abtreibung - nur "fristenlösung" oder mord?

underthesurface

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Ich beschäftige mich sehr viel mit diesem Thema, da ich persönlich überzeugte Gegnerin der Abtreibung bin.
Meiner Meinung nach ist man Mensch vom Ein-Zell-Stadium bis zum Tod, daher denke ich, dass eine Abtreibung durchzuführen nichts Anderes ist, als sein eigenes Kind zu ermorden.
Natürlich gibt es zu diesem Thema verschiedene Standpunkte, über die ich gerne diskutieren würde!
 

e-ding

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Mord ist im deutschen Rechtssystem nicht erlaubt. Somit kann eine Abtreibung rein technisch kein Mord sein! Nicht ohne Grund existiert der §218 nicht mehr.

Jede Frau hat das Recht, über Ihren Körper zu bestimmen. Will sie nicht gebären, sollte sie dies auch nicht müssen. Ich empfinde es als moralisch nicht vertretbar, eine Frau dazu zu zwingen.


Finanziert sollte die Abtreibung, mit Ausnahmen, jedoch selbst werden.

MFG
 
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Nigigo

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Grundsätzlich bin auch ich GEGEN Abtreibung.
Man muss in der heutigen Zeit aber auch sehen das die Mütter immer jünger werden, und dann sollte man vieleicht mal eine abtreibung in betracht ziehen.Sollte meine Patnerin aber Schwanger sein, dann wäre ich auf jedenfall für das Kind.Ich sehe es auch als "Mord".Und warum sollte auch ein Kind sterben, nur weil die Eltern einfach zu dumm waren um zu verhüten ? Eine Abtreibung sollte darum auch so eine art "Strafe" mit sich ziehen.Dadurch würde es sicherlich weniger abtreibungen geben.Naja so ist meine Meinung zum Thema ;)
 

underthesurface

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Das Argument jede Frau hätte das Recht über ihren eigenen Körper zu bestimmen habe ich in diesem Zusammenhang schon oft gehört und ich denke dies ist durchaus richtig, doch es ist eindeutig bewiesen, dass im Augenblick der Befruchtung ein völlig einzigartiger neuer Mensch entsteht, der unwiderbringlich ist.
Folglich sollten wir uns fragen ob dieser kleine Mensch, der sich im Prinzip nur in der Anzahl seiner Zellen von einem ausgewachsenem Exemplar unterscheidet, nun das Recht hat zu leben, oder ob es der Mutter obliegt zu entscheiden "tot oder lebendig"
Würde eine Mutter ihr eigenes, vielleicht 1 Monat altes Baby ermorden, wäre die ganze Welt geschockt, doch sehe ich nicht wirklich einen Unterschied zwischen einer solchen Tat und einer Abtreibung.

Ein anderer Aspekt, der mich furchtbar aufregt ist, dass Feten, die MÖGLICHERWEISE behindert zur Welt kommen KÖNNTEN, länger straffrei abgetrieben werden dürfen!!!! Das zeigt doch eindeutig, dass hier einige Menschen der Ansicht sind ein behinderter Mensch sei weniger wert, was mich wiederum (zugegeben etwas extrem ausgedrückt) an Hitler erinnert, der sie sozusagen als Abfall, Makel der Gesellschaft gesehen hat.

Sehr junge werdende Mütter haben es natürlich oft sehr schwer vor allem wenn ihre Familie oder der Vater sie nicht unterstützt, doch rechtfertigt dies ihr Kind aus der Welt zu schaffen? Heutzutage stehen Betroffene nicht alleine da, es gibt einige Einrichtungen die junge Mütter unterstützen, außerdem wäre eine, in meinen Augen sehr sinnvolle Option, vorhanden - das Kind auszutragen und zur Adoption freizugeben. Natürlich ist die Zeit der SChwangerschaft schwer zu bewältigen, da dumme FRAgen gestellt werden, Hänseleien usw. aber ich denke eine Jugendliche, die in der Lage ist Geschlechtsverkehr zu haben, sollte auch die Folgen tragen.
 

e-ding

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Solange der Fötus ein Teil der Mutter ist, sollte sie auch bestimmen können was sie tut. Mit der Geburt, also dem Durchtrennen der Nabelschnur, erlangt das Baby dann einen anderen Rechtsstatus.

