Mittelklasse-Grafikkarten im Generationenvergleich: Fazit
4/4AMD liefert in der Mittelklasse dieser Generation aktuell die meisten FPS ab und ist im Schnitt zehn Prozent schneller mit der RX 9060 XT als die RTX 5060. Intel hat die langsamste Grafikkarte mit der B580 und liegt 25 Prozent hinter der RTX 5060. Den Abstand der vorherigen Generation von 40 Prozent, den die A580 zurück lag, konnte Intel jedoch deutlich verringern. Ein beachtlicher Erfolg für Intel und doch reicht es im Mittel nur für die Leistung der vorherigen Generation.
Dabei darf der aktuelle Preis allerdings nicht außer Acht gelassen werden: Die Radeon RX 9060 XT 16 GB ohne jedwede Speicher-Probleme ist mit knapp 400 Euro gut 50 Prozent kostspieliger als die beiden Kontrahenten mit 8 GB respektive 12 GB und auch mit 8 GB liegt sie noch gut 60 Euro höher. Ihre Grundleistung bleibt zwar auch dann überlegen, das Thema Speicher trifft sie dann aber sogar am deutlichsten – Nvidia ist und bleibt beim Speicher-Management besser aufgestellt und die Arc B580 hat 12 GB.
Die meisten FPS pro Euro liefert deshalb im Vergleich die RTX 5060 8 GB und auch die Arc B580 12 GB lässt die RX 9060 XT 16 GB hinter sich. Die Radeon mit dem großen Speicher ist damit leistungstechnisch die schnellste Wahl, mehr Leistung pro Euro gibt es aber bei der Konkurrenz.
Doch zurück zu den Benchmark-Ergebnissen: Bei Intel ist es weiterhin ein Hit und Miss, mal wird das Leistungsniveau der aktuellen Generation erreicht, allzu oft kann allerdings nur der Rückstand auf die Vorgängergeneration überwunden werden. In Summe der 10 Spiele kann sich die RX 9060 XT in 7 Spielen bei den durchschnittlichen FPS an die Spitze setzen, die RTX 5060 in drei Spielen, die B580 in keinem. Bei den Frametimes gelingt Intel in Overwatch 2 ein Achtungserfolg, ansonsten liegt die RX 9060 XT in 6 Spielen vorne, die RTX 5060 in 3.
In der letzten Generation kann sich die RTX 4060 in 7 Spielen vor die RX 7600 XT setzen, die Radeon holt sich in 3 Spielen die Krone, die A580 hat Mühe überhaupt mitzuhalten. Bei den Frametimes ist es ausgeglichener und RTX 4060 und RX 7600 XT holen in jeweils 5 Spielen die Krone.
In Raytracing-Spielen kann sich die RX 9060 XT vor die RTX 5060 schieben, in der letzten Generation war Nvidia vorne. Intel wiederum stagniert, wenn die RTX 4060 und RTX 5060 als Ausgangsbasis dienen – die Nvidia Pendants sind etwas mehr als 30 Prozent schneller.
Während Intel bei der Leistung entsprechende Probleme hat, sieht es bei der Effizienz anders aus. Die A580 ist ähnlich effizient wie die RX 7600 XT, für eine erste Grafikkarte, sogar im gleichen Fertigungsverfahren ist das ein Achtungserfolg. Nvidia ist hier allerdings unangefochten vorne mit der RTX 4060. In dieser Generation schaffen es beide Hersteller zu Nvidia aufzuholen, Intel gelingt dabei sogar das Kunststück genau so effizient zu sein wie die RTX 4060. Blackwell ist 9 Prozent effizienter, AMD liegt 8 Prozent zurück. Bei Raytracing liegt Nvidia unangefochten bei der Effizienz an der Spitze, AMD kann den Rückstand auf 15 Prozent verringern – vorher waren es 137 Prozent. Intel war bei Raytracing in der vorherigen Generation etwas effizienter als AMD, hängt jetzt 9 Prozent zurück.
Nvidia bestätigt auch in diesem kleineren Generationenvergleich das gemischte Bild, das Blackwell auch in Form der RTX 5070 im großen Vergleich hinterlassen hat, ist jedoch in den relativen Zahlen sogar etwas besser.
