Core Ultra X9 388H im Test: TDP, Taktraten, Latenzen und Bandbreite

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Volker Rißka (+1)
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Leistungsaufnahme je nach Profil

Die erste Betrachtung in jedem Notebook-Test gilt den Leistungsprofilen und dessen Auswirkungen auf TDP und Takt. ComputerBase hat das sowohl in Anwendungen mit reiner CPU-Last als auch in Spielen getan.

Leistungsprofile kommen über den Lüftermodus
Leistungsprofile kommen über den Lüftermodus

Das Verhalten in Anwendungen

Anhand von drei Cinebench-2024-Durchläufen in den drei Profilen „Leistungsmodus“, „Standard“ und „Flüsterleise“, jeweils einmal am Netzteil und im Akkumodus, wird festgestellt, wie genau sich die CPU im Notebook unter CPU-Dauerlast verhält. Erst diese Basis erlaubt es später die Benchmark-Ergebnisse richtig einzuordnen.

CPU-Leistungsaufnahme in CB24 Multi-Core
020406080Watt (W) 150100150200250300350400

Es zeigt sich: Der Betrieb im Zustand „PL2“, umgangssprachlich auch einfach Turbo (offiziell inzwischen: Maximum Turbo Power (MTP)) genannt, liegt in der Regel nur für wenige Sekunden an – dafür war und ist er eigentlich auch gedacht. Konkret darf der Intel Core Ultra X9 388H im Asus Zenbook Duo im Leistungsmodus über MTP bis knapp an die 70-Watt-Marke springen, im Schnitt über den Test sind es aber unter 50 Watt. Im Flüstermodus werden aus anfangs 35 Watt schnell 20 Watt.

Klar wird im höchsten Leistungsprofil beim Blick auf die Temperaturen, woran das liegt: Das Quasi-Tablet mit 70 Watt nur für die CPU zu befeuern, funktioniert temperaturbedingt nur kurz. Selbst im weiteren Verlauf bei niedrigerer TDP kämpft das Notebook stets mit der Temperatur. Der Flüstermodus ändert daran nichts: Die TDP sinkt zwar deutlich, aber dafür wird auch das Kühlsystem sehr leise – die hohen Temperaturen bleiben.

CPU-Temperatur in CB24 Multi-Core
024487296120°C 150100150200250300350400

Unterm Strich ist beim Zenbook Duo nicht so einfach zu erklären, welche TDP als „die richtige TDP“ zur Beurteilung der Benchmarks herangezogen werden soll. Denn sobald ein Test mehr als eine halbe oder ganze Minute dauert, ist von PL2/MTP nichts mehr zu sehen. Der Leistungsmodus mit bis zu 70 Watt wird eher zu einem 45-Watt-Profil, im Standardmodus sind es im Schnitt um die 35 Watt, im Flüstermodus geht es sogar hinab bis auf 20 Watt. Dies heißt aber auch, dass der X9 388H in größeren (Gaming-)Notebooks oder Mini-PCs, die etwas mehr Luft und Spielraum für die Kühlung bieten, auch noch etwas mehr leisten kann.

Insgesamt stellt das extravagante Zenbook Duo dennoch eine gehobene Performance knapp unter dem Maximum zur Verfügung, denn bekanntlich werden die letzten Prozent Leistung nur durch einen überdurchschnittlich ansteigenden Verbrauch erkauft – sie lohnen sich nicht:

Cinebench-R24-Ergebnis in den drei Leistungsprofilen
Lüfter- und Powerprofil Ergebnis im Multi-Core-Test
Leistung (40 bis 70 Watt) 1.170 Punkte
Standard (25 bis 60 Watt) 1.030 Punkte
Flüster (19 bis 38 Watt) 860 Punkte

Das Verhalten in Spielen

Nicht nur für Anwendungen, auch für Spiele ist entscheidend, mit wie viel Leistungsaufnahme das SoC die CPU-Kerne und die iGPU betreiben darf. Der Blick auf den Verlauf der Leistungsaufnahme im Benchmark F1 25 über knapp sechs Minuten zeigt dabei, dass die CPU schon zu Anfang nicht ganz so hoch mit dem Verbrauch gehen darf, dauerhaft aber die in Anwendungen bereits gesehenen 45 (Leistungsmodus) respektive 20 Watt (Flüstermodus anliegen.

CPU Package Power in F1 25 (Benchmark)
01428425670Watt (W) 150100150200250300350400Sekunden

Die nachfolgende Tabelle zeigt für das Testsystem mit Core Ultra X9 388H und die auf der Folgeseite genutzten beiden Ryzen-AI-9-HX-370-Gegenspieler, welche TDP (gesamtes SoC) und welche GPU-Taktraten im Durchschnitt über den jeweiligen Benchmark anlagen.

