Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Acrylium schrieb:
Ich traue den ganzen (billigen) Online-Brookern schlicht nicht. Da kostet dann ein Trade vielleicht nur 3 oder 5 Euro, aber dieser günstige Preis muss ja irgendwoher kommen. Ich befürchte halt, das wird sich rächen wenn der Brooker mal pleite geht oder wenn ich mir mein Guthaben wieder auszahlen lassen möchte.

Weil wenn ich mal nach Testberichten über günstige Brooker google, dann finde ich haufenweise nur überschwengliche Berichte wie toll und seriös die angeblich alle sind. Für mich sehen die meisten Berichte aber fabriziert aus, da sie sich so ähneln.

Als Beispiel habe ich mal einen Brooker gefunden, der wirbt mit günstigen Orderkosten, aber erstmal muss man dafür Geld an diesen Brooker in Zypern überweisen, und wenn man sich dann wieder was auszahlen lassen will, kostet die Auszahlung extrem hohe Gebühren. Und solche versteckten Kosten erwarte ich praktisch bei allen, die günstige Orderkosten anbieten.

Bei meiner Hausbank hingegen zahle ich Orders direkt vom meinem Girokonto und bekomme Erlöse auch direkt auf das Girokonto überwiesen.

Es gibt geltendes Recht. Um eine Lizenz zu bekommen, muss man nicht gerade wenig bürokratischen Hürden nehmen. Wenn du glaubst, dass man einfach so einen Broker aufmachen kann, dann ist sehr naiv.
TR ist so ziemlich der aktuellste von den günstigen und alleine die Auflagen der BaFin für die Banklizenz sind Ordner voll Papierkram, die TR Monate Zeit und Geld gekostet haben.
 
parats schrieb:
Es gibt geltendes Recht. Um eine Lizenz zu bekommen, muss man nicht gerade wenig bürokratischen Hürden nehmen. Wenn du glaubst, dass man einfach so einen Broker aufmachen kann, dann ist man sehr naiv.
TR ist so ziemlich der aktuellste von den günstigen und alleine die Auflagen der BaFin für die Banklizenz sind Ordner voll Papierkram, die TR Monate Zeit und Geld gekostet haben.
TradeRepublic bekommt bei Trustpilot nur leider alles andere als gute Bewertungen:
https://de.trustpilot.com/review/www.traderepublic.com
 
Was haben Einzelschicksale mit der Trennung von Anlagevermögen zu tun?
Dein Eintritt war, dass dir die billo broker zu unsicher sind und am ende ein scam rauskommt, weshalb dein gesamtes Vermögen weg ist.
Um nichts anderes geht es hier, wer günstig handeln möchte der kann dies tun und es ist sicher.
 
Für aktives traden würde ich TR auch nicht nehmen, Buy and Hold, und ETF´s, aber gerade daran verdienen die am wenigsten.
 
Ich bin bei der Ing Diba. Da kostet jede Order in den ersten 6 Monaten 2,90 € und darüber hinaus 2,90 € + 0,25%.
Beim Verkauf fallen keine extra Kosten an.
 
Acrylium schrieb:
Als Beispiel habe ich mal einen Brooker gefunden, der wirbt mit günstigen Orderkosten, aber erstmal muss man dafür Geld an diesen Brooker in Zypern überweisen, und wenn man sich dann wieder was auszahlen lassen will, kostet die Auszahlung extrem hohe Gebühren. Und solche versteckten Kosten erwarte ich praktisch bei allen, die günstige Orderkosten anbieten.
Der letzte Satz ist halt, man kann es nicht anders sagen, blanker Unsinn. Es gibt ein Preis-und Leistungsverzeichnis, da steht alles drinnen. Natürlich sollte man einen Broker in Deutschland und nicht in Zypern (auch wenn das noch EU ist), der Mongolei oder sonst wo nehmen. Deine Hausbank verdient sich an deinen Orderkosten einfach dumm und dämlich. Natürlich kannst du auch weiterhin so verfahren, das ist deine Sache. Jeder darf gerne sinnlos Geld ausgeben. Dass günstige Broker von versteckten Kosten leben, ist aber einfach falsch. Online-Broker haben die Kosten sehr gut optimiert, das geht bei Finanzthemen ja auch sehr einfach. Zudem bekommen sie von den Börsen Boni oder müssen eben fast keine Gebühren zahlen.
 
Am Ende ist das Depot eh egal. Das Wertpapier liegt meist bei Clearstream. Beim Kauf oder Verkauf wird dann da einfach der Besitzer umgeschrieben. Sollte der Broker pleite gehen, dauert es dann einfach etwas, bis die Anteile beim neuen Broker sind. Deshalb sollte man zwei Depots (und zwei Girokonten) haben, damit man im Zweifel einfacher umziehen kann.
Und eine "Hausbank" kann genau so Pleite gehen.
 
