Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

@parats schrieb:
..Dazu kommen Einstiegshürden in Grenzmärkten die lokale Unternehmen benötigen. Meint ihr Wirecard sucht sich freiwillig Treuhänder für das Geschäft in Asien und baut sich noch eine Abhängigkeit ein?
Der drohende Entzug von Lizenzen wegen Compliance Problemen kann ganze Forderungen einfrieren und ohne cashflow funktioniert die Maschine nicht.
Tue doch bitte nicht so, als ob Du den Überblick über die Situation bei wirecard hattest/hast!

Nach aktuellen Berichten sind die veruntreuten Einlagen Geldanlagen in Euro bei philippinischen Banken gewesen und hatten nichts mit dem laufenden (asiatischen) Geschäftsbetrieb zu tun.
Dafür fällt mir nur ein seriöser kaufmännischer Grund ein: Man wollte die Einlagekosten bei der EZB sparen.
Man hat mit kleinen Millionenbeträgen angefangen und dann nach einem Schneeball-System-Muster, die großen Brocken nachgeschoben. Dabei wurde die alte Kaufmannsregel der Diversifikation aber gründlichst missachtet und alles in nur 2 philippinische Banken geparkt.
Mir erschließt sich auch nicht, warum für so eine Geldanlage, sollte sie offiziell überhaupt erlaubt sein, ein Treuhänder benötigt werden soll und dann mit dieser leichtfertigen Treuhänderauswahl und der Nullüberprüfung im Nachgang durch wirecard.
So naiv wird Niemand sein, der so einen Weltkonzern aufgebaut hat, falls er es ehrlich meint.
Da steckt meiner Meinung nach mehr dahinter.
Das nach den Philippinen überwiesene Geld hat ja existiert, zum Beispiel wurde von Irland aus in Euro überwiesen oder von der deutschen Technology GmbH.
Da muss es für die Justiz nachvollziehbare Zahlungsströme geben!

Ich erwarte ein spannende mediale Aufarbeitung dieses Falles und eine baldige Wiederinhaftierung des Herrn Braun.

Falls das Geld nicht wieder (irgendwo) auftaucht, sind berechtigte Zweifel an der Sicherheit unseres Bankensystems angebracht.
Ich befürchte, zur Umgehung der Einlagekosten, haben auch noch andere Unternehmen die clevere Idee gehabt, das Euro-Geld bei solchen ausländischen Banken parken zu wollen. Nur müssen alle ausländischen Banken ihre Euro-Guthaben, sofern sie es mit Zentralbankgeld absichern wollen, auch bei der EZB parken und dafür bezahlen. Sichern sie es nicht als Zentralbankgeld, dann betreiben Sie Währungsspekulation.
Ich vermute, wirecard ist nicht das letzte Opfer/Täter.
 
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Ich hatte Mal irgendwo ein Video gesehen irgendein Finanzkanal und da hat man gezeigt was Wirecard schon so gemacht hat und man konnte es nicht nachweisen. Glaube es ging um kaufen von Firmen für Mondpreise etc. hab es damals schon nicht richtig verstanden 😂
 
Ich habe das nicht im Detail verfolgt - mir schien es eher so zu sein dass man da in einem grossen internationalen Betrügerring durch Dokumentenfälschungen Phantasiebuchungen in die Bilanz eingestellt wurden.

Das Geld ist nicht weg, es wird nie mehr auftauchen - es hat nie existiert.

Habe ich das falsch verstanden?
 
