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Intel Core i9-12900KS im Test: Leistungsaufnahme

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Volker Rißka
408 Kommentare

ComputerBase ermittelt die Leistungsaufnahme stets in verschiedenen Szenarien. Dabei werden leichte und hohe Lasten sowohl für das gesamte Testsystem als zum Teil auch nur für den Prozessor (Package- Power) selbst dargestellt. Entgegen der Regel wird das Thema in diesem Artikel aber einmal andersherum präsentiert, nämlich dort, wo es die größte Abweichung gibt: in Spielen.

Leistungsaufnahme in Spielen

Über die Leistungsaufnahme in klassischen Anwendungen wurde zu Beginn des Artikels bereits einiges geklärt, nicht jedoch, was sich in Spielen tut. Denn in der Regel heißt es: Spiele lasten eine CPU nicht sehr hoch aus, so dass die Leistungsaufnahme trotz hoher Taktraten nur moderat ausfällt. Doch der Core i9-12900KS weicht von dieser Regel ab.

Gegenüber dem Intel Core i9-12900K ist die Leistungsaufnahme nicht nur durch die Bank weg höher, sondern deutlich angestiegen. Im Minimalfall sind es 25 Prozent, im Extrem jedoch 70 Prozent und mehr, die der Neuling Core i9-12900KS gegenüber dem 12900K auf demselben System zusätzlich aufnimmt. In Anbetracht des Leistungszuwachses in 720p (!) ist das eine der schlechtesten Vorstellungen der letzten Jahre. Im Detail sieht das wie folgt aus:

Leistungsaufnahme der CPU in Spielen mit RTX 3080 (720p)
Spiel Core i9-12900K
(Ø/max.)
Core i9-12900KS
(Ø/max.)
Differenz (W)
(Ø/max.)
Differenz (%)
(Ø/max.)
Battlefield V 87 W / 95 W 152 W / 171 W +65 W / +76 W +75 % / +80 %
Borderlands 3 89 W / 101 W 121 W / 133 W +32 W / +32 W +36 % / +32 %
F1 2020 92 W / 109 W 119 W / 129 W + 17 W / +20 W +29 % / +18 %
Gears Tactics 94 W / 96 W 132 W / 136 W +38 W / +40 W +40 % / +42 %
Kingdom Come 103 W / 122 W 140 W / 198 W +37 W / +76 W +36 % / +62 %
Metro Exodus 98 W / 100 W 134 W / 137 W +36 W / +37 W +37 % / +37 %
Red Dead Redemption 2 114 W / 124 W 165 W / 175 W +51 W / +51 W +45 % / +41 %
Star Wars Squadrons 101 W / 113 W 126 W / 152 W +25 W / +39 W +25 % / +35 %
Valorant 106 W / 116 W 150 W / 156 W +44 W / +40 W +42 % / +34 %

In Vorbereitung auf einen in Kürze folgenden Test hat die Redaktion sowohl den Intel Core i9-12900K als auch den 12900KS auch mit einer Nvidia GeForce RTX 3090 Ti (Test) in elf weiteren Spielen getestet und seine Package-Power ermittelt. In diesem Parcours gibt es mehrere Titel, in denen die Package-Power des 12900KS sogar die 200-Watt-Marke reißt. Am Ende ist die Aussage aber die gleiche: Im Schnitt 40 Prozent mehr nimmt der Core i9-12900KS gegenüber dem 12900K auf. Welches System (anderes Board, RAM usw.) und welche Grafikkarte genutzt werden, ist hierbei egal. Der Intel Core i9-12900KS ist ein echter Stromfresser.

Leistungsaufnahme im Leerlauf

Im Leerlauf ändert sich zum Glück erst einmal nichts. Hier schläft die CPU quasi auch, der Rest entfällt auf die Plattform. Und da sich diese nicht geändert hat und nur ein BIOS-Update vielleicht minimale Parameter anpasst, bleibt die Leistungsaufnahme im bekannten Rahmen. In dem Bereich entscheidet am Ende in einem gesamten System ohnehin eher das Mainboard, eine zusätzliche Grafikkarte und sonstige Ausstattung, nicht aber der Prozessor, wie hoch der Verbrauch ist.