Panther Lake vs. Strix Point

Es zeigt sich: Core Ultra X9 388H und Ryzen AI 9 HX 370 konnte auf zwei sehr ähnlichen TDP-Niveaus verglichen werden, denn unter Spiele-Last lagen weder im Zenbook Duo noch im Beelink SER9 bei eingestellten 65 Watt TDP auch diese 65 Watt an: Stattdessen ergaben sich 46 respektive 52 Watt TDP, während die Flüsterleise-Profile von Zenbook Duo und Zenbook S16 im Durchschnitt bei 26 und 24 Watt landeten.

Benchmark Core Ultra X9 388H Ryzen AI 9 HX 370
Zenbook Duo
„Leistung“
Zenbook Duo
„Flüsterleise“
Beelink SER9
65 W TDP (PBO)
Zenbook S16
„Flüsterleise“
TDP Takt TDP Takt TDP Takt TDP Takt
3DMark Steel Nomad Light 45 2.500 34 2.253 38 2.884 24 2.145
3DMark Port Royal 48 2.500 30 1.992 38 2.890 24 2.143
Anno 117 Pax Romana 46 2.483 22 1.592 62 2.620 24 1.913
Avatar: Frontiers of Pandora 45 2.442 27 1.746 52 2.794 24 1.910
Cyberpunk 2077 50 2.460 26 1.819 62 2.590 24 1.969
F1 25 50 2.494 21 1.452 65 2.581 24 1.907
Shadow of the Tomb Raider 46 2.479 20 1.515 46 2.888 24 2.054
Durchschnitt 47 2.480 26 1.767 52 2.750 24 2.006
TDP in Watt, Takt in MHz (iGPU)

Das zum Vergleich herangezogene Strix-Halo-System (hier nicht angegeben) lief mit eingestellten 65 und 120 Watt (Maximum) und schöpfte diese Grenzwert auch annähernd aus.

Inter-Core-Latenzen + Bandbreite

Nicht nur, aber gerade für Spiele entscheidend ist die Latenz zwischen den Kernen auf dem Chip. Arrow Lake alias Core Ultra 200, aber vor allem Arrow Lake-U, die im Herzen eigentlich noch Meteor Lake waren, hatten in diesem Punkt ein großes Problem, da bestimmte Kerne in einen anderen Chip ausgelagert waren. Ebenso wichtig: die Speicherbandbreite.

Inter-Core-Latenzen

Der Inter-Core-Latency-Test zeigt bei Panther Lake schön auf, wie die drei verschiedenen Kern-Cluster zusammenarbeiten und wo genau sie liegen. Die Kerne 0 bis 3 sind die vier schnellsten P-Cores, 4 bis 11 die acht E-Cores und 12 bis 15 die vier LPE-Cores.

Latenzen zwischen den Kernen – Abstufungen der drei Arten klar sichtbar
Latenzen zwischen den Kernen – Abstufungen der drei Arten klar sichtbar

Die P-Cores kommunizieren untereinander mit sehr niedriger Latenz, auch zu den naheliegenden E-Cores geht das noch immer sehr schnell. Die E-Cores sind untereinander wiederum schon deutlich langsamer. Doch vor allem wenn E-Cores zu LPE-Cores wollen, dauert es – obwohl die LPE-Cores im Vergleich zu Arrow Lake nicht mehr in einem eigenen Chip liegen (SoC-Tile). Die LPE-Cores wiederum sind in ihrem Cluster so schnell wie die normalen E-Cores in ihrem Bereich.

Speicherbandbreite

Der Core Ultra X9 388H mit Arc B390 wird wie die anderen X-CPUs laut Intel immer mit LPDDR5X-9600 kombiniert. Beim Core Ultra 5 338H mit von 12 auf 10 Xe-Cluster geschrumpfter Arc B370 ist noch LPDDR5X-8533 Pflicht, optional geht hier aber auch DDR5-7200, beispielsweise als SO-DIMM.

Der AIDA64-Speicherbenchmark erkennt den verbauten LPDDR5X-9600 nicht korrekt, die ermittelten Datentransferraten können sich aber sehen lassen: Bandbreite und Durchsatz bietet der schnelle LPDDR5X-9600 nicht nur auf dem Papier – davon profitiert am Ende letztlich auch die iGPU. Die erreichten 120 GB/s liegen mit denen von AMD Strix Halo auf einem Niveau.

Shared Memory

Windows allokiert auf Panther Lake standardmäßig bis zu 57 Prozent des im Notebook verbauten Arbeitsspeichers als Grafikspeicher. Über die Intel Arc Software können Nutzer das aber auch ändern, so dass im Minimum lediglich 4,0 bis 4,5 GB Arbeitsspeicher übrig bleiben:

RAM davon Grafikspeicher
16 GB bis zu ~12 GB
24 GB bis zu ~20 GB
32 GB bis zu ~28 GB
64 GB bis zu ~60 GB
96 GB bis zu ~91 GB