News Balkonkraftwerke: VDE erlaubt Schuko-Stecker – bis 960 Watt Modulleistung

SaxnPaule schrieb:
@puri Und wenn ich meinen Ofen 10h laufen lasse um Pflaumenmus zu kochen? Da ist die Dauerlast deutlich höher als 800W und das ebenfalls an einer Schuko Dose.
Dein Ofen ist aber über 3 Phasen angeschlossen und arbeitet so, dass im Betrieb die Phasen abwechselnd belastet werden. Das ist keine Dauerlast auf einer Phase und somit nicht zu vergleichen.

SaxnPaule schrieb:
@puri
Wenn jetzt wieder jemand mit dem Argument "Überlastung von Teilabschnitten" kommt, können wir sicher wieder auf ein sehr konstruiertes Beispiel warten, wo ein Verbraucher am selben Stromkreis auch noch 2500W kontinuierlich über 12h bezieht. Einfach lächerlich. Zumal ich keinen einzigen Verbraucher im Haus habe, der über 2kW zieht. Und schon gar nicht über so einen langen Zeitraum.
Hier das gleiche Problem, wenn Du einen Steckdosenkreis auf einer Phase hast, z.B. im Wohnzimmer, und dort mehrere Verbraucher gleichzeitig dran hängen, dann addieren sich die Lasten auf einer Phase und dann ist es auch egal, was das einzelne Gerät verbraucht.
Einfaches Beispiel.
Die Kinder zocken an der Konsole auf Deinem super, duper Heimkinosystem und Du brauchst warum auch immer gerade den guten alten 2000 W Staubsauger von Oma und weil es dunkel ist, machst Du noch den guten alten 1000 W Deckenfluter an.
Da kann es schon mal eng werden mit den 230 V, a 16 A, gleich 3680 W pro Phase.

Und bloß weil Du vernünftig bist, nur enegiesparende Geräte betreibst und auch nie mehr als eines, heißt das ja nicht, dass alle Menschen so handeln.
 
aze131989 schrieb:
1,5er Draht bei Direktverlegung in der Wand ist bei 19.5A offiziell Schluss, Genau darum gibts die Regel, weil Trottel sich Zeug irgendwo rein planlos reinballern.
Und ändert es daran, wenn ich statt Schuko den Wieland Stecker auf das gleiche Kabel anschließe?
 
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Ruheliebhaber schrieb:
Dein Ofen ist aber über 3 Phasen angeschlossen und arbeitet so, dass im Betrieb die Phasen abwechselnd belastet werden. Das ist keine Dauerlast auf einer Phase und somit nicht zu vergleichen.
Welcher Ofen macht das? Ich kenne nur einen Außenleiter für den Backofen, und die beiden anderen auf jeweils zwei Kochplatten.
 
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SaxnPaule schrieb:
Dann erneut die Frage: Es macht dann einen Unterschied ob die Leitung 6 oder 8 Stunden überlastet ist?
Wenn man sich die Charakteristik von einem LSS ansieht ist Zeit ein relevanter Faktor, also ja macht es offensichtlich. Gerade bei einer schwachen Überlast reden wir von mehreren Stunden, die es dauert, bis der LSS auslösen muss.
 
HtOW schrieb:
Zumal VDE ≠ Gesetzliche Vorgaben.
Das ist nicht ganz richtig, denn der VDE erstellt in seinem Bereich die anerkannten Regeln der Technik und erlangt damit Deutungshoheit im entsprechenden Bereich und die Gesetze verweisen über den Passus "nach allgemeinen Stand der Technik" auf diese und weitere Regelwerke (DIN, ISO ...). Es ist also so, als würdest du die VDE-Regeln als Anhang zu den entsprechenden Gesetzen und Verträgen lesen müssen, wenn vom allgemein anerkannten Stand der Technik die Rede ist und du große Argumentationsprobleme im Schadensfall bekommst, wenn du von den Normen abgewichen bist, weil du der Meinung warst es besser gewusst zu haben.

Richtig ist also: Die VDE-Regelwerke sind keine Gesetze, gelten durch ihre Deutungshoheit jedoch als gesetzlich anerkannte Grundlagen gegen die man nicht verstoßen sollte.
 
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Incanus schrieb:
Welcher Ofen macht das? Ich kenne nur einen Außenleiter für den Backofen, und die beiden anderen auf jeweils zwei Kochplatten.
Backofen ist üblicherweise 1 Phase. Kochfelder sind meist 3 phasig.
 
