Hinky schrieb:
Mich interessiert eher weniger, ob es wirklich eine Klimaerwärmung in den letzten Jahren gibt, sondern viel mehr was die Ursache davon ist. Wenn es heisst, Gletscher schmelzen, Meeresspiegel steigt, etc. dann ist das ja vollkommen in Ordnung, wenn das durch Zahlen weltweit belegt ist. Auf lokal Begrenzte Stichproben kann ich gerne verzichten. Deswegen geb ich auch nicht viel auf einzelne vorher/nacher Fotos von Gletschern, die meistens nichmal datiert sind (Sommer/Winter?) und der zeitliche Verlauf fehlt. Es gibt auf der anderen Seite genauso Bilder von wachsenden Gletschern.
Das ist nicht ganz so einfach.
Das Problem daran ist, die globalen Temperaturen werden des jährlichen Mittel im Vergleich zu einem bestimmten Durchschnitt eines Zeitraum (in der Regel mindestens 30 Jahre) verglichen. Der Ausschlag geht jährlich über den Mittel des Zeitraums, ergo sagt man die Erde erwärmt sich. Daran ist auch erst einmal faktisch nichts falsch.
Was dabei nicht betrachtet wird sind die zahlreichen regionalen Unterschiede. Unser Gehirn hat die Eigenschaft bestimmte Dinge in der Betrachtung nicht zu beachten. Wir können uns zwar wunderbar auf etwas Fokusieren, aber dies nur in einem winzigen Spektrum. Das Problem wird für die Öffentlichkeit einfach dargelegt, wie ein Politiker dies auch bei seinen Vorhaben macht, ein Ingeneur für den einfachen Mann und co. Will man das Spektrum komplett betrachten müsste man sich quasi alle Verkettungen anschauen (von den Lebewesen, Meeren bis zur Atmosphäre) und so Prozesse in Zahlen fassen, die in die Tausenden gehen. Abgesehen davon das wir dafür noch nicht einmal die Rechenkapazitäten haben, sind wir aber auch zu dumm dafür - wir sind keine göttliche Lebewesen, sondern ganz normale Tiere mit der "besonderen" Eigenschaft das wir uns als die Einzigen der Natur entziehen und in unserer Traumwelt leben können.
Also wenn es hier und da wärmer wird, heißt es nicht, das dies die Regel ist.
Die Alpen haben einen gewaltigen Gletscherverlust zu verzeichnen, selbst im Himalaya das selbe Spiel (
Bild - beachtet bei dem Gletscher die Endmoräne (Übergang zum Grün und unten am Felsen), hier ist eindeutig eine schnelle Schrumpfung sichtbar) - wo sich teilweise Gletscherseen gebildet haben, die brechen könnten und gewaltige Mengen an Wasserfluten sich in den Tälern stürzen könnten. Vergleichsweise wenig Daten gibt es von der Südhalbkugel, in Erinnerung hab ich ein Biologen-Team das die Inseln von South Georgia und Sandwichinseln beobachtet - wo man ebenfalls festgestellt hat das sich die Gletscher in den letzten Jahren zurückgezogen haben. In der Anarktis scheint sich dagegen teilweise eine Abkühlung einzustellen.
Hinky schrieb:
Kurz: Mir hängt die einseitige Betrachtungsweise zum Hals raus. Ich widerspreche ja nicht jedem Forschungsergebnis (wer bin ich auch, um mir das anmaßen zu können) aber ich betrachte die Sache lieber von mehreren Standpunkten um mir ein Gesamtbild machen zu können, genauso wie ich mich bei Nachrichten nicht auf eine einzelne Quelle verlasse - die meisten Berichterstattungen der ÖR Sender beispielsweise sind lange nicht mehr neutral.
Die einseitige Berichterstattung ist deswegen damit man der Masse einach ein mögliches Problem begreiflich darlegen kann. Das Thema etwas komplexer zu betrachten ist richtig. Betrachtet man es komplexer so landet man auch automatisch bei Biologie. Schließlich hängen die Lebensräume quasi aller Lebewesen auch von Temperaturen ab, wir modernen Menschen haben uns des feinfühligen Temperaturgefühl der Natur entzogen oder entziehen sich durch unsere Kleidungsstücke, Heizungen und co bewusst diesem Gefühl, nicht aber der Rest der Tierwelt.
In der Nordsee wurden Fisch- und Krebsarten aus wärmeren Gewässern entdeckt, sogar im Rhein wurden schon südlichere Krebse gefunden.