News Analyse: Wie hoch die Mehrkosten des Glasfaserausbaus auf dem Land sind

Incanus schrieb:
Habe ich ja auch nicht gesagt, es gibt solche uns solche. Aber irgendwann ist halt eh mal eine Renovierung fällig.
Das schon, aber stemmt man dann gleich die Wände auf? Das käme einer Kernsanierung gleich, was man vielleicht alle 60 Jahre mal macht (macht evtl. Sinn, wenn man z.B. auf Fußbodenheizung umstellt und eh alles aufstemmen muss).
Ergänzung ()

Dr. MaRV schrieb:
Gibt Möglichkeiten die Leitungen nahezu unsichtbar zu verlegen.
Je unsichtbarer, desto teurer. ;)
Ergänzung ()

Nebula123 schrieb:
OPAL war damals modern, aber als point-to-multipoint bzw. Stern/Baum nicht für das geeignet, was wir heute brauchen (point_to_point). Da DSL damals zwingend Kupfer ab dem HVT brauchte ging in den OPAL-Gebieten auch kein DSL.
OPAL war "modern", aber man konnte außer ISDN nichts damit anfangen. Auf der anderen Seite ging ISDN aber auch mit dem 50 Jahre alten "Klingeldraht". Also "modern" klingt für mich anders. Es war eher "anders". ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Weyoun schrieb:
Auf der anderen Seite ging ISDN aber auch mit dem 50 Jahre alten "Klingeldraht". Also "modern" klingt für mich anders. Es war eher "anders". ;)
ja, für ISDN war OPAL ideal, aber beim Kupfer kam es auch auf das Kabel an, da mussten teilweise Verstärker rein, weil man am Kabel gespart hat.
Ein alter Telekomiker hatte mir damals in der Ausbildung mal erzählt: In Westdeutschland haben die früher so dicke Adern in die Erde gelegt, da kannst du DSL kilometerweit betreiben.
Wir haben hier, an guten Stellen 0,7mm Durchmesser, meist nur 0,5 oder gar 0,35mm. Da freut sich die Dämpfung.
 
Weyoun schrieb:
Das schon, aber stemmt man dann gleich die Wände auf? Das käme einer Kernsanierung gleich, was man vielleicht alle 60 Jahre mal macht
Sorry aber Du übertreibst maßlos, einen Schlitz zu fräsen kann man nicht mit einer Kernsanierung gleichsetzen.
 
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Blutomen schrieb:
Kommt arg auf die Regionen an .. wenn man an den Demografischen Wandel denkt .. vor 10 Jahren hab ich in nen Bericht aus Thüringen schon gelesen, wie viele Orte/Dörfer eigentlich vor dem Rückbau stehen müssten. Hier muss man sich Gesellschaftlich eigentlich die Frage stellen, inwiefern sollte man nicht über den Rückbau von Kleinstdörfern nachdenken.

Die Infrastruktur die da ist, verfällt eh.
Neue Infrastruktur hinziehen ist unsinnig und ein Grab für Fördergeld.
Und in spätestens 10-20 Jahren sind die letzten Bewohner für die man Glasfaser hin zieht eh .. nicht mehr da.

Auch wenn ich dir im Prinzip recht gebe, aber das funktioniert nicht.
Oben bemängelst du ja auch den Bürokratiewahnsinn und dieser wäre ungleich größer wenn du anfängst Dörfer "zurückzubauen".
Wie willst du die Grundstückseigner dort entschädigen? Ist ja nicht so als hätte der Staat überall in DE ne Menge ungenutzten Grund, welchen er für Umsiedlungen bereitstellen könnte.

Im Münchner Bereich hast du ja eher eine Stadtflucht... Da die Preise in der Stadt nicht mehr bezahlt werden können, versuchen die Bewohner seit 10 Jahren in den Münchner Speckgürtel umzusiedeln. Mittlerweile sind die Preise dort ähnlich hoch wie in München selbst.
Bin froh damals gekauft zu haben, Haus+Grund sind nun doppelt so viel Wert. Dafür warte ich dann gern auch ein wenig länger auf Glasfaser (250Mbit VDSL sind ehrlich gesagt auch erstmal ausreichend).
 
Ist immer so ne Sache mit Glasfaser überall und den Kosten.

Bei uns im Örtchen wurde letztes Jahr Glasfaser verlegt,
was aus (nicht nur) meiner Sicht hier völlig unnötig war,
da VDSL hier stabil mit fast 300 MBit anliegt (allermeist völlig ausreichend).
Das Geld für die Buddelei hätte man schon mal sparen können.

Und: die Verlegung hat sich endlos gezogen, weil dies und das nicht geklappt hat.
Erst sollte nur auf einer Seite verlegt werden, dann wurden beide aufgerissen.
Neue (!) Strasse sieht teilweise aus wie ein Flickenteppich; Bürgersteige sowieso.
Beschädigungen am Wohneigentum en masse.
Reparaturen (wenn überhaupt ausgeführt) dann mehr schlecht als recht!
Und Dreck und Verschmutzung ohne Ende.
Der Bautrupp hier war auch ganz :kotz:.
Andere Trupps im Ort haben um einiges besser und ordentlicher gearbeitet.
Aber nun ja, wenn Telekom billigste Arbeitskräfte aus dem Ausland holt,
muss der Anwohner halt mit leben.
 
