Arbeit oder Studium?

@ndy42

Cadet 1st Year
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Hallo Leute,

ich weiß nicht was ich tun soll. Studieren oder doch weiter arbeiten?

Zuerst ein paar Infos:
Zur Zeit mach ich noch mein Fachabitur. Hab bereits eine Lehre als Fachinformatiker Anwendungsentwicklung abgeschlossen.
Falls ich studieren würde, interessiert mich auch hier der Studiengang Informatik.
Ich (bin 20 Jahre alt) persönlich bin leidenschaftlich Softwareentwickler. Lerne auch zu Hause oftmals und schau mir neue Programmiersprachen an, hab auch großes Interesse an der ganzen Technik mit der ich als Fachinformatiker zu tun habe. Informier mich da immer täglich was es neues gibt, und was die momentane Technik so leisten kann. Durch das Fachabitur vermisse ich die Praxis die ich habe in der Arbeit, aber mich nervt auch oftmals die "Lernerei".

Naja, zurück zum Thema. Ich kann mich momentan nicht entscheiden ob ich jetzt wieder zurück in das Berufsleben oder doch lieber ein Studium beginnen soll. Will schließlich mir nicht in ein paar Jahren in den Hintern beißen weil ich dann doch nicht studiert habe und so eventuell mir die Zukunft erschwere.

Habt ihr vielleicht Ideen was ich machen könnte? Oder wisst ihr etwas über Weiterbildungen bzw. Fortbildungen die man machen kann damit man hier auch seine Erfahrungen und "Abschlüsse" sammeln kann? Oder was würdet ihr tun?
Studieren ist schon schön und gut, nur bekomme ich hier keine Berufserfahrung und kein Gehalt. Kann man ohne Studium eigentlich genauso aufsteigen in einem Unternehmen, und hat man ohne auch die gleichen Aussichten auf einen Job (bei sehr guten Leistungen und Engagement in der Arbeit)?

Vielen Dank schonmal über eure Erfahrungen und Sichtweisen! ;-)

MfG @ndy42
 
Wenn dich die Lernerei nervt, dann wird ein Studium eher nichts für dich sein.
Aber auch hier kommt es drauf an. Ich kenne mich im Bereich der Informatik nicht aus. Da gibt es sicherlich sehr viele verschieden Teilbereiche und da solltest du dir schon mal ernsthaft Gedanken darüber machen, in welchem Bereich du rein willst.

Außerdem kann man ja sowohl an einer FH als auch einer Uni studieren. Bei der ersten Variante dürfte die Praxis eine größere Rolle spielen, aber auch hier habe ich nicht wirklich Ahnung.

Ein Studium garantiert noch lange keine steile Karriere. Ich denke die Zeiten sind vorbei. Man muss schon wirklich sehr gut in seiner Sache sein, in Kombination mit Engagement, aber auch das garantiert gar nix. Ob du ohne ein Studium aufsteigen kannst, kann man so pauschal auch nicht sagen. Es kommt immer auf den jeweiligen Betrieb, Firma, etc. an und wie man sich selbst anstellt und wie die Verhältnisse um einen herum sind. Oftmals ist es einfach nur vom Glück abhängig.

Andererseits, wenn du schon denkst, ein nicht aufgenommenes Studium würde dich in ein paar Jahren dann ärgern, dann solltest du dir das ganze mal ernsthaft durch den Kopf gehen lassen. Vielleicht macht hier auch eine Pri & Contra-Liste einen Sinn. Du schreibst alles auf was dagegen und dafür spricht und kombinierst das vielleicht mit Gesprächen bei Leuten, die in deiner von dir beschrieben Berufssparte tätig sind. Dann hast du einen guten Überblick und deine Einschätzung wird dir deine Entscheidung klarer machen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Studium eigentlich immer lohnt. Zumindest was die persönliche Entwicklung betrifft und das ist schon viel wert. Und ich komme vom Zweiten Bildungsweg.
 
@ndy42 schrieb:
Kann man ohne Studium eigentlich genauso aufsteigen in einem Unternehmen, und hat man ohne auch die gleichen Aussichten auf einen Job (bei sehr guten Leistungen und Engagement in der Arbeit)?

