Brauchen wir die Kirche(n) noch?

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@ eding

Wo haben sich Werte in unserer Gesellschaft manifestiert?

Was Wertemässig bei Olli Geißen, Super Nanni und co. abgeht ist unter aller Sau.
Und dabei handelt es sich nicht um eine Minderheit.

Sicher ist dieser Wertefall gerade in Deutschland geschichtlich Bedingt:
3. Reich, 68, usw.... Bestreiten sollte man diesen Werteverfall zumindest nicht.

Kinder die ohne Respekt und Umgangsformen aufwachsen, wegen falschverstandener Freizügigkeit / Toleranz und der Dämonisierung von konservativen / christlich / abendländichen Werten.

Kirchen könnten ein Wertegerüst Leisten, dass sie dazu momentan nicht in der Lage sind, bzw. dass danach momentan keine Nachfrage besteht finde ich sehr bedenklich.
 
sturme schrieb:
Unabhängig davon sollte man aber schon ein wenig relativieren, was man während dem Geschichtsunterricht als absolute Tatsachen serviert bekommt, vor allem, je weiter diese Dinge zurückliegen.

Ich glaube nicht, daß Du weißt, was seinerzeit mein Geschichtsunterricht beinhaltete. Daher ganz kurz: Die Kirche kam dort generell schlecht weg. Außerdem bin ich, wie schonmal angeführt, in keiner Kirche oder einer anderen Religionsgemeinschaft, war es nie und werde es wohl auch nie sein. Einfach deswegen, weil ich nicht religiös bin. Aber nur weil ich für mich persönlich Religion ablehne, habe ich nicht das Recht, positive Effekte der Religionen in der gesellschaftlichen Entwicklung einfach so wegzuwischen. Abgesehen davon, daß ich mich auch nicht für dumm genug halte, solches zu tun. Daß die Religionen ab einer bestimmten Entwicklungsstufe die Wissenschaften wieder einschränkten, das bestreitet wohl niemand. Deswegen ihre Bedeutung für die Wissenschaft generell zu negieren wäre reichlich töricht...
 
@duedanger

Beim Fernsehprogramm wird einem schlecht, da gebe ich Dir Recht. Zur Abwechslung gibts ja auch noch arte oder ZDFdoku. ;) Aber eine Sozialisation sollte eigentlich unabhängig vom Fernsehprogramm stattfinden.

Ich bin beispielsweise, welch ein Wunder, ohne Bezug zu irgendeiner Religion aufgewachsen.
Ich schaue keine Talkshows (muss da eh arbeiten), stehle nicht, töte nicht und bin eigentlich ganz umgänglich. Und das alles ohne Religion oder Kirche.

Es ist, wie Du schon festgestellt hast, eine Frage der Erziehung. Dazu benötigt man aber keine Kirchen. Abreissen sollte man sie deshalb sicherlich nicht.

Wer weiss, vielleicht wäre ich jetzt ja erzkatholisch, wenn ich in einem kleinen bayerischen Dorf sozialisiert worden wäre.

Man kann übrigens auch konservative Werte vertreten, ohne etwas mit der Kirche zu tun haben zu wollen. ;)

MFG
 
Zuletzt bearbeitet:
DugDanger: Deine Beispiele für den Werteverfall sind alle dem TV-Programm genommen. Der Anteil an Menschen, die überhaupt einen Fernseher haben, ist seit Jahren rückläufig. Darauf würde ich nicht auf Werte schließen, das Thema ist ziemlich kompliziert.

Ich sehe etwas anderes: Der Einfluss der Kirche sinkt von Jahr zu Jahr und die Gesellschaft bleibt ethisch konstant. Wir haben noch immer keine Reality-Hinrichtungen oder Live-Gladiatorenspiele. Was richtig und was falsch ist, das wissen fast alle und das auch ohne das Wort Nächstenliebe zu kennen.

