Backuplösung für Linux gesucht

Bruehwuerfel

Lt. Junior Grade
Registriert
Okt. 2017
Beiträge
310
Ahoi!

Ich habe letztes Wochenende den Sprung ins kalte Wasser gewagt und Windows komplett vom Rechner geschmissen und bin auf Bazzite mit KDE umgestiegen. Soweit erstmal einigermaßen unproblematisch, auch wenn es hinsichtlich Multi-Monitor Setup doch eine kleine Enttäuschung gab. Es kann doch echt nicht sein, daß KDE 2026 immer noch nicht nativ mit Wallpapern umgehen kann, die dafür ausgelegt sind, über 2 oder mehr Monitore gestreckt angezeigt zu werden. Da habe ich mir aber mit Wallpaper-Span eine gute Lösung gesucht bzw. war es sogar mal ein brauchbarer Vorschlag der Such-KI.

Mit der virtuellen Einbindung von Windows 11 mittels Winboat werde ich mich irgendwann mal zwischen Weihnachten und Neujahr auseinandersetzen. Gibt halt doch noch 2 oder 3 Programme, die ich unter Linux noch nicht zufriedenstellend ersetzt bekomme (welche, spielt hier keine Rolle).

So, jetzt hab ich noch das Thema Backup vor mir. Unter Windows habe ich bisher immer AOMEI Backupper Pro und Hasleo Backup Suite genutzt. Und zwar wegen folgenden Features: automatisches monatliches Backup der kompletten Festplatte mit täglichen inkrementellen Backups; Erstellen eines Bootsticks, von dem bei Bedarf gestartet und Images bearbeitet/durchsucht/zurückgespielt/erstellt etc. werden können.

Das Backup wurde dann auf der 2. SSD abgelegt und verwaltet.

Ich hab diverse Suchmaschinen schon bemüht, um diese Funktionalität jetzt auch unter Linux zu haben. Bisher bin ich nur auf Apps gestoßen, die nur innerhalb von Linux Dateien sichern können (also nicht im laufenden Betrieb die komplette SSD mit allen Partitionen sichern), keine Notfallmedien vorsehen oder ähnliche Einschränkungen. Ansatzweise in die Richtung gehen Windowsprogramme, für die es auch eine Server-Edition gibt. Da liegen die Kosten aber in einem Bereich, der nur in einem Firmenumfeld gerechtfertigt ist.
Mir ist bewusst, daß es zum Teil daran liegt, daß Linux nicht Windows ist und so, blabla... Aber hat jemand eventuell jemand einen Vorschlag für eine App, die mir entgangen ist?

Man könnte sagen "ja dann mach die Festplattenbackups doch manuell von einem Stick", aber das ist mir ehrlich gesagt zu umständlich und ich weiß genau, daß ich das regelmäßig vergessen würde.
 
dd if=Quelle of=backup.iso
Ich weiß Oldschool. Aber das nutze ich immer so.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: JustAnotherTux, Samurai76, AndreasF1975 und 2 andere
Und jetzt bitte nochmal so verständlich, daß es auch jemand versteht, der nicht Konsolenbefehle zum Frühstück inhaliert.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: zhompster, phillow, Turr1caN und 6 andere
Der Befehl liest von einer Quelle und schreibt es an ein Ziel.
Quelle kann dabei ein komplettes Block-Device, also bspw. deine ganze Festplatte (/dev/sda) oder eine einzelne Partition (/dev/sda1) sein. Auch NVMes fallen darunter.

Als Ziel würdest du dann bspw. /mnt/nas/mein-backup.dat angeben unter der Annahme, dass du bspw. eine Freigabe deines NAS unter /mnt/nas eingehängt (gemountet) hast.

Das ist wie Linuxfreakgraz schrieb "oldschool", funktioniert aber immer.

Nachteil: Es sichert eben jeden Block. Auch wenn in dem Block tatsächlich nichts drinnen steht. D.h. dein Image wird die gleiche Größe wie die Quelle haben. D.h. wenn du so eine 100GB Partition sicherst, wird "mein-backup.dat" auch eben 100GB groß. Gut, du könntest jetzt einlesen, über tar etc. pipen und etwas komprimieren, aber im Kern bleibt es groß. Echte inkrementelle Backups sind so auch nicht möglich. Zumindest nicht von Haus aus.


