HOCLN2 schrieb:
Auch aus Sicherheitsgründen finde ich "hardwired" Smart-Devices viel viel besser als es Smart-Devices mit WIFI Fähigkeit sind. Wenn alle Geräte hardwired sind, dann schmeißt du alle in ein eigenes VLAN und blockierst jegliche Kommunikation nach draußen (Local LAN/Internet).
Lediglich deine Zentrale (bei mir Home Assistant) darf in das VLAN kommunizieren und die Smart-Devices dürfen mit einer "Reply-rule" zurück antworten aus ihrem VLAN.
Das ist z.B. meine Aussage bezüglich KNX. Ich sehe das bei Shelly zum Teil auch etwas kritisch, dass jedes Gerät grundsätzlich ins Internet telefonieren kann, aber nur so funktioniert deren Cloud eben. Extra noch auf Home Assistant oder ioBroker umswitchen sehe ich z.B. für mich nicht und macht eine Bastellösung noch Bastellbehafteter. Wobei Home Assistant schon einiges kann und mit Matter kompaktiblen Geräten gut umzugehen weiß. Und wer von außen Zugriff möchte, aber keine statische IPv4 hat, hat es noch schwerer. Das Cloud Ding ist halt ein Kompromiss mit dem man leben muss, genauso mit:
HOCLN2 schrieb:
Mir stellen sich Nackenhaare auf, wenn Normalos mit einer FritzBox sich so ein ganzes SmartHome aufbauen und jedes Gerät ins Internet darf.
Ist mit den meisten, nachträglichen Smarthome Komponenten so. Shelly ist da keine Ausnahme.
Bei fest verdrahteter Installation und Busanbindung ist das System nur über direkten Leitungszugang, z.B. im Außenbereich, zugänglich und da hat KNX z.B. auch schon nachgezogen und für entsprechende Verschlüsselungen auf dem Bus gesorgt. Mein Haupttreiber für eine Bus-Priorisierung ist aber nach wie vor die Funktionsstabilität. Und gerade im Neubau ist das ja absolut kein Problem zu realisieren. Alles andere ist dann eben eine Nachrüstlösung. Das ist eigentlich auch was, was Shelly noch fehlt: Ein richtiger Homeserver, wie die Hager Domovea oder der Gira X1. Mit denen dann ein VLAN aufbauen und wir wären soweit... Dafür scheint Shelly aber eben die Expertise oder der Feinsinn zu fehlen. Am Ende ist der Hauptkunde eben der unbedarfte Laie, der am Schaltschrank nichts verloren hat.
Gaming-Opa schrieb:
Du hast das aber so was von nicht verstanden. Ich vergleiche das Gehäuse des Shelly Pro, mit dem Gehäuse eines Sicherungsautomaten. Da beide sich stark ähneln kann man von ähnlichen Herstellungskosten ausgehen. Und ich habe bewußt Hager als deutschen Markenhersteller gewählt, und nicht jemand der in Bulgarien herstellt. Fakt ist, egal wie man es dreht und wendet, ein Plastikgehäuse in dieser Größe kostet keine 5€ - DAS ist meine Aussage.
Dann war das in der Kommunikation vielleicht einfach etwas schräg, aber nur aufgrund der Gehäuseform auf einen Preis Rückschlüsse ziehen zu wollen und alles andere ungeachtet zu lassen ist mindestens genauso falsch und zeugt nicht unbedingt von Fertigungsverständnis, da drehen wir uns gerade im Kreis. Das Gehäuse ist noch der kleinste Posten an der Fertigung. Rest siehe meiner vorangegangene Antwort zu dem Thema.
Gaming-Opa schrieb:
Ein Elektriker wird immer Profiqualität in Sachen Automation z.B. KNX dem Kunden nahelegen weil diese mehr kostet.
Berufsbedingt kann ich schlicht sagen: KNX wählt man, weil es viel kann, nicht von einem einzelnen Hersteller abhängt und stabil und sicher läuft. Loxeone ist eine technisch ausgereifte, gute aber genauso teure Alternative. Wenn Loxeone aber in die Kreide geht, war es das mit der Aufrechterhaltung eines Systems über viele Jahre wenn es um Ersatzteile geht. Genau darum geht es ja im Grunde und genau deshalb wird zu KNX gegriffen. Nicht weil KNX mehr kostet.