Ich kann das auch auf einen längeren Zeitrahmen hochrechnen. Die Kirche hatte ihre Blütezeit vor etwa 500 Jahren, vor Beginn der Aufklärung (also im Mittelalter, legt mich nicht auf ein Jahrhundert fest). Was gab es da? Etwa gleiche Rechte für Homo- und Heterosexuelle, Emanzipation oder tolerante Menschen? Nein, das gab es nicht. Der Zusammenhang zur Religion ist nicht eindeutig, aber ich wette, dass man statisch nachweisen kann, dass der Religiösitätsgrad einer Gesellschaft konträr zu der ethischen und moralischen Grundhaltung ist.
Was bringt keine Quoten im Fernsehen? Eine stinknormale Familie, in der Mann und Frau arbeiten gehen und die 15 jährige Tochter abends um 23 Uhr von der Disco nach Hause kommt und eine gute Nacht wünscht. Das ist Alltag und wäre mit einer kirchlichen Regierung völlig unmöglich.
 
BessenOlli schrieb:
Ziemlich dumme Beispiele, mit denen du deine Bildungslücken zu kaschieren versuchst. Vor den Einflüssen durch das Christentum hatte menschliches Leben keinen wirklichen Wert. So hat man beispielsweise Neugeborene, die einen schwächlichen Eindruck erweckten, kurzerhand in die nächste Schlucht geworfen. Und in manch einem Land werden heute noch Gliedmaßen abgehackt und Frauen gesteinigt. Da bin ich doch ganz froh, dass wir das Christentum hatten und zumindest dessen Grundgedanken noch heute in unserer Kultur tragen.

Jetzt bist du aber sehr anmaßend!! Okay, mag sein das Hexenverbrennung humaner ist als Babys in die Schlucht zu werfen und Exzorzismus besser ist als steinigen, aber die wirklichen Fortschritte in dieser Hinsicht gibt es erst seit knapp 150 Jahren, und nun schau dir mal an wie seit dem die christliche Kirche kontinuierlich an Macht verliert. Ich sehe eher dort einen Zusammenhang als an deiner Aufführung.

Und meine Beispiele sind perfekt und kaschieren rein gar nix!

Auch haben sich in anderen Teilen dieser Welt sehr friedliche Kulturen entwickelt, die noch nie etwas von dem Christentun gehört haben. (Tibet, Juden, Inuits) Und ich kenne Länder, in denen wird heute noch im Namen des christlichen Gottes Krieg geführt wird, die Todesstrafe ausgeführt wird oder Kinder in Blumentöpfe gesteckt werden..


Nebenbei, der Grundgedanke ist in jeder Religion gleich, die Ausführung jedoch unterschiedlich und die Handlungen danach komplett verschieden..


Lediglich Wissen kann hier Abhilfe schaffen, mit diesem werden auch die Religionen nach und nach an Einfluss verlieren und auch der Umgang miteinander und mit der Umwelt besser werden!!
 
Was für ein Niveau diese Diskussion mittlerweile erreicht hat ... glaub das lässt sich kaum noch unterbieten ...

@Herby:

Ich lege dir mal nahe deine Beurteilung der Religion nicht auf einige Punkte zu reduzieren sondern das gesamte Bild zu betrachten.
Im römischen Reich gab es Mord und Totschlag Live zur Unterhaltung. Sollte man deswegen jegliche Staatsform die Grundzüge des römischen Imperiums in sich trägt verurteilen?
Die Ereignisse welche nach der franz. Revolution statt fanden wahren mehr als Menschenverachtend. Sollen wir deswegen die gesamte Aufklärung als negativ werten?
Nehmen wir die Weimarer Republik, ich denke jeder weiß noch wie der erste Versuch einer parlamentarischen Demokratie in Deutschland gescheitert ist. Deswegen die Demokratie verurteilen?!

Vielleicht fängst du an darüber nach zu denken, dass jedes gelebte Gesellschaftsbild eben nur so weit sein kann wie die Menschen die in ihr leben.
Die Zeiten in denen Hexenverbrennung und Kreuzzüge statt fanden waren nun mal nicht die Zeiten in denen die Menschenrechte an oberster Stelle standen. Das war auch in all den Bereichen so wo die Kirche keinen großen Einfluss hatte.

Und ansonsten empfehle ich dir folgendes:

Wenn du versuchen willst die Religion zu kritisieren, dann setze dich erst einmal mit der Religion auseinander und verstehe ihre Grundsätze.
Alles andere wäre so als würde ich vollkommen ohne mathematisches Grundwissen versuchen den Satz des Pythagoras als schlecht / falsch abzustempeln...
 