Sorry, aber für mich ist ein Fötus weder ein Mensch noch völlig einzigartig.
Und ja, gerade bei Behinderungen ist eine Abtreibung nachzuvollziehen. Ich möchte mich nicht mein Leben lang um einen behinderten Menschen kümmern.

Dein Hitlervergleich passt auch nicht. Die Euthanasie zeichnete sich u.a. dadurch aus, dass Behinderte nach der Geburt getötet wurden. Das steht hier nicht zur Debatte und hat mit Abtreibung nichts zu tun.

Es ist m.E. richtig und gut, dass Abtreibung in Deutschland straffrei ist.

MFG
 

keshkau

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Das Argument mit der "Entstehung des Menschen zum Zeitpunkt der Befruchtung" kenne ich noch aus dem Religionsunterricht. Ich habe das schon damals für ein eher theoretisches Hilfskonstrukt (der Kirche) gehalten, weil man sich danach nur schwerlich auf einen genauen Zeitpunkt (2 Wochen? 8 Wochen?) festlegen kann, ohne in einen Erklärungsnotstand zu geraten. Denn der Prozess ist ja ein fließender. Deshalb lehnen die Verfechter dieser Theorie auch die "Pille danach" ab.

Ein Gegenargument könnte noch sein, erst dann von einem "fertigen" Menschen zu sprechen, wenn das noch ungeborene Leben außerhalb des Mutterleibes in irgendeiner Weise (Brutkasten) überlebensfähig wäre. Dagegen laufen natürlich alle Sturm, die jemals einen Blick auf ein Ultraschallbild geworfen haben.

Wenn man davon ausgeht, dass eine Frau einen Menschen in sich trägt, dann ist es mit dem Selbstbestimmungsrecht der Mutter über ihren eigenen Körper natürlich nicht mehr weit her. Denn dann gilt es abzuwägen mit dem Lebensrecht des heranwachsenden Kindes, das über dem Recht der "körperlichen Unversehrtheit" der Mutter stehen dürfte.

Nun haben wir bei einer Schwangerschaft ja das Problem, dass die Frauen das zunächst gar nicht so richtig mitbekommen und es einige Zeit dauert, bis die Schwangerschaft wahrgenommen wird. Im Grunde genommen ist das Kind dann schon in den Brunnen gefallen und alle weiteren Überlegungen hinsichtlich eines Abbruchs bieten keine lupenreine Lösung mehr.

Ich bin jedenfalls froh darüber, nie vor der Entscheidung gestanden zu haben, über so etwas (mit-)entscheiden zu müssen. Auch wenn ich mich nicht zu den Menschen zähle, die besonders scharf auf eigene Kinder sind.

Abgesehen von allen Gesetzen ist es letzten Endes ja doch eine Gewissensfrage. Und es gibt auch genügend Frauen, die noch Jahre daran zu knabbern hatten, dass sie früher einmal abgetrieben haben. So gesehen ist Vorsorge in jedem Fall besser als Nachsorge.

Eine Abtreibung aus sozialen (wirtschaftlichen) Gründen sollte - aus einiger Entfernung betrachtet - in diesem Land eigentlich kein Thema sein. Es gibt genügend Paare, die gerne ein Kind adoptieren würden. Daher sollte man der Mutter vielleicht doch zumuten, ihr Kind wenigstens auf die Welt zu bringen, wenn sie es schon nicht behalten will. Das wäre jedenfalls die humanere Lösung.
 
