Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Die USA helfen Deutschland (oder anderen Ländern) genau dann wenn es ihren eigenen Interessen dient - das war auch unter Obama nicht anders.

Aber solche internationalen Überweisungen sind (wenn es sie gegeben hat) nur über SWIFT denkbar und das monitoren die Amerikaner ganz sicher.

Gibt es grössere amerikanische Investoren bei Wirecard?
 
pfungi schrieb:
Bafin sieht eher schlecht dabei aus oder?
Wie ThomasK_7 schon schrieb und die BaFin auch selbst in dem Zusammenhang klargestellt hat, ist sie bei Wirecard nur für deren Banktochter zuständig und derzeit prüft Wirecard noch ob für die Tochterfirmen auch ein Insolvenzantrag gestellt werden muss. Das war zumindest der letzte Stand den ich gelesen hatte, der kann aber inzwischen auch schon veraltet sein.
ThomasK_7 schrieb:
Die Aufgaben der BaFin bestehen in der Überwachung des deutschen Banken- und Versicherungswesens auf unerlaubte Geschäfte und Verbraucheraufklärung.
Eben, die können nicht jeden Betrug eines DAX Unternehmens aufklären, hier ist auch eher EY in Erklärungsnot wieso sie den Schwindel nicht früher bemerkt, sondern die vorherigen Bilanzen attestiert haben. Wenn ihnen da Nachlässigkeit nachgewiesen wird, könnten dies für EY teuer werden.
xpower ashx schrieb:
Die Amerikaner haben soweit ich weiss den bissigsten Hund mit der Sec.
Aber ich meine die Kompetenzen der SEC wurden auch erst nach dem Enron Skandal so richtig verschärft. Es ist natürlich schade, dass der eine nicht aus den Fehlern des anderen lernt, sondern erst selbst auf die Nase fliegen muss.
pfungi schrieb:
Gibt es grössere amerikanische Investoren bei Wirecard?
Ja, aber wohl solche wie Blackrock die (EFT) Fonds auflegen und daher nicht direkt betroffen sind, betroffen sind da nur die Anteilseigner der Fonds die Aktien von Wirecard enthalten haben. Das ist ja auch einer der Nachteile der ETF: Durch das eingesammelte Geld der (auch deutschen) Kleinanleger ist so ein US Gigant wie Blackrock bei vielen deutschen Aktiengesellschaften zu einem großen oder gar dem größten Aktionär aufgestiegen, mit entsprechendem Einfluss auf die Unternehmen.
 
Wer glaubt hier eigentlich immer noch, das eine langfristige Investition in Aktien eine gute Vorsorge für das Alter ist? Ich glaube den Kaffeesatzlesern (sogenannte Wirtschaftsexperten) jedenfalls kein Wort. Hat überhaupt schon mal irgendeine Prognose von diesen Personen gestimmt? Z. B. von unseren sogenannten "Wirtschaftsweisen"? Wie soll das auch gehen? Man muß dafür doch hellseherische Fähigkeiten haben, oder? Niemand weiß, was in der Zukunft ist. Eine Naturkatastrophe, ein Bürgerkrieg oder andere unvorhersehbare Extremsituationen und jede Prognose ist dahin. Ich lasse mich jedenfalls nicht vom Staat dazu "nötigen", mein eh schon sehr weniges Geld in eine ungewisse Zukunft zu investieren. Die Politik sollte lieber für ein gerechtes Rentensystem sorgen. Das ist nämlich ganz einfach zu machen. Man muß es nur wollen. Aber ich wünsche euch trotzdem viel Spaß, beim "Lotto" Spielen. Ich würde auf jeden Fall dringend davon abraten, Aktien länger fristig zu kaufen. Als kurzes "Glücksspiel" würde ich es aber auch evtl. mal tun. Einen gewissen Reiz haben Glücksspiele ja. :D
 
Discovery_1 schrieb:
Wer glaubt hier eigentlich immer noch, das eine langfristige Investition in Aktien eine gute Vorsorge für das Alter ist?
Ja ich. Wobei ich keine Einzelaktien habe sondern ETFs. Rein auf den Staat kann man bei der Rente nicht verlassen und bei ausreichender Diversifikation kann man das (langfristig) Risiko minimieren. Man darf sich nur nicht durch Kurzfristige Trends (Corona) oder Einzelfälle (Wirecard) verunsichern lassen. Es gab z.b. keine 15 Jahresperiode seit 1900 in denen man mit einem Weltweiten Aktienportfolio Verlust gemacht hätte.
Außer man glaubt, das unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem nicht bis zum eigenen Tod besteht. Dann besser in ne Kartoffelgarten und nen Hühnerstall investieren.
 
