News BenQ schießt deutsche Handysparte ab

Den Verlust auf dem Verkauf der Handy-Sparte beziffert Siemens dort auf 546 Millionen Euro, „hiervon sind 413 Millionen Euro direkt Benq zuzuordnen“. Obendrauf sei im Jahr 2006 mit weiteren „Nettozahlungsmittelabflüssen von etwa 500 Millionen Euro“ zu rechnen.

Also nix mit 250-350 Millionen. Das war deutlich mehr. Und:

Bis zum Jahresende will Insolvenzverwalter Martin Prager die Handyproduktion noch aufrechterhalten. „Wir haben drei Monate Insolvenzgeld. Ab dem 1. Januar muß das Unternehmen profitabel sein.“

Wenn das klappt, ist es eine gottgleiche Leistung. Allerdings müssen wohl dennoch ein paar Mitarbeiter ihre Sachen packen. Das gesamte Personal zu erhalten, wird nicht möglich sein. 3 Monate ...

Kleinfeld ist jedenfalls im Eimer. Wenn ich an seiner Seite arbeiten würde, würde ich nun schauen das ich mich schleunigst vom Acker mache damits nicht auch noch auf mich weiterfedert. Der Aufsichtsrat grummelt wohl auch vor sich hin. Weitermachen kann der in keinem Fall. Mal sehen welchen Job er als nächstes macht. Die "Deutschland AG" wird ihn wohl mehr oder weniger auffangen. =/

"Wir sind sehr betroffen von der Entwicklung und es ist für uns unverständlich, dass BenQ Mobile in Deutschland einen Insolvenzantrag gestellt hat", sagte Klaus Kleinfeld, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG.
Golem.de

Ja, alles klar. :rolleyes:
 
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Ja eine weitere "Erfolgsgeschichte":

AEG, Telefunken, Grundig, Braun, Dual, Siemens Mobilsparte ... Nachtrag: Herlitz, Dornier, Agfa, ... (THX Wintermute) ... Grohe Bad-/ Sanitär (THX Relict) ...

Und mal ehrlich, wer will jetzt noch volle Preise für neue BenQ/Siemenshandies ausgeben, wenn die Insolvenz über den Fabrikstandorten lauert? Die können einpacken und die Handys nur noch als Überraschungsdreingabe in Kaugummiautomaten vertreiben, oder als aufgeblasene MP3-Player, wenn die als MP3-Player taugen.

Schon das Timing ist absurd. Jetzt ist die Zeit (kommendes Weihnachtsgeschäft) mit den höchsten Absätzen von Chips und Prozssoren aller Art ... mal schauen ... wenn die Preise in den Keller gehen für Siemens/BenQ Telefone, dann greife ich mir auch mal eins ab ... aus dem Kaugummiautomaten

MFG Bobo(2006)
 
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Ja.
Herlitz, Dornier, Agfa, ...

Siemens, zumindest der Finanzvorstand von Siemens, beginnt Schadensbegrenzung zu betreiben:

Man werde aber genau prüfen, ob das Geld nach Taiwan überwiesen werden muss oder dem insolventen deutschen Tochterunternehmen ausgezahlt werden kann.
Heise.de

Sagt Kaeser.
Na, dann wollen wir doch mal sehen.
 
Ich finde auch dieses Gebarme und Geflehe zum Handykauf den reinsten Hohn.
Vorher haben sie auch einen Dreck drauf gegeben und niemanden gefragt und nun auf einmal uns Kunden ? Tschüss.

Und das Siemens jetzt teure Schadensbegrenzung veranstalten will, nimmt doch auch keiner mehr ernst. Da hätten sie sich auch gleich die ganzen "Umstände" mit Benq sparen können.
Siemens ist rechtlich erstmal auf der sicheren Seite und fein raus, Benq hat auch vom Deal nicht schlecht profitiert. Alles was jetzt noch kommen mag sind maximal freiwillige und beruhigende Almosen, um die Sache ganz zu beenden und wieder zum Alltag überzugehen.