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underthesurface

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Ein Mensch ist für dich also erst dann ein Mensch, wenn er den Leib der Mutter verlassen hat?!?!?!!?
Diese Ansicht kann ich nicht im GEringsten verstehen, da ein Kind im Bauch der Mutter bereits Empfindungen wie Freude usw. zeigen kann. Hast du noch nie einUltraschallbild gesehen? Da ist ein kleines Wesen, das sich nicht selbst helfen kann, das sich bewegt und fühlt. Du denkst ernsthaft dieses Wesen darf man töten, einfach so entfernen bloß weil es sich noch im Körper der Mutter befindet?

Ein Fötus ist dahingehend einzigartig, da alles schon vorhanden ist und so niemals wieder vorkommen wird. Vom ersten Moment an, ist festgelegt welche Haarfarbe das Kind haben wird usw.
Bei der Abtreibung wird das Kind sozusagen durch einen Schlauch abgesaugt, in diesem wie in einem Fleischwolf zerstückelt und schlussendlich in irgendeinen Mistkübel befördert.
Klingt hart ist aber so. Stell dir mal vor diesen Schlauch zu sehen... kleine Ärmchen, Beinchen alles schon zu erkennen und du denkst das würde dich nicht im Geringsten berühren?

Selbst im Ein-Zell-Stadium ist ein Mensch im Prinzip ein fertiger Mensch, der nur noch reifen und wachsen muss, aber schon alles fertig angelegt ist.

Außerdem hat eine Abtreibung bei sehr vielen Frauen schwerwiegende Folgen. Depressionen, Selbstmordgedanken, Schuldgefühle und Alpträume sind nur wenige davon, sie treten jedoch häufig nicht sofort nach der Abtreibung ein, sondern oft sogar ein bis zwei Jahre danach manchmal sogar noch später.
66% aller Frauen beenden nach der Abtreibung die Beziehung zu ihrem Partner.

Ich denke nicht das Abtreibung eine bequeme Lösung für die Folgen des Fehlers einer Frau ist bzw. als solche angesehen werden sollte. Es ist definitiv nicht unser REcht über das Leben eines anderen zu entscheiden, ob dieser jemand nun 2 cm oder ausgewachsen ist macht für mich keinen Unterschied.
 

Ejssfeldt

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Eine sehr heikle Diskussion... Wie immer wenn es um Ethik und Moral geht...

Ich persönlich bin in gewissen Fällen für Abtreibungen...

In den ersten Monaten kann ich persönlich einen Foetus od. Embryo (schreibtm an das so?) noch nicht als Menschen bezeichnen! Es gibt Situationen, in denen das Kind es einfach besser hat, wenn es garnicht zur Welt kommt und dies muss in einem sehr frühzeitigen Stadium geschehen, weil es ja später auch garnicht mehr möglich ist. In eben diesem frühen Zeitraum empfinde ich das ehrlichgesagt als alles andere als Mord..

Nur weil es in einem so frühen Stadium bereits Freude empfinden kann? Tiere empfinden bis zum Zeitpunkt ihrer Schlachtung auch Freude und Schmerz und da sagt kein Mensch etwas...
Meine Samen sterben auch bei jedem Geschlechtsverkehr und es ist kein Mord, doch auch daraus hätte ein Menschenleben resultieren können! Irgendwo muss jeder für sich die Grenze setzen.. Für mich persönlich ist das etwa der Zeitpunkt, wo der Foetus auch technisch nichtmehr abgetrieben werden kann, alles vorangehende als "Menschen" zu bezeichnen halte ich für völlig übertrieben.
 

Wintermute

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Keshkau hat in keiner Silbe erwähnt, das er ein Kind erst als solches ansieht, nachdem es den Mutterleib verlassen hat. Wo hast du das denn rausgelesen?
Er hat lediglich erörtert, das der Prozess ein fließender ist und man es seines erachtens nicht genau festlegen kann. Die Meinung teile ich übrigens auch.
Wann "existiert" etwas nicht nur, sondern ist schon im Stadium Mensch? Eine Anhäufung von 10000 Zellen imho jedenfalls nicht.
Ich bin jedenfalls aber auch froh, das nicht entscheiden zu müssen. Und deswegen klinke ich mich hier auch schnell wieder aus. So ein Thema eskaliert schnell und alle Worte liegen auf der Goldwaage. Nix für ein Forum.
 

