Asus Ascent QN10 im Test: Darf es auch mal nicht AMD oder Intel sein?

Volker Rißka
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Asus Ascent QN10 im Test: Darf es auch mal nicht AMD oder Intel sein?

Der Asus Ascent QN10 ist der erste Mini-PC mit Qualcomms neuem Snapdragon X2 Elite. Das Paket ist insbesondere in modernen Anwendungen richtig flott und überzeugt dort als Konkurrent zu Intel, AMD, Apple & Co. Bei der KI-Leistung mit „80-TOPS-NPU“ gilt es hingegen einiges zu beachten. Alle Details im Test.

Der sieht doch aus wie ein NUC! Ja, in der Tat, aber in diesem Fall ist es der Ascent QN10 von Asus, der erste Mini-PC mit Qualcomm Snapdragon X2 Elite. Doch damit darf er sich nicht NUC nennen, denn das setzt auch nach der Übernahme der Sparte durch Asus einen Prozessor von Intel voraus. Natürlich sind die Parallelen im eigenen Haus unverkennbar, aber sehen nicht eigentlich alle Mini-PCs heute so oder ziemlich ähnlich aus?

Asus Ascent QN10 im Test – Front
Asus Ascent QN10 im Test – Front

Unter der Haube ist der Ascent QN10 auf jeden Fall ziemlich einmalig: Als erster großer Hersteller setzt Asus in einem Mini-PC nicht auf AMD oder Intel, sondern den Qualcomm Snapdragon X2 Elite mit 18 CPU-Kernen, iGPU vom Typ Adreno X2-90 und 80 TOPS starker NPU ein. Damit soll das System nicht weniger als den stärksten NUC Paroli bieten. Ob das in Sachen Anwendungs-, KI- und Gaming-Leistung gelingt, klärt der Test.

Mehr zum Qualcomm Snapdragon X2 Elite
Asus Ascent QN10
21.09.2026
  • Sehr hohe Office-Leistung
  • Sehr geringer Verbrauch im Alltag
  • Fan-Stop im Leerlauf
  • Kompaktes Alu-Chassis
  • SSDs leicht wechsel-/erweiterbar
  • Umfassende Anschlüsse
  • Drei Mal USB4 Typ-C mit Power Delivery
  • Bei älteren Anwendungen mitunter starker Leistungsabfall
  • Aktualisierungen nur via Windows-Update

Asus Ascent QN10: Ausstattung im Detail

Der Asus Ascent QN10 fällt mit 0,7 Litern Volumen im 13 × 13 × 4 cm großen Alu-Gehäuse (nur der Boden ist aus Kunststoff) kompakt aus. Anschlüsse gibt es hinten und vorne zahlreiche, allerdings ist nur einmal HDMI darunter. Drei weitere Displays können aber über die vier USB-4-Ports angeschlossen werden, von denen zwei allerdings an der Front liegen.

Asus Ascent QN10 im Test – Rückseite
Asus Ascent QN10 im Test – Rückseite

Das Herzstück, der Snapdragon X2 Elite, wird gleich noch einmal genauer im Detail vorgestellt. Der CPU zur Seite gesellen sich verlötete 16 oder 32 GByte LPDDR5X, je nach Land mit 9.600 MT/s oder 8.533 MT/s. Im Testmuster stecken 32 GB LPDDR5X-8533. Diese Variante dürfte in Deutschland auch die einzige sein, die es zu kaufen geben wird.

Über die linke Seite, aber auch über den Boden zieht der Mini-PC Frischluft, über die rechte Seite wird die erwärmte Luft dann ausgeblasen. Der große, etwas eigenwillig anmutende CPU-Lüfter hat dabei einen Fan-Stop und geht erst ab einer gewissen Last und Temperatur an. Dass die Aussparung so seltsam ausfällt, soll dem Geräuschpegel dienen.

Asus Ascent QN10 geöffnet
Asus Ascent QN10 geöffnet
Asus Ascent QN10 – CPU-Lüfter
Asus Ascent QN10 – CPU-Lüfter

Asus hat erneut nicht nur einen Lüfter verbaut, ein zweiter kleiner Lüfter kümmert sich um die Kühlung der SSD, die ab Werk immer 512 GB groß ist. Gen-5-SSDs können auch heute noch warm werden, verbaut ist ab Werk aber nur eine nach Standard PCIe 4.0 mit vier Lanes. Das SoC beherrscht per se aber auch PCIe 5.0. Ein kleines WiFi-Modul ist auf der Platine verlötet.

Asus Ascent QN10 – PCIe-4.0-SSD verbaut
Asus Ascent QN10 – PCIe-4.0-SSD verbaut
Asus Ascent QN10 – Platz für eine PCIe-5.0-SSD
Asus Ascent QN10 – Platz für eine PCIe-5.0-SSD
Asus Ascent QN10 im Test
Asus Ascent QN10 im Test

Für die Stromversorgung ist ein klassisches externes Netzteil mit beachtlichen 180 Watt und Hohlstecker notwendig. Das geht im Jahr 2026 aber durchaus schon anders: Der (größere) Asus Ascent GX10 (Test) bezieht bis zu 240 Watt über ein USB-C-Netzteil. Anders als beim Asus NUC 16 Pro mit Intel Panther Lake (Test) gibt es beim Ascent QN10 auch einen Klinkenanschluss.