Adam_Smith schrieb:
Wenn du versuchen willst die Religion zu kritisieren, dann setze dich erst einmal mit der Religion auseinander und verstehe ihre Grundsätze.
Diejenigen, die sich als religiös betrachten, sollten sich erst mal an diese Grundsätze halten...

Auch müsste dann die Toleranz gegenüber anderen Religionen und Nichtreligiösen viel größer sein, weil Toleranz eben in den Grundsätzen fest verankert ist..


Nebenbei.. Nicht alles im Nazireich war negativ. Sollten wir diese Epoche deswegen grundsätzlich nicht als böse bezeichnen? Auch war es ein gefundenes Fressen wir die kathloische Kirche, weil man so anders denkende losgeworden ist.

Sowas kann man nicht miteinander vergleichen. Genauso: Tante Frieda hat vielleicht in ihrem Dorf durch Zuhören mehr Menschen geholfen als die Religion, sollten wir deshalb alle zu Tante Frieda gehen?

Genau deswegen spreche ich solche Vergleiche mit an!! Sie sind einfach zu oft passiert, als dass man sie im Großen untergehen lassen kann! Die Grundsätze der Religion sind gut, keine Frage, aber die Umsetzung läßt mehr als zu Wünschen übrig! Auch basieren die Religionen auf vollkommen falschen Tatsachen, im Laufe der Zeit aufgebaut auf ein Gerüst aus Geschichten und Lügen. Sowas ist zum Scheitern verurteilt. Da kann es wer am Anfang noch so gut gemeint haben. Und vorallem dann untereinander noch alles andere abwertig als Sekten bezeichnen, was nicht dem eigenen Machterhalt dient. Sowas nenne ich eine Frechheit!


Heute lernt man Rücksichtnahme in der Schule, und dann klingeln religiöse "Vertreter" früh um Acht an deiner Tür, weil sie selber schon um 6 Uhr aufstehen (müssen).. Das passt für mich in keiner Weise mehr zusammen. Dazu wird einem Religionsunterricht aufgezwungen, anstelle die Menschen selber entscheiden zu lassen. Das passt auch nicht mit den Grundsätzen der Religionen zusammen!

Und nun erkläre mir mal, auf welchem Niveau du diese Diskussion gerne hättest. Arrogant (Wir sind der Mittelpunkt des Universums), Intolerant (Das Zeil der Schöpfung ist alleine die Erde.) oder, eher milde ausgedrückt, verwirrend (Wenn es Außerirdische gäbe und diese nicht sündigen würden, aber wir, käme es ja trotzdem zur "Zusammenrollung des Universums wie ein altes Kleid" und der Erlösung, womit auch diese bestraft würden. Ist das denn jetzt im Sinne des Schöpfers?) Nun?
 
Auch basieren die Religionen auf vollkommen falschen Tatsachen, im Laufe der Zeit aufgebaut auf ein Gerüst aus Geschichten und Lügen
Das sagt sich so leicht, zumal dann, wenn man keine Belege nachliefert.

Auch war es ein gefundenes Fressen wir die kathloische Kirche, weil man so anders denkende losgeworden ist.
Das ist leider auch nur ein Spruch. Schau Dir doch einmal den „Löwen von Münster“ an. Da findest Du all das, was Du der Kirche abgesprochen hast: Toleranz, Einsatz für Schwächere, lautstarken Widerstand gegen die Nazis.

http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_Graf_von_Galen
 
keshkau schrieb:
Das sagt sich so leicht, zumal dann, wenn man keine Belege nachliefert.

Knochenfunde von Dinosauriern, Vererbungslehre, Evolution usw.. Aber ich weiß ja schon was jetzt kommt, das hat der Schöpfer alles für uns so hinterlegt... Hast du dafür zufällig Beweise?

Vielleicht die 10 Gebotstafeln? Oder ein Bild vom Himmel? Oder irgendwas in der Art außer "Glauben"?
 
