Dieser unkritische Vergleich mit echter Intelligenz macht mir wirklich Sorgen, weil das klarer Hype ist.
2011 hat der Forscher David Gelernter dem Spiegel ein Interview gegeben, daraus:
Gelernter: Ich glaube, dass es tatsächlich möglich ist, eine kreative Maschine zu bauen, wahrscheinlich sogar eine Maschine, die halluzinieren könnte. Aber sie würde uns in keiner Weise gleichen. Sie wäre immer eine Täuschung, eine Fassade. Es ist vollkommen plausibel, dass etwa das Modell »Watson 2050« einen Poesiewettbewerb gewinnt. Es wird womöglich ein wundervolles Sonett schreiben, das ich schön und bewegend finde und das weltberühmt wird. Aber würde das bedeuten, dass Watson einen Verstand hat, eine Idee von sich selbst? Natürlich nicht. Da ist niemand zu Hause. Da ist nichts drin.
(...)
Wenn ein einfacher Computer keinen Orangensaft herstellen kann, wie soll es dann ein weit komplexerer können? Computerchips sind einfach der falsche Stoff. Es ist unmöglich, Bewusstseinszustände mit Hilfe von Software zu erzeugen, egal wie komplex die Programme auch sein mögen. Kann ein Wunder geschehen, wenn man sehr viele Bauteile zusammensteckt? Vielleicht. Aber ich habe keinen Anlass, daran zu glauben. Die Leute unterschätzen die Komplexität eines natürlichen Organismus. Und sie überschätzen Kinofilme über künstliche Menschen, Terminatoren und verständige Computer wie etwa den berühmten Hal in Stanley Kubricks »2001«.