News Bose: Hörgeräte mit App-Steuerung für 850 US-Dollar

Das liest sich für mich als Nichtbetroffener erstmal gut, was die Anpassung via App angeht. Auch der Support mit Videocall und eine recht lange Testphase sprechen durchaus dafür.

Okay, dass nicht individuell angepasst ist wohl ein manko. Da ich ungerne InEar nutze, kann ich da aber auch so nicht mitreden, inwieweit das allgemein ein Vorteil ist.

So oder so: grundsätzlich ne gute Sache finde ich.
 
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Zitat von Trimipramin:
So oder so: grundsätzlich ne gute Sache finde ich.

Dito.

Diese Geräte sind auch ein deutliches Zeichen dafür, dass die Industrie sich langsam auf eine immer jünger werdende Gruppe von Menschen mit Hörschäden einstellt.

Die Tatsache, dass diese Geräte von Herstellern angeboten werden, die ihr Geld mit anderen Geräten verdienen die Hörschäden verursachen, lasse ich einfach mal unkommentiert.

Dreht man diese Ohrstecker, früher Kopfhörer genannt, ordentlich auf, ist das gefährlicher für das Gehör als ein Besuch im Hardcore-Techno Club. :evillol:

mfg
 
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Interessant. Ich hab im Bekanntenkreis selbst mal mitbekommen, wie kompliziert die Hörgeräteanpassung sein kann.

Da wurde mehrmals im Laden Termine vereinbart, besprochen, ausgewählt, angepasst, abgeholt und eingestellt. Und dann gab es im Alltagstest immer wieder irgendwelche Komplikationen und Unstimmigkeiten – z.B. Einzelgeräusche wie eine Klospülung, die unerträglich laut war – so dass die Person am Ende wieder ohne Hörgerät rumläuft.

Bessere Geräte sind auch irre teuer und werden wohl auch nicht / nur zu einem kleinen Anteil von der Kasse übernommen.

Hier hätte man gewisse Vorteile, günstiger, schnell und „unkompliziert“ (naja, ältere Menschen und Smartphones..) Einstellungen vornehmen zu können, aber eben auch Nachteile, wie fehlende Anpassung an die Ohrmuschel.



Davon abgesehen: ich hab ja den Verdacht, dass das Business eine Goldgrube ist – schon mal jemandem aufgefallen, wie von jeder Kleinstadt bis zur Metropole an den besten Plätzen die Hörgeräte-Läden aus dem Boden schießen?
 
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Naja das sieht nach einem ganz netten Gimmick aus aber die eigene Anpassung wird wohl nicht die gleiche Qualität erreichen wie ein vom Profi eingestelltes Gerät. Dass da ein Mitarbeiter über Videochat hilft ist sicher nett gemeint aber ist mit Sicherheit auch nicht so präzise wie die Messungen vom Fachmann. Und dann besteht ja auch noch die Gefahr dass man sich sein Gehör noch mehr schädigt wenn man das Gerät falsch einstellt.
Der Preis in den USA liegen bei 850 US-Dollar – im Vergleich zu guten Hörgeräten in Deutschland sind sie somit nur rund halb so teuer wie individuell angepasste Modelle.
Gewagte Aussage ohne die Qualität dieser Geräte hier zu kennen. Mein Bruder (Hörgeräteakustiker) stellt auch 700€ Geräte so gut ein dass diese wie ein 2000€ Gerät klingen. ;) Letztlich entscheidet die Einstellung der Geräte mehr über die Hörqualität als der Preis.
MFG Piet
 
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Ich begrüße die Entwicklung von Bose in diesem Bereich.
Es liest sich auch eher als "Kampfpreis" gegenüber den bisherigen Lösungen und lässt sich sogar on-the-go in der Empfindlichkeit/Einstellungen verändern, auch wenn man dort als Laie natürlich viel falsch machen kann. Die Testphase sehe ich ebenfalls Vorteilhaft
 
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die Lautsprecher sollten eine standardisierte Größe haben so dass der Ohrstecker auch bei Bedarf durch eine individuelle Ohrplastik getauscht werden kann. Diese Gummistecker (offenes System) produzieren vermehrt Rückkopplungen, bei den angepassten Steckern (geschlossenes System) ist das fast ausgeschlossen.
Hörgeräte haben sich zu einem Bombengeschäft entwickelt, nahezu jede Brillendiele verkauft mittlerweile auch Hörgeräte. Die Krankenkassen übernehmen einen Pflichtanteil wodurch sich einfache Hörgeräte inkl. Service für Anpassung, Reperatur und Wartung komplett finanzieren lassen. wenn man allerdings smarte Funktionen braucht / will dann wirds schnell teuer in vierstelliger Höhe.
 
