Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

@Holt Das große Problem des Kapitalismus sehe ich in Form der "legalen" Ausbeutung von ca. 1/3 der Menschen (durch die Politik legalisiert) in jedem Land mit dieser Wirtschaftsform. Schaut euch doch z. B. mal gerade die Fleischindustrie an. Ausbeutung von Menschen bedeutet, man ist wettbewerbsfähig. Aber genug OT jetzt. Vielleicht macht doch jemand einen anderen Thread auf?
 
Gerade in der Fleischindustrie wird man dieser Ausbeutung in Form von Werksverträgen ja nun wohl einen Riegel vorschieben, so wurde es ja zumindest von der Politik versprochen. Ausbeutung fand in anderen Wirtschaftssystemen übrigens noch viel schlimmer statt, vor allem in Form von Skalen- und Leibeigentum und dies seit Jahrtausenden. Schon die alten Ägypter hatten Sklaven, die Griechen und Römer ebenfalls, auch im Afrika und Arabien war dies üblich und wer weiß wo noch überall. Aber darüber solltest du wirklich einen eigenen Thread aufmachen. Wer oft totgesagt wird, dem steht noch ein langes Laben bevor, der Kapitalismus wird also noch lange bleiben.
 
Aus dem Stoxx 600 fliegt Wirecard nun raus:
Die Verkäufe der Fondsanbieter dürften den Kurs weiter drücken. Weiter oben in der News steht auch: "Offenbar überdenken die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard ihre Geschäftsbeziehungen zu dem Skandal-Unternehmen." Vertrauen ist in der Finanzbranche eben fundamental und Wirecard dürfte kein Vertrauen mehr genießen. Es dürfte nun ganz schnell in Richtung Penny Stock gehen, das Tagestief heute war schon 2,01€.
 
Discovery_1 schrieb:
Wer glaubt hier eigentlich immer noch, das eine langfristige Investition in Aktien eine gute Vorsorge für das Alter ist?

Nun, die Zahlen sprechen dafür. Was ich in der aktuellen Diskussion vermisse ist, ist der Fokus auf "langfristig". Langfristig heißt eben nicht, dass man täglich Kurse studiert, und kauft bzw. verkauft. "Hin und Her macht Taschen leer". "Langfristig" heißt, dass man sich Aktien kauft und die eben langfrsitig liegen lässt. 10-Jahres-Horizont oder noch länger.

Wer etwas "Spielgeld" übrig hat, kann (parallel zur langfristigen Anlage) auch ein wenig zocken (wenn man die Zeit dazu hat, und wenn es Spaß macht).

Dass sowohl "Zockerbuden" als auch große Unternehmen schnell pleite sein können, muss man einfach einkalkulieren. Erinnert sich noch jemand an Commodore und Atari? Die einstigen Weltmarktführer bei Heimcomputern und Videospielen. Und dann kam der Videospiele-Crash.

Oder PanAm und TWA? Da dachte doch "niemand" daran, dass solch eine große Fluggesellschaft pleite geht.

Unterm Strich machts also die Mischung. 10 bis (maximal) 20 Aktien solider Unternehmen mit einem gesunden Branchenmix (Finanzen, Telekommunikation, Computer, Rohstoffe, Pharma, Chemie, Medien, Konsum) ins Portfolio und einfach abwarten. Und nicht jeden Tag oder jede Woche gucken, was passiert...

Meine Meinung!
 
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Da sind wir von 1€ nicht mehr weit entfernt.

@jof

Genau so, und Korrekturen nutzen um die Positionen nachzukaufen, man kann wenn man merkt das die eine oder andere Position gar nicht performt immer verkaufen, aber man sollte dem ganzen Zeit geben.

Einfacher ist es mit ETFs, ich habe langfristig vor mein Portfolio auf insgesamt 20 Positionen aufzubauen, 3 davon sind schon ETFs von Vanguard und IShares, die restlichen Aktien über alle Branchen gemischt, momentan eine gesunde Mischung aus den von dir genannten Branchen. Mit Dividenden werden diese Positionen Schritt für Schritt nachgekauft, und wenn ein wenig Spielgeld über ist ebenso.

Ob das eine Strategie ist die aufgeht werde ich sehen, zumindest glaube ich fest daran das sie aufgehen kann.