ThomasK_7 schrieb:
Nach aktuellen Berichten sind die veruntreuten Einlagen Geldanlagen in Euro bei philippinischen Banken gewesen und hatten nichts mit dem laufenden (asiatischen) Geschäftsbetrieb zu tun.
Laut der philippinischen Zentralbank nicht, die konnten keine entsprechenden Transaktionen feststellen.
ThomasK_7 schrieb:
Man hat mit kleinen Millionenbeträgen angefangen und dann nach einem Schneeball-System-Muster, die großen Brocken nachgeschoben.
Auch dafür gibt es keinen Beleg. Es ist wohl eher zu vermuten das dies ganze ein Schnellballsystem auf Scheingeschäften und Scheingewinnen war, die dann als angebliche Sicherheit verwendet wurde, wie vor ein paar Stunden irgendwo las, wohl auch für den Kreditrahmen der Banken über 2 Milliarden, von denen von 1,75Mrd ausgeschöpft wurden
ThomasK_7 schrieb:
Das nach den Philippinen überwiesene Geld hat ja existiert, zum Beispiel wurde von Irland aus in Euro überwiesen
Belege? Wie gesagt widerspricht die Aussage der philippinischen Zentralbank derartigen Vermutungen. Man muss derzeit einfach alles Prüfen was angeblich Fakt ist und in den letzten Jahren passiert sein soll, da offenbar mit viel Aufwand und im großen Betrug betrieben und durch gefälschte Unterlangen vertuscht wurde.

Der überraschend schnell Insolvenzantrag heute, dürfte wohl bedeuten, dass der Vorstand beim Abklopfen der Wände zu viele hohle Stellen und viel zu wenig Substanz für eine Fortführung des Geschäftes gefunden hat. Die Banken hatte ja erstmal stillgehalten, weil Insolvenz auch für sie mit Verlusten verbunden ist, aber wenn sie am Ende mehr reinbuttern müssten ohne eine Chance das das Unternehmen das ganze Geld danach zurückzahlen kann, dann ist es das kleinere Übel.
ThomasK_7 schrieb:
Falls das Geld nicht wieder (irgendwo) auftaucht, sind berechtigte Zweifel an der Sicherheit unseres Bankensystems angebracht.
Die sehen ich nicht, eher Zweifel an der Sicherheit der Unterlagen, wenn Leute so einfach an gefälschte Belege für angebliche Konten kommen, wobei dies aber eben auf den Philippinen und nicht in Deutschland passiert ist. Auf den Philippinen einfacher sein einen Bankangestellen zu bestechen um so ein Dokument zu bekommen und einen Treuhänder zu finden, der die ganze Scheingeschäfte "abwickelt".
 
Ja das sind die Sachen die offiziell durch die Medien gehen, wie das Geflecht zusammenhängt wissen nur die Beteiligten, und ob die komplett auspacken, wer weiss schon wer da mit drin hängt, das könnte auch gefährlich werden für die die mit drin stecken.
 
Holt schrieb:
Sei ehrlich und gestehe Dir selbst ein es nicht gewusst zu haben,
Muss ich mir nicht. Ich weiß es, habe es schlicht beim schreiben nur nicht bedacht, dass das was ich hinschrieb, dass nicht klar ausdrückt. Mir ging es darum, dass es zu keinem verfahren kommt, wenn das Geld für die Insolvenz nicht da ist, denn das Geld geht als aller erstes ab. Und ich stimme dir zu, man muss da präzise sein, daher ohne Umschweife ja mein Dank an der Stelle für die Korrektur. Was soll ich den noch amchen? Untertänigst um Verzeihung bitten? Du bist jetzt auch nicht grade das Vorzeigeobjekt, wenn es darum geht, Fehler einzugestehen. ;)

Holt schrieb:
dann sehe ich ganz unten zu 4 Entscheidungen zu wertlos gewordenen Aktien die sich alle noch in Revision befinden.
Gut, dann habe ich deine Aussage anders interprätiert mit dem "wenn sich nichts geändert hat." Geht es denn in Revisionen eher in Richtung für oder Gegen, leider fand ich dazu nicht wirklich was konkretes. Die meisten verweisen hierdrauf: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII R 34/16und da sieht es schwer danach aus, dass es möglich ist.

Mag bedingt durch die mögliche Revision nocht nicht 100% in trockenen Tüchern sein, die Richtung ist aber dann meines erachtens klar und es ist möglich.
 
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pfungi schrieb:
Das Geld ist nicht weg, es wird nie mehr auftauchen - es hat nie existiert.