@H3rby
Wer sagt Dir, das bei all der wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnis ganz am Ende nicht vllt. doch ein Gott steht? Wissenschaft und Religion müssen sich ja nicht zwangsläufig ausschließen.
Der Unterschied ist wohl, dass die eine Seite glaubt zu wissen und die andere weiß zu glauben (nicht mehr sucht)
Oder so ähnlich. ;)

Dies aber nur allgemein über Religion. Vom kreationistischen Weltbild und dessen pseudo-wissenschaftliche Erklärungsversuche halte ich pers. nicht allzuviel. Aber ich toleriere es, solange niemand behindert wird und weiterhin Antworten auf viele Fragen gesucht werden, auch von unterschiedlichen Seiten und Herangehensweisen.
 
H3rby schrieb:
Knochenfunde von Dinosauriern, Vererbungslehre, Evolution usw..

Und in wie fern basiert hier die Religion auf falschen Fakten?

Die Sicht nahezu aller Glaubensgemeinschaften auf die Entstehung der Erde wird eben auch massiv geprägt durch den Wissensstand der Gläubigen.
Zu behaupten, dass die Religion auf falschen Annahmen basieren würde ist Unsinn, denn die Menschen selbst wussten es vor 2000 Jahren (also in der Entstehungszeit des Christentums) doch selbst nicht besser.
Sie wussten nichts von Dinosauriern, genetischer Vererbung oder Evolution. Da man aber irgendwelche Annahmen brauchte um die menschliche Existenz zu erklären war die Schöpfungsgeschichte, welche dann auch von der christlichen Lehre "übernommen" wurde, eine Erklärung mit der die Menschen damals umgehen konnten.
Mit den Lehren Darwins, dem Wissen eines Gallileo, ... hätte man vor 2000 Jahren einfach nichts anfangen können.

Zu behaupten, dass die Religion diese Annahmen "erschaffen" hätte ist ungefähr so wie die Beantwortung der Frage danach ob das Ei oder das Huhn zu erst auf der Welt waren.

H3rby schrieb:
Hast du dafür zufällig Beweise?

Diese Aussage reicht um uns allen zu zeigen, dass du eben die Grundlagen des Glaubens bzw. der Religion nicht verstanden hast. Wie willst du dann sachliche Kritik üben?

All deine Kritik basiert auf Annahmen. Annahmen die du selbst kaum belegst und die teilweise vollkommen falsch sind. Du glaubst etwas zu wissen und kritisierst daraufhin etwas, was du nicht einmal verstanden hast.

In wie fern unterscheidest du dich von dem, was du kritisierst?

Relict schrieb:
Der Unterschied ist wohl, dass die eine Seite glaubt zu wissen und die andere weiß zu glauben (nicht mehr sucht)

Treffend formuliert. Interessant ist hier der Passus "glaubt zu wissen".
Als Mensch der eine wissenschaftlichen Bildung genossen hat kann ich durchaus erkennen, dass am Anfang jedes wissenschaftlichen Beweises eine Annahme steht von der man eben nur glauben/vermuten kann, dass sie richtig ist. Die Beweise sind innerhalb des Wissenschaftlichen Gerüstes durchaus schlüssig und oft eindeutig. Doch die Basis dieses Gerüstes sind eben noch immer Annahmen.
Dies ist keinesfalls ein Punkt an dem man Anfangen könnte die Wissenschaft zu kritisieren. Es ist schlicht notwendig derartige Annahmen zu treffen.

Bei der Theologie ist es nicht anders. Innerhalb des theologischen Gerüsts sind Beweise durchaus möglich. Natürlich sind sie, eben Aufgrund des Bereiches in dem sich die Theologie bewegt, nicht immer so eindeutig wie in der wissenschaftlichen Welt. Aber auch hier gilt: Die Basis des Grundgerüsts ist der Glaube an einen Gott.
Das es z.B. falsch ist einen Menschen willkürlich zu ermorden lässt sich aber eben auf Basis dieser Grundannahme eindeutig beweisen.

Dies zu erkennen ist, so denke ich, der Schritt der einem dann klar macht, dass Wissenschaft und Glaube alles andere als ein Widerspruch sind.

Wer allerdings behauptet, dass es in der wissenschaftlichen Welt keinen Glauben gäbe und die Religion dann kritisiert, weil sie keine Beweise für ihre Annahmen erbringe, der macht sich selbst unglaubwürdig.
 