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Ruheliebhaber schrieb:
Dein Ofen ist aber über 3 Phasen angeschlossen und arbeitet so, dass im Betrieb die Phasen abwechselnd belastet werden. Das ist keine Dauerlast auf einer Phase und somit nicht zu vergleichen.
Im Regelfall ist eine Phase der Backofen, eine Phase die beiden linken Kochfelder und die dritte bedient die beiden rechten Kochfelder.
Hatte den Herd letztes Jahr kaputt und mir mal angeschaut wie das verkabelt ist (weil ich eben keinen Elektriker organisieren wollte und gucken wollte ob was offensichtliches defekt/durchgebrannt ist).
Kannst du auch der Aufbauanleitung entnehmen, da ist nichts mit ner dynamischen Lastverteilung drin.

Gibts für die Wieland-Dosen eigentlich irgenwelche zusätzlichen Regelungen?
Sprich ist da eine Einzelabsicherung oder eine geringere Absicherung oder irgendwas in Punkto verwendete Kabel geregelt?
 
Blutschlumpf schrieb:
Gibts für die Wieland-Dosen eigentlich irgenwelche zusätzlichen Regelungen?
Es geht ausschließlich darum, dass der Stecker auch Fingersicher ist. Da sind keine blanken Kontakte mehr, wie beim SchuKo. Der kann zwar theoretisch auch auf Dauer mehr Strom, das ist aber im Bezug auf BKW nicht relevant.
 
Mir gings drum ob es vielleicht irgendeine technische Relevanz für die Unterscheidung gibt, die jetzt nicht direkt offensichtlich ist auf die sich der VDE berufen könnte.
 
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Ruheliebhaber schrieb:
Dein Ofen ist aber über 3 Phasen angeschlossen und arbeitet so, dass im Betrieb die Phasen abwechselnd belastet werden.
Nein. Daher schrieb ich ja Schuko. Ist ein reiner Ofen/Herd ohne Kochplatten.
 
WinnieW2 schrieb:
Andererseits, hätte der VDE auch dem Passus ergeänzen können dass nach einem verbindlichen e-Check der vorhanden Elektroinstallation eine höhere Einspeiseleistung erlaubt ist.
Und was kostet dann die Erbringen des Nachweises, dass die Elektroinstallation "ausreichend" für höhere Einspeiseleistungen ist? ;)
 
aze131989 schrieb:
Nö, es gibt in Deutschland einzig eine Norm (IEC 60884-1) für den Nenstrom und die ist auf eine Stunde bei 16A gelegt. [...]
Wow, so ein Aufsatz mit Schaum vorm Mund, obwohl die Stoßrichtung doch eigentlich die gleiche ist: Es ist nicht die allerbeste Idee, eine Schuko-Steckverbindung länger als eine Stunde mit 16A zu belasten, auch wenn es nicht ganz so klar mit 10A geregelt ist wie ich dachte. Mea Culpa. Entspann dich.
 
Blutschlumpf schrieb:
Im Regelfall ist eine Phase der Backofen, eine Phase die beiden linken Kochfelder und die dritte bedient die beiden rechten Kochfelder.
Außer Du hast Induktionskochfelder mit Kochzonen. Da kannst Du die Leistung wild zwischen den Kochfeldern verteilen, bis zu 7300Watt auf einem.. Standardmäßig sind die bei unserem Mieleherd immer über Kreuz gekoppelt, d.h. gebe ich 3650Watt (TwinBooster) auf das vorne links, funktioniert das hinten rechts gar nicht mehr. Aber dynamisch, um die Leitungen zu schonen ist das auch nicht, nur um die Leistung optimiert verteilen zu können.
 
1. Klar ist die Limitierung auf Modulseite absoluter Schwachsinn. DC Seite hat nichts mit dem Stecker auf AC Seite zu tun wenn die Ausgangsleistung des WR limitiert ist.
2. Die VDE ist nicht weiter als ein versch.... Lobbyverband.
3. Das Konstrukt mit den 800 Watt ist absolute Nische. Denn:

Kabel aus Unterverteilung -> Verbraucher 1 - Verbraucher n = 3.600 Watt. Um jetzt mit einer Balkonkraftanlage dieses Limit der 1,5mm Leitung zu überschreiten müsste das Balkonanlage am ANFANG der Leitung angeschlossen sein. Also -> Unterverteilung -> Balkonanlage -> Danach 3600 Watt an Verbrauchern PLUS 800 Watt. Das hieße da müsstest du einen Einzelstrang haben der über 4.400 Watt zieht (denn 800 Watt Balkon sind ja erlaubt und es könnte ja zu so einer mystischen Konstellation kommen). Und das muss dann noch über viele Stunden laufen UND das Kabel muss noch so verlegt worden sein, das es beim Überhitzen etwas entzündet. UND die Balkonkraftanlage am Anfang hängen. Absolut lächerlich. Aber ja. Möglich ist es. Dafür sollten wir schon die Energiewende kippen. Für die 3 Leute die dauerhaft in ihrem Holzhaus sowas laufen lassen UND die Balkonkraftanlage direkt hinter der Sicherung einbauen.
 
