Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Nilson schrieb:
Nun, ein paar Jahre später, ist mein Vermögen so groß und der aktuelle Zinssatz so, dass der Steuerfreibetrag allein von der Vorabpauschale aufgefressen wird. Ich muss nun also alle Ausschüttungen voll versteuern.
Wirfst du da nicht ein paar Dinge durcheinander?
Vorabpauschale fällt bei thesaurierend Fonds as, weil es eben keine Auschüttungen gibt wo der fiskus die Hand aufhalten kann.
Ob dein Freibetrag jetzt von der Vorabpauschale oder den (wiederangelegten) Ausschüttungen ausgeschöpft wird, ist doch egal. In beiden Fällen fällt dafür ja kein zweites Mal Steuen an, nur auf darauf folgende Erträge.
 
T00L schrieb:
Wirfst du da nicht ein paar Dinge durcheinander?
Nein, er hat beides. Die Vorabpauschale seines ACC macht den Freibetrag am Jahresanfang direkt voll.
Jede Ausschüttung seiner DIST muss er daher voll versteuern.

Nilson schrieb:
Mein erster Gedanke: Die ausschüttenden Anteile verkaufen und davon thesaurierernde Anteile kaufen.
Nein, denn erstens müsstest du die Gewinne versteuern und zweitens müsstest du für die neuen ACC ja auch Vorabpauschale bezahlen.
Wenn du Dividende konsequent mit geringer Ordergebühr reinvestierst, macht es fast keinen Unterschied. Die Meinungen zu den großen Vorteilen eines ACC kommen aus der Zeit als es keine Vorabpauschale gab oder diese wegen dem niedrigen Leitzins lächerlich gering war.
In der aktuellen Leitzinssituation passt das schon so. Einfach laufen lassen und Dividende reinvestieren.

*Ich gehe davon aus du hast einfach nur die DIST Variante eines breit diversifizierten World ETF und keine speziellen high-dividend ETFs.


Nilson schrieb:
im Coronatief gekauft
neid
 
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T00L schrieb:
Vorabpauschale fällt bei thesaurierend Fonds as,
Fällt imho erstmal bei allen ETFs an, bei ausschüttenden wird halt der ausgeschüttete Betrag quasi abgezogen und dann kann es sein dass nichts mehr übrig bleibt für die Vorabpauschale.

Nilson schrieb:
Mein erster Gedanke: Die ausschüttenden Anteile verkaufen und davon thesaurierernde Anteile kaufen.
Ich hab mir das nicht so im Detail angesehen bisher da ich hauptsächlich Einzelaktien habe aber macht das denn überhaupt noch einen relevanten Unterschied solange wir von einer Dividendenrendite von um die 1,5% reden? Da kommt die Vorabpauschale ja auch nicht groß drunter oder?
 
Magellan schrieb:
Fällt imho erstmal bei allen ETFs an, bei ausschüttenden wird halt der ausgeschüttete Betrag quasi abgezogen und dann kann es sein dass nichts mehr übrig bleibt für die Vorabpauschale.
Korrekt, die Vorabpausche ist ein Konstrukt, um fiktive Gewinne bei nicht-ausschüttenden Fonds abzuschöpfen und nicht erst, wenn diese vielleicht Jahrzehnte später realisiert werdne durch Verkauf. Diese Vorabpauschale fällt normalerweise im Laufe des Januars an bezogen auf die Kursgewinne im Vorjahr. Bei entsprechendem Deportwert ist das mal gleich in der Höhe des Sparer-Pauschbetrags, sofern auch ein Freistellungsauftrag erteilt wurde. Sonst wird ab dem ersten Cent Gewinn, je nach Depot-Bank, dein Referenzkonto mit Steuern belastet (auf ausreichende Deckung achten) oder Schlicht Anteile verkauft, um die Steuerschuld zu begleichen.
Bei ausschüttenden Fonds, auch wenn die Gewinne sofort durch die Depot-Bank re-investiert werden, fällt die Abgeltungssteuer an. Genauso wie beim Verkauf auf Gewinne. Die Vorabpauschale wird bei ausschüttenden Fonds auf die Ausschüttung angerechnet, womit diese in den meisten Fällen nicht relevant ist.
 
Zuletzt bearbeitet: (Korrektur der Aussage bei welchen Fondstypen die Vorabpascuale greift)
Magellan schrieb:
Fällt imho erstmal bei allen ETFs an, bei ausschüttenden wird halt der ausgeschüttete Betrag quasi abgezogen und dann kann es sein dass nichts mehr übrig bleibt für die Vorabpauschale.