Zuletzt bearbeitet:
@H3rby
Also schön, wenn Du meine Beiträge (285, 288) nicht liest, dann wird das natürlich nichts mit der Diskussion.

Ich kann es ja noch einmal wiederholen. Aber die Evolutionsgeschichte steht meines Wissens in gar keinem Widerspruch zur katholischen Lehre. Sie wird vielmehr als wahr und richtig akzeptiert, ohne dass sich die Geistlichen dabei einen Zacken aus der Krone brechen.

Das hängt damit zusammen, wie man die Bibel interpretiert. Aber Interpretation ist nur möglich, wenn man sich eingehend mit eniem Thema beschäftigt. Bei der Kirche kannst Du davon ausgehen, dass jede Zeile tausendfach auf den Kopf gestellt worden ist. Zeit genug hatte die Kirche dafür.
 
Adam_Smith schrieb:
Diese Aussage reicht um uns allen zu zeigen, dass du eben die Grundlagen des Glaubens bzw. der Religion nicht verstanden hast. Wie willst du dann sachliche Kritik üben?

Ähm, wenn sich 40 Leute umbringen, weil sie glauben, dass ein Raumschiff kommt und sie abholt, dann wird sowas Unsinn genannt.. Hier soll man es aber einfach so stehen lassen?


Adam_Smith schrieb:
Annahmen die du selbst kaum belegst und die teilweise vollkommen falsch sind.

Das wäre?


Wenn in der Schöpfungsgeschichte die Tiere geschaffen wurden und dann der Mensch, passt das nach meinem Verständnis nicht mit der Abstammungslehre überein.. Und ich wüßte auch nicht, dass die Kirche das so akzeptiert hat. Dass die Geistlichen inzwischen dies nicht mehr als Humbug abstempeln können, bedeutet nicht, dass sie es für richtig halten.

Wenn Gott das Vieh vor uns erschaffen hat und nur Gott Leben erschaffen kann, wie haben wir denn dann unsere Hauskuh zustande gebracht? Und wie kommt es, dass Gott die Vögel und Lebewesen im Wasser gleichzeitig erschaffen hat, aber die Vögel sich erst viel später entwickelt haben. Und wie können wir Lebewesen klonen?


@ Relict: Stimmt!!
 
H3rby schrieb:
Wenn Gott das Vieh vor uns erschaffen hat und nur Gott Leben erschaffen kann, wie haben wir denn dann unsere Hauskuh zustande gebracht? Und wie kommt es, dass Gott die Vögel und Lebewesen im Wasser gleichzeitig erschaffen hat, aber die Vögel sich erst viel später entwickelt haben. Und wie können wir Lebewesen klonen?

Sry, aber meine Glaskugel ist kaputt.
 
Konkret zu modernen wissenschaftlichen Theorien zur Entwicklung des Lebens äußerte sich erstmals Papst Pius XII. 1950 in der Enzyklika Humani Generis.Diese Enzyklika wurde 1996 von Johannes Paul II. aufgegriffen. Er sprach davon, dass sie die Evolutionstheorie als „ernstzunehmende Hypothese“ interpretiere und betonte, dass diese in der Zwischenzeit „mehr als nur eine Hypothese“ geworden sei.

Im November 2005 antwortete Paul Poupard, Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, auf die Frage nach der Intelligent-Design-Bewegung, dass die Schöpfungsgeschichte der Genesis und Darwins Evolutionstheorie vollständig verträglich seien, wenn die Bibel korrekt interpretiert werde. Dies wird im allgemein als Absage an die Intelligent-Design-Bewegung gewertet, die u.a. die Evolutionstheorie ablehnt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Theistische_Evolution

Vor diesem Hintergrund kann H3rby noch einmal nachlesen, was ich in #329 geschrieben habe.
 
Zuletzt bearbeitet:
H3rby schrieb:
Ähm, wenn sich 40 Leute umbringen, weil sie glauben, dass ein Raumschiff kommt und sie abholt, dann wird sowas Unsinn genannt.. Hier soll man es aber einfach so stehen lassen?

