Core Ultra X9 388H im Test: Fazit
6/6Der Intel Core Ultra X9 388H als vorläufiges Panther-Lake-Topmodell legt das zuletzt bereits erwartete starke Debüt hin. Core Ultra 300 dürfte im Jahr 2026 die Notebook-Plattform sein, an der sich alle Mitbewerber orientieren und messen lassen müssen.
Beim Topmodell sticht – wie wohl auch bei den zwei anderen X-Modellen – insbesondere die Grafikleistung der Arc B390 (12 Xe-Cores) heraus, die kleineren Varianten mit „Intel Graphics“ (4 Xe-Cores) werden da bei weitem nicht herankommen (ein Test folgt). Doch der X9 388H überzeugt auch in Sachen CPU-Leistung. Am Ende ist die CPU im Test in fast jeder Lebenslage schneller als die beiden Vorgänger Lunar Lake (Core Ultra 200V) und Arrow Lake-H (Core Ultra 200H).
Was die iGPU Intel Arc B390 mit 12 Xe2-Clustern zu leisten im Stande ist, ist aber zweifelsohne die größte (und auch eine überraschende) Machtdemonstration: AMD Strix Point alias Ryzen AI 300 (bald Ryzen AI 400) hat nicht den Hauch einer Chance – nicht bei 65 Watt und auch nicht bei 25 Watt TDP, wie Handhelds sie oft nutzen.
Kein Wunder, dass AMD bereits Strix Halo alias Ryzen AI Max 300 als die überlegene Lösung positioniert und auch die Benchmarks der Redaktion sehen Strix Halo bei 65 Watt noch 39 Prozent in Front. Doch dass sich diese Modelle in Zukunft in Sachen Formfaktor und Preis 1:1 gegen Intels X-Klasse am Markt positionieren werden können, steht in den Sternen. Panther Lake mit X-Grafik startet zumindest in den USA ab 1.299 US-Dollar – dort ist Strix Halo auch ein Jahr nach dem Start noch nicht angelangt. Größere Ryzen AI 400 wiederum dürften in der gleichen Preisklasse agieren, diese stellt AMD dann aber nicht gegeneinander.
Auch beim Stromverbrauch und daraus resultierend der Akkulaufzeit gibt sich Intels Panther Lake keine Blöße, wobei das Testmodell von Asus auch mit dem größten erlaubten Akku (99 Wh) ausgestattet war. Das zweite Display war für die Messungen deaktiviert. Die gemessene Leistungsaufnahme von nicht einmal 0,5 Watt CPU-Package-Power im Leerlauf und über 17 Stunden Akkulaufzeit sprechen allerdings dafür, dass Panther Lake der beworbene Langläufer ist respektive sein kann.
Für ein abschließendes Fazit zu Core Ultra 300 ist es auf Basis des Topmodells in einem Notebook noch zu früh, doch es deutet sehr viel darauf hin, dass Panther Lake ein sehr starkes Komplettpaket ist. Schon Lunar Lake galt als der beste stromsparende mobile Begleiter im letzten Jahr, auch Arrow Lake-H machte eine überzeugende Figur. Und Panther Lake legt mehr als nur eine Schippe drauf. Die Arc B390 lässt Platzhirsch AMD sogar richtig alt aussehen, zumal nicht nur die Leistung stimmt, sondern auch aktuelles XeSS Super Resolution statt nur FSR 3 geboten wird. Der Nutzen von Multi Frame Generation und wie sich die Treiber im breiten Spielealltag schlagen, bleibt indes noch abzuwarten.
AMD kontert Intel im Jahr 2026 aller Voraussicht nach nur mit Ryzen AI 400 „Gorgon Point“ und Ryzen AI Max 400 „Gorgon Halo“, Mini-Refreshs, die keinen relevanten Unterschied machen werden. Da ist spannender, wie Qualcomm mit Snapdragon X2 Elite punkten können wird. Ob berechtigt oder nicht, wird dieser Plattform aber weiterhin Windows 11 on Arm einen Strich durch jede potenzielle Erfolgsstory machen.
Als derjenige, der sich die letzten Jahre wiederholt der Gaming-Leistung neuer iGPUs von AMD und Intel gewidmet hat und dabei zunehmend enttäuscht ob des geringen Fortschritts gewesen ist, hat mich die Arc B390 in den Core Ultra X 300 erstmals wieder begeistern können. 60+ Prozent mehr FPS bei gleichem Verbrauch sind eine Ansage, der AMD allen vorliegenden Informationen zufolge erst einmal nur die große APU Strix Halo entgegenzusetzen hat – und bisher sind diese Systeme sehr teuer. Kommt die nächste Generation Handhelds deshalb direkt mit einer CPU von Intel? Das glaube ich nicht, denn der Markt ist zuletzt Hand in Hand mit AMD gewachsen und Leistung „in Hardware“ ist nur ein Aspekt. Aber dass AMD in dieser Hinsicht so schnell wieder unter Druck geraten wird, hätte ich noch vor einem halben Jahr nicht gedacht. (Jan)
ComputerBase hat das Asus Zenbook Duo mit Intel Core Ultra X9 388H von Intel leihweise unter NDA zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Bericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin.
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Der Core Ultra X9 388H überzeugt als Flaggschiff für das Intel-angetriebene Notebook im Jahr 2026. Die Grafik ragt heraus, während die CPU-Leistung auf den ersten Blick dagegen verblasst – doch schlecht ist sie mitnichten, das Niveau lag ohnehin schon sehr hoch. Am Ende kommt es mehr auf die Konfiguration des Testmusters als die Plattform als solche an. Beide Vorgänger Lunar Lake und Arrow Lake-H konnten zahlreiche sehr gute Geräte aufweisen. Als Gesamtpaket hat Panther Lake erst einmal die Messlatte für das Jahr 2026 vorgegeben, nun müssen sich die Mitbewerber von AMD, Qualcomm (und Apple) daran messen lassen. (Volker)