News Bundesnetzagentur: Wann DSL-Anschlüsse zugunsten von Glasfaser abgeschaltet werden

Eher an selektiver Wahrnehmung Deinerseits. Eine Verallgemeinerung ist nie zutreffend und vor allem völlig überflüssig. Es gibt auch technikfremde 20jährige, die 70jährige um Hilfe bitten.
 
K.S.a.L. schrieb:
wurde bei der Infoveranstaltung hier exakt so kommuniziert. Die Realität: Pickel, Spaten, Minibagger ;)
Hier hat der Auskundschafter der Baufirma auf meine Frage direkt geantwortet, dass sie die Erdrakete kaum nutzen und lieber in offener Bauweise arbeiten. Da gab es in der Vergangenheit wohl zu oft Schäden. Selbst Straßenquerungen wurden in offener Bauweise gemacht - lediglich bei der Hauptdurchgangsstraße mit viel Verkehr wurde die Rakete genutzt.
 
Das war selbst auf unserer Straße je nach Haus unterschiedlich. Bei uns kam die Rakete zum Einsatz gegenüber wurde gebuddelt und die Straße aufgerissen.
 
gbggbg schrieb:
Falsch, das wird die BNetzA und vielmehr noch die Betreiber nicht interessieren.

Denn diese haben das Gestz auf ihrer Seite und können sich ganz einfach auf Teil 9 des Telekommunikationsgesetz berufen:
Dein Beitrag greift zu kurz, weil er Mindestversorgung (Teil 9 TKG) mit der Zulässigkeit der Abschaltung bestehender Netzinfrastruktur gleichsetzt. Genau diese Gleichsetzung trägt das Gesetz jedoch nicht.

Richtig ist:
Nach dem Telekommunikationsgesetz besteht kein Anspruch auf einen leitungsgebundenen Anschluss, und die Mindestversorgung darf auch drahtlos (Mobilfunk, Satellit) erbracht werden. Das ist unstrittig.

Falsch ist jedoch die daraus gezogene Schlussfolgerung, man könne bestehende DSL-Anschlüsse abschalten und Kunden anschließend pauschal auf Funk verweisen, solange das Mindestangebot erfüllt wird.

Der entscheidende Punkt ist: Teil 9 TKG regelt einen Auffanganspruch bei Unterversorgung, nicht die Ablösung funktionierender Marktversorgung. Die Mindestversorgung greift nur dann, wenn keine angemessene Versorgung vorhanden ist – sie ist kein Instrument, um eine solche Versorgung erst abzuschaffen.

DSL stellt unzweifelhaft eine angemessene Marktversorgung dar. Wird sie bewusst stillgelegt, entsteht die Unterversorgung nicht marktbedingt, sondern durch eine unternehmerische Entscheidung. Eine so herbeigeführte „Unterversorgung“ kann rechtlich nicht mit dem Universaldienst geheilt werden. Genau deshalb spricht die Regulierung von „künstlicher Unterversorgung“.

Entscheidend ist außerdem:
Das Telekommunikationsrecht ist öffentliches Regulierungsrecht, kein freier Markt. Für tiefgreifende Eingriffe wie die Abschaltung ganzer Netzinfrastrukturen gilt nicht der Grundsatz „was nicht verboten ist, ist erlaubt“, sondern umgekehrt: Solche Maßnahmen bedürfen einer positiven rechtlichen Grundlage. Eine solche Grundlage für „Kupfer weg, Funk reicht“ existiert derzeit nicht.

Auch der Hinweis „da kann dann niemand vor Gericht ziehen“ ist nicht haltbar. Gerade weil das Gesetz die Mindestversorgung nicht als Ersatzregime für Bestandskunden konzipiert, wäre eine solche Rückstufung hochgradig klageanfällig – unter anderem wegen Verhältnismäßigkeit, Vertrauensschutz und Gleichbehandlung.