Die Frage die du dir stellen musst: Wie und was willst du wiederherstellen? Geht es dir wirklich darum bei einem Totalausfall das gesamte System, inkl. Bootloader und Co., in einem wiederherstellen zu können? D.h. willst du wirklich ein Image-basiertes Backup haben?

Oder tut es bspw. auch ein Datei-basiertes Backup. Das würde aber voraussetzen, dass du ggf. das Linux-System im Falle des Falles neu installieren musst um dann eben dein Home/Konfiguration im Anschluss wiederherzustellen.

Das hat alles Vor- und Nachteile: Ein Image-Backup ist halt wirklich "alles". Erlaubt dafür dann aber nicht nur einzelne Dateien etc. aus dem Backup wiederherzustellen. Ein Datei-basiertes Backup erlaubt letzteres, dafür wirst du so nie einen Bootloader etc. mit sichern können.

Natürlich kann man das auch kombinieren. Bspw. erst mit einem Skript Dinge wie den Bootloader in eine Datei sichern die dann anschließend im normalen Datei-basiertem Backup enthalten ist ;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: fischfilet und Poink
Wenn es Klickibunti sein soll: Pika Backup
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: fischfilet, simplyroman, xXDariusXx und 5 andere
Ein manueller Befehl um selbst Backups zu erstellen, sehr Alt und in früheren Zeiten sehr beliebt. Das Konsolenprogramm dd gibt man mit if= die Quelle an das kann auch die ganze Festplatte sein zB if=/home/deinUserName oder einzelne Ordner wie if=/home/deinUserName/Downloads mit of= gibst du die Zieldatei an .iso für das ISO Format.

Gibt aber schon länger Grafische Tools die kontinuierlich und Inkriminell backupen. https://www.grundlagen-computer.de/...ien-inkrementell-differentiell-und-vollbackup

Ich bevorzuge halt das weil wenn ständig Backups erstellt werden, steigt der Speicherbedarf.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Nick427
Du kannst natürlich auch ein beliebiges Backupprogramm von Windows nehmen, das ein Notfallmedium hat.
Ob jetzt z.B. Acroinis einen Windows- oder Linux-Datenträger sichert, ist dem Programm vollkommen egal.
Aber du musst dafür allerdings von diesem Notfallmedium booten um den Backup anzustoßen.
 
Whistl0r schrieb:
Die Frage die du dir stellen musst: Wie und was willst du wiederherstellen? Geht es dir wirklich darum bei einem Totalausfall das gesamte System, inkl. Bootloader und Co., in einem wiederherstellen zu können? D.h. willst du wirklich ein Image-basiertes Backup haben?

Oder tut es bspw. auch ein Datei-basiertes Backup. Das würde aber voraussetzen, dass du ggf. das Linux-System im Falle des Falles neu installieren musst um dann eben dein Home/Konfiguration im Anschluss wiederherzustellen.

Das hat alles Vor- und Nachteile: Ein Image-Backup ist halt wirklich "alles". Erlaubt dafür dann aber nicht nur einzelne Dateien etc. aus dem Backup wiederherzustellen. Ein Datei-basiertes Backup erlaubt letzteres, dafür wirst du so nie einen Bootloader etc. mit sichern können.
Daß man aus einem Image-Backup nicht einzelne Dateien wiederherstellen kann, scheinen die von mir bisher genutzten Programme dann scheinbar nicht zu wissen. Denn die können das genauso wie der Großteil der von mir unter Windows getesteten Backup-Software. Und zwar sowohl im laufenden Betriebssystem als auch über das gebootete Notfallmedium.

