Lenovo Yoga Slim 7x Gen 11 im Test: Snapdragon X2 Elite im Benchmark
2/318 CPU-Kerne für den großen Snapdragon X2 Elite
Lenovo setzt im Yoga Slim 7x Gen 11 auf den Snapdragon X2 Elite – aber welchen denn nun genau? Seit der Vorstellung im September letzten Jahres, als das Portfolio noch aus nur drei Chips bestand, sind einige neue SKUs hinzugekommen. Zu Beginn hatte es nur den X2E‑96‑100 (Elite Extreme), X2E‑88‑100 (Elite) und X2E‑80‑100 (Elite) gegeben, zwischenzeitlich sind X2E‑94‑100 (Elite Extreme), X2E‑90‑100 (Elite), X2E‑84‑100 (Elite) und X2E‑78‑100 (Elite) hinzugekommen. Zur CES im Januar kamen mit dem X2P-64-100 und X2P-42-100 außerdem zwei Snapdragon X2 Plus mit 10 und 6 Kernen hinzu. Im Yoga Slim 7x Gen 11 steckt mit dem X2E‑88‑100 der zweitgrößte Snapdragon X2 Elite mit 18 Kernen und bis zu 4,7 GHz.
CPU setzt auf eigene Oryon-3-Kerne
CPU-Kerne (immer Oryon 3), GPU, Caches und Media Engine sind die primären Unterscheidungsmerkmale, die NPU wiederum bietet standardmäßig 80 TOPS (INT8). Ausgewählte SKUs speziell für HP kommen allerdings auf 85 TOPS. HP hatte sich auch bei den AMD Ryzen schon einmal Chips mit höherer KI-Leistung gesichert.
Deep Dive zum Snapdragon X2 Elite
Die Architektur des Snapdragon X2 Elite (Extreme) erklärt der Deep-Dive-Artikel im Detail vom November letzten Jahres, sodass an dieser Stelle nicht noch einmal mit der gleichen Tiefe darauf eingegangen wird. In diesem Artikel steht die Leistung im Fokus. Bereits letztes Jahr waren Benchmarks auf Referenzgeräten von Qualcomm möglich, jetzt folgt erstmals ein finales Endgerät.
Technische Daten des Snapdragon X2 Elite (Extreme)
| Snapdragon X2 Elite Extreme | Snapdragon X2 Elite | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SKU | X2E‑96‑100 | X2E‑94‑100 | X2E‑90‑100 | X2E‑88‑100 | X2E‑84‑100 | X2E‑80‑100 | X2E‑78‑100 | ||
| Fertigung | TSMC 3 nm | ||||||||
| CPU | Typ | Oryon Gen 3 | |||||||
| Kerne | 18 | 12 | |||||||
| Cluster | 6 Prime + 6 Prime + 6 Perf | 6 Prime + 6 Perf | |||||||
| Prime | Boost (Single‑Core) |
5,0 GHz | 4,7 GHz | 5,0 GHz | 4,7 GHz | 4,0 GHz | |||
| Boost (Dual‑Core) |
4,7 GHz | 4,4 GHz | |||||||
| Multi‑Core | 4,4 GHz | 4,0 GHz | |||||||
| Perf | Boost (Single‑Core) |
– | |||||||
| Boost (Dual‑Core) |
|||||||||
| Multi‑Core | 3,6 GHz | 3,4 GHz | |||||||
| Total Cache | 53 MB | 34 MB | |||||||
| GPU | Typ | Adreno X2-90 | Adreno X2-85 | ||||||
| Takt | 1,85 GHz | 1,70 GHz | 1,35 GHz | ||||||
| Leistung | 7,5 TFLOPS | 6,9 TFLOPS | ? | ||||||
| Displays | Intern | 1 × 4K144, HDR10 | |||||||
| Extern | 3 × 4K144, HDR10 oder 2 × 5K60 | ||||||||
| Video | Encode | 2 × 8K30/4K30 in H.264, HEVC (H.265), 1 × 8K15/4K60 in AV1 | 1 × 8K30/4K30 in H.264, HEVC (H.265), 1 × 8K15/4K60 in AV1 | ||||||
| Decode | 2 × 8K60 in H.264, HEVC (H.265), AV1 | 1 × 8K60 in H.264, HEVC (H.265), AV1 | |||||||
| NPU | 80 TOPS (INT8) | 85 TOPS (INT8) | 80 TOPS (INT8) | 85 TOPS (INT8) | 80 TOPS (INT8) | ||||
| RAM | 12-Lane, Triple-Channel (192-Bit) LPDDR5X-9523 @ 228 GB/s |
8-Lane, Dual-Channel (128-Bit) LPDDR5X-9523 @ 152 GB/s |
