Logitech G Pro X2 Rapid im Test: Die graue Maus neben der Superstrike

Max Doll
48 Kommentare
Logitech G Pro X2 Rapid im Test: Die graue Maus neben der Superstrike

Die neue G Pro X2 Rapid ist „die ultimative Tastatur für maximale Leistung“, sagt Logitech. Neben dem innovativen Pro-Gaming-Nager G Pro X2/X3 Superstrike (Test) bleibt die analoge Tastatur aber eine graue Maus. Daran ändert auch ein OLED-Display nichts. Der Test klärt, wann man sie kaufen sollte.

Der Pro-Gaming-Nager G Pro X3 Superstrike (Test) bekommt mit der Tastatur Logitech G X2 Rapid eine graue Begleitmaus an die Seite gestellt. Die erweist sich als hinreichendes Arbeitstier, setzt aber keine Akzente. Sollte sie – wie für Logitech typisch – deutlich im Preis fallen, darf man sie dennoch in Erwägung ziehen. Alle Details im Test.

Logitech Pro X2 Rapid
28.09.2026
  • Angenehmes „Thocky“-Tippen
  • Taster leichtgängig & kontrollierbar
  • 3 Tastenebenen programmierbar
  • Bequeme Handballenauflage
  • Leertaste akustischer Fremdkörper
  • Display ohne praktischen Mehrwert

Die Pro X2 Rapid im Überblick

Die Pro X2 ist im Kern eine Tenkeyless-Tastatur. Zusätzlich zum Nummernblock entfallen drei Funktionstasten, um Platz für ihr Showcase-Feature zu schaffen: ein OLED-Bildschirm samt Bedienelementen zur Konfiguration der Tastatur. Rechtsseitig aktiviert ein Schiebeschalter den frei konfigurierbaren Spiele-Modus, der ausgewählte Tasten deaktiviert.

Ansonsten aber geht die Pro X2 „back to basics“. Es gibt:

  • Kein Akku, nur Kabel,
  • 8.000 Hertz,
  • eine große Handballenauflage, die einfach vor das Chassis gelegt wird,
  • ein Gehäuse aus schwarzem, weißem oder magentafarbenem Kunststoff

Das ist alles? 2026 liegt bei der X2 Rapid offensichtlich der Fokus auf Qualität wieder im Trend. Das klingt gut. Für eine Preisempfehlung von rund 230 Euro (im Vorfeld hatte Logitech sogar 250 Euro genannt) muss das aber schon ein überzeugend überragendes Paket ergeben.

Logitech Pro X2 Rapid
Größe (L × B × H): 36,3 × 14,4 (23,2) × 3,8 (5,1) cm
Handballenauflage
Layout: 80 % ISO
Display
Gewicht: 1.083 g
Gehäuse-Material: Kunststoff
Kabel: 1,80 m, USB/Type-C-USB (modular)
Hub-Funktion: –
Key-Rollover: N-KRO
Schalter: Gateron KS-20
Polling-Rate wählbar
Hot-Swap-fähig
Analoge Taster
Switch Plate: ?
Tasten: Form: zylindrisch
Material: PBT-Kunststoff
Beschriftung: Double-shot molding
Zusatztasten: 2 × Extra
Medienfunktionen: Stumm, Lautstärke, Abspielen/Pause, Stopp, Vor/Zurück
Zusatzfunktionen: Profile wechseln, Helligkeit (regeln, ausschalten), LED-Modi, Gaming-Modus
Beleuchtung: Farbe: RGB
Modi: Atmungseffekt, Welleneffekt, Reaktiver Modus, umlaufende Aktivierung, Gaming-Beleuchtung, Farbschleife
Sonstige: individuelle LED-Profile
Makros & Programmierung: 3 Profile, Hardware-Wiedergabe
vollständig (inkl. Sekundärbelegung) programmierbar
Preis: ab 230 €

Taster: Von Gateron

Taster lässt Logitech bei Gateron fertigen, allerdings in einer „Custom-Version“ der KS-20, die sich durch ihre einzigartige Farbkombination zu erkennen gibt. Stempel werden bei KS-20 an zwei Schienen fixiert und, wie mittlerweile die meisten höherwertigen Taster, für einen tieferen, „thocky“-Klang aus POM gefertigt. Der Boden der Taster bleibt allerdings offen – hier sind andere Hersteller schon einen akustischen Schritt weiter.

So tippen Logitechs KS-20

Der Widerstand der Taster liegt bei 30 Gramm. Sie sind dabei leichtgängig und gleichzeitig noch gut kontrollierbar. Das ergibt Sinn, um den Signalpunkt auch im gesamten Spektrum nutzen zu können, es sichert zudem Alltagstauglichkeit. Geringes Spiel im Stempel und geschmeidiges Eingleiten sorgen für einen exzellenten Eindruck.

Technisch bieten die Taster das, was Logitech sonst auch bei analogen Tastern anbietet: Der Signalpunkt liegt zwischen 0,2 und 4 Millimetern, dazu dürfen Tasten mit zwei Auslösepunkten doppelt belegt werden. Rapid Trigger, also ein dynamisches Auslösen, und die Shooter-Ausweichhilfe, hier „Key Priority“ genannt, sind ebenfalls an Bord. Unterscheiden zwischen Antippen und Drücken kann auch die Pro X2 nicht.

