Fireplace April 2026

Intel Core i9-12900HK im Test: Benchmarks und Erfahrungen

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Update Volker Rißka (+1)
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ComputerBase hat das MSI GE76 in der Balanced-Konfiguration als auch zum Kurztest in der Maximale-Leistung-Einstellung inklusive Lüfter-Boost-Option, jeweils eingestellt über das Tool des Herstellers, getestet.

MSI Center und Leistungsprofile
MSI Center und Leistungsprofile

Die erste Einstellung entspricht einem 65-Watt-Profil des Prozessors. Maximale Leistung hingegen steht eigentlich für rund 85 bis 90 Watt, was es auf Dauer aber nicht ist, wie schnell deutlich wurde.

MSI Raider GE76 mit Core i9-12900HK und RTX 3080 Ti Laptop GPU
Profil CPU-Leistungsaufnahme GPU-Leistungsaufnahme
PL1/PL2 TGP + Boost
Profil „Höchste Leistung“ 85/135 Watt* 150 + 25 Watt
Profil „Ausbalanciert“ 65/135 Watt 150 + 0 Watt
* Siehe Text

Details zur Gaming-Leistung des Notebooks in beiden Profilen liefert der Artikel Gaming-Notebooks 2022 im Test: RTX 3080 Ti „M“ & i9-12900HK legen die Messlatte höher.

Die Powerlimits und ihre Auswirkungen

Die Umsetzung der jeweiligen Einstellungen hat einige schnell sichtbare Auswirkungen. Bei anderen muss man jedoch tiefer in die Materie einsteigen um zu erkennen, was passiert.

In den Verlaufsdiagrammen, beim Testen eines Projekts in Blender, werden viele Dinge auf einmal sichtbar. Zum Beispiel, dass die CPU im Balanced-Profil bemüht ist, stets oder sogar noch etwas mehr als 65 Watt zu liefern, während das Höchstleistungs-Profil dort nur noch einen kleinen Schritt obendrauf setzen kann. Das ist aber in beiden Fällen ein deutlicher Fortschritt, wie der Blick zum Vorgänger (orange Linie) offenbart, der auf dem Papier viel mehr durfte, aber weniger nutzen konnte.

Das Abflachen der Kurve im ersten Diagramm wird vom zweiten Diagramm, der Taktfrequenz, bestätigt. Die eigentliche Ursache ist dann im dritten Diagramm zu finden: die Temperatur. Sie ist erneut deutlich zu hoch. Die Kühlung versucht die 95-°C-Marke zu halten, was aber nur über die Absenkung des Taktes und letztlich eine geringere Leistungsaufnahme funktioniert.

Blender, BMW
Package Power (Blender, BMW)
024487296120Watt (W) 1102030405060708090100110120130140150

In Single-Core-Tests fällt die etwas unterdurchschnittliche Leistung des Core i9-12900HK auf – unterdurchschnittlich auf hohem Niveau, versteht sich, also verglichen mit anderen Alder-Lake-CPUs mit 5,0 GHz. Im Verlaufsdiagramm wird das ebenfalls deutlich. Die 5 GHz liegen sehr selten an, Leistungsaufnahme und Temperatur spielen ein wenig verrückt. Möglich, dass eine neue Firmware Abhilfe schafft: Sowohl das Notebook als auch die CPU sind noch „Qualification Samples“ (QS).

CB R20 SC
Package-Power (CB R20 SC)
0102030405060Watt (W) 150100150200250300350

Benchmarks in Anwendungen mit hoher und geringer CPU-Last

Bei den Heavy Workloads, also Apps mit hoher Anforderung an den Prozessor bei Auslastung über längere Zeit, kann das neue MSI GE76 Raider mit Intel Core i9-12900HK deutlich gegenüber der Vorgängergeneration zulegen. Hier spielen exakt die Erkenntnisse, die die Auswertung des Blender-Taktverlaufs und der Package-Power hervorgebracht hatten, mit hinein. Denn die CPU hat nicht nur mehr Kerne und eine erhöhte IPC, sondern sie darf mehr Leistung aufnehmen und sie in Performance umsetzen. GE76 im Jahr 2022 schlägt GE76 aus dem Jahr 2021 mit jeweils der besten Intel-CPU in diesem Testumfeld um beachtliche 25 Prozent, in einzelnen Tests sind es sogar bis zu 40 Prozent.