floh668 schrieb:
Kabel aus Unterverteilung -> Verbraucher 1 - Verbraucher n = 3.600 Watt. Um jetzt mit einer Balkonkraftanlage dieses Limit der 1,5mm Leitung zu überschreiten müsste das Balkonanlage am ANFANG der Leitung angeschlossen sein.
Falsch. Solange der Verbaucher mit 4,4kW und das BKW an einer Sicherung sitzen, hast du irgendwo im Kreis mindestens eine Übergangsstelle, wo mehr wie 16A fließen. Wo die Leitung dann im Haus anfängt zu schmoren, ist im Grunde egal.
Ergänzung ()

floh668 schrieb:
Absolut lächerlich
Du gibst es selbst zu, dass es eine solche Gegebenheit durchaus mal sein kann. Das Fackeln der anderen interessiert dich aber nicht, da das nicht auf dich zu trifft, braucht es keinen Schutz davor? Wow...
 
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CubeID schrieb:
Mein Punkt war bzw. ist jedoch, warum sind 800/960W beim Schuko ok und 2000W nicht?
Ach so, sorry! Ja, das ist in der Tat seltsam. Vielleicht hat es was mit dem Requirement "hochwertigere Materialien" zu tun? Das kann natürlich alles oder nichts bedeuten. Ohne Definition der Materialien kann man nichts darüber aussagen, ob Wieland wirklich dem Schuko überlegen ist (bezogen auf mechanischen und elektrischen Stress).

Am Ende sind bei beiden Lösungen (Module bis 960 Watt und Modulleistung bis 2.000 Watt) jeweils maximal 800 Watt im Wechselrichter erlaubt und maximal der DC-Pfad (bei Akku-Lösungen) ist hier unterschiedlich dimensioniert.
Schuko ist bei 960 Watt und 2.000 Watt gleichermaßen letal bei Berührung und die Dauerleistung von 2.300 Watt erbringen ebenfalls beide Steckertypen (bzgl. Stromtagfähigkeit).

Ich bin ja mal gespannt, welche Richtwerte sie dann in Zukunft für BKWs mit Speicher rausbringen werden.
 
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WinnieW2 schrieb:
Ich wollte noch nachtragen...
Jein, den §49 EnWG verweist auf die VDE-Richtlinien... und das reicht Juristen und Richtern sowie Versicherungen im Schadensfall.
Jede gute Versicherung beinhaltet grobes fahrlässiges Verhalten - dann ist man fein raus
 
Timmi schrieb:
@Yosup
Grundsätzlich hast du natürlich recht. Du unterstellst aber einen Edgecase der gleichermaßen den Worstcase abbildet.
Ganz genau! Genau diesen Edgecase/Worstcase muss so eine Norm adressieren.

Wer eben nicht so einen Edgecase hat, muss sich das eben fachkundig bestätigen lassen. Und zwar vom Elektriker. Der darf dann gleich auch viel mehr Leistung installieren. Aber ohne jegliche Begutachtung in Form einer Pauschalgenehmigung geht man völlig zurecht vom Worst Case aus.

Timmi schrieb:
Hier wird versucht 99,9% aller Risiken auszumerzen. Hätte man aber schlauer regeln können.
Nur 99,9% aller Risiken auszumerzen ist total leichtsinnig. Multiplizier halt die 0,1% Unfallwahrscheinlichkeit mit mehreren Millionen potentiellen Installationen und frag Dich, ob Du da wirklich mit persönlicher - oder auch nur moralischer - Haftung mit Deinem eigenen Namen für einstehen würdest. Babys können auch schon bei einem Schmorbrand eine tödliche Rauchgasvergiftung erleiden.

Wenn nein (und das vermute ich) warum sollten es dann die Ingenieure beim VDE?

Wie gesagt, es ist schon verdammt mutig, ohne vorherige Begutachtung der Installation pauschal +3,5 Ampere zuzulassen, zumal das ja nicht alternativlos ist - wer mehr will, lässt halt einfach einen zertifizierten Profi (aka Elektriker oder Solateur) drübergucken und gut ist. Was nutzt es mir, dass Du oder ich ein BKW auch mit mehr Leistung sicher betreiben könnte(n), wenn der Idiot in der Wohnung drunter das eben nicht kann und das ganze Wohnhaus abfackelt?
 
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