PS:
Übrigens ihr hab in euren "Erfolgsgeschichten" noch Grohe (Bad-/ Sanitär) vergessen, auch ganz mieses Ding.
 
perfekt!57 schrieb:
"Das Versagen des Klaus Kleinfeld"...der mann ist tot.
Wer Gestern nicht die Tagesthemen geschaut hat, sollte sich das hier *klick* mal reinziehen!

Für mich ab ca. Minute 4 ein Highlight, wie unbeirrt der Buhrow - dem dafür imo Respekt gebührt :daumen: - ("Waren Sie zu naiv - haben Sie zu wenig Sicherungen eingebaut"/"Sind Sie der richtige Mann für die Zukunft von Siemens") dem Siemens-Manager in Sachen Verkauf der Handysparte an BenQ schlicht Versagen vorwarf.

Allein die Gestik des Herrn Kleinfeld zum Ende des Interviews spricht für sich selbst - der Mann war anscheinend ob soviel Hartnäckigkeit völlig konsterniert...:D
 
@spiro
Jo. Der Schlussatz von Buhrow sagt auch vieles: "Ich schliesse daraus, Sie hätten damals das Geschäft nicht besser abziehen - abwickeln können" ;)
 
Sehen wir es doch mal so, wie es wirklich ist.
Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen.
Die Politik oder die Medien können da wenig tun, um was zu bewirken.
Die einzigen, die das könnten, sind die Anleger.
Der Börsenkurs kann mehr bewirken, als man denkt. ;)
 
So ist's recht - Vogel-Strauss-Taktik und durch... :rolleyes:

Sich immer nur mit dem Status Quo zu arrangieren, hieße, den Verantwortlichen einen "Persilschein" für ihre Handlungsweisen auszustellen und führte mit Sicherheit nicht dazu, deren Reflexion, die sich aktuell auf den Börsenwert ihrer Unternehmen reduzieren läßt, auf ihre gesellschaftliche Verantwortung auszuweiten.

Zudem unterschätzt Du imo die Macht der Medien, die sich augenblicklich, unabhängig ihrer politischen Ausrichtung, durch die Bank recht kritisch mit dem deutschen Unternehmertum auseinandersetzen. Es kommt doch nicht von ungefähr, dass auch immer mehr Politiker "instinktiv" diese Thematik besetzen...;)

Btw. - auch die Politik könnte das ihrige dazu beitragen. Hierzu bedürfte es allerdings der Einsicht, jahrelang auf das falsche Pferd gesetzt zu haben.
Die Annahme, ein ständiges Verschieben zu Gunsten der Unternehmen generiere auch nur ansatzweise neue/mehr Arbeitsplätze, ist doch statistisch hinlänglich ad absurdum geführt worden.

Dieses aufzuzeigen, bedarf es nun mal Druck - und dieser öffentlich erzeugte Druck muss imo noch größer, respektive deutlicher werden - ich jedenfalls wünschte mir mehr Journalisten vom Schlage eines T. Buhrow...
 
Die Medien stellen in diesem Land leider nicht die 4.Macht (neben der Legislative, Judikative ond Exikutive) dar.
So sehr wir uns das auch wünschen würden.

Das von mir angesprochene "in den Brunnen gefallene Kind" ist schon tot.
Jetzt wird nur noch diskutiert, wann die Beerdigung ist, und was auf dem Grabstein stehen wird.
Das was die Medien gerade versuchen ist begrüssens- und lobenswert.
Doch was die Politik in derem Schatten betreibt ist nichts anderes als Scheinheiligkeit.
Wer in den Vorstandsräten sitzt, sägt nicht am eigenen Stuhl.

Ich wünschte mir auch mehr Journalisten vom Schlage eines Herrn Buhrow.