Diagramme
Leistungsrating Heavy Workload
    • MSI GE76 Raider (Core i9-12900HK, 65 W)
      99
    • Asus ROG Strix G15 (Ryzen 9 5900HX, 95 W)
      88
    • XMG Neo 15 (Core i7-11800H, 120 W)
      85
    • XMG Core 15 (Ryzen 7 5800H 80 W)
      83
    • Asus ROG Flow X13 (Ryzen 9 5980HS, 80W)
      83
    • MSI GE76 Raider (Core i9-11980HK, 95 W)
      80
    • Lenovo Yoga Slim 7 Pro (Ryzen 9 5900HX, 42 W)
      73
    • Gigabyte Aorus 17G (Core i7-10875H, 62 W)
      71
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

In Single-Core-Szenarien „lahmt“ das MSI-Notebook wie bereits ermittelt etwas. Die Leistungsaufnahme spielt hier verrückt, auch hohe Temperaturen kommen zum Vorschein, weshalb die Leistung zwar immer noch sehr hoch, aber nicht wie erwartet ist. Dies dürfte dem Vorserienmuster und frühen BIOS geschuldet sein. Weitere Tests mit anderen Notebooks sind bereits in Vorbereitung und werden den Punkt berücksichtigen. Dennoch reicht es selbst in den leichten Alltagslasten problemlos für den Sprung an die Spitze.

Diagramme
Leistungsrating Alltagslasten
    • MSI GE76 Raider (Core i9-12900HK, 65 W)
      100
    • MSI GE76 Raider (Core i9-11980HK, 95 W)
      86
    • XMG Neo 15 (Core i7-11800H, 120 W)
      85
    • Asus ROG Strix G15 (Ryzen 9 5900HX, 95 W)
      82
    • XMG Core 15 (Ryzen 7 5800H 80 W)
      82
    • Asus ROG Flow X13 (Ryzen 9 5980HS, 80W)
      82
    • Lenovo Yoga Slim 7 Pro (Ryzen 9 5900HX, 42 W)
      75
    • Gigabyte Aorus 17G (Core i7-10875H, 62 W)
      74
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Intel Alder Lake-H vs. Apple M1

Apple hatte sich Intel im Herbst nicht zum ersten Mal als Gegenspieler ausgesucht, Intel macht nun das Gleiche. Der Quervergleich von Intels schnellster Lösung mit einem von Apples schnellsten SoCs gestaltet sich stets etwas schwieriger, weil die Benchmark-Auswahl, die explizit auf beiden Plattformen läuft, übersichtlich ist und macOS nunmal nicht Windows ist. Genau dadurch werden aber auch schnell Unterschiede sichtbar und je nach Test zum Teil markant: Von deutlich überlegen bis Gleichstand oder auch Rückstand ist alles vertreten.

Diagramme
Cinebench R23 – Multi-Core
    • MSI GE76 Raider (Core i9-12900HK, 65 W)
      16.471
    • Apple MacBook Pro 14" (M1 Pro)
      12.394
Einheit: Punkte

Angemerkt werden muss dabei stets aber auch, dass Intels CPU in den meisten Fällen deutlich mehr Leistung aufnehmen darf als Apples SoC, der sich im Test als extrem effizient herausgestellt hat. Im besten Fall ist der Intel Core i9-12900HK nun 30 Prozent schneller mit 80 Prozent erhöhtem Energiebedarf als der Apple M1 Pro – im schlimmsten Fall aber eben auch langsamer trotz viel höherer Leistungsaufnahme. Und die Software wird zunehmend auf Apples Chip hin optimiert, wodurch er in Zukunft noch etwas mehr aufholen und eher schneller als langsamer gegenüber der x86-Konkurrenz auftreten können wird.

Auch beim Massenspeicher hängen klassische x86-Notebooks Apples MacBook Pro mit M1-Chip nicht per se hinterher, wie der Kurztest mit einem Analysetool und einem gemischten Ergebnis zeigt. PCI Express 4.0 mit vier Lanes wird hier nahezu vollends ausgespielt – auf beiden Seiten.