Habe ich das falsch verstanden?
Mit Sicherheit weiß man dies nicht, KPMG hatte ja in einem Bericht nur das Fehlen von Belegen für die Einzahlung von 1 Milliarde der 1,9Mrd bemängelt, ob die anderen 900 Millionen wirklich existiert haben oder nicht und die Belege darüber nur so gut gefälscht waren das es KPMG nicht aufgefallen ist? Wer kann dies schon sagen, aber so ein Betrug wird ja gemacht um sich zu bereichern und wenn jemand sich an dem Schema beteiligt, etwa weil er den Treuhänder spielt der Scheingeschäfte vortäuscht, dann will er dafür Geld haben und wenn im wirklich Geld anvertraut worden ist, kann man ihn danach kaum verklagen wenn er es veruntreut, zumindest nicht bevor die ganze Sache sowieso aufgedeckt ist. Man hat bis vorigen Donnerstag Morgen noch versucht das Gesicht zu wahren, sonst hätte man ja keine Veröffentlichung der Bilanz angekündigt, obwohl diese nicht testiert war und wohl klar sein musste, dass sie es nie sein wird. Dennoch hat man bis zum letzten Tag versucht den Schein aufrecht zu erhalten.
Mustis schrieb:
Was soll ich den noch amchen?
Du sollest für Dich lernen präziser zu sein, hier Forum und auch sonst. Dies wird Dir nicht zuletzt an der Börse helfen, da Missverständnisse dort teuer sein können und man auch dabei oft zwischen den Zeilen lesen und genau überlegen muss, wem man was glaubt. Der KPMG Bericht wäre die letzte Chance gewesen noch gut rauszukommen und wenn schon ein Bericht eines Prüfers den man selbst in Auftrag gegeben hat die Zweifel nicht ausräumen kann die er hätte ausräumen sollen, auch weil die Kooperation des Unternehmens unzureichend war, dann sollte man wirklich hellhörig werden.
Mustis schrieb:
Geht es denn in Revisionen eher in Richtung für oder Gegen, leider fand ich dazu nicht wirklich was konkretes.
Das weiß ich nicht und werde mich auch nicht damit befassen, da es für mich irrelevant ist. Du solltest es aber mal als gutes Beispiel zum Training Deiner Fähigkeit zum Erwerb von Wissen ansehen. Meine Vermutung ist, dass die Finanzämter es noch so wie früher und von mir geschrieben handhaben, die Gerichte dies bestätigt haben und Kläger gegen diese Urteile angehen. Es wäre nämlich wieder einmal eine Benachteiligung von Aktionären, aber davon gibt es in Deutschland ja sowieso sehr viele und Wirecard hat allen Kritiker der Aktien wieder reichlich Munition geliefert, so dass kaum Hoffnung besteht, dass sich daran so bald etwas ändern dürfte.
 
Aber der Kern des Betruges ist Kontostände/Überweisungen zu fingiren um damit Bilanzen zu fälschen um damit den Börsenkurs hochzujubeln oder?
 
@Holt
Ich denke, meine Befürchtungen in Sachen Sicherheit im internationalen Geldverkehr sind nicht unbegründet und die Philippinen fallen nicht das erste Mal als Beteiligte auf.
link 1,

Denke doch mal ein bisschen mit!
Jede nichtbare Geldbewegung hinterlässt heutzutage Spuren und es waren ja verschiedene europäische wirecard-Firmen beteiligt, deswegen auch alles in Euro.
Wenn das Geld angeblich nach den Philippinien transferiert worden ist, muss es ja vorher woanders gewesen sein. Da ist mehr als 1 Fälschung durch die zwei philippinischen Treuhänder passiert.
 