So ist es richtig, ich habe bereits mehrfach die Vorarbpauschale auf eigentlich ausschüttende ETFs gezahlt, z.B. auf den Nasdaq-100. Da war dem Amt die Ausschüttung einfach zu wenig.
 
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https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__18.html

(1) Die Vorabpauschale ist der Betrag, um den die Ausschüttungen eines Investmentfonds innerhalb eines Kalenderjahres den Basisertrag für dieses Kalenderjahr unterschreiten. Der Basisertrag wird ermittelt durch Multiplikation des Rücknahmepreises des Investmentanteils zu Beginn des Kalenderjahres mit 70 Prozent des Basiszinses nach Absatz 4.
 
Nicht vergessen, dass Steuern keine Naturgesetze sind.
Jede Regierung kann das jederzeit ändern.

Ich verteil alles breit.
Ich hab lieber 20 ETFs auf 5 Broker verteilt als alles in einem ETF und im Alter läuft dann irgendwas schief.
(Oder ne Linke Regierung kommt auf die Idee, ETFs über 50.000€ stärker zu besteuern, weil man dann ja reich ist...)
 
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Magellan schrieb:
Quelle dass das nur für thesaurierer gilt und nicht für alle?
Die Vorabpauschale wird bei ausschüttenden Fonds auf die Ausschüttung angerechnet, womit diese in den meisten Fällen nicht relevant ist.
 
Warum sollte darauf ne VORabpauschale anfallen? Wenn ein ausschüttender ETF ausschüttet, dann wird eben genau diese Ausschüttung sowieso mit der Kapitalertragssteuer versteuert.
Nur hat man genau das ja bei einem thesaurierenden ETF nicht - das war bisher der vorteil.

Oder verstehe ich euch falsch?
 
Ich habe es doch oben extra reinkopiert, Post #7.528. Ist der berechnete "Basisertrag" unterschritten, wird die Vorabpauschale fällig. Egal ob ausschüttender oder thesaurierender Fonds.
Im "schlimmsten" Fall muss man dann die spärliche Ausschüttung eines Fonds versteuern und trotzdem noch im Folgejahr die Vorabpauschale abdrücken. Dürfte allerdings wohl nicht so häufig sein.
 
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Moin. Mal ne Frage. Hoffe es passt hier rein.

Ich habe eine kapitalbildende Lebensversicherung, die 2004 gestartet wurde und der Gewinn damit nach meinem bisherigen Verständnis vollständig steuerfrei ist, da Verträge von vor 2005 befreit sind.

Der Vertrag ist somit aktuell 20 Jahre alt. In dieser Zeit wurden ca. 13.600€ an Beiträgen eingezahlt. Nun steht der heutige Rückkaufswert bei 16.000€. Also ist zumindest kein Geld verloren, aber 2.400€ Wachstum in 20 Jahren empfinde ich auch nicht als besonders viel. Glaube gerade zu Anfang wurden hohe Abschlusskosten gezahlt.

Ausgelegt ist die Versicherung bis Ende 2036. Also noch 11,5 Jahre in denen ich noch ca. 9.000€ einzahlen müsste. Die monatlichen Beiträge tun nicht besonders weh, aber ich Frage mich, ob das Geld einem ETF nicht insgesamt besser investiert ist. Also ob ich die Versicherung auflösen soll und die 16k€ dann umschichte.

Leider bekomme ich keine genauen Kontoauszüge und kann somit nicht erkennen was jährlich noch an "Verwaltungskosten" entsteht. Laut Übersicht des Vertrages steht er aktuell auf die letzten 20 Jahre bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 3,93%.

Wenn ich den Vertrag so laufen lasse, habe ich laut Versicherung einen Forecast zum Ablaufdatum 2036 von ca. 37.000€ sofern es bei den ca. 4% bleibt. Und dazu kommt ggf. noch ein Bonus von 3.000€. Aber natürlich nichts garantiert. Wenn es schlechter läuft geht es eher Richtung 30.000€.

Also mal angenommen es bleibt ungefähr so wie es ist, dann mache ich in den nächsten 11.5 Jahren aus 16k€ mit 9k€ Einzahlung ca. 40.000€. Durch den Schlussbonus würde die Rendite also irgendwo bei 4,8% liegen und die Auszahlung wäre steuerfrei.