Was willst du uns jetzt damit sagen? Wenn 40 Leute sich umbringen, weil sie glauben, dass ein Raumschiff kommt und sie abholt, dann ist diese Tat Unsinn. Keine Frage!
Wenn man "Hexe" schreit und deswegen eine Frau auf dem Scheiterhaufen verbrennt, dann ist diese Tat Unsinn. Keine Frage!

Es geht aber darum, dass du wegen der Hexe die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde den ganzen Glauben an sich zu kritisieren Versuchst. Diese Pauschalisierung ist aber nicht zulässig!

Um in deinem Bild zu bleiben: Deiner Argumentation folgend müsste man wegen der 40 Toten nun den Glauben an außerirdisches Leben generell Kritisieren.

H3rby schrieb:

Beispielsweise die Annahme, dass der christliche Glauben darauf basieren würde, dass die Welt in sieben Tagen geschaffen wurde... *freak*


H3rby schrieb:
Wenn in der Schöpfungsgeschichte die Tiere geschaffen wurden und dann der Mensch, passt das nach meinem Verständnis nicht mit der Abstammungslehre überein..

Es ist wohl nicht zu bestreiten, dass eine Vielzahl der heute lebenden Tiere in der uns heute bekannten Form bereits vor dem Menschen auf der Erde weilten.
Was genau man nun in den Worten der Bibel liest, ist zweifelsohne eine Frag der Interpretation.

H3rby schrieb:
Und ich wüßte auch nicht, dass die Kirche das so akzeptiert hat.

Und genau hier zeigt sich dann, warum du dich lieber mal eingehender mit dem befassen solltest über das du hier schreibst. Du glaubst und kritisierst auf Basis dieses Glaubens. In wie fern bist du also besser als religiöse Fanaten?

Die katholische Kirche hat die wissenschaftlichen Fakten zur Entstehung unserer Erde durchaus akzeptiert und versucht ihren Glauben in Einklang mit den Fakten zu bringen.

Den Anfang machte bereits um das Jahre 400 der Kirchenlehrer Augustinus von Hippo als er den Begriff der "Creatio continua" prägte. Laut seiner Annahme greift Gott kontinuierlich in den Schöpfungsprozess ein welcher sich immer weiter entwickelt und nicht abgeschlossen ist. (Wohlgemerkt: Lange vor Darwin!)
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich eine Lehre die mehr und mehr davon ausging, dass Gott die mit dem Akt der Schöpfung lediglich eine "Initialzündung" gab und fortan das Universum sich selbst überließ. Einige Richtungen gehen davon aus, dass Gott in sehr begrenzten Rahmen in den weiteren Verlauf der Entwicklung seiner Schöpfung eingegriffen hat.
Diese Lehre wird heute von den obersten Vertretern der katholischen Kirche vertreten. Generell gilt heute die Aussage, dass die Bibel eben nicht wörtlich interpretiert werden darf.
Papst Pius XII ging übrigens sehr ausführlich auf die wissenschaftlichen Theorien zur Entstehung der Welt ein. Seine Nachfolger ergänzten seine Aussagen.

H3rby schrieb:
Wenn Gott das Vieh vor uns erschaffen hat und nur Gott Leben erschaffen kann, wie haben wir denn dann unsere Hauskuh zustande gebracht? Und wie kommt es, dass Gott die Vögel und Lebewesen im Wasser gleichzeitig erschaffen hat, aber die Vögel sich erst viel später entwickelt haben. Und wie können wir Lebewesen klonen?

Nicht böse sein, aber dieser Art der Kritik katapultierst du dich um hunderte Jahre zurück!
Beide, die Kirchenkritiker und auch die Kirche selbst, haben sich schon soooo viel weiter Entwickelt ...

H3rby schrieb:
@ Relict: Stimmt!!

???