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Incanus schrieb:
Sorry aber Du übertreibst maßlos, einen Schlitz zu fräsen kann man nicht mit einer Kernsanierung gleichsetzen.
Bei einem einfachen Schlitz bleibt es nicht, wenn man vom Keller bis in den dritten Stock sämtliche Datenverkabelung austauscht. Und wenn man die übrigen Stromkabel gleich noch mit tauscht, bleibt vom ursprünglichen Putz sowie Estrich nicht mehr viel übrig.
 
Am Besten macht man dann gleich noch den Umbau auf Fußbodenheizung mit Wärmepumpe, Photovoltaik und Solarthermie.
Oder gleich einen Neubau, wenn man schon mal dabei ist, lohnt sich doch für Glasfaser.
Sorry Weyoun, aber Du hast Dich da komplett verrannt.
 
Weyoun schrieb:
Das käme einer Kernsanierung gleich,
Für Glasfaser in die Wohnung? Naja - in den meisten MFHs gibt es im Bereich der vertikalen Erschließung fast immer Steigepunkte (also da wo eben die Hauptversorgung der Wohnung in der Wand verläuft). Im Keller gehts vom Anschlussraum in aller Regel ohnehin Aufputz. Die Arbeiten für so eine Verlegung sind weit weg von einer "Kernsanierung". Es klemmt ja meistens eh daran, dass viele dieser Gebäude im Besitz von WEGs sind - und da ist es fast traditionell schwierig von allen Eigentümern eine Zustimmung zu bekommen.
 
TilTuesday schrieb:
Gut, gerade auf dem Land wird man nicht so häufig diese Mehrfamilienhäuser finden. Hinzu kommt, dass viele Bewohner schon älter sind und einfach keinen Bedarf für einen Glasfaseranschluss haben. Vielmals gibt es dann nur ein, zwei Haushalte pro Straße die Interesse haben und das macht den Anschluss dort dann unrentabel und teuer.

Hab ich auch so erlebt. Unfassbar dumm. Wir haben für den Hausanschluss genau 0€ gezahlt. Die einzige Bedienung war ein Vertrgag bei Dt. Glasfaser. (Der massiv vergünstigt 8st, und ne kurze eff. Laufzeit hat). Und wenn die alle in ein paar Jahren unter die Erde gehen, dann gibts wieder Ärger da man die alte DSL-Infra abschalten will....
 
In unserer kleinen Gemeinde auf dem Land ist seit 2 Jahren der zweite geförderte Glasfaserausbau durch. Bisher wurden vor allem die abgelegenen Häuser erschlossen. Jetzt steht der Rest auf dem Programm. Die Förderung nach Gigabitrichtlinie 2.0 ist genehmigt und aktuell wird die Ausschreibung gemacht. Ich sehe da zwar erst eine Fertigstellung 2029 oder 2030, aber bis da hin werden unsere Vectoring und Super-Vectoring Anschlüsse schon noch laufen. Bei der Anschlussquote gehe ich mal von nahe 100% aus. Ohne jeglicher Förderungen würden wir hier noch per Rauchzeichen kommunizieren.
 
Child schrieb:
Für Glasfaser in die Wohnung? Naja - in den meisten MFHs gibt es im Bereich der vertikalen Erschließung fast immer Steigepunkte (also da wo eben die Hauptversorgung der Wohnung in der Wand verläuft).
In meinem nürnberger Mehrfamilienhaus von 1978 (6 Mietparteien) ist da so gut wie nichts vorbereitet. Der Erstvermieter (der Vater der jetzigen Vermieterin) wohnte anfangs selbst im Haus und hat gespart, wo man nur konnte (es gibt u.a. nur einen einzigen Wasserzähler im Haus und der Verbrauch wird dann über Personenzahl und Quadratmeter abgerechnert). Ich bin froh, wenn ich bald mal eine modernere Wohnung finde. Es ist schon immer abenteuerlich, wenn ein Mieter mal wieder von der eigenen Sat-Anlage zu Vodafone Cable wechseln will und dann jedesmal eine Kreuzverschaltung zwischen Keller und Dach vorgenommen werden muss zur Multimedia-TV-Dose.

Bzgl. Sanierung: Da ist meine Vermieterin nicht besser als uneinige Eigentümergemeinschaften. Sie investiert einfach nix.
 
bei dem Titelbild bekomme ich Albträume. Was habe ich mitgearbeitet, dirigiert, angeführt und wurde noch nichtmal bezahlt. Ich besitze einfach mehrere Immobilien.
 