Soll ich einfach alles so laufen lassen, da es durch die steuerfreiheit kein schlechter Deal ist oder kündigen und anderweitig investieren oder habe ich insgesamt einen Denkfehler? Leider ist das Versicherungsvertragswerk mit diversen theoretischen Berechnungen etc. auch nicht sonderlich übersichlich.

Besten dank im Voraus.
 
Stock86 schrieb:
Soll ich einfach alles so laufen lassen, da es durch die steuerfreiheit kein schlechter Deal ist oder kündigen und anderweitig investieren oder habe ich insgesamt einen Denkfehler? Leider ist das Versicherungsvertragswerk mit diversen theoretischen Berechnungen etc. auch nicht sonderlich übersichlich.
Deine Parameter klingen auf den ersten Blick gar nicht so verkehrt. Kündigen ist meist die schlechteste Entscheidung. Ggf. kann man den Vertrag auch alternativ stilllegen oder eben verkaufen.

Les dich mal bei Finanztip ein:
https://www.finanztip.de/lebensversicherung/kapitallebensversicherung/
https://www.finanztip.de/lebensversicherung/lebensversicherung-kuendigen/

Für 110€ kannst du deinen Vertrag auch hier durchchecken lassen:
https://www.vzhh.de/themen/versiche...-rentenversicherung-einmal-durchchecken-bitte

Die Aktienrendite wird langfristig(!) natürlich höher sein, aber ich würde das Ding einfach weiterlaufen lassen als "Sicherheitsbaustein" (du bekommst dort eine höhere Rendite als aktuell auf dem Tagesgeld/Festgeld - falls deine Zahlen stimmen) und nebenbei noch einen ETF-Sparplan laufen lassen. Die Entscheidung hängt aber letztendlich von unzähligen persönlichen Faktoren ab.
 
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Gut 4,x% nach Steuern muss man erstmal mit einer anderen Anlage schaffen. Und mit der Sicherheit. Zumal da ja noch eine Versicherungsleistung mit drin ist . Ich würde es laufen lassen.

Es sei denn du hast schon haufenweise Cash sicher angelegt.
 
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Stock86 schrieb:
Der Vertrag ist somit aktuell 20 Jahre alt. In dieser Zeit wurden ca. 13.600€ an Beiträgen eingezahlt. Nun steht der heutige Rückkaufswert bei 16.000€. Also ist zumindest kein Geld verloren, aber 2.400€ Wachstum in 20 Jahren empfinde ich auch nicht als besonders viel.
Keine einzige LV/private RV ist vom Anbieter auf einen Rückkaufswert ausgelegt. Renditen sind immer zum Ablaufdatum, max. zum Beginn einer flexibelen Ablaufphase zu betrachten. Alles andere ist, wie das bei uns so schön für eine andere "Altersrückstellung" in der Firma heißt, ein Störfall für den Anbieter.

Stock86 schrieb:
Leider bekomme ich keine genauen Kontoauszüge und kann somit nicht erkennen was jährlich noch an "Verwaltungskosten" entsteht.
Mich interessiert das bei meiner privaten RV von 1999 nicht (mehr). Mich interessiert, welche Gesamtrendite auf meine Einzahlung bis zum Ablauf im Jahr 2035 entstehen, wie dies während der flexiblenen Phase von 2030-2025 aussieht, und zur Not noch, was ich mir bei Auflösung und Invest zum Ablaufzeitpunkt erträumen würde.

Denn im Gegensatz zu meiner pRV, die mir einen mindest-Endbetrag garantiert, wenn ich außer dem Einhalten des Sparplans nichts mache, kann der ETF auch gerne mal um 30-50% kurz vor Ende (hier also 2036) einbrechen. Will ich das Geld nicht irgendwann zwischen 2033 und 2046 nutzen und habe u.U. keinen Bock darauf, einige Jahre vorher regelmäßig den Markt einzuschätzen und ggf. frühzeitig umzuschichten, sondern möchte genau 2035 (bzw. bei Dir 2036) das Geld nutzen, bewerte ich das zusätzlich mit. Wenn Du aber schon weisst, dass Du 2036 das Geld sowieso nicht nutzen wirst und es dann in einen ETF fließt, sieht es anders aus.

