschnittlich stark zulegen.
Bei der Effizienz sind Alchemist und RDNA 3 die Schlusslichter und haben einen respektablen Abstand zu Ada Lovelace. Die RTX 4060 berechnet 50 Prozent mehr Frames pro Watt wie die anderen beiden Grafikkarten. Blackwell in Form der RTX 5060 kann sich um gute 20 Prozent absetzen. Der heimliche Star ist jedoch die B580, die ähnlich effizient ist wie die RTX 5060, die RX 9060 XT schafft nur das Level von Ada Lovelace.
Ray Tracing ist weitgehend die Domäne von Nvidia und in der vergangenen Generation haben sich sowohl AMD als auch Intel schwergetan mit der RTX 4060 mitzuhalten. Zumindest bei den Frametimes kann die A580 mit Nvidia mithalten, AMD ist mir der RX 7600 XT abgeschlagen. AMD hat jedoch, so wie Intel, die eigene RT-Implementierung jedoch stärker verbessert als Nvidia von Ada Lovelace zu Blackwell und beide können hier Nvidia überholen in der gewählten Testszene. Nvidia hat in diesem Fall auch ein ganz anderes Problem, dass jedoch aus Gründen der Fairness beibehalten wird: 8 GB VRAM sind zwar nicht zu wenig, werden es jedoch. AMD und Intel können beim Testablauf die Leistung weitgehend halten, die RTX 4060 und RTX 5060 jedoch nicht, diese werden von Lauf zu Lauf langsamer, weil der VRAM überläuft. Erst nach einem Neustart des Spieles agieren die Nvidia-Grafikkarten wieder schnell.
Nvidia ist gewohnt stark bei der Effizienz in Cyberpunk, auch bei Ray Tracing. Gleichzeitig muss im Hinterkopf behalten werden, dass die Leistung bei Nvidia einbricht und damit Wartezyklen die Leistungsaufnahme drücken, was der Effizienz sehr guttut. Intel und AMD können hier ihren Rückstand aufholen und agieren ähnlich effizient.
Diablo 2 – Resurrected
Es ist zu beachten, dass sich die Testszene zu den bisherigen Generationenvergleichen geändert hat. Statt Akt 5, findet die Testszene in Akt 4 statt und besteht daraus, dass vom Wegpunkt vor dem Heiligtum von Diablo eben zu genau diesem gelaufen wird. Die Frameraten sind dadurch höher als bisher, jedoch auch konstanter und unterliegen weniger dem Zufall. Diablo ist dabei ein Spiel, dass Blackwell besonders gut schmeckt – 42 Prozent mehr Frames im Schnitt als die RTX 4060, während die RX 9060 XT wie gewohnt die Leistung steigern kann. Schlusslicht bildet Intel mit Alchemist und Battlemage, die nur an die Leistung von AMDs und Nvidias Vorgängergeneration heran kommt.
Intel und AMD ähnlich effizient. Nvidia voraus.
Doom: Eternal
Die verwendete Testszene ist der Missionsstart der ersten Mars-Mission. Hier fliegen Dämonen über das Kontrollzentrum und verschiedene Lichteffekte sind sichtbar. Im RT-Lauf sind Spiegelungen auf dem Boden zu erkennen. In Doom: Eternal lassen sich bei allen Grafikkarten in diesem Vergleich Steigerungen feststellen und alle Grafikkarten legen dabei auch spürbar zu – also mehr als 20 bis 25 Prozent. AMD schafft es mit RDNA 4 sich an die Spitze zu setzen, es folgt Blackwell mit der RTX 5060, das Schlusslicht dieser Generation ist Battlemage mit einem Rückstand von 17 Prozent.
Bei der Effizienz können AMD und Intel stark zulegen und den Rückstand zu Ada Lovelace verringern. Battlemage ist knapp effizienter als RDNA 4 – zwei Prozent – die Pendants von Nvidia sind ungefähr 10 Prozent effizienter.
Ein ähnlich gutes Bild zeigt sich auch beim Raytracing-Test in Doom: Eternal. Die aktuelle Generation kann sich bei den durchschnittlichen Frameraten spürbar von den Vorgängerinnen absetzen, bei den Frametimes fällt dies etwas schwerer.
Während in der vorherigen Generation AMD und Intel bei der Effizienz weit abgeschlagen waren zu Nvidia – was auch an dem schlechteren Fertigungsprozess lag – können beide Anbieter einen starken Leistungssprung hinlegen und überflügeln die RTX 4060. Jedoch kann sich auch die RTX 5060 deutlicher als üblich von der RTX 4060 absetzen, sodass Nvidia die Krone bei der Effizienz knapp gegen Intel und deutlicher gegen AMD verteidigen kann.
Horizon: Forbidden West
Die Testszene besteht aus einem Weg nahe der Ruinen von Las Vegas vom Wegpunkt zur Wüste und dem Blick eben in die Wüste hinein. Die Horizon-Titel sind die Vorzeigetitel für AMDs Grafikkartenarchitekturen, da die Hauptentwicklungsplattformen die PlayStation 4 sowie bei Forbidden West die PlayStation 5 sind. Die Radeon RX 9060 XT berechnet 20 Prozent mehr Frames im Schnitt als die RTX 5060, diese kann sich um 20 Prozent von der RTX 4060 absetzen. Battlemage kann die Probleme, die Alchemist in diesem Spiel hat, lösen und agiert auf dem Level einer RTX 4060.
Bei der Effizienz sind alle aktuellen Grafikkarten ähnlich effizient. Egal ob Blackwell, Battlemage oder RDNA 4. Jedoch scheitern sie alle mehr oder weniger knapp an Ada Lovelace. RDNA 3 und Alchemist wiederum sind weit abgeschlagen.
Oblivion: Remastered
Es gab zum Testzeitraum einen Bug im Spiel, der zu einem sofortigen Crash führte, sobald Hardware-Lumen auf die maximalen Einstellungen gesetzt wurde. Nur die Einstellung „Niedrig“ war möglich, womit keine direkte Vergleichbarkeit möglich war.
Die Testszene besteht aus einem kurzen Weg vom Meer – ein Leuchtturm – zur Hafenstadt und beinhaltet Wasserreflexionen, Fackellichter und Vegetation. AMD kann durch die Verbesserungen ihrer eigenen RT-Implementation sich deutlich mit der RX 9060 XT von der 7600 XT absetzen, auch die Arc B580 legt deutlich zu, während Nvidia schwächer bei den durchschnittlichen FPS zulegen kann – 17 Prozent. Bei den Frametimes ist Blackwell 40 Prozent schneller und agiert auf dem gleichen Level wie Intel und AMD. Jedoch zeigt sich in der Testszene, dass 8 GB VRAM hier limitieren können und die Messungen auf der RTX 4060, RTX 5060 sowie Arc A580 deutlich unrunder laufen als die Zahlen wiedergeben.
Erneut können AMD und Intel den bisher deutlichen Rückstand zu Nvidia bei der Effizienz aufholen, während Nvidia dieses Mal sogar an Effizienz einbüßt und Blackwell von Battlemage und RDNA 4 überholt wird. Knapp 13 Prozent weniger Frames berechnet Blackwell pro Watt als Ada Lovelace.