Nossi
Captain
- Registriert
- Okt. 2002
- Beiträge
- 3.893
AW: Amoklauf m baden-württembergischen Winnenden
Davon gehe ich auch aus.
Und seien wir mal realistisch: Jeder männliche Jugendliche von Flensburg bis Garmisch hat irgendwie Zugang zu Videospielen. Davon bin ich überzeugt.
Warum sich die Diskussion hier vorallem um die Videospiele dreht kann ich ebenfalls nachvollziehen. Aus meiner Sicht geht es gar nicht um die Videospiele an sich.
Nur die Erfahrung zeigt, dass bei solch einem Ereignis immer ein Sündenbock gesucht wird und das sind bevorzugt Videospiele.
Das dramatische daran - und daher auch die Reaktion der meisten hier - ist, dass die Medien, die Öffentlichkeit, die Politik so vorhersehbar reagiert. Dass sie seit Jahren eher versuchen einfache, plakative Antworten für den BILD-Leser zu finden anstatt sich tatsächlich mit dem Problem auseinanderzusetzen. Hier geht es nicht darum, ob wieder Videospiele verboten werden oder nicht, hier geht es um die Ohnmacht gegenüber der nun folgenden Platittüden.
Die Diskussion um Videospiele wird wieder vom eigentlichen Thema ablenken, da die Gründe ja schnell gefunden sind. So kann man dann schneller in Aktionismus verfallen. Wie schon angesprochen: Es ist ja Wahljahr. Und mit einfachen Lösungen die jeder versteht macht man sich beliebter als wenn man der Gesellschaft den Spiegel vorhalten würde.
Ich persönlich fühle mich eher gelähmt und vielleicht sogar gefühlskalt.
Ich bin innerlich ruhig doch ich verspüre Mitleid und Trauer, auch wenn ich dort niemanden gekannt habe.
Angst vor einer weiteren Zensur vor Computerspielen habe ich nicht, das ist mir in diesem Moment vollkommen egal. Doch ich habe schon zu oft solche Dinge erlebt und muss ehrlich zugeben: Ich bin es einfach nur leid. Ich bin es nicht leid, weil dort Menschen getötet wurden, ich bin es nicht leid weil uns evtl. wieder eine Verschärfung der Gesetze bevorsteht.
Ich bin es leid, weil ich die kommende Diskussion in den Medien schon zu oft erlebt habe. Weil ich zu oft erlebt habe, wie sich unsere "Obrigen" auf ein Thema stürzen und nichtmal im Ansatz versuchen zu verstehen was dort vorgefallen ist. Weil man mit den einfachen Antworten wieder schnell bei der Hand sein wird. Weil sich niemand auch nur die Mühe machen wird, die tatsächlichen Ursachen für solch eine Tat zu finden. Und wenn es doch jemand tut, dann wird er im lauten Gezeter von profilierungssüchtigen Politikern und Wissenschaftlern untergehen, denen es mehr um die eigene Karriere als um die tatsächliche Ursachenforschung geht. Ich will sowas nicht mehr hören.
Ich muss zugeben: Aus diesem Grunde bedauere ich die Tat wahrscheinlich am meisten.
Und es erschreckt mich, dass die Medien mich schon so weit gebracht haben. Es gibt den Abstumpfungseffekt, hier wird er ganz deutlich.
bartio schrieb:Es wird so sein wie jedesmal , spätestens in den Abendnachrichten werden wir hören, das er Amokläufer Counterstrike und Doom gespielt hat.
Davon gehe ich auch aus.
Und seien wir mal realistisch: Jeder männliche Jugendliche von Flensburg bis Garmisch hat irgendwie Zugang zu Videospielen. Davon bin ich überzeugt.
Warum sich die Diskussion hier vorallem um die Videospiele dreht kann ich ebenfalls nachvollziehen. Aus meiner Sicht geht es gar nicht um die Videospiele an sich.
Nur die Erfahrung zeigt, dass bei solch einem Ereignis immer ein Sündenbock gesucht wird und das sind bevorzugt Videospiele.
Das dramatische daran - und daher auch die Reaktion der meisten hier - ist, dass die Medien, die Öffentlichkeit, die Politik so vorhersehbar reagiert. Dass sie seit Jahren eher versuchen einfache, plakative Antworten für den BILD-Leser zu finden anstatt sich tatsächlich mit dem Problem auseinanderzusetzen. Hier geht es nicht darum, ob wieder Videospiele verboten werden oder nicht, hier geht es um die Ohnmacht gegenüber der nun folgenden Platittüden.
Die Diskussion um Videospiele wird wieder vom eigentlichen Thema ablenken, da die Gründe ja schnell gefunden sind. So kann man dann schneller in Aktionismus verfallen. Wie schon angesprochen: Es ist ja Wahljahr. Und mit einfachen Lösungen die jeder versteht macht man sich beliebter als wenn man der Gesellschaft den Spiegel vorhalten würde.
Ich persönlich fühle mich eher gelähmt und vielleicht sogar gefühlskalt.
Ich bin innerlich ruhig doch ich verspüre Mitleid und Trauer, auch wenn ich dort niemanden gekannt habe.
Angst vor einer weiteren Zensur vor Computerspielen habe ich nicht, das ist mir in diesem Moment vollkommen egal. Doch ich habe schon zu oft solche Dinge erlebt und muss ehrlich zugeben: Ich bin es einfach nur leid. Ich bin es nicht leid, weil dort Menschen getötet wurden, ich bin es nicht leid weil uns evtl. wieder eine Verschärfung der Gesetze bevorsteht.
Ich bin es leid, weil ich die kommende Diskussion in den Medien schon zu oft erlebt habe. Weil ich zu oft erlebt habe, wie sich unsere "Obrigen" auf ein Thema stürzen und nichtmal im Ansatz versuchen zu verstehen was dort vorgefallen ist. Weil man mit den einfachen Antworten wieder schnell bei der Hand sein wird. Weil sich niemand auch nur die Mühe machen wird, die tatsächlichen Ursachen für solch eine Tat zu finden. Und wenn es doch jemand tut, dann wird er im lauten Gezeter von profilierungssüchtigen Politikern und Wissenschaftlern untergehen, denen es mehr um die eigene Karriere als um die tatsächliche Ursachenforschung geht. Ich will sowas nicht mehr hören.
Ich muss zugeben: Aus diesem Grunde bedauere ich die Tat wahrscheinlich am meisten.
Und es erschreckt mich, dass die Medien mich schon so weit gebracht haben. Es gibt den Abstumpfungseffekt, hier wird er ganz deutlich.
Zuletzt bearbeitet: