Aufforderung zur Steuererklärung 2011, muss ich?

h00bi

Fleet Admiral
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Hallo zusammen,

ich habe vom Finanzamt eine Aufforderung erhalten dass ich eine Einkommenssteuererklärung für 2011(!) abgeben soll. Es geht dabei wohl primär um die Auszahlung einer alten Rentenversicherungsgeschichte, mein damaliger Arbeitgeber hat diese wohl unversteuert ausgezahlt. Der alte AG ist aber mittlerweile Insolvent, da komme ich nicht mehr an Infos ran.

Laut Finanzamt geht es um ca. 1950€ die der damalige AG scheinbar unversteuert ausbezahlt haben soll.

Grundsätzlich habe ich noch nie eine Einkommenssteuererklärung abgegeben und will das in absehbarer Zukunft auch nicht tun (bitte keine Diskussion ob und wieviel Geld ich da möglicherweise verschenke).

MUSS ich das denn machen? 2011 ist verdammt lange her und der erste Gedanke war: ist das nicht verjährt o.ä.? Andererseits würden sie ja vermutlich nicht auffordern wenn es verjährt wäre, oder?
 

meph!sto

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Steht denn dabei was passiert wenn du der Aufforderung nicht nachkommst ?
 

strempe

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Ja!
https://dejure.org/gesetze/AO/149.html

2011 ist verdammt lange her und der erste Gedanke war: ist das nicht verjährt o.ä.?
nicht unbedingt
https://de.wikipedia.org/wiki/Festsetzungsverjährung


Bonus:
Ich würde einfach mal den Sachbearbeiter anrufen und mit ihm/ihr sprechen. Oftmals können sich so schon einige Dinge vorab klären lassen.
 

parats

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Ja, zumal es auch nur Menschen sind und entsprechend gibt es auch Freiräume.
 

Phear

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Achtung Gefährliches Halbwissen.

Ich habe immer noch im Kopf, dass man eine Einkommenssteuererklärung immer machen muss, sobald man sich einmal dafür entschieden hat. Also entweder nie oder dann halt immer. Falls dem tatsächlich so sein sollte, wäre das hier ein Punkt, den man berücksichtigen muss. Vor allem, weil du ja anscheinend sonst keine machst.
Vielleicht kann dazu noch jemand etwas sagen.
 

hamju63

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Natürlich hat der Arbeitgeber den Betrag unversteuert eingezahlt.
Die Versicherung hat Dir die angesparte Summe dann ausgezahlt und Du hattest sie zu versteuern.

So funktionieren betriebliche Altersvorsorgen ja.

Der Betrag wird unversteuert in die Versicherung eingezahlt - verringert dafür aber Dein Steuerbrutto -> Du zahlst all die Jahre weniger Steuern.
Am Ende der Laufzeit, oder bei Kündigung des Vertrages, wird die Summe an Dich ausgezahlt und muss von Dir versteuert werden.
Der Ansatzpunkt bei der ganzen Geschichte ist, dass man als Rentner einen niedrigeren Steuersatz hat als als Arbeitnehmer, also später, wenn das Geld ausgezahlt wird, weniger Steuern darauf entrichten muss, als man es über die Jahre als Arbeitnehmer getan hätte.

Idealerweise hättest Du dem Finanzamt jetzt einfach Deine 2011er Steuererkärung vorgelegt und nachgewiesen, dass Du den Betrag versteuert hast.
So wirst Du das jetzt dann wohl nachträglich machen müssen.
 

Mustis

Fleet Admiral
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@Phear
Das stimmt so nicht. Habe aufgrund mehrfacher Wohnungswechsel immer mal wieder eine gemacht, wenn die Werbungskosten höher als die Pauschale war oder sonstige Gründe dafür sprachen und wenn nicht, dann auch keine gemacht. Bis jetzt hat sich das Finanzamt auch nicht gemeldet.

Ergibt sich aber auch aus dem Gesetz: So bist du verpflichtet, eine zu machen, wenn du in einem Jahr 2 Arbeitgeber hattest (zum Beispiel durch einen Jobwechsel). Wenn der neue Arbeitgeber die Werte des alten nicht berücksichtigt, was meist der Fall ist, dann muss du eine machen. Im Folgejahr jedoch nicht mehr, sofern du weiterhin beim neuen AG bist. Da dies so nahezu jedem mal im Leben passieren wird, müsste irgendwann ja jeder dazu verpflichtet sein, eine Steuererklärung abzugeben. Auch findet sich im EstG kein Paragraf, der einen dazu verpflichtet, weitere Steuererklärungen abzugeben, nur weil man mal eine gemacht hat, selbst wenn diese freiwillig war.
 

latte4711

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Hi,

also ich kenne das auch so wer einmal eine gemacht hat muß es bis an sein Lebensende.
Mir ist es letztes Jahr passiert das ich eine Erinnerung im September vom Finanzamt bekam doch mal meine Steuererklärung abzugeben.
 

h00bi

Fleet Admiral
Ersteller dieses Themas
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Also, ich komme wohl nicht drumrum. Ich darf aber ganz normal meine Werbungskosten und co. in Abzug bringen. Das ganze ist jetzt nur etwas kompliziert wegen 3 Arbeitgebern und zusätzlichem Insolvenzgeld. Daher hab ich mich jetzt erstmal bei Elster angemeldet, aber sicherheitshalber schon mal professionelle Hilfe in der Hinterhand.

Am Ende der Laufzeit, oder bei Kündigung des Vertrages, wird die Summe an Dich ausgezahlt und muss von Dir versteuert werden.
Das ist hier aber nicht der Fall. Die Summe wurde an den Arbeitgeber ausgezahlt und dieser hat mir die Summe ausgezahlt.

Ich habe immer noch im Kopf, dass man eine Einkommenssteuererklärung immer machen muss, sobald man sich einmal dafür entschieden hat.
Das stimmt so nicht.
Wenn du raus rechtlichen Gründen verpflichtet warst (Ehe & Co.) eine zu machen bist du das im Folgejahr nach Wegfall der Verpflichtung trotzdem. DANACH dann aber nicht mehr. Also angenommen du heiratest 2019 und lässt dich 2020 scheiden musst du 2021 nochmal Steuererklärung machen, 2022 aber nicht mehr.
Die Fachgebriffe hierfür hab ich vergessen, aber es ist ein weit verbreiteter Mythos.
 

hamju63

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@h00bi

Das ändert aber doch nichts an der Tatsache, dass Du die Summe zu versteuern hast und nicht der Arbeitgeber.
 

Khaotik

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Steurpflichtig als 0815-Privatperson ist man erstmal nicht. (Single, keine Kinder, normale Arbeitsanstellung)
Man wird z.B. Steuerpflichtig, wenn man sich eine PV-Anlage aufs Dach setzt oder generell Einnahmen aus selbstständiger Arbeit hat. Speziell im ersten Fall wird das Finanzamt aber auch auf die Zukommen zwecks Vorsteueranmeldung.
 

Khaotik

Lieutenant
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Also Steuererklärungspflichtig :D du weißt schon was ich meine ;)
War unglücklich ausgedrückt.
 
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