MaverickM schrieb:
sondern von der schieren Ausgangsleistung, die nötig ist, um ein Chassis zum Schwingen zu bringen. Genauso wie bei Kopfhörern gibt es da halt auch Verstärker, die bereits unten rum zu wenig liefern um Lautsprecher mit schlechterem Wirkungsgrad ordentlich zu befeuern. Das ist simple Physik.
sorry, du hast die "simple Physik" der Verstärker nicht ganz verstanden.
P=U*I, I=U/R daraus folgt: P=U^2/R
eine Verstärker soll die Signalspannung am Eingang um Faktor X verstärken. Zusammen mit dem Widerstand (korrekt Impedanz) vom Lautsprecher geht da nur noch U in die Formel ein.
was genau meinst du also mit:
die bereits unten rum zu wenig liefern
???
Spannung? Ja, dann nennt man das Clipping und es handelt sich natürlich um Verzerrungen.
ich vermute mal, dass du die Ausgangsimpedanz "vergessen" hast. Da muss man auch wieder etwas ausholen.
bei einem "normalen" Verstärker (für Lautsprecher) sollte die Ausgangsimpedanz so niedrig wie möglich liegen. Das liegt daran, dass bei LS relativ große Massen im Bereich ihrer Resonanzfrequenz bewegt werden und der "Dynamo-Effekt" muss so gut wie möglich "kurz geschlossen" werden, dafür benötigt man eine niedrige Ausgangsimpedanz.
die wird bei Amps i.d.R. mit dem Dämpfungsfaktor beschrieben (genau das gibt er ja an, wie gut können (Über)Schwingen gerade im Resonanzbereich kontrolliert bzw. gedämpft werden). Selbst einfache AVR liegen das aber alle so im Bereich von DF=80, d.h. ihre Ausgangsimpedanz ist um Faktor 80 geringer als die Nennlast (die hier mit 8 Ohm angenommen wird), also 0,1Ohm. Ich habe noch keinen AVR mit DF < 40 (das wären 0,2Ohm) gesehen.
völlig anders ist es bei Kopfhörer Verstärkern. Alleine von der Konstruktion der Klinkenstecker usw. kommt es dort ja gerne mal zu "Kurzschlüssen". Schon um sich dagegen abzusichern (und aufwendige/teure Schutzschaltungen zu vermeiden), liegen quasi alle KHV über 1 Ohm Ausgangswiderstand. Bei einem KH kommt es ja auch nicht so sehr darauf an, die Massen sind viel geringer und die Treiber mit ihrer Aufhängung schon rein mechanisch mehr als ausreichend bedämpft.
bei den KH selber liegt die Impedanzen auch viel höher als bei LS. LS sind heute quasi immer 4Ohm mit Minima um die 3Ohm. Selbst KH mit niedriger Impedanz liegen mit 32Ohm schon um Faktor 10 darüber, 600 oder 800Ohm (also Faktor 200) sind aber keine extremen Ausnahmen sondern durchaus üblich.
daher sind im KHV Bereich auch mal 100Ohm oder mehr völlig normal. Bei üblichen (einfachen) Stereo Verstärkern <1000€ (genauso bei AVRs) wird i.d.R. gar kein KHV Verbaut, sondern für den KH Ausgang werden die normalen Endstufen angezapft und über meist 470 oder 560Ohm Widerstände für den KH genutzt. Das erkennt man immer daran, wenn LS und KH nicht gleichzeitig betrieben werden können und beim Einstecken des KH ein Relais klackt, das eben die Ausgänge umschaltet.
kombiniert man jetzt einen KH mit sehr niedriger Impedanz mit einem KHV mit sehr hoher Ausgangsimpedanz (z.B. durch die o.g. "Anzapf-Widerstände"), dann kommt es (zur Erinnerung: P=U^2/R, wobei R sich aus Ausgangsimpedanz und KH Impedanz, beides nicht "starr") zu "komischen Effekten.
aber bitte Aufpassen! Das passiert NUR bei KHV mit sehr hoher Ausgangsimpedanz, hat bei einigen KH sogar einen positiven Einfluss auf den Klang und sollte auf keinen Fall auf "richtige" Endstufen und AVR verallgemeinert werden, die eben wie gesagt alle bei <<1Ohm und damit um Zehnerpotenzen unter der Lastimpedanz liegen.