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| Storage | SSD | NVMe, 12 × PCIe 5.0 Lanes, 4 × PCIe 4.0 Lanes | NVMe, 8 × PCIe 5.0 Lanes, 4 × PCIe 4.0 Lanes | ||||||
| UFS | UFS 4.0 | ||||||||
| SD | SD Express, SD 3.0 | ||||||||
| USB | 3 × USB 4.0 | ||||||||
| ISP | Spectra Dual ISP, 2 × 36 MP oder 1 × 64 MP, 4K-HDR | ||||||||
| Wi‑Fi/BT | M.2 PCIe 3.0 | FastConnect 7800, Wi-Fi 7, Wi-Fi 6E, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4 | |||||||
| WWAN | Snapdragon X75, Downlink: 10 Gbit/s, Uplink: 3,5 Gbit/s | ||||||||
Der schnellste Prozessor für Windows-Notebooks
Das Yoga Slim 7x Gen 11 ist mit dem X2E‑88‑100 CPU-seitig das bislang schnellste Windows-Notebook, das ComputerBase im aktualisierten Benchmark-Parcours getestet hat. Im Laufe der Zeit werden von der Redaktion stetig mehr Notebooks in den neuen Parcours eingepflegt – auch mit AMD Ryzen, die zum aktuellen Stand noch nicht in allen Benchmarks des Parcours vertreten sind.
Höhere Single-Core-Leistung als Panther Lake
Rein auf die Single-Core-Leistung bezogen zieht Qualcomm mit dem vom Chip gebotenen Single-Core-Boost auf 4,7 GHz an Intel Panther Lake und AMD Strix Point vorbei, wie Cinebench 2026.1 und Geekbench 6.6 zeigen. Den Apple M5 muss Qualcomm um 14 Prozent (CB 26) beziehungsweise 11 Prozent (GB 6.6) davonziehen lassen. Dennoch: Im Windows-Umfeld darf sich Qualcomm die Krone anziehen.
18 Kerne sorgen auch für eine sehr hohe Multi-Core-Leistung, wobei hier verstärkt das Kühlsystem des Notebooks von Bedeutung ist. Zunächst einmal landet der X2E‑88‑100 aber auch in diesen Benchmarks deutlich vor AMD und Intel, selbst der Apple M5 wird geschlagen – mit dessen lediglich 10 Kernen wenig überraschend. Der Gegner ist eher der M5 Max, der dann aber doch in einer gänzlich eigenen (viel höheren) Liga spielt.
Die GPU ist stärker, aber nicht stark genug
Beim Blick auf die GPU-Leistung und die Media Engine zeigt sich, dass Qualcomm und die Software-Anbieter noch Baustellen haben. Nachdem zu Zeiten des Snapdragon X1 Elite die GPU-Treiber noch nicht einmal auf Qualcomms Website zu finden waren, lassen sich diese mittlerweile einzeln oder über das Ende letzten Jahres angekündigte (nicht vorinstallierte) Snapdragon Control Panel installieren. Das Panel erlaubt zudem individuelle Grafikeinstellungen für installierte Spiele, wenn diese nicht über die Anwendung selbst gesteuert werden sollen. Auf dem Testsystem wurden Cyberpunk 2077 und der 3DMark korrekt erkannt.
Auf dem Yoga Slim 7x Gen 11 kam mit der Treiberversion 32.0.152.6 ein neuerer Treiber zum Einsatz, als ihn Qualcomm selbst auf der Webseite anbietet. Auszugehen ist von spezifischen Anpassungen für dieses Notebook, Release Notes gibt es aber nicht.
Der Spiele-Support ist besser geworden
Spiele laufen auf dem Snapdragon X2 Elite dank aufgebohrter GPU-Rohleistung und verbesserten Treibern mittlerweile deutlich besser als noch zu Zeiten des Snapdragon X1 Elite. Außerdem unterstützt Qualcomm mittlerweile mehrere Anti-Cheat-Technologien, darunter auch Epic Online Services Anti-Cheat, auch bekannt als Easy Anti-Cheat. Fortnite für Windows on Snapdragon wird seit November letzten Jahres von Epic angeboten.
