News Analyse: Wie hoch die Mehrkosten des Glasfaserausbaus auf dem Land sind

modena.ch schrieb:
Die damaligen Multimode Kabel wären bestenfalls für 100 Mbit auf 2 Km gut gewesen. So lange sie neu waren.
Das war damals eine beachtliche Geschwindigkeit, heut brauch ich dafür kein Glas.
Ist komplett sinnlos darüber zu diskutieren, weil wir nicht wissen wo wir heute wären, wenn diese Geschwindigkeit vor 30 Jahren allen zur Verfügung gestanden hätte.

Vielleicht wäre ja dann bereits heute das Fax obsolet und es gäbe viel mehr Fokus auf schnellen Mobilfunk.
Ich kenne das bspw. aus Litauen und Portugal, wo Freunde und deren Freunde längst keinerlei Router mit WLAN mehr im Haushalt haben, sondern alles über mobile flatrates machen - Gaming, Meetings, Streaming. Funktioniert 1A und kostet keine 20€ im Monat.
 
@kicos018 : naja, da in deinem Beispielen Litauen und Portugal stand ebendies vor 30 Jahren ebenfalls nicht zur Verfügung. Daher kannst du nicht sagen, dass dies den Weg zu solchen Verhältnissen (alles über Mobile Flat für 20€ im Monat) geebnet hätte.

Wo der niedrige Preis dort herkommt? Der Durchschnittslohn in Litauen ist nichtmal halb so hoch wie in Deutschland. Du verdienst hier im Schnitt zweieinhalb mal soviel wie in Litauen. Natürlich ist dann in Litauen alles günstiger.
Personalkosten (Techniker, Monteure, Verwaltung, Planung) ist einer der Hauptanteile bei den laufenden Kosten. Auch bei Netzbetreibern.
 
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Interessant wären mal die 'drumherum' -Kosten die diese Truppen von halbwilden so verursachen.
Beschädigte Ver- und Entsorgungsleitungen, Reparatur unzulänglich wieder hergestellter Oberflächen, Beseitigung liegengelassener Materialien und Abfälle...
Dazu dann noch das mehrfache überbauen... Wir haben jetzt, 6 Monate nachdem der zweite Kaspertrupp durch ist, die Werbung von der nächsten Bude im Briefkasten...

Sollte dann irgendwann noch irgend jemand irgend etwas neu verlegen wollen (Gas, Wasser Abwasser, wasweissich), ist der Mehraufwand kaum abzusehen und kostenmäßig wieder reinzubringen. Bin selbst im Straßenbau, was da so hinterlassen wird für die Nachwelt wird uns noch einiges an Kopfschmerzen bereiten...
 
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alyk.brevin schrieb:
aufm land ist schon viele jahre lang mehr als 100mbit/s und dort wird zuerst glasfaser ausgebaut anstatt in der stadt mit 40mbit/s, obwohl laut artikel es sich doch in der stadt mehr lohnen würde und laut deiner aussage es sogar förderung dafür gibt oder geben wird.
Bei uns auf dem Dorf gibts auch 250MBit, aber nur in gewissen örtlich begrenzten Bereichen. In Richtung der Außenbereiche wird es immer weniger, bis in den 16MBit Bereich.
Hier wurde trotzdem Glasfaser ausgebaut, aber nur die Anschlüsse mit <30Mbit haben nen Hausstich bekommen.
Führt zu genialen Sachen, dass die Häuser auf der gegenüberliegenden Seite der Straße den GF Stich bekommen haben, wir (50Mbit) aber nicht. Und da liegen vielleicht so geschätzt 30 - 50m zwischen den Häusern.
Somit alle Häuser als homes passed (auch die 250er) um für die <30Mbit ausbauen zu können.
Die Förderung für Leitungen zwischen 30 und 100 MBit ist derzeit in Planung/Ausschreibung und wird erst demnächst (kommende Jahre) dann umgesetzt.
Ohne die genauen Daten des erwähnten Dorfes (gibts dort evtl. Bereich <30Mbit, die einen GF Ausbau als Förderfähig durchführbar machen), kann man da nur spekulieren.
In der Regel kann man sowas aber im Gigabitgrundbuch oder in den Breitbandatlas Seiten der Gemeinden anzeigen lassen.
Ich wollte damit nur darauf hinaus, dass eine Förderung dazu führen kann, dass auf dem Land früher ausgebaut wird.
Und für deine Stadt kann es halt sein, dass die einfach noch n bißchen warten, bis sie die graue Flecken Förderung einstreichen können.
 