Gaming-Opa schrieb:
Wenn man mal da so betrachtet was Jung für eine USB-Ladedose verlangt, dabei den aktuellen gängigen Ladestandards 5-10 Jahre hinterherhinkt, und keinesfalls genug Power hat um ein modernes Handy geschweige denn Tablet effizient zu laden, dann versteht man die Welt auch nicht mehr.
Well... Fair point, kann aber der Elektroinstallateur nichts für und wird auch regelmäßig genug an die großen Hersteller heran getreten. Da kommt dann aber auch das Problem hinzu: Ein größeres Netzteil braucht Platz, und der ist auch in einer tiefen Schalterdose begrenzt plus der Wärmestau... Schuko-Steckdose/USB-Lade-Kombination wird deshalb von vielen Kollegen gar nicht erst angeboten, weil eben genau diese beiden Punkte eine höhere Ladeleistung verhindern. Reine USB-Lader gibt es dagegen auch mit Quick Charge 4+ und Ladeleistungen bis 60W+ von den großen Herstellern. Z.B. das USB PD60 C oder das 6479 U. So Rückständig ist das dann auch nicht.
Gaming-Opa schrieb:
Mit 50-200% Aufschlag als wenn man die gleichen Produkte über Geizhals oder Idealo sucht.
Man mag sich wundern zu welchen Preisen wir im Großhandel schon einkaufen müssen... Aber auch nur auf den Preis zu schauen ist eben auch falsch. Jemand macht die Auslegung, schaut ob das alles zusammen passt - auch wenns nur eine Steckdose ist - berät, besorgt und baut ein. Und der größte Posten, warum da ein paar Prozent (50-200% ist völlig Branchenfremd!) drauf gehauen werden: Wenn etwas schief läuft, kommt der Installateur und kümmert sich. Zählerschrank24 und Co. kommen nicht. Viel Spaß in der Gewährleistungshölle.
Gaming-Opa schrieb:
Letztendlich ist ausnahmslos die gesamte Branche Elektroinstallation nur eine riesige Abzocke.
Am Ende will jeder sein Geld verdienen. Manche nutzen das gern auch aus, andere müssen mitziehen weil sie die Preise eben nicht einfach senken können. Viele Produktpreise gründen auch auf nachvollziehbarem, aber wenig zur Kenntnis genommenem. Z.B. bei KNX mit der sehr aufwendigen Zertifizierung um die Kompatibilität zu gewährleisten oder eben der Testnachweise bezüglich der Einhaltung von Produktsicherheitsstandards. Gibt genug Videos, wo "günstige" LS, Überstannungsableiter etc. aus Osteuropa und Fernost gegen gleich dimensionierte aus Westproduktion antreten dürfen. In den Teststationen sieht man dann sofort, warum diverse Hersteller eben teurer sind, auch wenn die Spezifikationen auf dem Gerät auf den ersten Blick gleich wirken. Und das alles wird eben auch durch gereicht. Die riesige Abzocke findet in ganz anderen Branchen statt.
AGB-Leser schrieb:
Wenn die Geräte einen eigenen Webserver oder eine eigene, offene Schnittstelle haben, ist das gut, vor allem, wenn Sicherheitslücken zeitnah beseitigt werden. Außerdem bedeutet RJ45 nicht automatisch Ethernet. Der Vorteil ist hier ja, dass die Kabel, Verteiler und das ganze Zubehör großflächig und billig verfügbar ist.
In dem Fall bedeutet RJ45 zwei dinge: Technisch Ethernet, weil ohne funktionieren die Geräte ansonsten nur über Bluetooth und WLAN, und ein ziemlich unangenehmer Verdrahtungsaufwand unter ohnehin schon beengten Verhältnissen. Für zwei Geräte mag das noch gehen. Möchtest Du zwei Reihen mit z.B. dem Pro 4PM ausstatten um 32 Schaltausgänge zu haben, heißt das 8x LAN Leitungen vom Switch (in dem Fall zwei) weg ziehen. Cat.6a/7 gibt es zwar auch in relativ schmal, das ist aber immer noch ein deutlich unangenehmerer und am Ende teurerer Spaß als einfach ein 2x2x0,8 TP (ca. 60ct/m) als Linie durch zu ziehen wie bei KNX. Einen Vorteil ist der RJ45 Port absolut nicht und da gilt schlicht: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.