@Andy
  • Die Glasfaseranbindung für ein Haus mit sechs Wohneinheiten in der Stadt kostet hingegen 3.330 Euro. 2.750 Euro für den Glasfaseranschluss, dann nochmals 580 Euro für die Inhouse-Verkabelung (N4). Pro Wohneinheit liegt der Preis damit aber bei 555 Euro.

Vielleicht aber auch 580€ + 2750/6=1.038,33 € je Wohneinheit? (Stadt)

Aber ein deutlicher Unterschied zwischen MFH und EFH bleibt.

PS af@comp.. Konnte Ihnen leider keine mail mit Link auf diesen Post zuschicken: "Too much phishing" meint inexio dazu.
 
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modena.ch schrieb:
Das Einzige was da noch sinnvoll nutzbar wäre, sind vielleicht die Lehrrohre.
Und das ist genau der Punkt. Man hätte auch einfach mal anfangen können Kupfer in Rohren zu verlegen. Dann könnte man das easy ohne bzw. mit deutlich weniger Tiefbau austauschen oder zusätzlich einblasen.
 
Also pi x Daumen
• 1500€ home passed Ausbau je Gebäude
• 1500€ für den Hausstich: aus home passed home connected zu machen je Gebäude
• 600€ für den Innenausbau nur im MFH je Gebäude

Dann überschlagen wir mal großzügig ..

Etwa 25 Mio (von 43 MIo) Haushalten sind mit home passed versehen, fehlen gute 15 Mio Haushalte.
Laut VATM sind 2.2+2.5 Mio = 4.7 Mio EFH (von 13.3 Mio) bereits home connected. Bei einer Quote von 30% wären dann beriets 4,7Mio/30% (=15Mio) alle EFH home passed. Bei 40% Quote auch noch fast alle. Bei ZFH (2.5 Mio Gebäude) sieht's ähnlich aus. Bleiben vielleicht 20-13,3-2.5 Mio = ca. 5..6 Mio Gebäude (MFH) die fast alle noch nicht home passed sind.
• 6 Mio x 1500€ = 10 Mrd € an "eigenwirtschaftlicher" Provider Investsumme um "home passed " fertigzustellen

Etwa 10 Mio Haushalte sollen "home connected" sein. Davon sind bereits 5 Mio EFH, dazu ein paar ZFH. Die Anzahl der MFH ist eher klein. Bei EFH ist home connected = 1 Haushalt. Also fehlen an Häusern mit Haustich wohl in der Gegend 20 MIo - 5 Mio = 15 Mio
• 15 Mio Häuser x 1500€ = 20 Mrd € an Investsumme für Provider um "home connected" (quasi FTTB) für alle Gebäude fertigzustellen.

Und schließlich gibt's 43 Mio - 13,3 Mio (EFH)- 5 Mio (ZFH-Haushalte) = 25 Mio Haushalte in MFH
• 25 Mio x 600€= 15 Mrd € an Investsumme für Provider/Mieter um NE4 in MFH (Glasfaser vom Keller in die Wohnung) fertigzustellen.

plus natürlich die Förderung für home passed in nicht eigenwirtschaftlich ausbaubaren Gebieten. Die ist aber nicht von den Providern aufzubringen sondern vom Bund.

Macht summa Summarum für die Investoren der Provider:
10 + 20 + 15 =45 Mrd € um den Glasfaserausbau in Deutschland fertigzustellen.

Bei rund 10 Mrd € Invest/a (halbe halbe Telekom und Alternative) wie sie in den letzten Jahren von den Providern getätigt wurde (auch wenn sicher nicht alles in den Glasfaserausbau geht) sollte das also schon bis in die frühen 2030er Jahre zu erledigen sein. Wenn die Förderung des Bundes oder das aufwendigere Bauen in zersiedelten Fördergebieten vielleicht nicht mithalten sollte kann sich dieser Teil der Fertigstellung natürlich etwas länger hinziehen.

Also Kupferabschaltung (typ. 3J ab Start des Prozesses) beginnend ab spätestens 2030 - ist eigentlich ein Muß? Die EU liegt also fast richtig damit. Ebenso - sollten sich die Streithähne beim Gebäudekampf (Hauseigentümer und alle Provider auch gegeneinander, man gönnt sich ja nix) wohl langsam über Vorgehensweise und Grad des zähneknirschend zugelassenen Wettbewerbs im Gebäude (NE4-TAL oder auch nur Bitstrom) einig werden. Auch schon um die Investoren nicht noch mehr zu verschrecken.

Und das Schöne ist - ewig muß man wohl nicht mehr auf Glasfaser warten. Nur noch gute 5J .. insbesondere in zersiedelten Gebieten möglichweise auch a bisserl länger. Im EFH und vielleicht auch ZFH könnte man vielleicht auch etwas früher dran sein.

Vorausgesetzt ich hab mich nicht großzügig verschätzt. ;)



https://www.vatm.de/wp-content/uploads/2025/08/Anga-VATM-Studie-Langfassung-V5.pdf
 
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