Gonzo71

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Ich empfinde es als moralisch nicht vertretbar, eine Frau dazu zu zwingen.
Sehe ich genauso!

Oder wollt ihr eine Frau, die z.b. Vergewaltigt wurde und dabei Schwanger wurde, zwingen das Kind ihres Peinigers auszutragen?

Bei Behinderungen, denke ich es, sollte es auf den Grad der Behinderung ankomen.
Heute kann man ja sehr viel schon sehr frühzeitig rausfinden.

Ansonsten sehe ich das ganze ähnlich wie Wintermute. Sehr heikles Thema.

ps
@WhiteHats
Dein Beitrag ist grausam zu lesen.
Sätze ohne ein Leerzeichen abstand. :freak:
 
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underthesurface

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das kind kann schließlich jederzeit zur adoption freigegeben werden, daher denke ich nicht das es ein problem gitb, das kind gut zu versorgen, wenn es auf der welt ist...

ein mensch entwickelt sich nicht ZUM menschen sondern ALS mensch in jeder phase seiner entwicklung und das von der befruchtung an!

ein fötus ist ein lebewesen, ein mensch so wie du und ich nur eben kleiner. tiere haben instinkte, keine gefühle du kannst unmöglich einen kleinen menschen, der schläft, seine muskeln ausprobiert, fruchtwasser schluckt, am daumen lutscht mit einem tier vergleichen!

es gibt keinen zeitpunkt zu dem der fötus rein technisch nicht mehr abgetrieben werden kann! früher durfte man in den USA das kind bis zum tag der geburt abtreiben. dies geschah mithilfe von kochsalzlösungen - extrem grausige angelegenheit zu erklären wie das genau funktionirt und wie grausam das kind streben muss - junge mütter hatten oft keine ahnung was genau passiert ihnen wurde erzählt das sei doch nur ein zellhaufen, plötzlich bringen sie dann ein totes baby auf die welt, das aussieht wie ein ganz normaler mensch - in kleinformat ebn.

war oben auf e-ding bezogen!

1.:ist das im falle einer vergewaltigung sehr selten
2.: aussage einer jungen frau: "die vergewaltigung hätte ich noch verkraftet, die abtraibung war zuviel!"
ich denke die folgen die eine abtraibung auf eine frau haben kann sind oft bei weitem grausamer als das kind auszutragen...
3.: behinderung als grund anzusehen das kind auch in späterem stadium noch abzutreiben halte ich allein schon aus ethischen gründen für grausam, da ein solches leben nicht weniger wert ist.

Ich muss leider schluss machen für heute, da ich morgen eine wichtige schularbeit schreiben muss!
 
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keshkau

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Die Entwicklung "zum" Menschen oder die Entwicklung "als" Mensch? Ich muss schon sagen: Das ist eine in gewisser Weise gewagte, aber durchaus interessante These. Ich denke nicht, dass man rein wissenschaftlich gesehen auf diesem Standpunkt beharren kann, aber man kann gut und gerne daran glauben und davon überzeugt sein.

Warum hinterfrage ich diesen Ansatz? Nun ja, wenn man gemeinhin von Menschen spricht, dann denkt man an große oder kleine Leute mit Kopf, Rumpf, Armen und Beinen, am besten noch mit etwas Hirnmasse ausgestattet. Wenn jetzt jemand zwei Stunden nach der Befruchtung/Einnistung von einem Menschen spricht, dann bedarf das schon eines gehörigen Abstraktionsvermögens, um dem folgen zu können.

Die Marschrichtung der Entwicklung ist zwar vorgezeichnet, auch wenn man am Anfang noch nicht weiß, was am Ende dabei herauskommen wird (Alkohol- bzw. Nikotinkonsum der Mutter usw.). Ich beschreibe es einmal so: Wenn ein Raumschiff zum Mond fliegt, dann hat man nichts weiter als ein zum Mond fliegendes Raumschiff. Die Mondlandung mag zwar geplant sein, aber man kann noch lange nicht von einer (erfolgreichen) Landung sprechen.