In Cyberpunk 2077 macht Raytracing zu schaffen
In Cyberpunk 2077 zeigt Qualcomm, wo das Unternehmen mit dem Snapdragon X2 Elite aktuell in einem AAA-Titel steht. Die Rasterizer-Leistung liegt in etwa auf dem Niveau eines Apple M5, letztlich aber leicht darüber. Zu der integrierten GPU von Intel Panther Lake (B390 im Core Ultra X7 358H) fehlt aber ein gehöriges Stück. Native FHD-Auflösung mit hohen Details meistert die Adreno-GPU mit knapp 30 FPS und rückt damit nicht weiter vor als in den gerade so spielbaren Bereich. Je nach Notebook bietet Intel 40 bis 80 Prozent mehr Leistung und teils über 50 FPS. In WQHD (mit FSR) ergibt sich das gleiche Bild, aber mit noch etwas größerem Vorsprung für Intel.
Wird zusätzlich Hardware-Raytracing aktiviert, bricht die Leistung des Snapdragon X2 Elite jedoch dramatisch ein. Wo Intel noch auf 25 FPS und Apple mit dem M5 auf (nicht spielbare) 12 FPS kommt, liegen bei Qualcomm nur noch 7 FPS an. Das gleiche Szenario in UHD hätte man angesichts der Leistung eigentlich gar nicht testen müssen. Qualcomm muss für weitere Optimierungen schlichtweg noch enger mit den Spieleentwicklern zusammenarbeiten und noch mehr in die Adreno-Treiber investieren.
GPU lässt sich nicht immer hinzuziehen
Die GPU-Einschränkungen zeigen sich auch in manchen produktiven Apps, die Workloads über die Grafikeinheit beschleunigen können. In Affinity Photo fällt Qualcomm sogar hinter den A18 Pro des MacBook Neo zurück. Blender wiederum unterstützt die GPU überhaupt nicht, selbiges gilt für den Cinebench 2026.1, Geekbench AI und Procyon-AI-Benchmark. Procyon auf der NPU liefert hingegen ein Spitzenergebnis.
Media Engine wird nur teils unterstützt
Auch Qualcomms auf dem Papier leistungsfähige und je nach SKU doppelt verbaute Media Engine, die analog zu Intel sogar einen Hardware-Encoder für AV1 bietet, ist noch nicht überall lauffähig. In Adobe Premiere 26.0.2 ließ sich deswegen noch nicht einmal H.265 in Hardware encodieren, immerhin sorgen die 18 CPU-Kerne für gutes Abschneiden im CPU-Test. HandBrake wiederum listet in der App zwar AV1 in Hardware via MediaFoundation, brach kurz nach dem Start aber ab oder sorgte für einen Neustart. H.265 und H.264 ließen sich hingegen auch in Hardware encodieren.
Windows on Arm ist nicht das Problem
Das alles sind jedoch keine „Windows on Arm“-Probleme, um dieser Vermutung direkt Wind aus den Segeln zu nehmen. Dem Yoga Slim 7x Gen 11 merkt man im Alltag nämlich nicht an, dass der Chip darin nicht auf der x86-, sondern auf der Arm-Architektur basiert. Das bedeutet mittlerweile: Alle namhaften Browser laufen nativ, ebenso Office, Teams, LibreOffice, Discord, Zoom, Slack, WhatsApp, viele Adobe- und Affinity-Apps, Visual Studio, VLC, Spotify, Apple Music, Kodi, Steam, die Xbox-App, 7-Zip, WinRAR und viele mehr.
Was noch fehlt, sind spezialisierte Anwendungen wie Cinema 4D, AutoCAD, 3ds Max, MATLAB oder auch Ableton Live, FL Studio und Cubase. Ältere Drucker- und Scanner-Treiber, Audio-Interfaces oder VPN-Clients laufen ebenfalls nicht und können im Falle von Treibern auch nicht durch Microsofts Prism-Emulator emuliert werden. Wer Windows on Arm kauft, kauft aber keinesfalls ein nur selektiv nutzbares System. Die Plattform ist gekommen, um zu bleiben, wie auch das Nachrücken von Nvidia verdeutlicht.
Auf der nächsten Seite geht der Test auf den Verbrauch, die Lautstärke und die Akkulaufzeiten des Yoga Slim 7x Gen 11 ein.