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kicos018 schrieb:
Vielleicht wäre ja dann bereits heute das Fax obsolet und es gäbe viel mehr Fokus auf schnellen Mobilfunk.
Ich kenne das bspw. aus Litauen und Portugal, wo Freunde und deren Freunde längst keinerlei Router mit WLAN mehr im Haushalt haben, sondern alles über mobile flatrates machen - Gaming, Meetings, Streaming. Funktioniert 1A und kostet keine 20€ im Monat.

Nun das ist oft eine praktikable Lösung, aber selbst mit der Netzabdeckung der Schweiz wäre das nicht an jedem Standort möglich. Und da ich grad wieder in Deutschland bin und bei einigen Verbindungsstrassen oder im Hotel mal wieder grad so Edge habe, also 2G was in der Schweiz schon Jahre abgeschaltet ist, seit ihr von solch einer Nutzung des Mobilfunks noch Jahre entfernt.
Selbst mit grossflächigem Glas seit ihr davon noch ganz weit weg.

So kann das aussehen, kost aber auch etwas mehr als 20€

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Was nutzt die tollste Glasfaser, wenn zehntausende Kunden oder gar hunderttausende, (auf mehrere Bundesländer und etliche Landkreise verteilt), wie letzthin geschehen bei der Deutschen Glasfaser an einer einzigen zentralen Faser hängen, die dann über hunderte KM zum nächsten Knotenpunkt läuft, und die bei Straßenarbeiten gekappt wird. Nichts. Natürlich kann der Anbieter nichts dafür, dass so was passiert. Aber diese null Redundanz-Politik (ganze Kommunen als Gewerbekunden kotzten ab, weil ihre IT nicht erreichbar war) ist schon ein Indiz dafür, dass der Kostendruck extrem ist & man an falscher Stelle spart. KRITIS und so.

Auch DGF: seitdem sie wirtschaftlich strauchelt, restrukturiert und Personal abbauen will, hat die Zahl der Störungen extrem zugenommen, derzeit zumindest bei mir im Wochentakt. Ein Schelm wer böses denkt. Das alles passt in ein Muster eines komplett verkorksten Netzausbaus.

KRITIS sollte Staatssache sein. Obgleich ich nicht mehr glaube, dass dieser Staat da besser agieren würde ... 😵‍💫
 
Weyoun schrieb:
Wir haben 1997/98 OPAL Glasfaser bis in den Keller gelegt bekommen. Dumm nur, dass die Telekom seitdem nie was damit anfangen konnte bis auf ISDN mit Kanalbündelung. Zu keinem Zeitpunkt war es uns möglich, DSL darüber zu bekommen,
Richtig, vor allem der Osten war nahezu komplett mit Glasfaser versorgt, hat leider für nichts getaugt. Das Ding mit Kohl ist ein alter Hut und es hätte nichts an der heutigen Situation geändert. Das Glasfasernetz vor 40 Jahren wäre heute nicht mehr in Betrieb. Die Investitionen und Baumaßnahmen hätte man trotzdem.
 
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@Atkatla Das ist mir bewusst und war auch gar nicht der Punkt. Ist aber auch typisch, dass sich nur auf den Preis fokussiert wird. Hätte ich einfach weglassen sollen.