Wenn Du der Beste und evtl. auch Einzige mit gewissen Kenntnissen bist, dann ist das möglich, aber eher unwahrscheinlich.
Nimm' doch bloß als Beispiel 2 gleichwertige Bewerber ... gleiche Berufserfahrung, gleiches Engagement, alles ziemlich ähnlich...nur hat der einen einen Hochschulabschluss und der andere nicht. Wen würdest du denn bevorzugen?

Man darf auch nicht vergessen, dass ein Hochschulstudium nicht nur "fachliches" enthält. Im Idealfall werden auch Dinge wie soziale Kompetenz oder Leiten von kleinen Teams vermittelt. Auch durch viele Vorträge und schriftliche Arbeiten wird man für "höhere" Aufgaben vorbereitet...man möchte ja evtl. nicht bis 60 Softwareentwickler sein, sondern eben - wie du schon sagtest - auch mal aufsteigen...z. B. in Richtung Projektmanagement, Sachgebietsleiter usw.
Ohne Studium wird das schwer.

Da ich aus dem öffentlichen Dienst komme, noch ein Tipp: Gerade hier ist Qualifikation fast wichtiger als Berufserfahrung. Da ist ein Fachhochschulabschluss für den gehobenen und ein Hochschulabschluss für den höheren Dienst fast verpflichtend.

Achja...aus der Verwandschaft heraus auch noch ein Besipiel: Bist du dir über die Inhalte eines Informatikstudienganges vertraut? Ich kenne gleich 2 Leute, die auch leidenschaftlich (und auch sehr gut) programmiert haben, aber das Grundstudium Informatik nicht überlebt haben. Es geht halt zuerst fast nur um Mathematik und Logik ... praktisches Arbeiten ist zumindest die ersten Semester kein Thema...da muss man erstmal durch.

Gruß

Nando
 
Ganz ehrlich? Ich würde den ohne Hochschulabschluss in diesem Fall vorziehen... Ganz logisch sogar:

Wieso sollte ich als Unternehmen, bei wirklich GLEICHEN Bewerbern bitte mehr Geld für eine Position ausgeben? Der Kerl mit dem Bachlor verlangt in jedem Fall mehr Geld als der ohne. Dadurch hab ich vielleicht 10.000 Euro gespart in dieser Position und bekomme einen Arbeiter mit selben Niveau.

Ein Studium gibt einem keinen Freifahrtschein nach ganz oben, das wurde hier schon oft erklärt.


Eins kann man sagen: Studium ist einfach gesagt, Dinge zu lernen, die man nicht lernen will.
 
Von gleichen Bewerbern kann man in dem Fall ohnehin nicht sprechen, da ein Hochschulabschluss = bessere Qualifikation bedeutet.

Ein Studium ist kein Freifahrtschein, macht die Sache, erfolgreich und gut bezahlt ins Berufsleben zu starten, aber deutlich einfacher.
Und auch in späteren Jahren kann sich das Studium bezahlt machen. Die Chance, in Führungspositionen aufzusteigen, ist natürlich größer.
Gerade große Unternehmen werden nicht studierten Leute diese Chancen kaum bieten.
 
Ich würde an deiner Stelle Arbeiten gehen und nebenbei ein Fernstudium machen. Du verdienst Geld, kannst dein Studium bezahlen und hast deine praktischen Aufgaben, sowie deine Weiterbildung mit dem Studium. Manch ein Arbeitgeber unterstützt einen sogar dabei.
 
Klonky schrieb:
Wieso sollte ich als Unternehmen, bei wirklich GLEICHEN Bewerbern bitte mehr Geld für eine Position ausgeben? Der Kerl mit dem Bachlor verlangt in jedem Fall mehr Geld als der ohne. Dadurch hab ich vielleicht 10.000 Euro gespart in dieser Position und bekomme einen Arbeiter mit selben Niveau.
In dem Falle wäre dann der Bewerber mit Hochschulabschluss überqualifiziert für die Stelle und würde höchstwahrscheinlich aus diesem Grunde nicht genommen. Heutzutage richtet sich das Gehalt üblicherweise nach der Stelle und nicht nach dem Abschluss des Bewerbers. Es ist natürlich auch Fakt, dass Stellen ab einem bestimmten Niveau dem Bewerber ohne Hochschulabschluss ganz einfach verschlossen bleiben oder nur sehr schwer durch langjährige Berufserfahrung im selben Unternehmen erreichbar sind.
 