In der Pro X2 verbaut Logitech analoge KS-20-Taster von Gateron
In der Pro X2 verbaut Logitech analoge KS-20-Taster von Gateron

Beleuchtung: Klar und hell

Klar lesbare, helle Buchstaben sorgen dafür, dass die Beleuchtung bei dieser Tastatur nicht nur Gimmick bleibt. Das hebt die Pro X2 von günstigeren Tastaturen ab – Logitech kann nicht länger, aber heller leuchten. Die LEDs wollen allerdings genutzt werden: Lichtlos wird die Beschriftung komplett unsichtbar. Zusatzfunktionen notiert Logitech auf der Vorderseite der entsprechenden Tasten. Der dergestalt dezente Vermerk ist bei Änderung der FN-Ebene praktisch. Im Dunkeln lassen sich die Funktionen dafür kaum noch erkennen.

Dank sparsamer Beschriftung leuchtet die Pro X2 ihre Tasten gut aus
Dank sparsamer Beschriftung leuchtet die Pro X2 ihre Tasten gut aus
Das Display ist relativ schmal und klar eine Notlösung
Das Display ist relativ schmal und klar eine Notlösung
Schrift wird gleichmäßig angestrahlt
Schrift wird gleichmäßig angestrahlt

Alltag & Akustik

Das Kunststoff-Gehäuse legt eine Sparkur auch beim Klang nahe. Tatsächlich schafft es die Tastatur aber mit Hilfe von sechs Materialschichten, darunter aus Poron und IXPE, eine gelungene Interpretation von „Gaming-Akustik“ zu produzieren, die sich hören lassen kann – weil ihr auch Alltag gelingt.

Logitech Pro X2 Rapid

Akustik: Dumpfes Klock

Klang taucht auf Datenblättern selten auf, steht bei der Pro X2 aber mit im Fokus. „Geschmeidig“ und „präzise“ soll sich das Tippen anhören, solide und leise zugleich – so, wie das von Profi-Spielern bevorzugt werde.

Damit gemeint sind nicht die deutlich ploppenden, fast schon provokativen „Sportauspuff“-Anschläge etwa einer Corsair Makr 75 (Test), sondern dezentere „Thocks“. Selbst übertrieben kräftiges Auslösen vermeidet peitschendes Knallen. Das Soundprofil bleibt so tatsächlich dezent – relativ zumindest für das Gaming-Segment, und leise bei sanften Eingaben. Dadurch wird sie auch beim Schreiben ein annehmbarer Begleiter, der vor allem im alltäglichen Gebrauch angenehm klingt. Die relativ tiefe, wenngleich leicht klackrigere Tonlage lässt sich gut ausblenden, Anschläge werden zu einem Klangteppich, der Hall weitgehend eliminiert.

Die Idylle stört nur die Leertaste, die trotz zusätzlicher Dämmung hörbar heller anschlägt. Je stärker die Betätigung, desto stärker stört sie. Das geht anderswo besser und das muss es für den verlangten Preis auch.

Logitech Pro X2 Rapid (Gateron KS-20)

Insgesamt gibt es akustisch noch dezentere und edlere Alternativen. Eine Hator Skyfall 80 Mag Ultima (Test) stellt nicht nur die Leertaste ruhig, sie nimmt noch etwas mehr Hall aus den Tastern und betont Anschläge als deutlicher differenzierbare Ticks. Persönlich gefällt das etwas besser, wenngleich sie beim Arbeiten mehr Präsenz zeigt. Ähnlich, nur mit ausgeprägteren, lauteren Anschlägen ist Duckys One X unterwegs. Beiden gemein: Sie kosten nicht einmal die Hälfte des Logitech-Produkts.

Eine Monsgeek M1 V5 wiederum agiert ein wenig ploppender und dadurch präsenter. Durch ihr Metallgehäuse klingt sie dabei schöner. Klare, helle und knackige Anschläge gibt es ansonsten mit der Akko Mod 007 HE – und ohne Hall-Effekt-Technik geht auch Asus' Strix Morph 96 im subjektiven Eindruck angenehmer zu Werke.

Allen Vergleichsmodellen gemein ist ihr teils deutlich geringerer Preis. Die Logitech Pro X2 klingt dadurch nicht schlecht, das Klangprofil wird sicherlich Abnehmer finden. Es ist aber nicht geeignet, ihre Preisempfehlung zu fundieren, allen Dämpfungsschichten zum Trotz.