Und ja, mir geht es um ein Imagebasiertes Vollbackup der gesamten Festplatte mit regelmäßigen inkrementellen Sicherungen. Ich habe unter Windwos regelmäßig neue Software ausprobiert oder Einstellungen getestet. Und wenn da was schiefgegangen ist, war es für mich die schnellste Lösung, mal eben das Image mit dem Zustand des Vortages (Sicherung erfolgte immer um 20 Uhr) wieder einzuspielen.

prian schrieb:
Aber du musst dafür allerdings von diesem Notfallmedium booten um den Backup anzustoßen.
Genau DAS will ich ja nach Möglichkeit vermeiden. Unter anderem eben auch, weil ich nicht weiß, ob die Linuxpartitionen korrekt erkennen und verarbeiten können.
 
Linuxfreakgraz schrieb:
Ich weiß Oldschool. Aber das nutze ich immer so.
so richtig Oldschool ist das nur, wenn man noch ein:
bs=<sinnvoller Wert><sinnvolle Einheit>
dazu schreibt. Die ersten Linuxe haben ansonsten byteweise kopiert (und konnten bei bs= als "größte" Einheit tatsächlich nur "k")...
 
Linuxfreakgraz schrieb:
Ein manueller Befehl um selbst Backups zu erstellen, sehr Alt und in früheren Zeiten sehr beliebt. Das Konsolenprogramm dd gibt man mit if= die Quelle an das kann auch die ganze Festplatte sein zB if=/home/deinUserName oder einzelne Ordner wie if=/home/deinUserName/Downloads mit of= gibst du die Zieldatei an .iso für das ISO Format.
Das ist Unsinn!

Bruehwuerfel schrieb:
Daß man aus einem Image-Backup nicht einzelne Dateien wiederherstellen kann, scheinen die von mir bisher genutzten Programme dann scheinbar nicht zu wissen. Denn die können das genauso wie der Großteil der von mir unter Windows getesteten Backup-Software. Und zwar sowohl im laufenden Betriebssystem als auch über das gebootete Notfallmedium.
Hier empfiehlt sich umdenken, 1:1 Images kann man per loop-device als Block-Device ansprechen und damit genauso wie eine "echte" Platte handhaben.

Bruehwuerfel schrieb:
Und ja, mir geht es um ein Imagebasiertes Vollbackup der gesamten Festplatte mit regelmäßigen inkrementellen Sicherungen. Ich habe unter Windwos regelmäßig neue Software ausprobiert oder Einstellungen getestet. Und wenn da was schiefgegangen ist, war es für mich die schnellste Lösung, mal eben das Image mit dem Zustand des Vortages (Sicherung erfolgte immer um 20 Uhr) wieder einzuspielen.
Images sind Windowismen. Kann man nutzen muss man aber nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: fischfilet, cbtaste420, AndreasF1975 und eine weitere Person
Bruehwuerfel schrieb:
Daß man aus einem Image-Backup nicht einzelne Dateien wiederherstellen kann, scheinen die von mir bisher genutzten Programme dann scheinbar nicht zu wissen. Denn die können das genauso wie der Großteil der von mir unter Windows getesteten Backup-Software. Und zwar sowohl im laufenden Betriebssystem als auch über das gebootete Notfallmedium.

Und ja, mir geht es um ein Imagebasiertes Vollbackup der gesamten Festplatte mit regelmäßigen inkrementellen Sicherungen. Ich habe unter Windwos regelmäßig neue Software ausprobiert oder Einstellungen getestet. Und wenn da was schiefgegangen ist, war es für mich die schnellste Lösung, mal eben das Image mit dem Zustand des Vortages (Sicherung erfolgte immer um 20 Uhr) wieder einzuspielen.
Schaue bitte genau hin. Ich spreche davon eine Sicherung von einem Block-Device zu machen. Das ist die unterste Schicht. Der Vorteil: Es ist egal was darüber ist. Es wird einfach gesichert. Der Nachteil ist eben, es sind auch nur Blöcke, d.h. ein Dateisystem und was dahinter kommt siehst du nicht.

Das gleiche hast du auch wenn du mit Acronis ein echtes Sektor-basiertes Image erstellen würdest.

Aber so etwas machen die meisten Programme unter Windows schon lange nicht mehr. Die erstellen ein Pseudo-Datei-basiertes Abbild.