Zitat von [wege]mini:
Die Tatsache, dass diese Geräte von Herstellern angeboten werden, die ihr Geld mit anderen Geräten verdienen die Hörschäden verursachen, lasse ich einfach mal unkommentiert.
Keines der Geräte verursacht Hörschäden, wenn man richtig damit umgehen kann. Es ist alles eine Sache der Lautstärkeeinstellung. Wer dauerhaft viel zu laut hört ist am Ende auch selbst schuld, kann man nicht anders sagen. Man sollte sich seinem Verhalten und dessen Auswirkungen schon bewusst sein.
 
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Zitat von [wege]mini:
Die Tatsache, dass diese Geräte von Herstellern angeboten werden, die ihr Geld mit anderen Geräten verdienen die Hörschäden verursachen, lasse ich einfach mal unkommentiert.
mfg
Ist mir ein bisschen zu pauschal, diese Aussage. Es zwingt einen ja keiner, Ohrhörer über das gesunde Maß hinaus aufzudrehen. iOS gibt sogar eine Warnung aus, wenn die Lautstärke systemseitig über ein gesundes Maß gestellt wird.

Mit dem selben Argument könnte man auch Hersteller von Flugzeugen, Fönen etc damit beschuldigen, für Hörschäden zu sorgen.
 
Also neu ist das "smarte" Hörgerät ja auch nicht. Da gibt es ja schon diverse Hersteller.

Hier mal ein Video von Signia aus 2019:

 
Zitat von Marcel55:
Man sollte sich seinem Verhalten und dessen Auswirkungen schon bewusst sein.

Amen.

Leider ein frommer Wunsch. Vor allem wenn man nur sich selber schädigt und vernachlässigt, dass man später irgend welchen Krankenkassen auf der Tasche liegt.

Zitat von Chilisidian:
iOS gibt sogar eine Warnung aus, wenn die Lautstärke systemseitig über ein gesundes Maß gestellt wird.

Ein guter Ansatz eines Herstellers, der sich seiner Verantwortung bewusst ist.

Wir schweifen aber ab.

Bose als Hörgerätehersteller ist mMn auf einer Stufe mit einem Waffenhersteller, der ins Gesundheitsgeschäft einsteigt um Pflaster zu verkaufen. ← ich wollte ja eigentlich nicht werten, verdammt.

mfg
 
Für mich als junger Hörgeräteträger eine gute Entwicklung. Die Geräte hinken technisch leider doch recht hinterher. Meins hat leider keine App Anbindung und auch kein Bluetooth um Profile zu wählen oder Musik zu hören. Es gab zwar Geräte, da gab es keine Android App + hatte ich keine 2000 €. Ohne eine Anpassung bei Akustiker dürfte es aber nicht gehen, zumindest für mich als Laie. Das mit der oben genannten Klospülung. Man verlernt leider das hören von dingen. Ich hatte z.B. mich erschrocken als ich wieder die Zeitung knistern hörte oder Vogelgezwitscher. Hörgerät nicht mehr anziehen ist auch keine Lösung. Viele warten einfach zu lange.

Wegen der Otoplastiken: Wollte erst auch keine, da diese 150 € kosten. Aber bei den oben abgebildeten, ist man dauernd am wieder nach schieben, das nervt.

Bin froh, das ich in 2 Jahren wieder ein neues bekommen kann (alle 6 Jahre).
 
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Zitat von [wege]mini:
Diese Geräte sind auch ein deutliches Zeichen dafür, dass die Industrie sich langsam auf eine immer jünger werdende Gruppe von Menschen mit Hörschäden einstellt.
Oder einfach nur ein Zeichen dafür, dass auch die Altersgruppe, die schon seit Jahren der Hauptmarkt für Hörgeräte ist, langsam was mit Smartphone & co anfangen kann und sich fragt, wieso ihr 2.000€ kabelloser Kopfhörer manche Basisfunktionen nicht hat, die jedes 30€ Gerät vom Grabbeltisch hinbekommt.
 