Technische Daten im Überblick

Modell Asus Ascent QN10 (QN10-VQ0008NN)
Prozessor Snapdragon X2 Elite X2E-88-100
Grafik Qualcomm Adreno GPU X2-90
NPU Qualcomm Hexagon, 80 TOPS (INT8)
Chipsatz Integriert
Arbeitsspeicher 32 GByte LPDDR5X-8533
oder
16 GByte LPDDR5X-8533
Massenspeicher 1 × M.2 2280 PCIe Gen4x4 (belegt)
1 × M.2 2280 PCIe Gen5x4
WLAN Foxconn NCM820A Wi-Fi 7 + Bluetooth 6
LAN Realtek RTL8125BP 2,5G LAN
Audio Qualcomm WCD9378C
Anschlüsse vorn 1 × Powerbutton
2 × USB4 Typ-C (DP1.4/PD, 40 Gbps)
1 × USB 3.2 Typ-A (10 Gbps)
1 × USB 2 Type-A (5 Gbps)
1 × Audio Jack (Line out/Mic in/Headphone out/Headset)
Anschlüsse Rückseite 1 × USB4 Typ-C (DP1.4/PD, 5 V/3 A, 40 Gbps)
2 × USB 3.2 Typ-A (10 Gbps)
1 × HDMI 2.1 FRL1
1 × 2.5G RJ45 LAN
1 × DC-IN
Abmessungen 130 × 130 × 40 mm
Gewicht 620 g
Lieferumfang QN10, 180-W-Netzteil, Safety/Caution/Regulatory, Garantiekarte
Garantie 2 Jahre, 24/7-Support
Preis (UVP) 32/512 GB: 2.136 Euro (1.699 USD)
16/512 GB: ? (1.349 USD)

Varianten und Preise

Ein UVP von 2.136 Euro für das Modell mit 32 GB RAM und 512 GB großer SSD ist natürlich alles andere als Kleingeld und übertrifft sogar den zuletzt getesteten Asus NUC 16 Pro mit Intel Panther Lake. Mit 32 GByte RAM (aber ohne SSD) ist eines der Oberklassemodelle dieser Serie mit einem Intel Core Ultra X7 358H aber bereits ab 858 Euro verfügbar.

In den USA startet der QN10 mit 16 GByte RAM und 512-GB-SSD bei 1.349 US-Dollar (vor Steuern), die 32-GByte-Version beginnt bei 1.699 US-Dollar (vor Steuern). Hierzulande gibt es voraussichtlich nur das größere Modell.

Support und Garantie

Interessanterweise liegt die Garantiezeit beim Asus Ascent QN10 „nur“ bei zwei Jahren, bei den NUC sind es drei Jahre. Im Supportbereich bei Asus gibt es darüber hinaus aktuell wenig zu sehen. Wie zuletzt bereits von vielen Qualcomm-Lösungen bekannt, werden Treiber schlicht über Windows Update bereitgestellt, separate Downloads über Partner gibt es nicht. Dazu später im Test mehr. Auch die von Asus von anderen Systemen bekannte Software zur Einstellung von Profilen gibt es für den QN10 nicht.

Der Snapdragon X2 Elite (X2E‑88‑100) im Detail

Asus setzt im QN10 auf den Snapdragon X2 Elite – aber welchen denn nun genau? Seit der Vorstellung im September 2025, als das Portfolio noch aus nur drei Chips bestand, sind einige neue Varianten hinzugekommen. Zu Beginn hatte es nur den X2E‑96‑100 (Elite Extreme), X2E‑88‑100 (Elite) und X2E‑80‑100 (Elite) gegeben, zwischenzeitlich sind X2E‑94‑100 (Elite Extreme), X2E‑90‑100 (Elite), X2E‑84‑100 (Elite) und X2E‑78‑100 (Elite) hinzugekommen. Zur CES im Januar kamen mit dem X2P-64-100 und X2P-42-100 außerdem zwei Snapdragon X2 Plus mit 10 und 6 Kernen hinzu.

Im Asus Ascent QN10 steckt mit dem X2E‑88‑100 der zweitgrößte Snapdragon X2 Elite mit 18 Kernen und bis zu 4,7 GHz.