Seien wir ehrlich.
Was wird höchstwahrscheinlich passieren ?
Variante 1:
Die Handysparte von BenQ wird am Ende des Jahres aufgelöst und die Angestellten sitzen auf der Strasse.
Das Geschrei ist gross, aber sie sitzen auf der Strasse.

Variante 2:
Siemens nimmt die Handysparte zurück und versucht es eine Weile lang.
Die Einstellung wird ohne grossen Wirbel über die Bühne gehen und die Angestellten sitzen auf der Strasse.

Wie gesagt, das Kind ist bereits tot.
 
Siemens wird sich mit Händen und Füßen dagegen wehren um nicht zurücknehmen zu müssen, was sie mühsam losgeworden sind. Und nun auch noch der worst case eintraf. Die werden hier ein bissel zahlen, da ein bissel zahlen und hoffen das alles vorbeizieht und sich Medien und Volk auf den nächsten stürzen, der sich beim Bescheissen erwischen lässt. ;)
 
Habe mir schon überlegt, das an sich verblasste Siemens-Logo aus den Türen meines ehemaligen Siemens-Astra rauszupolieren, um ein wenig Werbung für die armen Menschen machen zu können, die nun bei B***Siemens hocken und nicht wissen was mit ihnen passiert - wie damals bei Grundig.
Warte an sich nur darauf, dass man endlich Solidarität zeigt mit den Mitarbeitern.
Man möge sich erinnern, wie plötzlich allenthalben Grundig-Angebote wie Pilze aus dem Boden schossen...
Wenn ich an Cell Phones wie die x25/x35-Reihe zurückdenke, muss man davon ausgehen, dass es mit ein wenig Mühe durchaus auch heute noch gute Mobiles "Made in Germany" geben könnte.
 
"Ich schliesse daraus, Sie hätten damals das Geschäft nicht besser abziehen - abwickeln können"
der satz war zu gut. wie hilflos der kleinfeld geguckt hat und dieses ungläubige lächeln. ich glaube der gute hat echt nicht damit gerechnet, dass es so einen riesen-medienwirbel gibt. er ist aber auch in einer dummen situation, er kann ja auch schlecht das ganze vertragswerk mit benq(-two lieber herr stoiber) ausplaudern und muss deshalb zu immer den gleichen worthülsen greifen. und er kann ja auch nicht vor laufender kamera eingestehen, dass benq ihn genatzt hat, da kann er sich ja direkt selber entlassen.

EDIT: jep kleinfeld nannte 2000 offene stellen, wobei dann fraglich ist, inwieweit diese stellen auch nur annähernd in frage kommen für die "handy-mitarbeiter". ich denke am besten chancen haben die leute, die bei benq-siemens in abteilungen gearbeitet haben, die es überall gibt, sei es controlling, human resources oder im service, callcenter usw. (übrigens fand ich den telefonischen-support bei siemens immer sehr gut, die damen waren immer sehr freundlich und mitfühlend ("das tut mir leid für sie", obwohl die dame 0 dafür konnte, dass meine service-werkstatt den auftrag verdaddelt hat) und der handy-service war auch gut, gab fast immer ohne großes gemucke ein neues gerät, beim ef81 hab ich sogar den kompletten lieferumfang neu bekommen (fragt man sich natürlich auch, wie benq-siemens da geld verdienen wollte) und hab jetzt hier 2 akkudeckel, 2 headsets und 2 akkus.
 
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Hehe, da hat einer seinen neuen Namen bekommen. :D


Zurück zum eigentlichen Thema:
Das alles ändert aber nichts an der aktuellen Situation.
Würde hinter der Sparte kein Großkonzern stehen, so müsste das Unternehmen Insolvenz anmelden.
Werden die Produkte nicht gravierend geändert und modernisiert, nützt selbst die größte Finanzspritze nichts.
Von wem die oder was immer auch kommen mag...