Mir geht's um das "hätte hätte". Wir wissens halt einfach nicht, deswegen ist ne Diskussion darüber ob Kohl nun Schuld hat oder nicht, unnötig.
Persönlich würde ich eher die Frage aufmachen, ob die Kosten-/Nutzenrechnung für flächendeckendes Glasfaser am Ende überhaupt aufgeht, denn in anderen Ländern braucht es eben auch kein FTTH für jeden Privathaushalt um gut digital aufgestellt zu sein.
Sinnvoll wäre es sicherlich, allein aus Gründen der Redundanz. Aber wir wissen doch alle, wie der Infrastrukturausbau hier abläuft und der Mix aus unnötiger Bürokratie, unternehmerischer Gier und alten, geizigen Nachbarn, die größte Bremse überhaupt ist.
modena.ch schrieb:
Selbst mit grossflächigem Glas seit ihr davon noch ganz weit weg.
Sicher. Ich habe aber auch nichts anderes behauptet. Hast ja hier in DE in gefühlt jedem Unlimited Vertrag ne Klausel drin, die das irgendwie einschränkt. Bspw. Drosselung nach X GB/Tag.
 
Was mich mal interessiert wir hier im Haus sind 7 Familien hier liegt Glasfaser in der Straße wenn jetzt das Haus angeschlossen ist gibt es dann 7x theoretische 1000 Mbit/s oder müsste man die 1000 Mbit/s nochmals durch 7 teilen gelten die 1000 pro Wohnung oder pro Haus? Vielen Dank.
 
Incanus schrieb:
@Atkatla: Aber irgendwo kommen sie dennoch alle zusammen und teilen sich die Leistung.
Schon, aber wenn schon deine persönliche Verbindung die Engpassressource darstellt, hast du halt ein noch höheres Risiko eines wirklichen Engpasses.
 
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Ich wohne aufm Berg, bei mir liegen 6 Monate im Jahr Schnee, ich kann zu keinem Nachbarhaus nen Stein werfen und hier haben trotzdem alle die zur Gemeinde gehören nen Glasfaseranschluss (AON) bekommen. Funktioniert wohl nur, wenn man nicht in Deutschland wohnt.
 
coxon schrieb:
Von der Politik erwarte ich auch nichts mehr. Da sitzen zu viele alte Menschen mit zu viel Lobbies die ihnen das Geld in den Hintern blasen. Würds nach mir gehen, würde ich den Glasfaserausbau forcieren und nur bedingt fördern. Klar ist ein Kilometer auf dem Land teurer als in der Stadt, aber den Status Quo hat uns der Herr Kohl mit seiner damaligen CDU und den Kabelnetzen eingebrockt. Damals hat der Ausbau funktioniert, komisch, dass das heute nicht mehr geht.

Und was 2030-2035 angeht, da werde ich hier auf dem Lande immer noch kein Glasröhrchen im Keller haben. Wenn die weiter so leidenschaftslos ausbauen und punktuell fördern statt ganze Gebiete einzuplanen, dann wird das noch 2040 nix mit Abschaltung von Kupfernetzen ...

So, genug /rant ...
So lang sie DSL nicht abstellen werde ich wahrscheinlich auch nicht wechseln, Glasfaser finde ich aktuell einfach viel zu teuer.
 
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wagga schrieb:
Was mich mal interessiert wir hier im Haus sind 7 Familien hier liegt Glasfaser in der Straße wenn jetzt das Haus angeschlossen ist gibt es dann 7x theoretische 1000 Mbit/s oder müsste man die 1000 Mbit/s nochmals durch 7 teilen gelten die 1000 pro Wohnung oder pro Haus? Vielen Dank.
Das hängt u.a. davon ab, wie die Faser zwischen Straße und Haus mit den restlichen Wohnungen verbunden ist. Hat jede Wohnung ihre eigene Glasfaser, oder wird für die letzte Meile zwischen Keller und Wohnung weiter auf Kupferleitung gesetzt? In ersterem Fall kann jede Wohnung "ihre" Leitung mit einer eigenen Wellenlänge versehen und somit 1.000 MBit oder gar mehr bekommen. Zur Straße hin werden dann die verschiedenen Wellenlängen gemultiplext (also parallel über die Faser übertragen) In letzterem Fall hängt es davon ab, wie gut die Kupferkabel im Haus in Schuss sind. Viel mehr als 250 MBit/s pro Wohnung dürften da kaum möglich sein, es sei denn, die Kupferleitungen sind brandneu, sehr kurz und gut gegenüber EMV-Einflüssen abgeschirmt verlegt (betrifft auch das Übersprechen der einzelnen Leitungen untereinander).
 