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Zitat von Chilisidian:
iOS gibt sogar eine Warnung aus, wenn die Lautstärke systemseitig über ein gesundes Maß gestellt wird.
Android auch, wobei das in gewisser Weise auch nicht so richtig funktioniert, wenn ich z.B. einen DT 880 / 990 mit 250 Ohm per Klinke ans Smartphone anschließe, muss ich voll aufdrehen, um auf eine normale, angemessene Hörlautstärke zu kommen, weil die Geräte nicht so viel Power haben. Natürlich meckert Android da schon längst obwohl es noch recht leise ist.
Bei leichter anzutreibenden Kopfhörern, was die meisten die die Mehrheit so auf den Ohren hat doch sind, kommt es dann aber schon durchaus hin.

Für mich als jemanden der eigentlich schon weiß, was er macht, sind diese Warnungen etwas überflüssig, und ich habe die Befürchtung, die Fraktion, die diese wirklich beachten sollte, ignoriert es auch einfach.
Naja, durch die Beschränkungen kann man die Geräte eh nicht so extrem laut aufdrehen. Und wenn ich Leute mit extrem lauter Musik in öffentlichen Verkehrsmitteln oder so gesehen habe, dann hatten diese meistens Earpods oder irgendwas vergleichbares in den Ohren. Die strahlen natürlich auch recht stark nach außen ab, aber wenn man es in 10 Metern Entfernung in einer eher lauten Umgebung immer noch hören kann, dann hört diese Person definitiv zu laut.
Und das was da gespielt wird ist meist auch eher Krach als Musik, aber naja das ist ein anderes Thema :D
Besser so als ein Lautsprecher in der Tasche...

Letztendlich ist das wohl auch nichts anderes als rauchen, jeder weiß, dass es schädlich ist, und dennoch machen es viel zu viele trotzdem.

Allerdings habe ich bei diesen Hörgeräten immer die Befürchtung, dass diese es auf Dauer nur noch schlimmer machen. Schließlich wird einfach mit mehr Pegel gekontert, indem die Umgebungsgeräusche verstärkt werden. Das ist ein bisschen so, als würde man ein Feuer mit Benzin löschen wollen.

Anders sieht es natürlich aus bei Leuten, die aufgrund von Krankheit, Unfall etc. Hörschäden haben und auf solche Geräte angewiesen sind. Aber ich denke die interessieren sich dann auch eher für eine interne Lösung.
Oder einfach Aufgrund des Alters. Wobei es auch da immer mit vorheriger Belastung zu tun hat, beispielsweise weil man auf der Arbeit immer mit Lärm konfrontiert wurde. Das was Bose hier bringt ist ja eher so das Rentner-Hörgerät, so nenne ich es mal.
 
Zitat von [wege]mini:
[...]
Ein guter Ansatz eines Herstellers, der sich seiner Verantwortung bewusst ist.
Nö, das ist schlicht Pflicht in der EU.

Der Hörgerätemarkt kann Disruption auch echt gebrauchen. Meine Schwester ist betroffen und wechselte von Android zu iOS, nur weil ihr neues Hörgerät (sie testete über ein paar Monate mehrere Modelle und dieses war das für sie beste) nur iOS für den ganzen App-Firlefanz unterstützt. Wenn da einer die Kostet von 6000+ auf unter 1000€ runter drückt, ist das schon eine sehr gute Entwicklung :)
 
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Also ich als Hörakustiker-Meister muss mal meinen Senf dazu geben.

1. In Deutschland wird es dieses System höchstens als Hörverstärker geben und nicht als Hörgerät. Ein Hörgerät wird in Deutschland von Fachpersonal eingestellt und von einem Ohrenarzt verordnet. Die Wirksamkeit muss ebenfalls von Fachpersonal der Krankenkasse gegenüber bestätigt werden. Dies fällt hier alles weg und demnach wird man keine Kostenerstattung von der Krankenkasse erhalten.

2. Die Einstellung kann und wird nie so gut sein wie die Einstellung eines seriösen Fachmannes. Kann auch nicht. Ein Hörakustiker lernt den Spaß ja nicht umsonst 3 Jahre 😉

3. Da es sich hier um einen Privatkauf handelt sind hier auch alle Folgekosten wie Reparaturen ( die Hörer gehen bei fehlender Pflege die ja dann kein Fachmann durchführt gerne und häufig kaputt) selbst zu tragen.