Und was es wirklich bringt, hatte Holzmann (hiess der Bau-Riese so ?) gezeigt.
Das Aus wurde nur hinausgezögert.

Das Einzige was ich mir vorstellen könnte wäre, wenn Siemens oder BenQ die Angestellen in andere Stellen vermittelt oder eine (stattliche) Abfindung zahlt.
Was aber wohl nicht passieren wird.

Von wie vielen Stellen bei Siemens sprach Kleinfeld nochmal ?
2000 ?
Das wäre ein Anfang.
 
-oSi- schrieb:
Das Einzige was ich mir vorstellen könnte wäre, wenn Siemens oder BenQ die Angestellen in andere Stellen vermittelt oder eine (stattliche) Abfindung zahlt.
Was aber wohl nicht passieren wird.

Das wäre ein Anfang.

Sorry, das ich jetzt mal etwas provokativ frage, warum sollen die Siemens/Benq Angestellten eine fette Abfindung bekommen?
Also aus persönlicher Erfahrung habe ich 2 Mal bei Unternehmen gearbeitet die pleite gemacht haben (10-20 Angestellte insgesamt). Wir haben damals unsere Kündigung aus betrieblichen Gründen bekommen und eine "Abfindung" wurde nicht gezahlt.

Sicher hat Siemens eine gewisse Verantwortung und bei etwaigen langjährigen Mitarbeitern kann ich mir auch vorstellen das eine Abfindung angemessen ist. Nur sehe ich das Problem auch bei den Ansprüchen die wir stellen, wenn ich gekündigt werde dann will ich eine Abfindung, Arbeitslosengeld soll auch reichlich fließen und der Konzern hat eine Verpflichtung zu sehen das ich wo anders unterkomme..........

Die Handysparte hat keine Gewinne gebracht?! OK, warum soll sie dann nicht geschlossen weden? Ich kann doch keinen Konzern zwingen ein unrentables Unternehmen weiter zu führen, das würde wohl etwas zu weit gehen.
Was machen wir dann mit den Mittelstand oder Kleinbetrieben? Der kleine Laden um die Ecke macht Verluste weil ein Supermarkt danneben eröffnet hat, aber lieber Besitzer du darfst wegen deiner Verplichtung gegenüber der Angestellten nicht schließen?!

In Deutschland wird jeder Pfurz reguliert und jetzt hat eine Firma eine Möglichkeit gefunden ein Verlustgeschäft abzustoßen, jetzt kriechen die Politiker aus den Löchern und schreien nach der Verantwortung der Firma. Wo ist die Verantwortung der Politiker für Jobs in Deutschland zu sorgen durch Bereitstellung von guten Rahmenbedingungen?
Jeder schimpft jetzt auf den Manager, sorry aber das Mann hat seinen Job gemacht...Gewinnmaximierung. Das ist seine Aufgabe, die Aktionäre würden den Manager kreuzigen wenn er Verluste machen würde und dies mit seiner Verantwortung gegenüber den Angestellten zu begründen. Das sich der Mann 30% mehr Gehalt gönnt ist etwas unpassend, aber wirklich erschütternd ist es eigentlich nicht. Der Mann ist für Kohle verantwortlich und in der Beziehung hat er richtig gehandelt, unsere Politiker sind Volksvertreter und gönnten sich auch gerade einen fetten Zuschlag obwohl deren Leistung in Bezug auf das Volk nicht so glorreich sind.

Auch wenn es sich unmoralich anhört finde ich an der Handlungsweise von Siemens nichts so verwerfliches. (Steinigt mich dafür, aber die Aufgabe des Managers ist es Gewinn zu machen und das macht er scheinbar erfolgeich)

Ob man Benq, Samsung usw. boykotieren soll? Es würde eine Möglichkeit darstellen die in Betracht zuziehen ist. Ich würde jedoch auch mal daran denken bei verschiedenen Subvensionen seiten der Regierung Auflagen zu machen. Samsung hat Subvensionen abgegriffen und sich dann ins Ausland abgesetzt, warum sind hier keine Verträge gemacht worden die eine Rückführung der Subvensionen vorsehen für solche Fälle?

