Anwalt Dr.Gonzo schrieb:
Ja, Werbung ist auch ein Faktor. Allerdings im Falle von MW2 ist dies ja auch aufgegangen.
Mir ging es allerdings eher um Nicht-MP-Spiele. Mal Dead Space als Beispiel:
Sehr schönes Spiel. Und in der länge optimal für den Inhalt. Nur sind 10h halt eigentlich keine 50 Euro Wert.
Aber das Spiel länger zu machen (30h+) wäre ja auch nur eintönig. Ich spiele halt gerne mal was anderes.
Über den (geplanten) Verkauf komme ich dann wieder in meinen P/L-Bereich.
Die reine Spielzeit ist mir eigentlich nicht so wichtig. Wichtig ist, dass es Spaß macht. Die Spielzeit muss halt über den Preis relativiert sein.
Sehe ich doch fast genauso. Nur sehe ich es halt nüchterner.
Habe ich auch nie gefordert.
Naja, dass Leute so viel mehr bei allgemein besseren Spielen ausgeben würden, halte ich für ein Gerücht.
In Prinzip hat halt so jeder eine gewisse Summe für Spiele über.
Durch bessere Spiele könnte man langfristig wahrscheinlich erreichen, dass Kunden höhre Anteile ihres frei verfügbaren Kapitals in Spiele investieren. Aber sicher in überschaubaren Größenordnungen bzw. Wachstumsraten.
Viel entscheidender ist da die Frage wieviel frei verfügbares Geld man überhaupt hat.
Am Ende können die Spiele zu gut sein wie sie wollen, wenn keiner Geld über hat werden sie trotzdem kaum gekauft.
Somit läuft es halt immer drauf hinaus, dass man die Produktions-/Entwicklungskosten dem Markt anpassen muss.
Dann würde man auch erkennen, dass solche Versuche nochmal irgendwie mehr Geld rauszuquetschen langfristig nur scheitern können, weil da einfach nicht mehr Geld im Kunden drin ist, bzw. nicht die Bereitschaft da ist mehr auszugeben. Es bleibt ein Nullsummenspiel.
Der Hebel muss halt bei den Ausgaben angelgt werden.
10 Stunden sind ja schon viel für einen Ego-Shooter, muss man leider sagen. Ich sage ja nicht, dass alle gleich bereit wären 50€ auszugeben. Ich bin auch dafür, dass Spiele billiger werden. Aber wenn man für 50€ 6 Stunden Spielzeit bekommt, ist man nicht bereit diesen Preis zu bezahlen, bei 20 Stunden dagegen schon eher. Es ist aber nicht die Spieldauer allein, es geht um Bugs, den Kopierschutz, die Accountbindung, den Onlinezwang, etc. All diese Dinge nehmen einem Spiel den Wert, weil man als Spieler sich damit herumschlagen muss. Sprich man ist auch nicht bereit, 50€ zu bezahlen.
Den geplanten Wiederverkauf ins P/L-Verhältnis mit einzurechnen ist Blödsinn. Entscheidend ist der Kaufpreis. Wenn man für den Kaufpreis wenig bekommt, ist das Verhältnis schon schlecht. Daran ändert ein Wiederverkauf auch nichts. Man bekommt nur einen bestimmten Anteil wieder, aber eben nicht vom Publisher sondern von einem Dritten. Für den sieht das Verhältnis dann besser aus, das stimmt. Aber du redest dir das Verhältnis mit dem Weiterverkauf nur schön und lügst dich letztlich selber an.
Wenn du ein Spiel kaufst dass 20 Stunden bietet, keine Bugs hat usw. und es für 25€ verkaufst, ist das Verhältnis immer noch besser als wenn du ein Spiel kaufst, das nur 5 stunden bietet, vielleicht Bugs oder einen Onlinezwang hat und es ebenfalls für 25€ wieder verkaufst.
Was die Entwicklungskosten angeht, sind die kein Argument für erhöhte Preise. Es gibt Entwickler, die mit 5 Millionen viel bessere Spiele entwickeln können als andere Entwickler die mit 100 Millionen ein Spiel entwickeln. Da kommt es nicht unbedingt auf das Geld an. Schau dir nur MW2 an. Viel mehr als ein normaler Ego-Shooter ist das auch nicht. Wenn man das Spiel spielt, frägt man sich, wo die 100 Millionen an Entwicklungskosten denn stecken. Gleiches gilt auch für GTA4.
Für ein gutes Spiel ist man bereit mehr auszugeben. Ob man sich das leisten kann ist nochmal eine ganz andere Frage.
Durch die massive Werbung schaffen es die Publisher überhaupt erst, dass sich Spiele wie MW2 so oft verkaufen. MW2, GTA4, SC2, all diese Spiele verkaufen sich millionenfach, für all diese Spiele wird massiv Werbung gemacht. Über all diese Spiele wurde Disskutiert, entweder wegen teuren DLCs, übertriebener Preispolitik, wegen schweren Bugs, mieser Performance oder fehlenden Features wie dem LAN-Modus. Mindestens einem dieser Spiele kann man nachsagen, dass es für stumpfe Massen enwtickelt wurde. Man möchte Casual-Gamer ansprechen, die viel niedrigere Ansprüche haben als erfahrene Gamer. Dadurch kann man Features entfernen, die Spielzeit reduzieren, usw. denn die Casual-Gamer haben ja keine Ahnung davon, dass diese Spiele besser sein müssten als sie es sind. Durch die Ahnungslosigkeit dieser Leute, steigen die Verkaufszahlen solcher Spiele. Die Leute haben ja keine Ahnung von Hardwareproblemen (GTA4), fehlenden Dedi-Servern (MW2) bzw. wissen nicht mal was das ist, sie haben keine Ahung davon, dass es den Onlinezwang erst seit kurzem gibt, usw.
Die Publisher können dadurch auf ein paar hunderttausend erfahrene Gamer verzichten, die sich an der miesen Qualität der Spiele stören, da sie ja Millionen von "dummen" Käufern haben, die keine Ahnung davon haben, wie gut oder schlecht die Spiele sind die sie kaufen, da sie kaum Tests lesen und nur auf die Werbung achten und auf genauso ahnungslose Fraunde hören.