Mit deiner Zustimmung führst du 50% deiner eigenen Aussagen ad absurdum.
 
wiesel201 schrieb:
Ich glaube nicht, daß Du weißt, was seinerzeit mein Geschichtsunterricht beinhaltete. Daher ganz kurz: Die Kirche kam dort generell schlecht weg. Außerdem bin ich, wie schonmal angeführt, in keiner Kirche oder einer anderen Religionsgemeinschaft, war es nie und werde es wohl auch nie sein. Einfach deswegen, weil ich nicht religiös bin.
Nun ja, die Mechanismen mit denen man versucht, den Schülern Wissen zu vermitteln, sind zumindest in konventionellen Schulen mehr oder weniger gleich. Mir ging es im Übrigen auch nicht um den Inhalt und was du möglicherweise über die Kirche erfahren hast, sondern lediglich um die Form. Auf keinen Fall wollte ich dir eine Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft unterstellen, ich weiß selbst wie das ist. ;)

Die positiven gesellschaftlichen Entwicklungen sehe ich im Übrigen eher vom Renaissance-Humanismus geprägt. Ab diesem Zeitpunkt gab die Kirche Stück für Stück nach, auch fanden sich plötzlich wieder humanistische Bibelpassagen - die Kirche unterstützte den Humanismus sogar -, um von den Menschen nicht wie das grausige Mittelalter einfach abgestreift zu werden. Was uns von der Kirche hingegen hauptsächlich erhalten blieb, sind Traditionen und Bräuche - die sie ihrerseits in vielen Fällen von zuvor heidnischen Bräuchen übernommen hatte.

@keshkau: Die Linie der Kirche in dieser Frage ist nicht konsistent, gerade der aktuelle Papst kann sich sehr für ID erwärmen und hat nicht zuletzt im vergangenen Jahr, als die Diskussion darum heiß entbrannt war, den Wiener Erzbischof Schönborn in die USA vorgeschickt um für "Intelligent Design" als göttlichen Plan zu werben...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe kein Problem damit, wenn der aktuelle Papst etwas anderes favorisiert als ich. Auch innerhalb der Kirche gibt es verschiedene Strömungen und die dortige Spitze war schon immer am konservativsten.

Man könnte sich ebenso die Kirche in Lateinamerika als Vorbild nehmen. Das bleibt jedem selbst überlassen. Das, was Kirche ist und bedeutet, entscheidet sich oft in den einzelnen Gemeinden. Es gibt Pfarrer, die geschiedene Frauen als Lektoren und Kommunionhelfer einsetzen, auch wenn die offizielle Lehrmeinung das vielleicht nicht unterstützt.
 
keshkau schrieb:
Im November 2005 antwortete Paul Poupard, Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, auf die Frage nach der Intelligent-Design-Bewegung, dass die Schöpfungsgeschichte der Genesis und Darwins Evolutionstheorie vollständig verträglich seien, wenn die Bibel korrekt interpretiert werde. Dies wird im allgemein als Absage an die Intelligent-Design-Bewegung gewertet, die u.a. die Evolutionstheorie ablehnt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Theistische_Evolution
Dem Zitat hätten die letzten 3 Zeilen nicht schaden können. ;)
Damit wären diese Zeilen gemeint, die nahtlos anschliessen.
Papst Benedikt XVI. bekräftigte kurz danach nochmals die Position von Christoph Schönborn und sprach von einem „intelligenten Plan“ des Kosmos.[8] Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass es sich bei den Aussagen um eine Bekräftigung des Standpunkts der von Gott geplanten Entwicklung des Lebens handelt, obwohl in der Presse einige Aussagen wegen der ähnlichen Wortwahl als direkte Unterstützung von Intelligent Design gewertet wurden.

Jedoch kann man alle Aussagen auslegen. ;)

Nur der Papst, das Oberhaupt der Katholiken, bestimmt die Richtung der vom ihm geführten kath. Kirche.
Das macht kein Pfarrer oder sonst wer. Wer nicht spurt, wird ersetzt.
Der Vatikan kann durchgreifen, wenn er will.


Unabhängig davon kann man nicht so einfach behaupten, dass die Kirchen nicht mehr gebraucht werden.
Würden wir sie abschaffen, würde Chaos ausbrechen.
Es würde für viele eine Welt zusammenbrechen, sie würden den Halt verlieren oder einfach nur die Hilfe, die die Kirche anbietet.
Auf die die Gesellschaft angewiesen ist.

Keiner sollte die Kirche des Mittelalters mit der Kirche von heute vergleichen.
Die hat zwar noch den gleichen Namen, steht aber inzwischen für was anderes.
 
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