Unsere Gesellschaft schreit seit Jahren laut den Slogan "Geiz ist Geil" und jammert dann wenn Geiz Arbeitsplätze kostet. Da wird nur das billigste Zeug gekauft und dann wundert man sich über Gammelfleisch und Werksschließungen......

Es wird übers Internet Ware bestellt weil sie um ein paar Prozent günstiger ist als beim Laden um die Ecke, aber auf den bösen Ladenbesitzer geschimpft wenn der dann 2 Leute entlassen muß. Der Händler aus dem Internet kauft seine Lebensmittel nicht beim Kramer um die Ecke ein, der kleine Ladenbesitzer um die Ecke jedoch schon, auch geht der im Dorfgasthaus essen und zum örtlichen KFZ Mechaniker.

Siemens hat doch nur das gemacht was wir alle seit JAHREN betreiben, GEIZ ist GEIL und bringt viel Kohle. Warum also etwas ankreiden was doch so toll ist und in unserer Gesellschaft schon seit Jahren praktiziert wird?

Und jetzt schnell noch im Internet ein paar Sachen bestellen weil da spar ich gegenüber dem kleinen PC Laden ganze 10 Euro, da scheißt man dann doch auf sein "Gewissen" weil Geiz ist ja so Geil.

Sorry wenn das jetzt etwas zum Rundumschlag wurde, aber nicht die Schließung von Siemens ist unser Problem, sondern die Gründe die dazu geführt haben sind das Problem.
 
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(Steinigt mich dafür, aber die Aufgabe des Managers ist es Gewinn zu machen und das macht er scheinbar erfolgeich)
auch unter diesem gesichtspunkt hat in dem fall benq-siemens der kleinfeld versagt. es gab ja wohl noch andere angebote für die handy-sparte, auch mit geld bzw. nicht noch 100erte millionen als geschenk obendrauf, die hat er aber ausgeschlagen, weil er die handy-produktion in deutschland nicht auf einmal beendet sehen wollte (aus welchen gründen auch immer, ich tippe darauf, dass er den großen öffentlichen aufschrei nicht riskieren wollte, wenn 3.000 leute entlassen werden). und im zuge des kaufes, hat sich siemens damals verpflichtet für 50 millionen € benq-aktien zu kaufen. schade, dass die heute nur noch die hälfte wert sind :)
also sieht auch aus der rein kapitalistischen sichtweise siemens nicht besonders gut aus.
 
Dope4you schrieb:
Es wird übers Internet Ware bestellt weil sie um ein paar Prozent günstiger ist als beim Laden um die Ecke, aber auf den bösen Ladenbesitzer geschimpft wenn der dann 2 Leute entlassen muß. Der Händler aus dem Internet kauft seine Lebensmittel nicht beim Kramer um die Ecke ein, der kleine Ladenbesitzer um die Ecke jedoch schon, auch geht der im Dorfgasthaus essen und zum örtlichen KFZ Mechaniker.

Auch wenn der Teil des Postings OT ist, kann ich nicht anders als zu antworten:

Deine Argumentation ist in dem Fall vollkommen für die Füße, denn auch Internetversender haben Mitarbeiter, die ihre Lebensmittel im Tante-Emma-Laden kaufen, im Dorfgasthaus essen gehen und zur örtlichen KFZ-Werkstatt fahren. Oder denkst Du etwa, die machen das auch alles im Internet?