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Discovery_1 schrieb:
Wer glaubt hier eigentlich immer noch, das eine langfristige Investition in Aktien eine gute Vorsorge für das Alter ist?
Ich, auch wenn das nicht mein Ziel ist, wenn ich mit Aktien handel.
Es gibt viele Möglichkeiten sein Geld sehr sicher, allerdings auch mit geringem Wachstum, in Aktien zu investieren. Dafür muss man sich mit Aktien dann auch nahezu 0,0 auskennen, Stichwort Fonds.

Discovery_1 schrieb:
Man muß dafür doch hellseherische Fähigkeiten haben, oder?
Wer "blind" irgendwelchen Empfehlungen von Analysten, YouTube-Kanälen oder Wirtschaftsexperten nachgeht, naja, dem kann man dann auch nicht helfen.
Wenn man aktiv an der Börse handelt sollte man wissen was man tut und ein gewisses Grundinteresse an dem Thema Börse haben, aber auch auf "aktuellem" Stand sein was in der Weltwirtschaft so abgeht.

Letztendlich ist dein Post genau "das", was man so sein lebenlang vom Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis eingetrichtert bekommt (war bei mir zumindest so). Beschäftigt man sich mit dem Thema, anstatt sich seine Meinung nur auf Hörensagen zu bilden, stellt man fest, dass vieles von dem nicht stimmt und die böse böse Börse ja gar nicht soooo schlimm ist.

Auch im Fall Wirecard gab es genug Indikatoren, dass etwas nicht stimmt und man hätte mit nahezu null Verlust oder nur sehr geringem Verlust aus der Nummer rauskommen können.
Wenn man aber nur 1x im Monat ins Depot schaut, keine Nachrichten verfolgt bzw. sich nicht regelmäßig über die Unternehmen im eigenen Depot informiert und am Ende die 1000 Wirecard Aktien aufgrund einer Empfehlung eines YouTuber gekauft hat... tja, da habe ich eine ganz klare Meinung: Selbst Schuld. Keine Schuld der Börse. ;)
 
Discovery_1 schrieb:
Wer glaubt hier eigentlich immer noch, das eine langfristige Investition in Aktien eine gute Vorsorge für das Alter ist? [...]. Ich würde auf jeden Fall dringend davon abraten, Aktien länger fristig zu kaufen. Als kurzes "Glücksspiel" würde ich es aber auch evtl. mal tun. Einen gewissen Reiz haben Glücksspiele ja. :D

Einzeltitel-Investments sind Lotterie. Ein Blick auf das Rendite-Dreieck des MSCI World würde dir zeigen, dass in den letzten 50 Jahren etwa 7-9% p.a. der Standard waren langfristig, und das ist eine absolut hervorragende Vorsorge für das Alter. Im Gegensatz zu der lächerlichen gesetzlichen Rente. Um diese wie du sagst "fairer" zu gestalten (damit meinst du wohl: höhere Rente) muss die Rente vom Umlagesystem Schritt für Schritt wegkommen und ebenfalls kapitalbasiert anlegen.

Edit: in einem breit diversifizierten ETF ist auch ein Skandal wie Wirecard irrelevant. Im VANGUARD DEVELOPED WORLD Index (entspricht etwa einem MSCI World index) hatte Wirecard noch per Mai (vor dem Crash) eine Gewichtung von 0.029%. Also bei einem Investment von €1.000 wären auf Wirecard stolze 29 Cent entfallen. Wenn dieser nun um -95% einbricht hättest du 27 cent verloren, und das ist wohl der absolute Worst-Case. Wirklich wahnsinnig tragisch ;-)
 
Discovery_1 schrieb:
Ich lasse mich jedenfalls nicht vom Staat dazu "nötigen", mein eh schon sehr weniges Geld in eine ungewisse Zukunft zu investieren. Die Politik sollte lieber für ein gerechtes Rentensystem sorgen. Das ist nämlich ganz einfach zu machen. Man muß es nur wollen.