Daher ist die Gleichsetzung von Befruchtung und Menschwerdung bzw. Menschsein auch so umstritten.

Was die ganzen Ausnahmetatbestände angeht (Vergewaltigung/Behinderung), so denke ich, dass eine Diskussion darüber weniger problematisch sein dürfte - natürlich auch weniger spannend als wenn man vom Normalfall ausgeht. Daher werde ich solche Sachen hier eher ausklammern.
 
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e-ding

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Ein Mensch ist für dich also erst dann ein Mensch, wenn er den Leib der Mutter verlassen hat?!?!?!!?
Ja!

Du denkst ernsthaft dieses Wesen darf man töten, einfach so entfernen bloß weil es sich noch im Körper der Mutter befindet?
Nein, nicht töten - abtreiben, wenn es die Frau nicht will.


Selbst im Ein-Zell-Stadium ist ein Mensch im Prinzip ein fertiger Mensch, der nur noch reifen und wachsen muss, aber schon alles fertig angelegt ist.
Was ist mit dem männlichen Samen? Jedes Spermium ist auch einzigartig?!

Außerdem hat eine Abtreibung bei sehr vielen Frauen schwerwiegende Folgen.
Eine ganze Reihe von Frauen ist aber auch zufrieden mit der Entscheidung.


Ich finds immer ganz lustig. Abtreibungsbefürworter haben normalerweiser weitaus weniger Probleme mit Leuten, die sich für das Austragen entscheiden. Anders herum gibts oft böses Blut.

Nicht falsch verstehen. Darf ich fragen wie alt Du bis, da Du morgen eine Schularbeit schreibst?

MFG
 

daniel16420

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Wenn eine Frau das Kind nicht will, sollte sie das Recht haben abzutreiben.


Ich kenne eine Frau, die ist als sie 19 Jahre alt war, vergewaltigt worden und dadurch auch schwanger.

Sie hat das "Baby" abgetrieben und das finde ich auch richgit so, denn wieso soll sie ein Baby zur welt bringen, das 1. sie nicht will und 2. nicht von ihrem Freund ist!
 
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LostH~Tommy

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Man kann jede Seite verstehen, aber muss die grundlegenden Ansichten genauer betrachten. Ich bin auch für eine Abtreibung, jedoch auch nur - wenn:

1. Der heranwachsende Mensch eine festgestellte Behinderung hervor bringt, die ihm ein leidliches Leben bescheren würde
2. bei Missbrauch (auch Vergewaltigung)

Man muss auch hier darin unterscheiden, dass eine Zelle keine Mensch ist, auch nicht nach zig Zellteilung. Der Mensch an sich, wird erst als Mensch deklariert - wenn das Stadium für den Bau bestimmter Merkmale erreicht wurde.

Das Thema ist genauso Diskussionsreich, wie das Thema mit den "menschlischen Biomassen". Der Mensch ist nur ein Mensch, wenn er über ein funktionierendes Hirn verfügt. Der Sinn darin, Biomassen (Menschenkörper ohne Kopf) herzustellen, um diese zu Transplantationszwecken zu nutzen.
 
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keshkau

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@LostH~Tommy
Deine schwammige Formulierung in Punkt 1 ["Behinderung, die im ein leidliches Leben bescheren würde"] bringt uns aber kaum weiter. Ganz im Gegenteil. Denn wenn man den weiter oben vorgebrachten Gedanken berücksichtigt, dass Ungeborene schon "Menschen" sind, dann ist es im Grunde kein allzu weiter Schritt mehr hin zu folgernder Regelung:

http://www.ev-stift-gymn.guetersloh.de/fileadmin/Unterrichtsforum/paedagogik/sterbehilfe/euthanasiegesetz.html

Die aufgeworfene Frage, ab wann man von einem Menschen sprechen kann, ist auch wichtig unter Berücksichtigung von Art. 1 GG: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."
 