pfungi schrieb:
Aber der Kern des Betruges ist Kontostände/Überweisungen zu fingiren um damit Bilanzen zu fälschen um damit den Börsenkurs hochzujubeln oder?
Davon würde ich ausgehen, wie gesagt hatte ich gestern ja hier auch von einem Versuch von Wirecard 2019 mit der Deutschen Bank zu fusionieren berichtet. Dazu musste der Laden aufgebläht werden und war zu der Zeit an der Börse auch mehr wert als die Deutsche Bank, die aber die Gespräche bald abgebrochen hat, zum Glück.
ThomasK_7 schrieb:
Ich denke, meine Befürchtungen in Sachen Sicherheit im internationalen Geldverkehr sind nicht unbegründet und die Philippinen fallen nicht das erste Mal als Beteiligte auf.
Du hattest geschrieben:
ThomasK_7 schrieb:
Falls das Geld nicht wieder (irgendwo) auftaucht, sind berechtigte Zweifel an der Sicherheit unseres Bankensystems angebracht.
Unter unserem Bankensystem verstehe ich das deutsche oder von mir aus europäische Bankensystem, nicht das internationale. Das es Länder gibt deren Banken und ggf. auch Zentralbanken man weniger vertrauen kann als anderen, sollte nicht überraschen, oder würdest Du Dein Geld in Nordkorea anlegen wollen? Darin sehe ich aber keine Zweifel an der Sicherheit unseres Bankensystems.

Was für Geschäfte und welche Geldbewegungen es bei Wirecard überhaupt wirklich gab und was Fake war, da sehe ich erhebliche Zweifel. Wenn die heiße Luft raus ist, dürfte wohl nicht so viel übrig bleiben und deshalb wurde wohl auch so schnell der Insolvenzantrag gestellt.
ThomasK_7 schrieb:
Wenn das Geld angeblich nach den Philippinien transferiert worden ist, muss es ja vorher woanders gewesen sein. Da ist mehr als 1 Fälschung durch die zwei philippinischen Treuhänder passiert.
Eben, EY sprach heute ja auch von großangelegtem Betrug mit vielen Beteiligen. Da scheinen beim Anklopfen der Wände noch weitere Kartenhäuser eingefallen zu sein, denn es sollte klar sein, dass die letzten Tage erstmal geschaut wurde was wirklich an Geschäften, vor allem denen mit Partnern und Konten wirklich vorhanden ist.
 
xpower ashx schrieb:

"Erwägen". Sie verlieren natürlich angebundene Kunden, wenn sie Wirecard fallen lassen und müssen darauf hoffen, dass die Firmen entweder wieder den alten Weg mit direkter Anbindung beschreiten oder aber zu einem anderen Provider wechseln.
 
Die Aufgaben der BaFin bestehen in der Überwachung des deutschen Banken- und Versicherungswesens auf unerlaubte Geschäfte und Verbraucheraufklärung. Kontrolle unerlaubter Geschäfte aber nur anmeldetechnisch, nicht in der Praxisausführung.
Du kannst einen nie funktionierenden/aufgehenden Anlageprospekt von der BaFin genehmigen lassen, sofern dort nur alle gesetzlich vorgeschriebenen Angaben enthalten sind.

Die Zuständigkeit der BaFin endet an der Landesgrenze der BRD.
Konten in der BRD kann sie abfragen, ausländische nicht.
Tätig wird die BaFin eigentlich immer erst auf massive Hinweise aus der Wirtschaft/LKA/BKA/Presse u.ä.
Im Rahmen ihrer jetzigen Zuständigkeiten war es der BaFin daher nicht möglich, den Betrug mit den Auslandskonten aufzudecken. Deswegen sprach deren Chef auch von einem Dilemma.
 
Ja gut, aber die Amerikaner interessiert es wohl nur periphär wenn ein Betrügerring mit philipinischen Banken eine deutsche Bilanz fälscht...

Man kann also Finanzbetrügern nur zu Auslandskonten raten...
 
Ich denke, die Amerikaner wissen oder können Dank NSA herausfinden, wohin die Gelder per SWIFT transferiert wurden.
Würde mich wundern, wenn dabei nicht ein paar offshore-Finanzplätze mit involviert sind.
Aber aktuell haben die USA wohl grundsätzlich sehr wenig Interesse, Deutschlands Wirtschaft + Politik zu helfen.
 
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