CrystalDiskMark 6.0.0 x64
CrystalDiskMark 6.0.0 x64 – Seq Q32T1 Read
    • MSI GE76 Raider (Core i9-12900HK, 65 W)
      7.094,70
    • Apple MacBook Pro 14" (M1 Pro)
      6.697,64
      AmorphousDiskMark 3.1
Einheit: Megabyte pro Sekunde (MB/s)

Der kurze Schlagabtausch zeigt am Ende, dass Apple im Gesamtpaket dank des Energieverbrauchs vorn liegt, aber Intel nicht so deutlich geschlagen ist, wie es medial oft vermittelt wird. Das Thema CPU-Architektur beherrschen sie bei Intel nach wie vor extrem gut. Das Thema Energiebedarf ist zu einem großen Teil auch dem Umstand geschuldet, dass hier eine 10-nm-Fertigung gegen TSMC N5 antritt. Schon deshalb kann Intel hier am Ende nicht gewinnen.

Die Stärke der H-Plattform von Intel ist aber auch das Zusammenspiel mit einer diskreten Grafiklösung – ein Markt, den Apple wiederum (noch?) gar nicht adressiert. Und hier kommt, wie das MSI GE76 Raider mit neuer Nvidia GeForce RTX 3080 Ti zeigt, ein extrem schlagkräftiges Duo zum Vorschein. Mehr dazu liefert der zweite Test des Tages: Gaming-Notebooks 2022 im Test: RTX 3080 Ti „M“ & i9-12900HK legen die Messlatte höher

Vergleich zu Desktop-Prozessoren

Die Frage, wie schnell denn eigentlich die besten Notebook-CPUs im Vergleich zu Desktop-Modellen sind, stellt sich des Öfteren. ComputerBase hat sich auch diese Thematik angesehen. Dabei wird noch einmal klar, dass allein das Powerlimit das entscheidende Kriterium ist, wenn Parameter wie Kerne und Takt nahezu gleich sind.

Leistungs-Rating für Anwendungen
Leistungs-Rating für Anwendungen – Multi-Core
    • AMD Ryzen 9 5950X
      55
    • Intel Core i9-12900K (w/o LT)
      50
    • Intel Core i9-12900K (125/241W)
      48
    • AMD Ryzen 9 5900X
      46
    • Intel Core i9-10980XE
      45
    • Intel Core i7-12700K (125/190W)
      42
    • AMD Ryzen 9 3900XT
      39
    • Intel Core i9-10900K
      35
    • Intel Core i9-10850K
      34
    • AMD Ryzen 7 5800X
      33
    • Intel Core i5-12600K (125/150W)
      33
    • Intel Core i9-11900K
      33
    • Intel Core i9-12900HK (65/135W)
      32
    • AMD Ryzen 7 5700G
      30
    • AMD Ryzen 7 3800XT
      28
    • Intel Core i7-11800H (120/120 LT)
      28
    • Intel Core i9-9900K
      27
    • AMD Ryzen 7 3700X
      27
    • AMD Ryzen 5 5600X
      26
    • Intel Core i9-11900KB (65/109 LT)
      25
    • Intel Core i9-11980HK (95/200 LT)
      25
    • AMD Ryzen 5 5600G
      24
    • Intel Core i5-11600K
      23
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT)
      22
    • AMD Ryzen 5 3600XT
      22
    • Intel Core i5-10600K
      20
    • AMD Ryzen 5 4650G Pro
      20
    • Intel Core i5-10400F
      18
    • Intel Core i5-10400F (65/134 W LT)
      18
    • Intel Core i5-9400F
      14
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Und so kommt es, dass der Intel Core i5-12600K (Test) so ziemlich ähnlich gelagert ist. Denn auch er hat sechs Performance-Kerne bei ähnlichem Takt. Die zusätzlichen vier E-Cores helfen dem Core i9-12900HK nicht, vielmehr schlägt dann die dauerhaft deutlich geringere Leistungsaufnahme zu Buche, weshalb er sich am Ende knapp hinter dem Core i5-12600K einordnet.

Nun wird aber auch im Notebook die Schere deutlich, die aus dem Grafikbereich bekannt ist: Die Namensgebung zwischen Desktop und Notebook passt bei weitem nicht mehr zusammen. Was hier Core i9 ist, ist dort Core i5. Was hier eine RTX 3080 Ti ist, ist im Desktop höchstens RTX-3070-Niveau.

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