Stock86 schrieb:
Laut Übersicht des Vertrages steht er aktuell auf die letzten 20 Jahre bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 3,93%.
Das dürfte nur auf den Sparbetrag und nicht auf Deine eingezahlten Beträge gelten. Genauso wie Renditezusagen im Vertrag.

Stock86 schrieb:
Soll ich einfach alles so laufen lassen, da es durch die steuerfreiheit kein schlechter Deal ist oder kündigen und anderweitig investieren oder habe ich insgesamt einen Denkfehler?
Schnapp Dir OpenOffice, nimm den aktuellen Rückkaufswert (die Vergangenheit änderst Du nicht mehr) und die zukünftigen Zahlungen, und rechen aus, welche Rendite Du nach Steuer im ETF benötigst. Ggf. tut es auch ein Rechner aus dem Netz, wenn die Einzahlungen konstant bleiben.

Meine private RV läuft bis 2035 und der Endbetrag dient ab dann als risikoarmer Teil der Auszahlung meiner angesparten Rücklagen (außer die Politik beschließt bis 2035 etwas anderes). Da plane ich lieber mit etwas weniger Rendite, die ich aber 2035 "garantiert" habe, wie auch bei dem Betrag mit mehr Risiko und dem Problem, dass die Wette auch schief gehen kann.

Wie im Finanztip Forum immer so schön geschrieben wird: ohne eine gesamtheitliche Betrachtung Deiner Finanzen und Risikotragfähigkeit kann Dir keiner Sagen, was sich für Dich lohnt oder was Du tun sollst.
 
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Stock86 schrieb:
Wenn ich den Vertrag so laufen lasse, habe ich laut Versicherung einen Forecast zum Ablaufdatum 2036 von ca. 37.000€ sofern es bei den ca. 4% bleibt. Und dazu kommt ggf. noch ein Bonus von 3.000€. Aber natürlich nichts garantiert. Wenn es schlechter läuft geht es eher Richtung 30.000€.

In den frühen 2000ern waren bei KLV hohe (nach heutigen Maßstaben) Garantiezinsen/Mindestrechnungszinsen von >3% eigentlich üblich. Hast du wirklich keinen solchen Vertrag?
 
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Erstmal vielen Dank für eure Einschätzungen. Ich bin schon mal froh, dass es scheinbar kein völlig unsinniger Vertrag ist. :) Der wurde damals von meiner Mutter abgeschlossen und ich habe erst letztes Jahr etwas davon mitbekommen und die monatlichen Zahlungen (aktuell 65€) übernommen. Daher darf ich mich so oder so nicht beschweren, weil es bis jetzt quasi geschenktes Geld ist. Der Vertrag ist (falls ich bis dahin noch lebe) darauf ausgelegt, dass er zum 50. Geburtstag ausgezahlt wird.

Micha- schrieb:
Es sei denn du hast schon haufenweise Cash sicher angelegt.
Leider nicht. :heul: :D

gymfan schrieb:
Wenn Du aber schon weisst, dass Du 2036 das Geld sowieso nicht nutzen wirst und es dann in einen ETF fließt, sieht es anders aus.
Stand heute würde ich vom ausgezahlten Geld vermutlich einen schönen Urlaub machen und den Rest umschieben auf ETF. Aber was 2036 dann wirklich ansteht, kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen. Vielleicht wird es auch für Hauskauf oder Renovierung genutzt.

gymfan schrieb:
Das dürfte nur auf den Sparbetrag und nicht auf Deine eingezahlten Beträge gelten. Genauso wie Renditezusagen im Vertrag.
Die StandardLife schreibt folgendes:
1739524536837.png


milliardo schrieb:
Hast du wirklich keinen solchen Vertrag?
Der Vertrag ist aktiengebunden. An welche genau kann ich allerdings nicht sagen. Aber man erkennt ganz schön den Corona Knacks.

1739524765224.png


Allerdings hat der Vertragswert auch erst nach ca. 15 Jahren die eingezahlten Beiträge "überholt" und ist somit erst die letzten 5 Jahre (trotz kurzem Abfall) ins Plus gerutscht.


Aber danke euch. Das reicht mir eigentlich schon. Wollte nur mal 2-3 andere Meinungen dazu hören. :)

Eine Frage hätte ich allerdings noch. Ist die steuerfreie Auszahlung bei Verträgen von vor 2005 wirklich ohne irgendeine Falltür oder Dinge, die man bedenken muss? Finanztip hat verschiedene Kriterien aufgelistet, aber das sollte eigentlich alles hinkommen.
 
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