Wenn du gerade durch das Fachabitur im Lernmodus bist, spricht es eher dafür direkt danach mit dem Studium anzufangen. Informiere dich vorher über die kompletten Inhalte und nicht nur die Namen der Vorlesungen ;)
 
Geh studieren und ab 2./3. Semester kannst dir nen guten Werkstudentenjob suchen. Easy 11€/h++ drin, und bei den richtigen Arbeitgeber lernst du sehr viel und hast flexible arbeitszeiten. ;)
Ist natürlich etwas mehr arbeit als nur zu studieren, aber es lohnt sich. :)
 
Hey cool, ein Thread, änhlich wie ich es gemacht habe ...

Ich hatte damals ein allgemeines Abitur in Bayern gemacht und wollte nicht direkt studieren. Meine beiden Interessen galten der Informatik und der Wirtschaft, also hab ich mich für Fachinformatiker und Industriekaufmann beworben, mit dem 100% Wissen, danach zu studieren.
Es kam also dazu, dass ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung machte.
Der Beruf war sehr trocken und ich freute mich schon auf das Studium danach.
Als ich fertig war, wollte ich auch keine Informatik studieren, da ich das Gebiet zwar mochte, aber lieber in die Führungsebene einsteigen wollte anstatt einen studierten Fachangestellten darzustellen.
Folgerlich entschied ich mich gegen das Studium der Informatik und mache gerade mein BWL Studium.
Ich bin fast fertig und habe keine Sekunde daran gezweifelt ob mein Weg der Richtige war.
Ich würde es wieder so machen, auch wenn es langwierig und zäh ist. Aber ich konnte direkt nach dem ABi einfach nicht studieren.
Seit dem Studium bin ich auch durchgehend bei Siemens als Werkstudent mit nettem Gehalt (ca. 16€ brutto/Std) für rund 16Std/Woche angestellt.
Ich kann nicht klagen ... habe meine eigene 3 Zimmer Wohnung, fahre meinen SLK (den ich mir währned der Ausbildung gekauft hatte, ca 10 Jahre alt, vllt 6000€ wert) und lebe ein tolles Leben :)

So far meine Geschichte !
 
Klonky schrieb:
...Eins kann man sagen: Studium ist einfach gesagt, Dinge zu lernen, die man nicht lernen will.

Man will nicht das lernen wofür man sich entschieden hat zu studieren? Deine Logik ist nicht schlüssig. Man entscheidet sich bewusst für ein Studium und hat sich vorher auch dafür interessiert und sich informiert und lernt somit ein Fach das man lernen will. Es mag Vorlesungen geben die mehr oder weniger interessant sind, aber man will das gesamte Fach lernen.

Genau so könnte ich behaupten: "Ausbildung ist einfach gesagt, Dinge zu lernen, die man nicht lernen will." - stimmt aber nicht.

Klonky schrieb:
...Wieso sollte ich als Unternehmen, bei wirklich GLEICHEN Bewerbern bitte mehr Geld für eine Position ausgeben? ....

Korrekt, aber bei wirklich gleichen Bewerbern haben dann entweder beide den akademischen Abschluss oder keiner der beiden ;). Die genannten Bewerber in den Beispiel können also nicht gleich sein.

Scheitel schrieb:
... nebenbei ein Fernstudium machen. ....

Den Weg bin ich gegangen und kann ihn wärmstens empfehlen. Aktuell stecke ich im 2. Fernstudium und bereue keinen Tag davon.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Danke für die vielen Infos, Ideen und Anmerkungen! ;)

Hört sich alles sinnvoll an. Ich hab aber oft bei Ausschreibungen von Unternehmen gelesen das ein Studium notwendig wäre, obwohl ich sagen muss, dass die vorgesehene Stelle auch mit einer Ausbildung zu bewältigen wäre. Also kann man als Ausgebildeter Fachinformatiker dann auch eine Stelle bekommen, die "nur" für "Studierte" ausgeschrieben wäre?

Ich hab mich auch viel schon über den Studiengang Informatik informiert. Hab bekannte in diesen Studiengängen und konnte so auch schon einiges erfahren.