@Topic: Die Tatsache, dass solche Geschäfte auf dem Rücken der "kleinen" Leute ausgetragen werden, ist weder neu, noch großartig unerwartet. Ähnliche Verhaltensweisen derer, die etwas zu sagen haben (egal ob Firmen, Politik etc.) gibt es schon seit tausenden von Jahren. Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass es nicht nur ausländische Unternehmen sind, die Deutschland "ausnehmen", sondern dass das ganze auch wunderbar andersherum funktioniert, siehe z. B. DaimlerChrysler.

Die Politik sollte da steuernd eingreifen, dem stimme ich zu. Allerdings wird es in Deutschland mit den derzeitigen Ansprüchen der Bürger nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Attraktivität des Standorts kommen. Erst wenn unsereins auf einen guten Teil seiner Ansprüche im Versorgungsbereich (Arbeit, Gesundheit usw.) verzichtet, könnte der Standort Deutschland wirklich wieder attraktiv werden.
 
Enolam schrieb:
Auch wenn der Teil des Postings OT ist, kann ich nicht anders als zu antworten:

Deine Argumentation ist in dem Fall vollkommen für die Füße, denn auch Internetversender haben Mitarbeiter, die ihre Lebensmittel im Tante-Emma-Laden kaufen, im Dorfgasthaus essen gehen und zur örtlichen KFZ-Werkstatt fahren. Oder denkst Du etwa, die machen das auch alles im Internet?

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Das stimmt bedingt, hier sehen wir im Kleinen was wir Regional betreiben halt bei Konzernen im Großen global. Wenn wir bereit sind auf kosten der Regionalen Anbieter Geld zu sparen, wieso nehmen wird das dann Siemens/Benq/Samsung übel, die machen doch genau das selbe. Sie suchen wo sie am wenigsten für eine Ware (Arbeitskraft) ausgeben müssen und bestellen halt dann dort. So gesehen sollte mein Beispiel nur die Denkweise des Einzelnen auf die Konzerne übertragen.

Die Siemensaktie hat trotz der Umstrukturierung seit Anfang 2005 bis Heute 10% Gewinn gemacht und dazu noch eine Dividende je Aktie von 1,35 Euro gezahlt. Also eine Dividendenausschüttung von 1,35 x 935,59Aktien was jetzt auch ein stolzes Sümmchen ist.
 
und es geht weiter.

heute schreibt der effektenspiegel

- siemens (und somit kleinfeld) fühle sich wohl von zwei seiten unter druck
- da der aktienkurs von siemens (akt. 68,-) zu niedrig sei und
- man von daher eine feindliche übernahme für siemens ingsesamt befürchte(n müsse).

und deshalb

- ein aktienkurs für die siemens-aktie von mindestens 80,- euro angestrebt werde.


was da nicht stand, ich aber von früher her zu erinnerern meine:

siemens wurde schon seit bald 2 jahrzehnten als eine bank mit angeschlossenem produktionsbetrieb bezeichnet, weil siemens soviel eingehaltenen gewinn der jahre und jahrzehnte seit wk2 selbst verwalte, dass die kapitalanlagen so hoch seien, wie der jahresumsatz(!).

von daher hat siemens auch was zu verlieren - und wir alle mit.

wenn es nämlich einer (ausländischen) gruppe die (feindliche) übernahme gelänge, um an die thesaurierten erträge zu kommen "und die bank siemens zu schlachten". (" noch mehr langfristertrag aus gehabter arbeitskraft von uns deutschen weg", so gesagt.)




Desweiteren: "Herr Kleinfeld und sein elektronisches Tagebuch"


"Entsprechend groß ist die Aufregung unter den Siemens-Mitarbeitern, die jetzt an den Benq-Standorten in München, Kamp-Lintfort und Bocholt um ihre Arbeitsplätze fürchten. Ihr Unmut richtet sich gegen den neuen Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld, und er entlädt sich im Intranet.