Bin ja auch erst Anfang des Jahres eingestiegen, und muss mich ausprobieren 😂
 
Zuletzt bearbeitet:
jof schrieb:
Oder PanAm und TWA? Da dachte doch "niemand" daran, dass solch eine große Fluggesellschaft pleite geht.
Größe ist keine Überlebensgarantie, die Dinosaurier könnten dies bestätigen, wenn sie noch leben würden.
jof schrieb:
Unterm Strich machts also die Mischung. 10 bis (maximal) 20 Aktien solider Unternehmen mit einem gesunden Branchenmix (Finanzen, Telekommunikation, Computer, Rohstoffe, Pharma, Chemie, Medien, Konsum) ins Portfolio und einfach abwarten.
Ob 10 genug und mehr als 20 zu viel sind? Ich bin da anderer Meinung, aber dies muss jeder selbst wissen.
xpower ashx schrieb:
Da sind wir von 1€ nicht mehr weit entfernt.
Naja, noch steht sie eher bei 2€ als bei 1€, aber nächste Woche ist es ein Pennystock und dann bin ich mal gespannt wie die Deutsche Börse reagiert, also ob man einen Weg (er)findet sie kursfristig aus dem DAX zu werfen oder nicht. Außerdem ob die Börse weiterhin bei der Auswahl der DAX Aktien nur nach den Zahlen gehen wird oder wieder wie früher eine Kommission entscheiden lässt. Sollte nämlich Delivery Hero der Nachfolger werden, könnte das zum nächsten Fiasko werden, da die Aktien solcher Coronagewinner wohl bald nachgeben dürften. Manchen mögen argumentieren die Leute hätten sich nun an Delivery gewöhnt, aber ich denke eher, dass es einen Nachholbedarf am klassischen auswärts Essengehen oder Einkaufen im Laden geben wird, der GfK Konsumklima Index deutet dies ja auch an und ebenso die Rückbesinnung auf lokale Produkte.
 
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Discovery_1 schrieb:
Wer glaubt hier eigentlich immer noch, das eine langfristige Investition in Aktien eine gute Vorsorge für das Alter ist?

Ich, und obwohl ich Geld mit wirecard verloren habe. Aber das tust du mit deinem Geld auf dem Konto ebenfalls.

Nimm dir eine Periode von 15 Jahren, wähle einen Index, und schau Mal wie oft du Geld verloren hättest. Ich vermute das strebt gegen 0.
 
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Ich glaube, ich habe meine Meinung dazu hier genug kommentiert und werde mich hier dazu besser nicht mehr äußern. :daumen:
 
Hanni2k schrieb:
Nimm dir eine Periode von 15 Jahren, wähle einen Index, und schau Mal wie oft du Geld verloren hättest. Ich vermute das strebt gegen 0.

Solch eine Aussage ist mit vorsicht zu genießen. Nimm Dir mal den Dow Jones und hier beispielsweise eine Zeit "um das Jahr 2000". Dow Jones = ca. 10.000 Punkte (oder darüber). Bis 2006 (also rund 6 Jahre lang) hatte man gar nix gewonnen mit Aktien. Erst Ende 2007 war der Dow bei 13-14.000 Punkten. Aber nur um 2008 im Zuge der Bankenkrise wieder kräftig abzuschmieren.

Wer da an sein "Börsengeld" wollte (oder musste), hatte in 8 Jahren 20...25% verloren (!!). Und das zu Zeiten, wo es immerhin noch rund 2% p.a. aufs Sparbuch gab. Da kann man verstehen, dass so mancher gar keine Lust mehr auf Aktien hatte. Erst 2011 (also 11 Jahre später!) war man wieder knapp über 10.000, und dann begann ja die bis heute anhaltende Rallye.

Und jetzt guckst Du mal bitte, wie der Einstiegszeitpunkt "heute" im Vergleich zu 2000 und im Vergleich zur entwicklung seit rund 100 Jahren ist:

https://www.finanzen.net/index/dow_jones/seit1928

Immer dran denken: die Börse ist keine Gelddruckmaschine!
 
Ich habe nicht behauptet dass es eine Gelddrucken Maschine ist.

Es ging hier um einen Baustein für die Altersvorsorge.
 
Wer kauft jetzt eigentlich noch Wirecard-Aktien? Was sind das für Anleger? Irgendwoher muss ja der aktuelle Kurs von 1,97 Euro je Aktie herkommen.
 