Leistungsaufnahme – Leerlauf (komplettes System)
    • Intel Core i9-9900KS
      42
    • Intel Core i9-9900K
      43
    • Intel Core i7-12700K (190W)
      45
    • AMD Ryzen 7 5800X
      47
    • Intel Core i9-10900K
      47
    • Intel Core i9-10850K
      47
    • Intel Core i9-12900 (w/o LT)
      52
    • Intel Core i9-12900K (241W)
      54
    • AMD Ryzen 9 5900X
      55
    • AMD Ryzen 9 5950X
      56
    • Intel Core i9-12900KS (241W)
      56
    • Intel Core i9-11900K (w/o LT, mit AB)
      56
    • Intel Core i9-12900KS (wo LT, UV)
      67
Einheit: Watt (W)

Leistungsaufnahme in Apps

In Anwendungen mit Teillast oder später dann Volllast wird das Bild ein deutlich anderes. In Single-Core-Szenarien steigt die Leistung erfreulicherweise noch parallel zur Leistungsaufnahme an. Bei Volllast greift dann je nach Einstellung bei der CPU beispielsweise das Powerlimit von 241 Watt, wie im Diagramm „CPU-Package-Power“ klar sichtbar wird. Der einzige Lichtblick: Der Core i9-11900K war mit allen überzüchteten Turbo-Modi ein noch größerer Schluckspecht.

Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme – Teillast 1 Thread (komplettes System)
    • Intel Core i9-9900KS
      72
    • Intel Core i9-9900K
      74
    • AMD Ryzen 7 5800X
      81
    • Intel Core i7-12700K (190W)
      92
    • Intel Core i9-10900K
      97
    • Intel Core i9-10850K
      97
    • Intel Core i9-12900K (241W)
      101
    • Intel Core i9-12900 (w/o LT)
      103
    • AMD Ryzen 9 5950X
      105
    • AMD Ryzen 9 5900X
      106
    • Intel Core i9-12900KS (wo LT, UV)
      107
    • Intel Core i9-11900K (w/o LT, mit AB)
      115
    • Intel Core i9-12900KS (241W)
      122
Einheit: Watt (W)

Temperaturen

Über die Temperaturen wurde bereits mehrfach im Test berichtet: Sie sind ein Problem. Luftkühler sind überfordert, selbst teure AiO sind es. Mit ein wenig Undervolting kann man der CPU in normalen Lebenslagen aber geringere Temperaturen abgewinnen.

Temperatur der CPUs
  • Tctl bei Prime95 29.8 (Small FFTs max. Power/Heat):
    • AMD Ryzen 9 5950X
      64,0
    • AMD Ryzen 9 5900X
      68,0
    • Intel Core i7-12700K (190W)
      86,0
    • AMD Ryzen 7 5800X
      90,0
    • Intel Core i9-10900K
      92,0
    • Intel Core i9-9900K
      92,5
    • Intel Core i9-10850K
      93,0
    • Intel Core i9-12900K (241W)
      96,0
    • Intel Core i9-12900KS (wo LT, UV)
      98,0
    • Intel Core i9-9900KS
      99,0
    • Intel Core i9-11900K (w/o LT, mit AB)
      100,0
    • Intel Core i9-12900KS (241W)
      101,0
    • Intel Core i9-12900 (w/o LT)
      101,0
Einheit: °C

Overclocking

Direkt nach den Temperaturen noch über das Overlocking zu philosophieren, wirkt ein wenig unpassend, doch genau dafür ist die CPU auch von Intel aufgestellt. Sie wird Overclockern zur Verfügung gestellt, die mit flüssigem Stickstoff (LN2) Rekorde erzielen, denn auch das ist eine Form von positivem Marketing. Für den normalen Kunden ist das nicht von Relevanz und ohne Custom-Wakü dürfte er auch keine eigenen Erfolge auf kleinerer Flamme erzielen.

Es gibt wie üblich aber andere Parameter, die schnell optimiert werden können, allen voran natürlich der Arbeitsspeicher. In diesem Punkt lässt sich Alder Lake als Plattform schnell etwas flotter betreiben. Denn die Intel-Spezifikation sieht auch beim Intel Core i9-12900KS nur offiziell DDR5-4400 beim Betrieb auf einem Mainboard mit vier Speicherbänken im Dual-Channel-Modus vor. Mit entsprechendem Speicher ist aber auch DDR5-6xxx drin.

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