Meine Frage jetzt, bei denen die ein Fernstudium gemacht haben. Wie lief das genau ab?
Ist man da nur zu den Prüfungen und gewissen "Pflichtvorlesungen" an den Hochschulen?
Muss man hier sich eigentlich dann alles selbst beibringen?! Also man bekommt den Stoff und darf den dann selbst durcharbeiten?
Da ich aus dem schönen Bundesland Bayern komme und hier auch einen Arbeitgeber direkt in meiner Nähe hätte, die nächste Frage, welche Hochschulen gibt es in Bayern welche ein Fernstudium anbieten, und welche sind zu empfehlen? ;)

Danke nochmal :)
 
@ndy42 schrieb:
... Ich hab aber oft bei Ausschreibungen von Unternehmen gelesen das ein Studium notwendig wäre, obwohl ich sagen muss, dass die vorgesehene Stelle auch mit einer Ausbildung zu bewältigen wäre. Also kann man als Ausgebildeter Fachinformatiker dann auch eine Stelle bekommen, die "nur" für "Studierte" ausgeschrieben wäre?

Die Frage ist ja welchen Weg der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer noch vorsieht und für den ausgeschriebenen Posten. Man will ja Leute haben die sich entwickeln und das mit einer Entwicklung bereits gezeigt haben. Die ausgeschriebene Stelle ist selten eine Sackgasse, sondern ein Einstieg ins Unternehmen - und dann hätte man gerne einen Studierten.

@ndy42 schrieb:
...Meine Frage jetzt, bei denen die ein Fernstudium gemacht haben. Wie lief das genau ab?
Ist man da nur zu den Prüfungen und gewissen "Pflichtvorlesungen" an den Hochschulen?
Muss man hier sich eigentlich dann alles selbst beibringen?! Also man bekommt den Stoff und darf den dann selbst durcharbeiten?

Das hängt davon ab ...
Zu den Prüfungen muss man hin, vor Ort. Je nach FH gibt es mehr oder weniger Präsenzphasen, ich habe ca. 6 Tage pro Monat (je, Freitag und Samstags)
Man muss sich viel selbst beibringen, aber das ich bei einem Studium eh so, weil man auch nach den Vorlesungen zu hause sehr viel macht. Aus meinem ersten abgebrochenem Studiem und dem Vergleich zum Fernstudium sehe ich kaum Unterschiede - ca. 20 Stunden pr Woche muss man so oder so lernen.

@ndy42 schrieb:
......nen Arbeitgeber direkt in meiner Nähe hätte, die nächste Frage, welche Hochschulen gibt es in Bayern welche ein Fernstudium anbieten, und welche sind zu empfehlen?

Mein ist diese: http://www.hamburger-fh.de/
Und ich würde jederzeit wieder dort studieren - mache ich ja, zum 2. Mal :) (MBA)

Aber schaue nicht nach eine Fern-FH in Bayern, sondern nach Fern-FHs mit Studienzentren in deiner Nähe ;).
 
Hallo,

also generell denke ich ist ein höher qualifizierter Abschluss immer besser. Fachinformatiker ist gut und gefragt - als Informatiker stehen dir denke ich aber dann alle Türen offen.

Wenn du eher ein verschultes Lernen bevorzugst, erkundige dich mal nach den FHs in deiner Nähe. Wenn du erst 20 bist, hast du ja Anspruch auf Bafög - falls deine Eltern zu viel verdienen, dann eben auf die Unterstützung deiner Eltern. Klar verdienst du beim Studium nichts, aber du könntest nebenbei ein bisschen Arbeiten und Berufserfahrung sammeln. Viele FHs beinhalten auch ein Pflichtpraktikum, das wäre dann auch eine gute Möglichkeit für einen Berufseinstieg.

Wenn du Arbeiten MIT Studium kombinieren möchtest, kann ich dir auch die Fernuni Hagen empfehlen, die bieten auch einen Informatikstudiengang an, den man mit Fachabi studieren kann.

Vollzeit würde ein BA Studium drei Jahre, Teilzeit etwa sechs Jahre dauern. Teilzeit hat den Vorteil, dass du nebenbei arbeiten kannst, den Nachteil, dass du dann wirklich eine sehr lange Zeit am Ball bleiben musst.

Ich hab an der Fernuni meinen BA in Psychologie gemacht (in fünf Jahren) - war ziemlich happig, hat sich für mich aber gelohnt.


Egal wie du dich entscheidest, du wirst deinen Weg schon finden, vor allem weil du in einer Branche unterwegs bist, die wirklich gefragt ist.

Nur Mut!

Arthur
 
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