Unser Rentensystem ist zwar relativ einfach, da es nur drei Stellschrauben hat, aber es ist eine Abwägung zwischen allen Teilnehmern an diesem System. Politisch ist vieles davon glatter Selbstmord und würde eine etwaige Wiederwahl gefährden, daher wird nur das gemacht was hier umgangssprachlich als Wahlgeschenk bekannt ist.

Von Eintrittsalter, Rentenniveau und Beitragssatz ist meiner Meinung nach nur das Eintrittsalter einigermaßen begründbar. Immerhin leben wir alle länger und wenn man sich an der 2/3 und 1/3 Faustformel orientiert (40j Arbeiten und 20j Rente), kommt man pro gesteigertem Jahr an Lebenserwartung auf eine Anhebung von 4 Monaten. Natürlich nur da, wo es vertretbar ist wie bspw. bei Bürojobs.
 
Discovery_1 schrieb:
Ich würde auf jeden Fall dringend davon abraten, Aktien länger fristig zu kaufen. Als kurzes "Glücksspiel" würde ich es aber auch evtl. mal tun.
So ein Quatsch. Klar muss jeder machen was er für richtig hält und für jeden sind Aktien sicher auch nicht geeignet (wie man sieht). Aber ausgerechnet bei Aktien soll kurzfristiges Zocken der langfristigen Anlange vorzuziehen sein? Ich würde sagen finanzielle Bildung in Deutschland "in a nutshell". Aber was will man auch von jemandem mit einem solchen Pispers-Zitat in der Signatur erwarten ;)
Meiner Ansicht nach ist eine langfristige und gestreute Anlage in Aktien ein wichtiger Baustein fürs Alter. Aber man kann sich natürlich auch selbst aus der Verantwortung nehmen und hoffen, dass es der Staat schon richten wird.
 
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FreeZer_ schrieb:
muss die Rente vom Umlagesystem Schritt für Schritt wegkommen und ebenfalls kapitalbasiert anlegen.
Nein, das Gegenteil. Wir müssen weg von den Zinsen. Wie man ja jetzt schon sehen kann, vermag die real arbeitende Bevölkerung weltweit die Zinsen nicht mehr zu erwirtschaften.
 
Du solltest dein anti-kapitalistisches Weltbild mal auf den neuesten Stand bringen. De-facto gibt es längst keine Zinsen mehr.
 