Snapdragon X2 Elite Extreme Snapdragon X2 Elite
SKU X2E‑96‑100 X2E‑94‑100 X2E‑90‑100 X2E‑88‑100 X2E‑84‑100 X2E‑80‑100 X2E‑78‑100
Fertigung TSMC 3 nm
CPU Typ Oryon Gen 3
Kerne 18 12
Cluster 6 Prime + 6 Prime + 6 Perf 6 Prime + 6 Perf
Prime Boost
(Single‑Core)
5,0 GHz 4,7 GHz 5,0 GHz 4,7 GHz 4,0 GHz
Boost
(Dual‑Core)
4,7 GHz 4,4 GHz
Multi‑Core 4,4 GHz 4,0 GHz
Perf Boost
(Single‑Core)
–
Boost
(Dual‑Core)
Multi‑Core 3,6 GHz 3,4 GHz
Total Cache 53 MB 34 MB
GPU Typ Adreno X2-90 Adreno X2-85
Takt 1,85 GHz 1,70 GHz 1,35 GHz
Leistung 7,5 TFLOPS 6,9 TFLOPS ?
Displays Intern 1 × 4K144, HDR10
Extern 3 × 4K144, HDR10 oder 2 × 5K60
Video Encode 2 × 8K30/4K30 in H.264, HEVC (H.265), 1 × 8K15/4K60 in AV1 1 × 8K30/4K30 in H.264, HEVC (H.265), 1 × 8K15/4K60 in AV1
Decode 2 × 8K60 in H.264, HEVC (H.265), AV1 1 × 8K60 in H.264, HEVC (H.265), AV1
NPU 80 TOPS (INT8) 85 TOPS (INT8) 80 TOPS (INT8) 85 TOPS (INT8) 80 TOPS (INT8)
RAM 12-Lane, Triple-Channel (192-Bit)
LPDDR5X-9523 @ 228 GB/s
8-Lane, Dual-Channel (128-Bit)
LPDDR5X-9523 @ 152 GB/s
Storage SSD NVMe, 12 × PCIe 5.0 Lanes, 4 × PCIe 4.0 Lanes NVMe, 8 × PCIe 5.0 Lanes, 4 × PCIe 4.0 Lanes
UFS UFS 4.0
SD SD Express, SD 3.0
USB 3 × USB 4.0
ISP Spectra Dual ISP, 2 × 36 MP oder 1 × 64 MP, 4K-HDR
Wi‑Fi/BT M.2 PCIe 3.0 FastConnect 7800, Wi-Fi 7, Wi-Fi 6E, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4
WWAN Snapdragon X75, Downlink: 10 Gbit/s, Uplink: 3,5 Gbit/s
Beim QN10 soll das Komplettpaket mit Qualcomm überzeuge
Beim QN10 soll das Komplettpaket mit Qualcomm überzeuge (Bild: Asus)

Deep Dive zum Snapdragon X2 Elite

Die Architektur des Snapdragon X2 Elite (Extreme) erklärt der Deep-Dive-Artikel im Detail vom November letzten Jahres, sodass an dieser Stelle nicht noch einmal mit der gleichen Tiefe darauf eingegangen wird.

In diesem Artikel steht die Leistung im Fokus. Bereits letztes Jahr waren Benchmarks auf Referenzgeräten von Qualcomm möglich, kürzlich erfolgte mit dem Lenovo Yoga Slim 7x Gen 11 ein erster Notebook-Test. Nun ist ein erster Mini-PC an der Reihe.

Installation und Einrichtung

Das Testmodell des Asus Ascent QN10 wurde direkt ab Werk als sogenannte Mini-PC-Variante mit RAM (ohnehin verlötet), SSD und Betriebssystem (Windows 11 on Arm) bereitgestellt. Dies hat den Vorteil, dass der Kunde nichts mehr machen muss: Kabel eingesteckt und losgelegt.

Asus Ascent QN10 im Test
Asus Ascent QN10 im Test

Das vorinstallierte Windows 11 Pro gibt es für Arm bereits in der Version 26H1. Dieses ist deshalb aus dem Stand heraus bereits sehr aktuell, Windows Update sorgt dafür, dass nach der Ersteinrichtung die neuesten Updates für Treiber bezogen werden. Alle Anschlüsse funktionieren so aus dem Stand heraus problemlos. Über Windows Update wurde auch ein BIOS-Update automatisch installiert – das kennt man so bereits unter anderem auch vom Asus NUC.

Systemüberblick des Asus QN10
Systemüberblick des Asus QN10

Interessanterweise hat der QN10 keine Asus-Software vorinstalliert (dafür aber McAfee!), auch gibt es im Downloadbereich bei Asus nichts außer einem BIOS-Update. Der Kunde muss sich also voll und ganz auf Windows Update verlassen. Das wiederum führt aber auch dazu, dass man keine größeren Einstellungen vornehmen kann. Dies klappte beispielsweise beim NUC zuletzt für die Energieprofile und so auch die Lüftersteuerung sehr gut.

Einmal mehr ist Arm unter Windows gefühlt einfach noch nicht so weit, auch weil Qualcomm und Microsoft hier wenige Ressourcen investieren. Am Ende muss das Gerät, wie auch Notebooks, einfach ab Werk laufen, alles darüber hinaus ist bereits Bonus. Das wird vor allem nochmal im späteren Verlauf bei den GPU-Tests deutlich, denn eine manuelle Treiberaktualisierung sieht man aktuell anscheinend einfach gar nicht vor.

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