@lord-of-fire
Interessant wäre hier mal zu erfahren, wie die Schuldfrage ausging.
Du sagst ja, dass der Vordermann vollkommen unersichtlich eine starke Bremsung vollzogen hat. Das ist eigentlich der einzige mir bekannte Fall, bei dem der Auffahrende (also in dem Fall du) keine volle - sondern lediglich eine Teilschuld zugesprochen bekommt.
Klar, man bekommt immer gesagt, dass man mit den Fehlern anderer zu rechnen hat und der Abstand ausreichend groß sein muss - wie in deinem Fall (und in dem meiner Frau eben auch) klappt das wohl nicht immer zuverlässig. Bei meiner Frau ging's um ein sich bildendes Stauende und leider (aber selbstverständlich) bekam meine Frau die volle Schuld.
Es geht aber auch anders herum mit viel Ärger:
Mein Arbeitskollege fährt mit seinem gerade einmal 10 Monate alten (zuvor als Neufahrzeug in Erstbesitz bar gekauft) Fahrzeug innerorts auf einen Fußgängerüberweg zu und bremst, weil eine ältere Dame diesen überqueren möchte. Gerade, als sie die Straße betritt, gibt es einen gewaltigen Schlag und mein Arbeitskollege samt Fahrzeug steht 10 Meter weiter vorne. Nach dem ersten Schreckmoment stieg er aus um sich nach der Omi zu erkundigen, die stand kreidebleich noch am Zebrastreifen, hatte wohl gerade noch einmal Glück gehabt. Im Heck des Fahrzeuges meines Arbeitskollegen hat sich ein anderer verewigt, der natürlich ungebremst hinten rein ist.
Endergebnis: Das Fahrzeug meines Arbeitskollegen hatte einen wirtschaftlichen Totalschaden - nach 10 Monaten! Ärgerlich wird's aber noch. Die Versicherung hat einen Zeitwert ausgeschrieben - mit dem es praktisch UNMÖGLICH war, das gleiche Auto in einem gleichen Zustand wieder zu beschaffen. Unterm Strich musste er knapp 2.000 Euro drauflegen und hat sich das gleiche Auto wieder als Neuwagen gekauft, da es eben noch keine jungen gebrauchten gab.
Es wird also schnell offensichtlich, dass man als Unfallbeteiligter auch als Nicht-Schuldtragender oftmals finanzielle Benachteiligungen in Kauf nehmen muss. Ich hoffe zwar, das nie zu benötigen, aber extra für so etwas habe ich eine 24 Monate-Neuwert-Entschädigung bei meiner Versicherung dabei - sogar bei grob fahrlässigem Selbstverschulden. Wie gesagt, ich hoffe, dass so etwas nie benötigt wird.
Themawechsel:
Gerade im Radio gehört, auf meiner Autobahnstrecke zur Arbeit gibts seit heute früh eine Vollsperrung (hatte Glück und bin wohl nur wenige Minuten davor gewesen).
Die Vollsperrung hält schon seit einigen Stunden an und ich habe mal auf der Webcam des Radiosenders bzw. Verkehrsdienstes geschaut, wie weit der Stau eigentlich nach hinten steht.
Ich habe mir mal erlaubt, die auf ersten Blick "korrekt" eingeordneten Fahrzeuge grün zu markieren - anders herum wäre es nämlich viel zu aufwändig geworden.
Warum zum Geier bekommt es immer noch keiner auf Kette, ne ordentliche Rettungsgasse zu bilden? Mal von den gefühlt 5 Meter breiten Panzern auf der linken Spur ganz zu schweigen.
Hier mal die Meldung auf FFH:
Kassel - Frankfurt
Vollsperrung zwischen Friedberg und Bad Homburger Kreuz nach einem Unfall mit zwei LKW und einem Auto auf der rechten und mittleren Spur. Hier ist der Rettungshubschrauber im Einsatz. Aktuell staut es sich 9 km ab Rasthof Wetterau. Am besten fahren Sie ab Ober-Mörlen über die U28. Bitte denken Sie im Stau an die Rettungsgasse. Alle, die auf der linken Spur stehen nach links - und alle anderen soweit nach rechts wie möglich.
... muss doch dem letzten Dödel einfach klar sein, dass der ganze Mist sich deutlich schneller auflösen kann, wenn man einfach von vorn herein ne Rettungsgasse bildet und da nicht rumeiert, als gäb's kein Morgen... könnt isch misch uffreesche!