Logitech Pro X2 Rapid
Logitech Pro X2 Rapid
Über das Display kann die Tastatur weitgehend konfiguriert werden – wenn es sein muss
Über das Display kann die Tastatur weitgehend konfiguriert werden – wenn es sein muss

Alltag: Gute Voreinstellung

Wenn das Layout nicht verändert wird, kann es im Grunde nur funktionieren. Die Entscheidung zwischen Home und Ende wie bei Auslieferung oder Bild auf und ab überlässt Logitech dem Nutzer, entsprechende Tastenkappen liegen bei. Sie einzuwechseln ergibt im Alltag Sinn. Neben den Tastenfunktionen können zwei Funktionsebenen belegt werden, für die zweite G-Ebene ist auch die Aktivierungstaste variabel. Lob verdient sich die bequeme Handballenauflage. Größe und Höhe sind super. Dass die Auflage lose liegt, ist kein Problem. Sie steht sicher und kann parallel mit der Tastatur verschoben werden.

Die Konfiguration der Tastatur erfolgt über G-Hub, ein paar Settings wie der Auslösepunkt, die Polling-Rate und die LEDs können alternativ direkt über die Kombination aus Display mit Menü-Taste und Drehregler vorgenommen werden. Genau das ist der Sinn des Bildschirms, der ausschließlich für Einstellungen und nicht als Universalanzeige gedacht ist. Damit geht jedoch der sonst messerscharfe Fokus auf Qualität und Nutzen verloren.

G-Hub verwirrt zwar weiterhin durch die wenig eingängige Übertragung von Einstellungen auf die Tastatur, bleibt aber die bessere Option. Allenfalls für Turniere mag die Anzeige tatsächlich sinnvoll sein, die Zielgruppe wie die Größe der Menüeinträge aber winzig. Im Normalfall wären zusätzliche Tasten oder ein schmalerer Formfaktor der größere Gewinn. Für Otto Normalverbraucher bietet es keinen Mehrwert, der nicht auch über Shortcuts auf der Tastatur zu realisieren wäre – von der schlechten Lesbarkeit einmal abgesehen. Ohnehin: Im Prinzip alle Einstellungen nimmt man in der Regel nur einmal vor und fasst sie dann nie wieder an. Auch dafür ist das Display übertrieben.

Fazit

Der Pro-Gaming-Nager G Pro X3 Superstrike (Test) bekommt mit der Tastatur eine graue Begleitmaus an die Seite gestellt. Die erweist sich als hinreichendes Arbeitstier, setzt aber keine Akzente. Das Feature, das dafür geeignet wäre, bringt wenig: Der praktische Nutzen des Displays ist für die meisten Anwender minimal.

Der Rest erweist sich als gutes Paket. Analoge Taster können anderswo zwar noch ein Feature mehr anbieten, im Grunde reicht das Gebotene aber. Dabei dient die Pro X2 nicht nur Spielern: Die bequeme Handballenauflage und ein angenehmer Thocky-Klang sind auch beim Arbeiten eine feine Sache, sogar eine spaßige. Das allerdings gibt es, wenn auch mit separat zu kaufender Fingerablage, ebenso anderswo. Und das auch noch für weniger Geld.

Logitech Pro X2 Rapid
Logitech Pro X2 Rapid

Insofern bliebe zu konstatieren: Nach dem zu erwartenden Logitech-Preisabsturz für 150 oder weniger Euro darf, ja sollte man die Pro X2 in Erwägung ziehen. Aber auch dann gibt es attraktive Alternativen.

Eine Hator Skyfall Mag Ultima 8K (Test) leuchtet nicht so hell und klingt etwas anders, aber nicht schlecht, funkt zusätzlich und hat neben dem (erneut nutzlosen) Display einen Drehregler. Und warum nicht eine flache G515 Rapid TKL kaufen, die ebenfalls weniger als 100 Euro kostet?

Akko Mod 007 HE (Test) und Monsgeek M1 V5 Analog (Test der mechanischen Version) bieten ebenfalls einstellbare Taster, aber in akustisch schönerem Metallgehäuse inklusive Programmierung per Web-App. Ob 80- oder 75-Prozent-Layout macht oft kaum einen Unterschied. Allen gemein ist: Sie sind günstiger und wären selbst zum gleichen Preis einen Blick wert.

Logitech Pro X2 Rapid
28.09.2026
  • Angenehmes „Thocky“-Tippen
  • Taster leichtgängig & kontrollierbar
  • 3 Tastenebenen programmierbar
  • Bequeme Handballenauflage
  • Leertaste akustischer Fremdkörper
  • Display ohne praktischen Mehrwert
Meinung von Max Doll
Max Doll

Hey Logitech!

Eure neue Pro X2 ist ein wirklich angenehmes Paket. Qualität statt blinkende Features als Leitlinie sind genau der richtige Weg. Nur das Display darf man aus der Bilanz getrost herausrechnen: Wer glaubt, dass ein Bildschirm zur Konfiguration der Tastatur einen alltagspraktischen Mehrwert bietet, trägt seine Unterhose auch auf dem Kopf. Verglichen mit den Mäusen bleibt auch diese ultimative Tastatur damit am Ende unspektakulär im Innovationsbereich. Und den UVP setzt ihr dafür wieder viel zu hoch an.

ComputerBase hat die Pro X2 Rapid von Logitech leihweise unter NDA zum Testen erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.

Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Dir gefällt ComputerBase? Lasse dir unsere neuesten Artikel in der Google-Suche ganz oben anzeigen!