Exit666 schrieb:
Erst mal -
Alles gut, du hast vermutlich initial auch nicht gewusst, wohin ich mit der Fragerei wollte

Ich bin keinesfalls darauf aus, das HiFi-Equipment anderer madig zu reden, ganz im Gegenteil - da bin ich ja selbst viel zu "irre/individuell" aufgestellt mit meinem eigenen Setup, um mir das erlauben zu dürfen ^^ Aber ich weiß auch, dass das im HiFi-Sektor unheimlich schnell passiert.
Wenn du mit deinem Tonabnehmer soweit zufrieden bist, ist das grundsätzlich in Ordnung, aber wenn sich für dich die Möglichkeit ergibt, würde ich dir dringend ans Herz legen, mal bei anderen Herstellern zu wildern. Die beiden genannten Nagaokas oder die Goldring kann ich da wirklich nur wärmstens empfehlen.
Zugegeben: die MP-150 ist mittlerweile echt unangenehm stark im Preis angestiegen und auch die Goldring für ~250 Euro befindet sich schon in einem Bereich, wo es ganz schön reinhaut, aber akustisch hat mich insbesondere letzte sofort überzeugt.
Ich habe selbst "zu Beginn" meiner Plattenhörerei einen VM95E genutzt. Der war auch grundsätzlich okay, aber eben nichts, was mich im Direktvergleich "Schallplatte vs. CD" (und da habe ich viele Vergleiche) vom Hocker gehauen hat. Selbst, wenn Half Speed Mastering (z.B. Brothers in Arms) zum Einsatz kam, war die Audiotechnica leider nicht in der Lage, die Vorteile der Schallplatte gegenüber der CD herauszuarbeiten.
Mein Werdegang war dann erst die Nagaoka MP-110, mit der ich viele Jahre sehr zufrieden war. Ein zwischenzeitlicher Test mit einer MP-150 war zwar ein kleines, hübsches Upgrade, aber mir den Aufpreis (derzeit ja wahnwitzige ~350 Euro neu) einfach nicht wert.
Letztlich war dann jedoch ein Freund daran Schuld, dass ich von der MP-110 weg bin: er brachte mir eines Tages ohne Vorankündigung die 1006er Goldring vorbei mit den Worten: "Komm, wir testen mal".
Umgeschraubt, ausgerichtet, erste Platte raufgeworfen (eine, die ich in- und auswendig kenne: Madonna - Immaculate Collection) und es hat ganze 10 Sekunden gedauert, bis für mich klar war: dieser Tonabnehmer verlässt das Haus NICHT!
Hier waren auch schon testweise ein paar andere Systeme im Einsatz, z.B. Ortofon Red, Blue und Concorde-Serien (ja, die harten DJ-Teile ^^). Das war alles immer auf seine Art und Weise ganz nett, aber einfach nicht vergleichbar mit dem, was mir die Goldring liefert.
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Wenn du natürlich auch viel Digital konsumierst, sei es streaming / FLAC/MP3 oder CDs, dann ist das Plattenthema natürlich nur "ein" Teil deines Musikerlebnisses.
Bist du mit der Bühne (Breite, Tiefe, Höhe) deines Setups soweit grundsätzlich zufrieden? Über die Ausrichtung und generelle Aufstellung deiner Front hast du hierbei ja geradezu unendliche Möglichkeiten, Nuancen rauszuarbeiten oder gar nahezu neue Klangbilder zu schaffen. Oftmals braucht man dann in erster Instanz auch keine Laufzeitkorrekturen oder EQs, mit denen am Ende ja lediglich immer nur das allerletzte Quäntchen rausgearbeitet werden soll (was
@Mickey Mouse ja auch beschrieben hat).
Was das Angebot von Vollverstärkern angeht: diese sind nunmal deutlich rarer gesäht, als der typische AVR, der in viel mehr Haushalten Platz findet/gefunden hat. Daher verwundert es auch nicht, dass du hier deutlich mehr Angebote findest.
Auch da ist natürlich nichts Verwerfliches dran, wenn du einfach nen anderen AVR ausprobieren möchtest - oder eben, wie schon zuvor genannt - in Kombination mit deinem jetzigen als Vorverstärker, wenn dir dessen Funktionen und Menüführung zusagen.
Ich denke, was hier mittlerweile deutlich aus dem Therad hervorging, ist die Tatsache, dass schiere Verstärkerleistung keinesfalls nur für "Lauter" steht. Auch bei moderatem oder gar zurückhaltendem Pegel kann insbesondere bei sehr komplexen Aufnahmen ein potenter Verstärker einen ganz anderen Hörgenuss liefern, als dies mit einem eher schwachbrüstigen AVR der Fall ist - auch ganz ohne Psychoakustik.