Burner87 schrieb:
Deine Hausbank verdient sich an deinen Orderkosten einfach dumm und dämlich. Natürlich kannst du auch weiterhin so verfahren, das ist deine Sache. Jeder darf gerne sinnlos Geld ausgeben.
Dafür funktioniert das bei mir alles auch während hoher Marktaktivität, nicht wie bei dem hier empfohlenen TradeRebublic, wo laut der Bewertungen oftmals die App hängt und keine Orders möglich sind.
 
Hier empfiehlt keiner irgendwas. Es wurde dir lediglich aufgezeigt, dass deine Mutmaßung nicht korrekt ist und auch ein günstiger Broker deine Aktien sicher verwahrt.
 
Acrylium schrieb:
Dafür funktioniert das bei mir alles auch während hoher Marktaktivität, nicht wie bei dem hier empfohlenen TradeRebublic, wo laut der Bewertungen oftmals die App hängt und keine Orders möglich sind.
Trade Republic ist in der Tat kein guter Broker bei Tagen mit hohem Handelsvolumen, für alle Discount-Broker trifft das aber nicht zu. Da ich mehrere Broker nutze und u. a. auch an Tagen im März genutzt habe (mit extremen Handelsvolumen), habe ich da einen guten Einblick. Trade Republic hat schon des Öfteren nicht funktioniert, aber auch bei der Comdirect (und das ist nun wirklich kein Billig-Broker) gab es ab und an mal Probleme. Mein Hauptbroker ist Smartbroker (Handel zwischen 0 bis 4 Euro) und es gab nicht an einem einzigen Tag ein Problem.
 
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Trade Republic hat das wahrscheinlich teils dann bei hohen Volumina nicht im Griff, mich stört das jetzt nicht besonders, aber wer nur auf einen 1€ Broker setzt und dann sich davon abhängig macht der hat sich nicht richtig schlau gemacht vorab. Im Crash hatten aber viele Probleme, ohne Namen zu benennen.

Bin dann mal gespannt wie das Trauerspiel um Wirecard sich weiterentwickelt. Sollte das Unternehmen tatsächlich gelinkt worden sein und das sich auch belegen lassen, dann haben sie unter Umständen doch noch eine gute Zukunft vor sich. Mit den Infos die vorliegen ist das ja eben nur nebulös und stochern im Dunkeln.
 
xpower ashx schrieb:
Sollte das Unternehmen tatsächlich gelinkt worden sein und das sich auch belegen lassen
Glaubst Du das wirklich? Vor allem angesichts der Art wie sie zuvor mit den Verwürfen des Bilanzbetrugs umgegangen sind? Es sollte mich schwer wundern, denn beim Verdacht das was weggekommen ist, prüft man dies doch zuerst mal selbst nach, statt jeden massiv zu verfolgen der dies behauptet.
 
Es ist immer wieder erschrecken wie schlecht manche "Fachjournalisten" sind:
Die konnten teils mehr als 400% Gewinn machen, wenn er sich vorher die Aktien geliehen, sie für 100€ (war selbst diese Woche noch machbar) und mehr (noch im April war sie teils deutlich über 125€) verkauft und sie nachher für 20€ (Tiefstand war bei 19,20€) bis 25€ zurückkauft und dem Verleiher zurückgibt hat.

Interessant und hoffentlich korrekter ist aber, was da über den Wechsel des Treuhänders steht:
Es kann natürlich sein das der jungen Anwalt für Familienrecht bei so viel Geld schwach wurde, dann muss Wirecard sich aber fragen lassen, warum man so jemandem so viel Geld anvertraut hat. Für mich wäre es wahrscheinlicher, dass der der einzige war den man auf die Schnelle gefunden hat der bei einem Schwindel mitspielt, bei dem Citadelle kalte Füße bekommen hat und es das Geld nie gab oder es zumindest schon lange weg ist. Dies würde auch erklären woher die Gerüchte vorher gestammt haben, denn irgendwer hat eben dann schon vorher gewusst, dass diese angeblich vorhandene Sicherheit von 1,9 Milliarden € nur Schwindel war. Da so eine Sicherheit normalerweise nie gebraucht werden würde, wäre es auch nie aufgefallen wenn sie nur vorgetäuscht ist, aber halt nur, solange keiner zu genau hinschaut, was offenbar auch lange keiner getan hat, bis jetzt:
Die große Frage wird sein, ob es diese Geld überhaupt je gab, denn es gibt ja auch Gerüchte wonach die Geschäfte in Asien aufgebläht gewesen sein sollen, womit es auch ein angeblicher Gewinn aus Luftbuchungen gewesen sein könnte der nie existiert hat. War das Geld wirklich vorhanden, ist die Frage wo es jetzt ist, aber alleine um Frage zu klären ob es dieses Geld je gab, wird man wohl über viele Jahren alle Transaktionen zurückverfolgen und auf Echtheit prüfen müssen, was eine ganze Zeit dauern dürfte.
 
Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass die Kreditgeber von Wirecard sich in Zurückhaltung üben werden.
Denn: im Grunde handelt es sich hier um einen klassischen Bankrun. Optimale Strategie (Nash-Gleichgewicht) ist es in diesem Fall nämlich immer, sich in der Schlange anzustellen um an sein Geld zu kommen - auch wenn dadurch erst die Insolenz eintritt. Eine klassische, sich selbst erfüllende Prophezeiung. Aber ohne Deus ex Machina würde ich nicht auf das Gegenteil wetten.
 
