GMKtec EVO-X1 Pro im Test: Leistungsaufnahme, Lautstärke und Fazit
3/3Leistungsaufnahme
Der GMKtec EVO-X1 Pro ist ein sparsamer kleiner PC. Im Leerlauf unter Windows 11 genehmigt sich die komplette APU laut Telemetrie knapp vier Watt. Das TDP-Limit von 54 Watt nutzt der Chip auch aus. Da die Temperatur in der Regel kein Problem ist, kann der EVO-X1 Pro je nach Test und Anwendung auch dauerhaft Vollgas geben.
Lautstärke
Zwei Lüfter sind im EVO-X1 Pro verbaut. Das eher hohe statt breite Gehäuse mit seiner löchrigen Struktur hilft, den kleinen PC kühl zu halten, ohne dass die Lüfter laute Schwerstarbeit verrichten müssen. Die Hauptlast trägt das untere Modell für die APU und den verlöteten RAM, der oben verbaute RGB-Fan wiederum kümmert sich um die beiden SSDs in den M.2-Steckplätzen, sofern hier Vollbestückung mit sehr schnellen und oft dann auch wärmeren Modellen geplant ist. So wird ein Leistungsabfall aufgrund zu hoher Temperatur verhindert.
Wie die tabellarische Übersicht zeigt, sind sowohl die Temperaturen als auch die Lautstärke unkritisch. Das System macht im voreingestellten Balanced-Profil einen sehr guten Job.
| Profil | Lautstärke, Temperatur und Stromverbrauch (nur CPU gesamt) | ||
|---|---|---|---|
| zum Start | Durchschnitt | am Ende | |
| Windows 11 im Leerlauf | |||
| Standardmodus (54 W) | 28 dB(A) bei 32 °C und 3,7 Watt | ||
| Cinebench 2024 Multi-Core | |||
| Standardmodus (54 W) | 37 dB(A) bei 68 °C und 54 Watt | 37 dB(A) bei 69 °C und 54 Watt | 38 dB(A) bei 70 °C und 54 Watt |
| 3DMark Steel Nomad Light | |||
| Standardmodus (54 W) | 33 dB(A) bei 52 °C und 28 Watt | ||
| Windows-Energieprofil immer auf „Ausbalanciert“, Verbrauch laut Telemetrie (CPU only) | |||
Um die Geräuschkulisse besser zu dokumentieren, findet sich nachfolgend die Tonaufnahme aus dem Betriebsmodus. Die Aufnahme erfolgte mit 40 Zentimetern Abstand von vorn zum Mini-PC aus dem Leerlauf in einen CPU-Volllast-Benchmark.
Fazit
Der GMKtec EVO-X1 Pro reiht sich nahtlos in das Portfolio von sehr guten Mini-PCs des Herstellers ein. Sein Aussehen ist zwar Geschmackssache, die Leistung im Alltag wiederum lässt kaum Spielraum für Kritik. In Zeiten von überaus hohen Preisen für RAM und SSD kann mit dem PC sogar ein vermeintliches Schnäppchen geschlagen werden, denn RAM und SSD satt gibt es hier bereits ab Werk für 1.499,99 Euro oder 1.549,99 Euro mit verdoppelter SSD-Kapazität.
Der Zwölf-Kern-Prozessor mit integrierter Grafikeinheit liefert eine grundsolide Leistung, als AMD Gorgon Point unterscheidet ihn aber letztlich viel zu wenig von AMD Strix Point als direktem Vorgänger. Dies wiederum lässt dadurch das ältere Modell aber in einem sehr guten Licht erscheinen. Mini-PCs mit diesen Chips gehören noch lange nicht zum alten Eisen und das eine oder andere Schnäppchen könnte genau damit geschlagen werden.
AI-Anwendungen funktionieren vor allem dank dem großen Speicher in einem breiten Feld. Die iGPU von Gorgon Point ist aber nicht stark genug, um hier eine hohe Leistung zu bieten, die NPU wie so oft bei AMD auch eher Zierde als wirklich sinnvoll nutzbares Silizium. AMD Ryzen AI 400 ist am Ende doch eher der klassische PC-Prozessor inklusive Grafikausgabe, auch wenn es sowohl die CPU-Hersteller als auch die OEMs aktuell gern anders vermarkten.
Die Anschlussvielfalt beim Mini-PC überzeugt. Zweifaches Ethernet, aber auch ein ganz klassischer HDMI-2.1-Anschluss zusätzlich zum DisplayPort 2.1 sind gern gesehen. Nur ein Mal USB-C mit 40 Gbps ist ein wenig dürftig, aber das ist wiederum der im Kern eigentlich schon drei Jahre alten AMD-Plattform geschuldet, die nicht mehr bietet. Dafür gibt es als Bonus noch OCuLink; für die Bastler unter der Kundschaft.
Am Ende spricht also ganz viel für den kleinen Mini-PC, es sind die Schönheitsflecken, die das Ganze ein wenig beschmutzen. Ein frisch auf dem System installiertes Windows beseitigt mit den vorinstallierten Apps einen der beiden negativen Punkte direkt, beim Support ist und bleibt es ein wenig Glücksspiel: Es kann durchaus zügig Updates geben, im schlimmsten Fall aber auch gar nichts. Und bei echten Problemen und eventuell einem Zurücksenden des Systems werden die Dinge nur noch komplizierter.
- Hohe Office-Leistung
- 64 GB Arbeitsspeicher
- Kompaktes Alu-Chassis
- Unhörbar im Leerlauf
- Auch sehr leise unter Last
- Dank zwei Lüftern kühle Bauteile
- Platz für zwei NVMe-SSDs (2280)
- SSDs leicht wechsel-/erweiterbar
- Geringer Aufpreis von 1 auf 2 TB SSD
- Umfassende, moderne Anschlüsse
- Dual-LAN mit 2,5 Gbit/s und WiFi 7
- OCuLink-Support
- Vorinstallierte Anwendungen
- Support oft Glückssache (Treiber, BIOS, Garantieabwicklung)
Wir haben den EVO-X1 Pro von GMKtec zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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