Booth schrieb:
was genau willst Du damit sagen? Weil es andere Bereiche gibt, wo was falsch läuft, sollten wir da anknüpfen? Sozusagen Race to the bottom?
Hä? Du hast dich doch mit
Nur weil jemand SELBER sagt, etwas sei Kunst, ist es das nicht. Es kommt auf die Akzeptanz in der jeweiligen Gruppierung an.
auf 2 (natürlich bewusst extreme) Beispiele bezogen, wo die Gruppe es akzeptiert / "zur validen Kunst" macht - und nicht ein Künstler nur behauptet Kunst zu machen.
-> Welche ich wiederum auf Alphanerds Beispiel mit den Affen und Shakespeare bezog,
-> um den Punkt zu machen, dass Kunst noch nie zwangsläufig etwas mit Talent zu tun hatte
Booth schrieb:
und ist damit kein Random.
wenn etwas "bewusst ganz random" ist, ist es "somit kein random"? hä?
Abgesehen davon ja, ist es sowieso schwierig "random" in dem Kontext zu definieren, wenn man es sehr genau nimmt.
So schwer und komplex wie es technisch ist, einen wirklichen / nicht deterministischen Zufallsgenerator zu bauen
So schwer ist es letztlich auch bei 'nem Menschen oder selbst auf Affen der wahllos auf Tasten drückt zu bestimmen, ob das was passiert / heraus kommt jetzt wirklich "random" ist, oder doch einem mathematischen Muster wie Rhythmus oder Harmonie oder etwas anderem wie einem Gefühl folgt.
-> Beide sind ja trotzdem zwangsläufig als fühlende Wesen immer von ihren Gefühlen und dem Moment sowohl ihrer Innenwelt als auch dem Außen geleitet,
finden vielleicht spontan einen Rhythmus in dem sie sich wohl fühlen, oder eine andere Resonanz die sich aus dem Moment / dem ganzen Kontext ergibt.
Booth schrieb:
Aber es ist auch nicht so, dass dieser Begriff willkürlich für alles benutzt werden sollte, oder?
Absolut.
Aber genauso sollte man ihn eben auch nicht
pauschal und NUR wegen des gewählten Tools selbst verweigern. (Was hier aber einige genau so machen)
Booth schrieb:
Es gibt halt Leute, die schon sehr anerkannt als Künstler sind. Denen würde ich die Entscheidung zuordnen. Mir selber isses aber sogar eher wurscht.
Wer sich selber als Künstler bezeichnet, aber von vielen eben NICHT anerkannt wird... der isses aus meiner Sicht dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eher nicht.
Naja, man kann es halt pauschal und allgemeingültig eben nicht sagen.
Wer von vielen NICHT anerkannt wird, aber von einigen schon ist eben für viele kein Künstler, für einige aber schon. Beide Gruppen haben recht!
Es gibt diesbezüglich einfach keine absolute Wahrheit.
Booth schrieb:
Und nochmal - es geht nicht darum, welchen Pinsel jemand verwendet. Es geht darum ob jemand durch die Verwendung eines Pinsels automatisch zum Künstler wird!
Letztlich können genau das doch immer nur die anderen entscheiden/definieren.
Ich meine, grad beim visuellen ist es derzeit halt noch so, dass fast jeder es in den meisten Fällen noch mehr oder weniger gut erkennt.
Das wird über früher oder später (und ich befürchte eher früher als später) aber vorbei sein, das sollte denke ich jedem klar sein.
Die großen Aufreger sind doch aber derzeit genau wegen dieses erkennbaren Aspektes, vor allem das macht es doch zum verspotteten "Slop". Die Leute regen sich in erste Linie doch nicht auf, weil es gut aussieht, sondern weil es nicht gut aussieht. Nicht echt aussieht. Künstlich ausieht. Falsch aussieht. Scheisse aussieht. Und u.A. daraus folgt dann auch eine grundlegende und generelle Ablehnung gegen diese Technologie.
Wenn es aber nicht mehr erkennbar ist, wenn es perfekt und geil aussieht, DANN wird es interessant! Was machen wir dann?
Im Audio Bereich haben wir den Punkt schon fast erreicht. Da schafft es generative "KI" mittlerweile teilweise bereits, das selbst Profis im Blindtest nicht mehr wirklich zwischen "real"/Menschengemacht und "100% KI generiert" unterscheiden können.
Ich denke es wird zwangsläufig darauf hinauslaufen, dass wir uns einfach irgendwie den Umständen anpassen müssen.
Dass wir als Menschen unsere heutige Definition von "Kunst" verändern/erweitern/anpassen müssen.
Also so wie es eigentlich schon immer war.
Veränderung tut fast immer irgendwo weh.
Booth schrieb:
Mir ist aber wichtig, darüber informiert zu sein, wie Content grob entstanden ist. Das ist eh in vielen Wirtschaftsbereichen ein Unding, dass so wenig darüber informiert wird (werden muss!), wie Produkte gebaut werden. Vom Umgang mit Mitarbeitern über Umgang mit Zulieferern bis hin zu Gesundheitsbelangen. Hersteller wollen gern verbergen, wie sie etwas machen, weil sie annehmen, dass bei Kenntnis von Herstellungsdetails so mancher nicht mehr kaufen würde. Zurecht.
Bin absolut bei dir. Transparenz ist ein hohes und schützenswertes Gut und kommt so oft viel zu kurz.
Booth schrieb:
Um am Ende zurückzukommen zu DLSS5 ist neben der Information über die Herstellung oft auch die Wahl zwischen verschiedenen Produktausprägungen für uns Konsumenten etwas, was schon nett wäre. Also wählen können DLSS5 zu deaktivieren.
Klar, solange es technisch noch möglich ist.
Booth schrieb:
Wobei ich davon ausgehe, dass hier in einem halben Jahr die Performance die die meisten gar nicht ausreicht. Aber who knows. Schauen wir mal.
Das ist halt auf lange Sicht denke ich genau der Knackpunkt.
Wenn Grafik in Zukunft weiterhin besser/realistischer werden soll, dann führt (stand heutigen Wissens) eben kein Weg an dieser Technologie vorbei.
Sie ist also - stand jetzt, bis wir was besseres erfinden/entdecken - technologisch erstmal alternativlos, weil der bisherige Weg zur Leistungssteigerung langsam die physikalische machbare Grenze erreicht hat.