Unter Windows funktioniert dieser Ansatz gut, weil es dort nicht viele Optionen gab. Da hast du dein NTFS und fertig. Unter Linux hast du aber mit ext4, XFS und BTRFS mind. gleich 3 gängige Dateisysteme. Diese können auf einem MDRaid liegen. Darauf kann es noch ein LVM geben. Wenn du so ein Setup auch unter Windows fahren würdest (am einfachsten ginge dies mit Storages Spaces aber keinem Mirror), bist du mit diesen Tools auch am Ende. Das können sie zwar sichern. Aber das bekommen sie nicht mehr wiederhergestellt.

Das kann dir bei einem echten Image nicht passieren. Das kannst du auf jedes Block-Device schreiben und am Ende hast du dann dein MDRaid, LVM und was immer du für ein Dateisystem verwendet hast wieder. Nachteil: Das Image selber ist unbrauchbar (wobei das auch nicht ganz richtig ist: Wenn es wirklich ein vollständiges Image ist, kannst du das Image wiederum als Block-Device mounten...)


Wie auch immer: Worauf ich hinaus wollte ist, dass du dir klar machen solltest, wogegen du dich absichern willst. Wenn dein primäres Ziel die Wiederherstellungszeit des Gesamtsystems ist, und da sind wir dann gleich im Desaster Recovery Scenario, bist du mit dem bereits genannten ReaR gut dabei.

Wenn du aber neu bist, empfehle ich dir dich auf andere Konzepte einzulassen. Evtl. entdeckst du BTRFS/ZFS mit Snapshots für dich? Diese kannst du auch ganz effizient mit btrfs-send etc. auf externen Datenträgern/anderen System speichern, um wirklich ein echtes Backup zu haben.

Oder dir reicht ein Backup mit kopia/borgbackup welche Dateien sehr effektiv, dedupliziert speichern können und wo du die Snapshots dann einfach "mounten" kannst.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Deinorius und Linuxfreakgraz
Bruehwuerfel schrieb:
Und ja, mir geht es um ein Imagebasiertes Vollbackup der gesamten Festplatte mit regelmäßigen inkrementellen Sicherungen. Ich habe unter Windwos regelmäßig neue Software ausprobiert oder Einstellungen getestet. Und wenn da was schiefgegangen ist, war es für mich die schnellste Lösung, mal eben das Image mit dem Zustand des Vortages (Sicherung erfolgte immer um 20 Uhr) wieder einzuspielen.
In Windows ist das „Problem“, dass sich Programme bei einer Installation in vielen Ecken einnisten, einschließlich einer riesigen binären Datenbank namens Registry. Bei Linux installiert ein Programm „nur“ Dateien. Zwar auch in vielen (standardisierten) Verzeichnissen, und auch in bestehende (textbasierte) Einstellungsdateien hinein, aber ein einfaches Dateisystembackup kann das bereinigen. Kein Grund alles plattzumachen und das ganze Image neuzuschreiben (einschließlich neuer Daten, die man vielleicht behalten will).

Ich nutze Borg für meine Backups (es gibt auch GUI-Aufsätze dafür). Das kann zwar ganze Datenträgerimages sichern, aber auch dateibasiert arbeiten (jedes Gerät in Linux ist als Datei abstrahiert). Da es die Daten blockbasiert speichert und adressiert, erkennt es Duplikate, man bekommt also Deduplikation freihaus. Ich habe auf einer 3-TB-Festplatte vollständige Dateisystembackups meines PCs und Laptops, beide haben je eine 2-TB-SSD. Da beide Geräte fast (aber nicht komplett) identische Daten haben, kürzt sich das raus. So habe ich aktuell 19 Backupstände bis zurück zu 2021 auf dieser einen Platte, und sie ist vielleicht zu ⅔ voll.

Es ist zugegeben nicht ganz so 1-2-3-schlüsselfertig wie das was du oben beschreibst. Man muss auch ein Live-System booten, dann den Borg-Snapshot mounten und mit Löschoption das System zurücksyncen. Dafür ist es eben keine Gummihammer-Methode.
 
Zurück
Oben