Herr Freis befindet sich wohl schon in Gesprächen mit den Banken, die sicher nicht daran interessiert das Unternehmen in die Insolvenz zu treiben, völlig offen ist auch wieviel Geld von dieser Kreditlinie überhaupt in Anspruch genommen worden ist. Eine Insolvenz wäre für Kunden und Banken zudem fatal.

https://www.sharedeals.de/wirecard-...e-gruende-sprechen-fuer-das-unternehmen/#gref

Aber an diesem Beispiel sieht man dann doch wieder wie wichtig Diversifizierung ist, die 3-4% von Wirecard im Depot schmerzen etwas, tun aber nicht weh. Ich habe sie aber zum Glück nicht bei Höchstkursen von 100€ und mehr erstanden, und Donnerstag im Tief ein bischen nachgeordert für einen vernünftigen Einstandskurs.
 
Zuletzt bearbeitet:
Natürlich werden die Banken es sich gut überlegen ob sie den Kredit kündigen, denn dann stehen ihre Chancen das Geld wiederzusehen eben nicht sehr gut, weil dann wohl die Insolvenz droht. Es sollte mich aber nicht wundern wenn der Rücktritt Brauns eine Bedingung dafür war die Kreditlinie nicht zu kündigen. Die Banken könnten aber eben einen debt-to-equity swap versuchen, was für die Altaktionäre i.d.R. einen hohen Verlust bedeutet. Für das Überleben von Wirecard wäre es aber wohl die beste Option, denn damit bekämen sie wieder das nötige Kapital ohne sich dafür verschulden zu müssen.
 
debt to equity wäre eine Möglichkeit. Norwegian Airlines hat dies auch im Zuge der COVID-19 Krise getan.
Man darf aber nicht vergessen, dass wir uns bei dem Rating außerhalb des investment grades bewegen, das schließt die wirklichen Anker-Investoren aus.
Jedem beteiligten sollte aber klar sein, dass man sich auf einem sehr schmalen Grat bewegt. Insofern sollte wirklich alles, sofern es was gibt, ausgegraben werden um einen Neuanfang zu ermöglichen.
Ideal wäre natürlich eine Klärung der Vorwürfe, aber selbst dann ist das Vertrauen so dermaßen zerüttet, dass man es sehr schwer haben wird.
 
parats schrieb:
Man darf aber nicht vergessen, dass wir uns bei dem Rating außerhalb des investment grades bewegen, das schließt die wirklichen Anker-Investoren aus.
Warum sollte dies debt to equity im Wege stehen? So ein debt to equity swap erfolgt eigentlich immer nur bei Unternehmen die gerade massive Probleme haben, denn sonst sträuben sich die Aktionäre dagegen, erst recht wenn der CEO auch ein großes Aktienpaket hält, wie es bis gestern bei Wirdcard und Braun war. Braun hätte alles getan um einen debt to equity swap zu verhindern, da damit seine 7% Anteil massiv verwässert werden. Nachdem er nun aus dem Weg ist, dürften die Banken sich für einen Nachfolger stark machen der dieser Art der Rettung zustimmen wird, dann hätte Wirecard mit den bisher kreditgebenden Banken, die Commerzbank scheint den Löwenanteil des Kredits gegeben zu haben, auch einen starken Ankeraktionär der Vertrauen bei den Kunden schafft und deutlich weniger Schulden, also eine reale Überlebenschance, die Commerzbank hat dies ja durch die Staatshilfe während der Finanzkrise selbst durchgemacht. Die Altaktionäre müssen halt Federn lassen, aber dies wäre bei einer Insolvenz ja auch nicht anders.

Deshalb würde ich auch jetzt nach dem Fall die Finger von der Wirecard Aktie lassen, außer vielleicht für einen kurzen Zock, denn wenn die Shortseller sich wieder eindecken, wird sie wohl wieder etwas steigen. Wer aber wieder von 100€ pro Aktie träumt, sollte sich mal überlegen wie dies wohl möglich sein soll? Selbst wenn der ehemalige Vorstand die 1,9 Milliarden zur Seite geschafft hat, so werden sie diese nach ihrem Abgang kaum zur Rettung des Unternehmens verwenden wollen. Kredite dürften sie kaum noch bekommen, aber ohne neues Geld um es den Partnern als Sicherheit zu bieten, dürfte auch das Geschäft schnell den Bach runtergehen. Dies spricht auch dagegen Wirecard insolvent gehen zu lassen um sich dann aus der Insolvenzmasse zu bedienen. Die Zeit für eine Rettung drängt also und ein debt to equity swap ist eigentlich für die Banken die einzige Möglichkeit ihre Kredite zu retten und für Wirecard um den nun schon gewaltigen Schaden zu begrenzen.
 
Leider ja, das Vertrauen ist weg, was da wirklich passiert ist werden wir vermutlich nie erfahren.
 
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