Acrylium schrieb:
Wer kauft jetzt eigentlich noch Wirecard-Aktien? Was sind das für Anleger? Irgendwoher muss ja der aktuelle Kurs von 1,97 Euro je Aktie herkommen.
Sicher kann man da natürlich nie sein. Aber das werden zum Teil Leerverkäufer sein. Und ahnungslose Privat-Daddler sind sicher auch seit einiger Zeit am Start.
 
jof schrieb:
Nimm Dir mal den Dow Jones und hier beispielsweise eine Zeit "um das Jahr 2000". Dow Jones = ca. 10.000 Punkte (oder darüber). Bis 2006 (also rund 6 Jahre lang) hatte man gar nix gewonnen mit Aktien. Erst Ende 2007 war der Dow bei 13-14.000 Punkten. Aber nur um 2008 im Zuge der Bankenkrise wieder kräftig abzuschmieren.
Erstens gehst Du von einem zu kurzen Zeitraum aus und zweitens hast Du Dir gerade die ungünstigsten Momente rausgepickt, letzteres vermeiden die meisten Anlegen indem sie über einen Sparplan monatlich die gleiche Summe investieren, was in den Phasen schwacher Kurse dazu führt das sie damit mehr Aktien kaufen als wenn die Kurse hoch sind und damit bilden sie eine Art Mittelwert über die Kurse in der Zeit in der sie Ansparen.

Außerdem gibt es auch Leute wie mich die vor allem Ende 2008 bis Mitte 2009 viel investiert haben und jetzt mit einem ganz fetten Plus dastehen. Man sollte für diese Strategie natürlich dazu in der Lage sein zu erkennen ob die Märkte eher oben oder eher unten sind.
jof schrieb:
Immer dran denken: die Börse ist keine Gelddruckmaschine!
Das sollte hier jedem klar sein, deshalb auch der Rat breit gestreut zu investieren.

„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“
André Kostolany
Mustis schrieb:
Vll macht grad jemand ne feindliche übernahme. 😂
Dazu würde man nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eher die Anleihen kaufen und außer wäre es jetzt wohl einer ein rettender Engel.
feynman schrieb:
Aber das werden zum Teil Leerverkäufer sein.
Das vermute ich auch und es gibt immer Zocker die versuchen an den letzten Zuckungen eines toten Aktie auch dann noch Geld zu verdienen, wenn deren Delisting schon verkündet ist. Es sollte mich nicht wundern wenn auch dies der Weg von Wirecard wird, je mehr Kunden abspringen, umso weniger Wert hat der Laden noch und dann kann man nur noch das eine oder andere aus der Insolvenzmasse verkaufen und irgendwann nimmt der Insolvenzverwalter die Aktien von den Börsen um sich die Kosten dafür zu sparen.

Man wird sehen was kommt, aber hier dürfte die Zeit noch viel mehr drängen als bei anderen Firmen.
 
Wirecard hat ja auch nichts was man landläufig als "Burggraben" bezeichnen würde. Den Zahlungsdienstleister hat man in wenigen Tagen gewechselt, wenn es Not tut. Der Laden ist meiner Meinung nach tot bzw. Zockerobjekt ähnlich wie es Hertz war bzw. ist.
 
feynman schrieb:
Den Zahlungsdienstleister hat man in wenigen Tagen gewechselt, wenn es Not tut.
Ob das in wenigen Tagen möglich ist, kann ich nicht beurteilen, aber da ich kaum glaube das die alle die gleichen APIs verwenden, dürfte so ein Wechsel schon einigen Aufwand bedeuten. Bei Hertz sehen ich da mehr Wert, alleine durch die ganzen Stationen überall, vor allem an Flughäfen, wo sie dann auch feste Stellplätze gemietet haben, könnte es da noch einiges geben was zu verwerten ist. Bei einer insolventen Airline sind ja auch die Slots oft das wertvollste was übrig bleibt, wenn die Maschinen nur geleast sind. Aber Hertz ist nun wieder ein ganz anderes Thema und die ganze Branche leidet unter den Maßnahmen gegen Corona, während die Zahlungsabwicklugn vor allem im Online Bereich davon eher profitiert.
 
Da der Dow Jones ein Kursindex ist (anders als der DAX, der ist ein Performanceindex) beinhaltet dieser nicht die ausgeschütteten Dividenden.
Sprich, selbst wenn der Index stagniert hat man durch die Dividenden eine Rendite > 0.
 
Es gibt aber auch einen DAX Kursindex (WKN 846744) der sehr viel besser geeignet ist um zu beurteilen wie hoch Aktien bewertet sind als der Botox DAX der immer in den Medien zu sehen ist.
 
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