Also nachdem hier fast alle zu wenig über dieses Thema wissen, hole ich etwas aus:
Grundsätzlich: Selbstverständlich sollte jedes Board mit 4 GByte Arbeitsspeicher und einem Win NT Derivat Betriebssystem starten, es gibt aber Ausnahmen, z.B. diverse AMD Konfigurationen auf Grund des in die CPU integrierten Speicher-Controlers. Und: Prinzipiell ist dabei vor Einbau aller Riegel, im Bios (mit nur einem Riegel) die Speicher-Konfiguration auf SPD (Serial Presence Detect) und eine Commandrate von 2 (falls vorhanden) also T2 zu setzen.
Einige Versionen von 32-Bit-Betriebssystemen können über Physical Address Extension (PAE) bis zu 32 GByte Speicher adressieren. Einzige Ausnahme: Windows XP, denn obwohl die 32-Bit-Version von Windows XP SP2 (Home und Professional) auf Rechnern mit NX-Bit-tauglichen Prozessoren (Data Execution Prevention/DEP) im PAE-Modus arbeitet, bleibt ihr Adressraum auf die unteren 32 Bit begrenzt.
Erst Windows Server 2003 profitiert wirklich von PAE, allerdings auch nur bis zu den jeweils von Microsoft sowie der Hardware gesetzten Limits. So kann die 2003 Server 32-Bit-Standard-Edition ebenfalls nur mit 4 GByte RAM umgehen, erst die Enterprise- (32 GByte) und die Datacenter-Edition (64 GByte) schaffen mehr.
Wer nun aber glaubt, ein 64 Bit Betriebssystem ist das Allheilmittel, um 4 GB RAM voll auszunutzen, irrt, denn das Mainboard muß ein korrekt arbeitendes Memory Remapping bieten können, ansonsten werden auch hier maximal 3,0 oder 3.3 GB zur Verfügung gestellt. In machen Bios Versionen ist diese Option sogar separat dazuschaltbar (z.B. im Asus P5W-DH Deluxe) und entweder als Memory Remap Function, Memory Relocation, Remap PCI Memory Gap, Memory Hoisting, Memory Reclaim oder eben Memory Remapping deklariert.
Zur Situation in VISTA:
Hier könnte sogar die 32-Bit Version zumindest theoretisch 4GB komplett verwalten, aber Microsoft hat dies von vorneherein unterbunden. Der Grund liegt darin, dass die Hardware-Hersteller nicht immer dafür sorgen, dass ihre Produkte mit RAM-Größen von 4 Gigabyte und mehr zurechtkommen. Viele Hersteller sind nicht bereit, die Voraussetzungen für die Unterstützung von 4 Gigabyte Arbeitsspeicher in ihren Erzeugnissen zu berücksichtigen. So müssten zusätzliche Bauteile verwendet werden, die aber für erhöhte Produktions- und Entwicklungskosten sorgen. Da Microsoft nicht sicherstellen könne, daß alle Hardware-Anbieter ihre Produkte mit der nötigen Ausstattung versehen, habe man entschieden, daß Windows Vista 32-Bit in den Endkunden-Versionen grundsätzlich nur die ersten 32 Bit des Adressraums anspricht. Dadurch schrumpft zwar die Größe des verfügbaren RAMs, doch auch die Zahl der Fehler geht entscheidend zurück.
Wer also unter Vista 4GB Arbeitsspeicher einsetzen möchte, muß zur 64-Bit Version greifen und über ein Mainboard mit den schon angesprochenen Features verfügen:
So lautet die ganze Wahrheit.. (KnowHow von PC Experience)