Mitarbeiter werfen Kleinfeld Maßlosigkeit vor

Im elektronischen Tagebuch, das der junge Chef so gerne nutzt, kann Kleinfeld nachlesen, wie die Belegschaft auf die Gehaltserhöhung von 30 Prozent für den Vorstand reagiert. Die Mitarbeiter, die nicht anonym, sondern nur in ihrem Namen schreiben können, werfen dem Vorstand Maßlosigkeit vor, weil viele von ihnen um ihre Arbeitsplätze zittern müssen.

Die Begründung des Aufsichtsrats, die der Vorsitzende Heinrich von Pierer, Kleinfelds Vorgänger, nachgeschoben hat, wonach „internationale“ Gepflogenheiten den Gehaltssprung rechtfertigen, zerpflückt ein Mitarbeiter in einem Satz: „Ich habe von unserer Siemens-Personalabteilung gelernt, daß nur Verweise auf eigene Leistungen das Gehalt rechtfertigen - nicht Vergleiche mit anderen.“"


So ist das mit dem Fortschritt und der Kommunikation des Chefs: In guten Zeiten gut (aber wenig nütze?) - in schlechten Zeiten ein Bumerang (und wenig überzeugend?)

Würde auch ich im Auge halten, wie das weitergeht, wenn ich ein Internetmacher wäre:) .
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http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE2...279A0E2DD518BA7D8A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

http://www.effektenspiegel.de/index2.htm




Weiterhin gut, auch folgendes zu lesen:

"Wer das Versagen des Managements von Siemens als Beleg für die vermeintlich schlechte Führung und Kontrolle deutscher Aktiengesellschaften nimmt, der wird den vielen gut und erfolgreich geführten Unternehmen nicht gerecht, die es auch in Deutschland gibt. Und wer pauschal das angelsächsische Kapitalmarktmodell der Unternehmensführung für überlegen erklärt, der unterschlägt die unzureichende Trennung von Führung und Kontrolle sowie die zum Teil gravierenden Mißbräuche im einstufigen amerikanisch-britischen Board-System.

Zum Amtsantritt hat Kleinfeld deutlich gemacht: Kein Geschäftsfeld wird mehr durchgeschleppt, jeder Bereich muß künftig sein Geld verdienen. Als Symbol und Werkzeug hierfür hat er bei Siemens die Ampel eingeführt. Je nach Erfüllung der Zielvorgaben erhält jeder Manager ein grünes, gelbes oder rotes Licht. Kleinfeld selbst hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, alle Ampeln im großen und komplexen Siemens-Reich auf Grün zu stellen. Daran wird er sich messen lassen müssen.

In den Bereichen Kraftwerkstechnik, Automatisierung, Autoelektronik, Medizin und Licht stehen die Ampeln auf Grün. Hingegen blinken sie in den Geschäftsfeldern Informationstechnologie, Kommunikation und Verkehrstechnik alarmrot. Kleinfeld hat öffentlich seinen Managern gedroht, wer sich länger im roten Bereich aufhalte, der lebe gefährlich. Die Börse mißtraut Kleinfeld, der Siemens-Aktienkurs entwickelt sich schlechter als der Dax. Bald steht Kleinfelds Vertrag zur Verlängerung an. Seine Ampel steht auf Dunkelgelb."

Die FAZ wird immer jünger, wohl auch, weil eine neue Generation von Redakteuren (im Internet;) ) dran ist.


Siemens also von zwei Seiten unter Druck? Läßt wenig erwarten von dort für die deutschen Werke von BenQ... .
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Zuletzt bearbeitet:
@Dope4you:
Wie man meinen obigen Ausführungen entnehmen kann,
ist für mich die BenQ (ex-Siemens)-Handysparte bereits gestorben.

Ich sagte, ich kann es mir mit der Abfindung (im übertragenen Sinne gesehen) vorstellen.
Die Abfindungs-Sache brachte ich nur ins Spiel,
weil es Siemens evtl. als Schadensbegrenzung im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit einfallen könnte.
Ob es gemacht wird ? Glaube ich kaum !
 
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