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Discovery_1 schrieb:
Wer glaubt hier eigentlich immer noch, das eine langfristige Investition in Aktien eine gute Vorsorge für das Alter ist?
Ich und war damit in den letzten 12 Jahren schon sehr erfolgreich mit ein Vermögen aufzubauen, bei dem die gesetzliche Rente dann nur noch ein Zubrot sein wird.
Discovery_1 schrieb:
Ich glaube den Kaffeesatzlesern (sogenannte Wirtschaftsexperten) jedenfalls kein Wort.
Die können natürlich keine Katastrophen wie jetzt Corona vorhersagen, aber wie sich die Volkswirtschaft als Ganzes, dafür sind die Wirtschaftsweisen da, es sind ja keine Aktienanalysten, entwickeln wird, lässt sich ohne solche außergwöhnlichen Ereignisse schon recht gut vorhersehen. Aber ich glaube Du kennst noch nicht einmal den Unterschied zwischen den Wirtschaftsweisen und einem Aktienanalysten und wirfst alle in einem Topf.
Discovery_1 schrieb:
Die Politik sollte lieber für ein gerechtes Rentensystem sorgen. Das ist nämlich ganz einfach zu machen. Man muß es nur wollen.
Gerecht für wen? Die Jungen oder die Alten? Das Problem in einer alternden Gesellschaft ist ja nun einmal, dass immer weniger Junge als Beitragszahler für immer mehr Alte als Empfänger aufzukommen haben. Damit die Renten höher sein können, müssen auch die Beiträge steigen, ersatzweise die Steuern, wenn man die Renten über die Staatskasse subventionieren möchte.
Nilson schrieb:
Wobei ich keine Einzelaktien habe sondern ETFs.
Also ich habe nur Einzelaktien und keinen ETF, aber dafür eine mittleren zweistellige Zahl an unterschiedlichen Aktien von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen.
Nilson schrieb:
bei ausreichender Diversifikation kann man das (langfristig) Risiko minimieren. Man darf sich nur nicht durch Kurzfristige Trends (Corona) oder Einzelfälle (Wirecard) verunsichern lassen. Es gab z.b. keine 15 Jahresperiode seit 1900 in denen man mit einem Weltweiten Aktienportfolio Verlust gemacht hätte.
Eben, langfristig war die Performance von Aktien seit 1900 höher als die aller anderen Assetklassen. Klar gibt es die einzelne tolle Immobilien oder den Stadtteil in dem die Rendite höher war als der Aktienmärkte, aber es gab auch die Aktie die jede Immobilen in den Schatte gestellt hat und da man immer breit gestreut investieren sollte, kann man nicht Einzelwerte, sondern sollte immer Märkte betrachten. Bei Immobilien ist es mit dem direkten Kauf von Immobilen übrigens sehr schwer diversifiziert zu investieren.
Khaosprinz schrieb:
Dafür muss man sich mit Aktien dann auch nahezu 0,0 auskennen, Stichwort Fonds.
Bei Fond nicht gleich Fond ist, die aktiv gemanagten sind von den Kosten her viel zu teuer, da sit i.d.R. langfristig auch keine bessere Performance als ihr Vergleichsindex haben, lohnen sich die günstigen ETF mehr, die den Index direkt abbilden.
Khaosprinz schrieb:
Letztendlich ist dein Post genau "das", was man so sein lebenlang vom Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis eingetrichtert bekommt (war bei mir zumindest so). Beschäftigt man sich mit dem Thema, anstatt sich seine Meinung nur auf Hörensagen zu bilden, stellt man fest, dass vieles von dem nicht stimmt und die böse böse Börse ja gar nicht soooo schlimm ist.
So ist es, die Vorurteile sind groß und der Fall Wirecard nährt sie nun noch weiter.
FreeZer_ schrieb:
Um diese wie du sagst "fairer" zu gestalten (damit meinst du wohl: höhere Rente) muss die Rente vom Umlagesystem Schritt für Schritt wegkommen und ebenfalls kapitalbasiert anlegen.
Wenn man sich die deutsche Geschichte anschaut, so wäre kapitalbasiert im letzten Jahrhundert dreimal in die Binsen gegangen und außerdem ist die Frage auf welcher Basis, also Anleihen oder Aktien diese beruhen sollte. Japan macht es mit Anleihen, nur dumm das die Rentenkasse mit dem eingezahlten Kapital die Staatsanleihen des eigenen Landes kauft, bzw. gekauft hat, denn inzwischen übersteigen die Ausgaben dort die Beitragseinnahmen. Als dies passiert ist, hat Abe die Zentralbank angewiesen die Geldschleusen zu öffnen und selbst Staatsanleihen und sogar Aktien zu kaufen, da die Rentenkasse Staatsschulden im Wert von über 200% des BIPs gehalten hat und sich bei dem Zinsniveau sonst keiner gefunden hätte der neue Staatsanleihen gezeichnet hätte, nachdem die Rentenkasse dazu nicht mehr in der Lage war. Defacto ist damit aber auch nur ein Umlagesystem geschaffen worden bei dem die Renten über die Steuern (und die Zentralbank) finanziert werden.

feynman schrieb:
Aber was will man auch von jemandem mit einem solchen Pispers-Zitat in der Signatur erwarten
Eben, solche Leute sollten aber auch mal verstehen, dass die AG die bessere Form der VEB ist, denn wenn alle Eigentümer sein sollen, fühlt sich keiner Verantwortlich und daher sind alle Experimente des Sozialismus auch gescheitert. Wer wegen Betrügern wie denen die bei Wirecard am Werk waren das Ende des Kapitalismus fordert, sollte nicht vergessen das am Ende des Sozialismus über die Leistungsfähigkeit der ganzen Volkswirtschaft in ähnlichem Ausmaß getäuscht wurde, die DDR ging ja nicht unter weil es den Leute zu gut ging und sie alles hatte und aus Langeweile auf die Straßen gingen.