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LostH~Tommy

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Was ist eine schwammige Formulierung?
Eine Zelle stellt keinen Menschen dar, ist jedoch der geformte Mensch in einem best. Stadium, was eine Behinderung feststellen lässt - die es dem späteren einen erschwerten Lebensweg ermöglicht - sollte auch hier abgetrieben werden können.
 

Mustis

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ICh muss sagen, dass der Thread leider durch allzu viel Fehlinformation nicht wirklich diskussionsfähig ist. Underthesurface hat schon zu erkennen gegeben, dass sie gar nicht bereit ist, eine andere Meinung zu aktzeptieren außer jener, dass abtreibung schlecht ist. Somit existiert keine Diskussionsgrundlage mehr. Zudem muss ich surface schwer kritisieren. Woher nimmst du das Recht, Menschen zu beurteilen und zu verurteielen nur weil du pauschal gegen Abtreibung bist. Und zu dem auch noch aus falschen Gründen. Eine Zelle ist kein Mensch. auch 100 Zellen sind kein Mensch. Das ist schlicht nicht richtig und deine Aussage, dass dies wissenschaftlich belegt sei, hast du bisher nicht bewiesen. Desweiteren ist es eine typisch arrogante Haltung des Menschen sich als höherwertig einzustufen. Tiere fühlen nicht? Sag das mal einem Affenforscher. Tiere fühlen sehr wohl. Ihre Instinkte sind zwar tiefer gehend verwurzelt als bei uns Menschen, aber wir haben genauso Instinkte, die wir nie in den Griff bekommen. Auf dieser Basis den Menschen vom Tier abzugrenzen kann nicht funktionieren. Dafür sind wir nach wie vor zuviel Tier.

Meines Erachtens liegt das Problem der Abtreibung darin den Zeitpunkt festzulegen, ab wann man es moralisch nicht mehr verantworten kann. Es ist schwer in einem dynamischen, niemals gleichen Prozess eine klare Grenze zu ziehen.

Aber einfach gegen Abtreibung zu sein, vorallem mit den Argumenten mit denen hier gefochten wird, ist ziemlich niedriges Niveau. Das mag hart klingen, aber ein dermaßen komplexes Problem, dass moralisch, biologisch und auch ideologisch betrachtet werden muss und bei dem Gesetze gegeneinander prallen dermaßen zu reduzieren, kann zu keinem erfolgreich und nachvollziehbaren Ergebnis führen, vorallem auf der Basis, dass andere Meinungen weder nachvollzogen noch aktzeptiert werden können.
 

pcw

Lt. Commander
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Sorry @ Vorsposter, aber zu sagen es würde keine Diskussionsgrundlage mehr geben, weil der Threadersteller eine feste Meinung zu einem Thema hat, die er/Sie nicht ändern will, halte ich für absoluten Schwachsinn. Geh doch mal in die Threads über deutsche Parteipolitik oder ähnliches und schau dir an, wie einige ultra-linke da auf ihrer Meinung beharren. Deswegen ist noch lange nicht die Diskussionsgrundlage verloren.


Und zu allen, die sagen, dass ein "Zellhaufen" kein Mensch ist: Könntet ihr bitte den Unterschied zwischen Zellhaufen und Mensch definieren?

Warum dürfen eurer Meinung nach Kinder, die aus Vergewaltigungen entstanden sind oder Behinderungen aufweisen anders behandelt werden als "gesunde" Kinder? Wo ist hier der Gedanke, dass alle Menschen gleich sind und niemand zB aufgrund seiner Behinderung diskriminiert werden darf?
Natürlich ist es schwerer mit einer Behinderung zu leben als ohne. Aber warum wird hier die Bequemlichkeit der Eltern über das Leben des Kindes gestellt? Und ich sage hier ganz bewusst Kind, weil sie zumindest den Vorstellungen einiger Vorposter nach das Recht zu leben (=Verbot abgetrieben zu werden) schon erworben hätten, wenn sie nicht behindert wären.
Meiner Meinung nach ist diese Unterscheidung zumindest moralisch höchst bedenklich, da hier eine Andersbehandlung aufgrund eines Merkmals zustande kommt, die durch das Grundgesetz eindeutig nicht erlaubt ist.