Doch während die 12 GB VRAM der RTX 5070 in vielen Spielen in 1080p genug sind, sind es die 8 GB VRAM in der Regel nicht mehr. Ja, das Problem lässt sich verringern, in dem man die Texturen um eine oder zwei Stufen verringert, denn Texturen kosten Speicher, aber in der Regel keine Leistung.
Hätte die RTX 5060 12 GB, würde sie alleine von der Rechenleistung allerdings durchaus mit der RX 9060 XT mithalten können – vorerst bekommt aber nur „die mobile 5060“ als RTX 5070 Laptop GPU 12 statt 8 GB VRAM.
Dennoch schafft die RTX 5060 etwas, was den größeren Karten schwerer fällt: Bei der Effizienz setzt sich Blackwell um knapp 9 Prozent ab, was allerdings auch an den 8 GB VRAM liegt. Mit mehr VRAM könnte sich das Bild etwas drehen, weil in Spielen wie Ratchet & Clank sich die Grafikkarte nicht langweilen würde.
AMD wiederum kann das starke Bild der RDNA 4 Generation in Form der RX 9060 XT bestätigen und schneidet sogar besser ab als die RX 9070 XT in ihrem eigenen Vergleich. Die RX 9060 XT kann sich um 43 Prozent im Mittel und 42 Prozent bei den Frametimes absetzen, die RX 9070 XT ist in 1080p mit 36 sowie 37 Prozent etwas schwächer und kann erst in UHD auftrumpfen. Ebenso bei der Effizienz liegt die RX 9060 XT vor der RX 9070 XT – 62 Prozent gegen 20 Prozent ist die Steigerung der Effizienz. Beachtet werden muss allerdings, dass der Fertigungssprung von N6 zu N4 größer ist bei der RX 9060 XT als der Sprung von N5 und N6 in der Mischung aus GCD und MCD zu N4. AMD kann damit den großen Rückstand 77 Prozent, die die RTX 4060 effizienter ist, auf 9 verringern, da Blackwell jedoch zugelegt hat, liegt AMD immer noch ein gutes Stück zurück bei der Effizienz.
Intel ist in diesem Vergleich das Sorgenkind, auf der einen Seite ist die B580 so effizient wie die RTX 4060 und damit zeigt sich auch das große Potenzial von Intels Xe-Architektur, gleichzeitig kann Intel auch bei Battlemage die Leistung der eigenen Karte nur sehr inkonsistent abrufen. Von den Eckdaten sind zwar sowohl RX 9060 XT als auch die RTX 5060 schneller, gleichzeitig wird bei der A580 und B580 nicht die gesamte Rechenleistung erfasst. Ähnlich wie Turing, besitzt Alchemist und Battlemage neben den FP32-SIMD-Einheiten noch einmal dedizierte INT32-SIMD-Einheiten. Auch ein Grund, warum die nackte Rechenleistung zwischen verschiedenen Architekturen nicht viel über die Spieleleistung aussagt. Gleichzeitig hat Intel jedoch auch den Moment, den AMD 2019 mit RDNA hatte. Die Architektur wurde deutlich verändert und die Auslastung der Rechenwerke fällt einfacher.
Nvidia stagniert auf einem hohen Niveau, was auch daran festgemacht werden kann, dass sich eine RTX-x060er Ti seit der 40er-Generation dazwischen geschoben hat – ähnlich wie bei den xx70er-Grafikkarten. AMD bleibt bei den Chips ihrer Benennung der Klasse nach treu, damit ist die x600er/x060er XT nicht mehr direkt als Kontrahentin der xx60er-Karten. Intel wiederum? Versucht aktuell in den schwierigen Markt mit einzusteigen. B580 wird dabei von Intel selbst als Grafikkarte für 1440p beschrieben, mit XeSS oder FSR ist es sicher möglich, doch Intel muss an vielen Stellen noch arbeiten, bis wirklich die Leistung konsistent abgerufen werden kann. Der Grundstein dafür ist allerdings vorhanden, Effizienz und im Durchschnitt auch Preis-Leistung sehen gut aus.
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