Die andere Alternative zum Kapitalismus wäre der Feudalismus, aber den möchten wir wohl alle nicht zurück bzw. Leute die träumen an der Spitze der Pyramide zu stehen (wie offenbar auch die Verfechter von Sozialismus und Kommunismus, die daher ihre Völker immer einsperren musste damit sie ihnen nicht wegliefen) und dies sind meist die im Kapitalismus gescheiterten Existenzen.
Discovery_1 schrieb:
Nein, das Gegenteil. Wir müssen weg von den Zinsen.
Das sind wir doch schon, die EZB verlangt 0% Zinsen für Kredite von Banken und zahlt für deren Einlagen kein Geld, sondern verlangt im Gegenteil 0,4% Strafzinsen, wobei einige Banken diese Strafzinsen teils an ihren Kunden weitergeben.

Von Wirtschaft keine Ahnung haben ist ja keine Schade, man sollte sich dann aber besser auch keine Meinung dazu machen, wie bei allem von dem man nichts versteht!
 
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@Discovery_1
Du meinst sicherlich eine Abschaffung des Zins, und nicht eine Fixierung bei 0%, korrekt?
Das würde unser gesamtes System in Frage stellen, denn der Wert einer arbiträren Menge Geld definiert sich über den Zins. Ohne den Zins wäre Geld wertlos, da neben dem Vertrauen keine reale Wertschöpfung damit verknüpft ist.
 
parats schrieb:
Du meinst sicherlich eine Abschaffung des Zins
Genau, ich beschäftige mich gerade mit dem "Sharia"-Finanzsystem und halte es für sehr interessant. Unser Konsum-Kapitalismus, so wie wir ihn kennen und die meisten ihn schätzen (ich nicht) ist in meinen Augen kurz vor dem Ende.
 
parats schrieb:
Das würde unser gesamtes System in Frage stellen, denn der Wert einer arbiträren Menge Geld definiert sich über den Zins. Ohne den Zins wäre Geld wertlos, da neben dem Vertrauen keine reale Wertschöpfung damit verknüpft ist.
Wie wenig Geld als langfristiges Werterhaltungsmittel taugt, sollte bekannt sein und irgendwann gibt es immer einen Neustart des Geldsystems. England als ehemalige Weltmacht und die USA mögen davon bisher, zumindest über Jahrhundert, vor 2000 Jahren wurde in großen Teilen Englands mit römischen Geld bezahlt, verschont geblieben sein, aber Deutschland es im letzten Jahrhundert 2,5 mal erlebt, 1923, 1947 und in den jetzt neuen Bundesländern 1990, wobei übrigens in der DDR damals 20% der Bevölkerung über 80% des Barvermögens besessen haben, was man wegen des Umtauschs gut nachvollziehen konnte. So viel zum Thema der besseren Gerechtigkeit im Sozialismus!
Discovery_1 schrieb:
Genau, ich beschäftige mich gerade mit dem "Sharia"-Finanzsystem und halte es für sehr interessant.
Wobei die Banken in Ländern wie Saudi Arabien zwar oft keine Zinsen bieten, aber andere Entlohnungen für Leute die dort Geld angelegt haben und außerdem legen nicht wenige reiche Saudis und andere aus der Region, ihr Geld im Ausland an. Ich meine nach dem 11. September gab es mal eine gute Reportage über deren Einfluss in den USA, wonach damals 8% der US Assets in der Hand der Saudis waren. Die predigen also auch Wasser und trinken Wein oder anderes gesagt: Wie bei allen Religionen gilt auch hier das die Führer "sagen": Macht was ich sage, aber macht nicht was ich tue.
Discovery_1 schrieb:
Unser Konsum-Kapitalismus, so wie wir ihn kennen und die meisten schätzen (ich nicht) ist in meinen Augen kurz vor dem Ende.
Also ich schätze ihn sehr, da er sehr viele Innovationen und den höchsten Lebensstandard wie auch die längste Lebenserwartung von allen Systemen hervorgebracht hat. Auch wenn es immer wieder Krisen gab und geben wird, ebenso wie Fehlentwicklungen, so hat der gute alte Kapitalismus es immer noch geschafft durch Anpassungen diese zu überleben und zu korrigieren. Daher sehe ich weder einen Grund warum es in Zukunft anders werden sollte noch eine Alternative die besser wäre. Finde dich damit ab und lerne im Kapitalismus zu leben statt immer nur zu meckern.