  • Die Glasfaseranbindung für ein Haus mit sechs Wohneinheiten in der Stadt kostet hingegen 3.330 Euro. 2.750 Euro für den Glasfaseranschluss, dann nochmals 580 Euro für die Inhouse-Verkabelung (N4). Pro Wohneinheit liegt der Preis damit aber bei 555 Euro.

Stimmt die Beispielrechnung mit den 580€ für den Innenausbau wirklich? Sind das nicht eher 580€ je Haushalt, also bei 6 Wohnungen 580x6? (Nicht das das am Ergebnis MFH vs. EFH Ausbaukosten viel ändern würde)

Die eigentlich mal vorgesehene (aber bei den Providern nicht auf Gegenliebe gestoßene gesetztliche Förderung durch Mietaufschlag von 5Jx5€mtl. bis zu 9Jx5€mtl.) hätte ja auch bei bis zu 540€ je Wohnung gelegen.

Ich erinnere mich auch an Providerstimmen von der Anga wie "wer soll das bezahlen" - bei "bis zu" 1000€ inhouse Ausbaukosten je Wohnung im MFH.

Übrigens gibt's in unseren Dörfern, insbesonder im Hauptort der Smatgemeinde auch mal MFH - aber eher die deutlich kleinere Variante MFH im Vergleich zu großen Städten. Aber EFH überwiegen in den Dörfern dann schon deutlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Weyoun
Bei mir war letzte Woche Begehung, i. d. R. baut die Telekom SPs (Sammelpunkte) und jede Wohnung bekommt ihre eigene Faser, nicht nur eine, sondern mindestens zwei (reserve). Wenn die Techniker fit sind, werden die Fasern auch alle fest verspleißt, das ganze Geficke mit den Steckverbindungen führt nur zu Fehlern. Der Techniker der mir meinen DSL-Anschluss geschaltet und auch die Glasfaserbegehung gemacht hat, hat einen dicken Hals, weil die Telekom auf Flexibilität mit Steckverbindern setzt.
Planen ein super stabiles und einfach zu wartendes passives Netz und bauen sich dann mit Steckverbindungen Fehler ein, die er beheben muss.
 
ONT ist nun da. Wohl noch ein Monat bis verfügbar.
Schaut man sich jetzt die Seite von dem Anbieter an habe ich meine Konditionen gar nicht mehr sondern bessere :D
Da hat man doch direkt Lust zu Kündigen (Vertrag 2023-Q4) und auf den Nächsten warten der drüber baut.
 
Dr. MaRV schrieb:
Bei mir war letzte Woche Begehung, i. d. R. baut die Telekom SPs (Sammelpunkte) und jede Wohnung bekommt ihre eigene Faser, nicht nur eine, sondern mindestens zwei (reserve).
Wie funktioniert das mit Bestandsbauten, wo die alten Kupferkabel schön versteckt unter Putz liegen (natürlich nicht in Leerrohren, wo man leicht rankäme)? Man könnte zwar Aufputzkabel aus dem Keller noch oben verlegen, aber die Optik ist dann nur noch suboptimal (sichtbare Kabelkanäle in Treppenhaus und Wohnung). Und Aufhacken der Wände ist sicherlich auch keine Lösung.
 
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Wenn es keinen Versorgungsschacht gibt, dann ist das eben so. Aber wenn die Optik und Ästethik dem Eigentümer so wichtig ist, kann er ja Schlitze stemmen, Rohre verlegen und alles wieder schön verputzen und streichen lassen.
 
@Incanus Wäre ich Vermieter eines Mehrfamilienhauses, hätte ich wenig Interesse, dafür auch noch Geld ausgeben zu müssen. Wie hässlich das am Ende aber wirkt, sehe ich jedes Mal, wenn ich meinen Vater in seiner modernisierten "Platte" besuche. Die alten DDR-Alu-Kabel hat man in Decken und Wänden belassen und einfach neue Kupferkabel mittels weißer Kabelkanäle an Decken und Wänden "angepappt". Und das in jedem Raum.
 
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