4. Das Smarte Hörgeräte direkt mehrere tausend Euro kosten stimmt heut zu Tage auch nicht mehr. Ich arbeite bei einer sehr großen Kette, möchte hier jetzt aber keine Werbung machen, und wir verkaufen Smarte Hörgeräte bereits für 150€ Eigenanteil. Wobei ALLE Folgekosten für Service, Reparatur von der Krankenkasse bezahlt sind. Zudem haben sie ein individuell Angepasstes Ohrpassstück, welches ebenfalls in allen Varianten, Formen und Größen von der Krankenkasse vollständig bezahlt wird und eine erheblich bessere Qualität des Hörausgleichs ermöglicht.

Natürlich gibt es auch in unserer Branche schwarze Schafe, die tausende Euro dafür verlangen. Aber jeder ist frei sich seinen Akustiker selber auszusuchen und verschiedene Anbieter zu vergleichen 🤷‍♂️
 
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Zitat von Zoba:
Wenn da einer die Kostet von 6000+ auf unter 1000€ runter drückt, ist das schon eine sehr gute Entwicklung :)

Völlig richtig.

Da offensichtlicher Weise deine Schwester diese biologische Dysfunktion auch natürlich hat, ist ihr alles Gute dieser Welt gewünscht und Hilfsgeräte auf dem aktuellen Stand der Technik zu günstigen Preisen sind für sie erstrebenswert.

Wenn der Hersteller dieser Hilfsgeräte jedoch mitverantwortlich für diese Dysfunktion ist, hat dieses für mich ein sehr starkes Geschmäckle.

Nicht mehr, nicht weniger.

mfg

p.s.

Die meisten jungen Menschen begreifen nicht einmal, was sie sich mit diesen aktuellen "Kopfhörern" antun und freuen sich dann, dass sie preiswerte "Hörgeräte" von Herstellern dieser "Kopfhörer" erwerben dürfen, wenn sie irreparable Schäden durch Produkte dieser Hersteller haben.

Und dann argumentieren die Wissenden noch, die Unwissenden wären selber schuld, haben aber kein Interesse die Unwissenden zu bilden, da man sehr viel Geld damit verdienen kann. :evillol:
 
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@FireraiN : Gibt es nicht eine Reparatur Pauschale von der Kasse? Die ist doch irgendwann aufgebraucht? Die Hörer sind mir auch schon kaputt gegangen, das hätte ich selber bezahlen müssen (der Hersteller hat es mir aber Kulanterweise geschenkt).
Bei der Otoplastik gibt es aber auch nicht alle Materialien bezahlt? Mein Thermostück hat die Kasse nicht komplett übernommen. Mit den schwarzen Schafen: Gibt es, manchmal merkt man es erst, wenn man das Gerät gekauft hat. Klar, kann ich wechseln aber das Gerät ist eben da.
 
Finde ich auch eine gute Sache. Mein Vater hat auch ein Hörgerät. Die Lautstärke lässt sich einstellen, aber dafür muss er die Teile abnehmen. Da finde ich den Ansatz, das per App zu machen, wirklich nicht verkehrt. Zu Hause muss der Ton ja nicht so laut sein wie auf einem Markt mitten in der Stadt.

Sicherlich ist ein individuell angepasstes Hörgerät besser als so ein universales. Aber die Technologie entwickelt sich weiter und erreicht langsam den bezahlbaren Preisbereich. Ich rechne mal damit, dass auch immer mehr Hersteller von "richtigen" Hörgeräten auf diesen Zug aufspringen werden. Immerhin sterben die Menschen, die noch in der Lage waren, ohne App auf die Toilette zu gehen langsam aus ;)

Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass man eine Premium-App nachkaufen kann, weil die Standard-App alle zehn Minuten einen kurzen Werbespot abspielt, so wie Radiowerbung ^^
 
Wenn die App Zugriff zum Internet erfordern sollte und/oder Daten der Geräte erfasst/synchronisiert, werden aus Sicht der IT-Sicherheit die Personen mit leichtem bis mittleren Hörverlust also welche mit vollständigen Hörverlust!
 
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