Wer übrigens meint im Sozialismus könne man einfacher nichts tun, sollte nicht vergessen das es wohl in der Verfassung der DDR aus als der der Sowjetunion die Arbeitspflicht gab, jeder hatte einen Beruf auszuüben. In der Sowjetunion wurden Leute die dagegen verstießen nach dem Ende des Gulag dann oft in die Psychiatrie eingewiesen.
 
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Holt schrieb:
Daher sehe ich weder einen Grund warum es in Zukunft anders werden sollte
Weil uns irgendwann die Rohstoffe ausgehen werden. Schon jetzt verbrauchen wir die Rohstoffe schneller, als sie nachwachsen können. Wir brauchen erstmal quasi eine Vollbremsung - weltweit. Aber vllt. sollte jemand für unsere bisher tolle Diskussion einen extra-Thread aufmachen. Ich bin nicht gut in sowas. ;)
 
Nach Schätzungen aus den 1970er hätten wir längt auch kein Öl mehr. Es wird effizientere und bessere Methoden geben Rohstoffe zu fördern, deren Verwendung wir immer effizienter, neue Rohstoffe werden an Bedeutung gewinnen und Recycling wird immer wichtiger werden.
 
Holt schrieb:
Wer übrigens meint im Sozialismus könne man einfacher nichts tun
Du hast den Sozialismus nicht verstanden. In der DDR und der ehemaligen Sowjetunion gab es keinen Sozialismus. Das waren ganz einfach gesagt, "Diktaturen". Übrigens findet man im Programm der "SPD" auch irgendwo den "Sozialismus" als mögliche Wirtschaftsform.
 
Discovery_1 schrieb:
Weil uns irgendwann die Rohstoffe ausgehen werden. Schon jetzt verbrauchen wir die Rohstoffe schneller, als sie nachwachsen können.
Was würde ein anderes Wirtschaftssystem daran ändern, wenn es um Umweltverschmutzung und Nutzung der natürlichen Resourcen geht? Lerne mal die Geschichte der Osterinseln, die haben da ihre ganzen Bäume gefällt um ihre großen Statuen aufstellen zu können und auch in Nordamerika gibt es zahlreiche Beispiele aus der Zeit vor Columbus wo Zivilisationen untergegangen sind, weil sie ihre Resourcen ausgebeutet hatte und sie ihnen ausgegangen sind. Auch wenn sich gerne der Mythos hält das die Ureinwohner so nachhaltig gewesen wären, so ist dies historisch widerlegt und beruht vor allem auf der Erfahrung der ersten Siedler die ab dem spätem 16. und 17. Jahrhundert einen Kontinent vorgefunden haben, in dem zuvor 95% der Einwohner an den Seuchen gestorben waren die die ersten Eroberer eingeschleppt hatte. Im Feudalismus hat man übrigens in großen Teilen Europas wie z.B. in Spanien fast die ganzen Wälder abgeholzt, so dass Holz am Anfang ein so wichtiges Handelsgut aus der neuen Welt wurde, dass ein ganzes Land nach einem Baum benannt wurde: Brasilien! Das Brazil Baum ist dort übrigens fast ausgestorben.

Gerade im Kapitalismus kann man sowas doch sehr gut steuern indem man den Dingen einen Preis gibt, wie auch Zins ein Preis für das Geld ist.
Ergänzung ()

Discovery_1 schrieb:
Du hast den Sozialismus nicht verstanden. In der DDR und der ehemaligen Sowjetunion gab es keinen Sozialismus.
Moment, es hieß immer es gäbe keinen Kommunismus und der Sozialismus wäre der Weg dorthin, den man aber in der Sowjetunion auch nach 7 Jahrzehnten der Revolution nicht erreicht hatte. Sozialismus war die offizielle Bezeichnung, aber offenbar kennst du dich mit gar nichts aus, weder mit Wirtschaft noch mit dem Sozialismus, für letzteren bist du vermutlich noch zu jung. "Wer in seiner Jugend nicht links ist, hat kein Herz, wer es im Alter immer noch ist, hat keinen Verstand"
 
Bitte das Thema nicht vergessen! Grundsatzdiskussionen können per PN geführt werden.
 
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