Warum durfen eurer Meinung nach behinderte Kinder vor der Geburt abgetrieben werden aber nicht solche getötet werden, wo die Behinderung erst kurz nach der Geburt festgestellt wird oder erst bei selbiger zustande kommt. Das Argument des "schwierigen Lebens" würde ja auf beide gleichermaßen zutreffen.

Imho gibt es einen vertretbaren Grund für Abtreibung. Dieser Fall tritt genau dann ein, wenn das zur Welt bringen des Kindes eine lebensbedrohliche Situation für die Mutter darstellt. Denn ich denke nicht, dass man von einer Frau erwarten kann, ihr leben zu opfern. Allerdings ist mir auch bei dem Gedanken nicht ganz wohl, weil hier irgendwo auch wieder das Leben der Mutter mehr wert zu sein scheint, als das Leben des Kindes.

Ich für meinen Teil bin jedenfalls heilfroh, dass meine Mutter sich damals trotz Nierensteinen und einer prognostizierten Überlebenschance für sie und ihr Kind von unter 50% und gegen den Rat der Ärzte trotzdem entschieden hat, mich zur Welt zu bringen.

Wenn eine Frau ein Kind nicht will, sollte sie a) Verhüten oder b) mit den Konsequenzen ihres Fehlers leben und das Kind ggf zur Adoption freigeben. Aber wir leben heute ja in einer Gesellschaft, die es sich zum Ziel gemacht hat die Konsequenzen des eigenen Handelns gekonnt zu ignorieren und ggf auf andere abzuwelzen um selber nichts aus seinen Fehlern zu lernen und sie bei Bedarf aus Bequemlichkeit zu wiederholen.

So wie e-ding es moralisch nicht vertretbar findet, eine Frau zu zwingen ein Kind zur Welt zu bringen, was sie sich selber "zugelegt hat", finde ich es moralisch unvertretbar, einem Kind das Leben zu verwehren, nur weil es noch nicht in der Lage ist, seine eigene Position zu verteidigen und auf die Hilfe anderer angewiesen ist.

Und da nach deutschem Recht ein Kind ja erst mit Durchtrennen der Nabelschnur ein Mensch wird und vorher nur eine Sache ist, wäre der grausame Mord (zB durch Einschlagen der Schädeldecke mit einem Hammer) eines grade halb geborenen Kindes juristisch eh nur eine Sachbeschädigung und damit nicht der Rede wert.

Sorry, ich weiss, dass das total überzogen ist. Aber ich wollte mal einen Grenzfall aufzeigen, weil ich grade in dem Punkt das deutsche Recht für nicht besonders glücklich geregelt halte.

Ich werde keinen wegen seiner Entscheidung für eine Abtreibung kritisieren, aber für mich persönlich ist das ein relativ eindeutiges nein. Unter anderem aus oben genannten Gründen.

Trotzdem hätte ich gerne mal von der Pro-Abrteibungs-Fraktion eine Definition des Unterschieds zwischen Zellhaufen und Mensch (wo ist da der Übergang/die Grenze) sowie eine Beschreibung der Faktoren, die es ethisch und moralisch erlauben, ein ungeborenes Kind abzutreiben, jedoch nicht ein grade neugeborenes zu töten. Je nachdem halt, wo ihr eure Grenze zwischen erlaubt und verboten zieht.
Ich möchte einfach verstehen, woran sich für euch dieser Übergang zwischen ok und nicht ok definiert und warum grade in diesem Moment das ungeborene Kind das Recht auf ein eigenes Leben erwirbt.
 
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