Kurz gesagt:
Die Mindestversorgung darf Versorgung begründen, sie darf aber keine Verschlechterung legitimieren.
Funk kann Lücken schließen – er ersetzt rechtlich nicht automatisch eine bestehende leitungsgebundene Marktversorgung.

Ohne Anschluss für alle – auch für die Verweigerer und notfalls auf Kosten des Netzbetreibers – gibt es kein Abschalten, Punkt.

Wer etwas anderes behauptet, liest Teil 9 TKG isoliert und ignoriert die Systematik des Gesetzes.
 
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Knecht_Ruprecht schrieb:
@blende11
Bei dem bei mir verfügbaren Provider für Glasfaser kann ich wählen zwischen:
50/20 Mbit/s für 39,95 €
100/40 Mbit/s für 49,95 €
300/200 Mbit/s für 54,95€
600/300 Mbit/s für 79,95 €
1000/500 Mbit/s für 99,95€

Wie man an der (Upselling) Preisstaffelung sieht, wirkt der 300/200 Tarif im Vergleich zum 100/40 attraktiver. Beim vorherigen Provider gibt als Einstieg nur einen 100/20 Mbit/s Tarif für 49,95 € + Routermiete. Weitere Alternativprovider gibt es nicht, bzw. nur Mobilfunk.

Und wenn er sein Monopol nicht ausnützen würde gäbe es einfach nur 1 Tarif.
1000/500 Mbit/s für 39,95€

Das wird bei unseren Nachbarn sogar schon so mit 10000/10000 Mbit/s für den Preis gelebt.
Da schauen sie sich AI generierte Katzenvideos mit einer 10Gbit Leitung an ;)

Man muss Bandbreite bei Privatkunden nicht auf irgend welche Werte Limitieren und die dann bepreisen.
 
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Natürlich muss man das nicht. Aber zur Planung wie stark welcher Netzknoten ausgestattet sein muss, ist das schon hilfreich. Und für den Provider macht es einen Unterschied, ob er von einem Punkt aus 10 oder einhundert Kunden versorgen kann.
Die Beschwerden bei Überbuchung kommen sonst prompt.
 
Incanus schrieb:
Die Beschwerden bei Überbuchung kommen sonst prompt.
Gerade in Deutschland bei den Gesetzen. Sofern du keinen ONT mit 25G-Schnittstelle hast bist du bei 10G-Tarifen (also nicht mit XGS-PON) ja auch schon recht nahe an den 90%…
 
Hier, bei mir wird im Sommer Glasfaser ausgebaut. Dazu haben wohl etliche Mitmieter bei der Wohnbaugenossenschaft angefragt, ob ein Glasfaseranschluß geplant ist. Dies wurde strikt ausgeschlossen, da ja bereits ein Kabelanschluß durch einen regionalen Anbieter bestehen würde. Ein Kabelanschluß wo ich Apothekerpreise für schnelles Internet bezahlen müsste. Teurer als die Telekom. So bleibe ich erstmal bei meinem DSL Anschluß wo auch 250/40 ankommen. Hätte eigendlich Interesse an Glasfaser, aber wenn Vermieter einfach so ein Vetorecht haben wird es wohl nichts mit der Digitalisierung in Deutschland.
 
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Incanus schrieb:
Natürlich muss man das nicht. Aber zur Planung wie stark welcher Netzknoten ausgestattet sein muss, ist das schon hilfreich. Und für den Provider macht es einen Unterschied, ob er von einem Punkt aus 10 oder einhundert Kunden versorgen kann.
Die Beschwerden bei Überbuchung kommen sonst prompt.
ich dachte bei GPON hängen 32 bzw. 64 Nutzer/Teilnehmer dran?
 
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pseudopseudonym schrieb:
Dafür hat sich Glasfaser richtig gelohnt ... nicht.
Ich übersetze: das Internet wird sich nicht durchsetzen und 364kbit reichen als Arbeitsspeicher.


Sorry aber das ist quasi das gleiche Level. Glasfaser ist billiger und zukunftssicher. Dass wir es in Deutschland Mal wieder verkacken ist keine Schuld der Glasfaser. Schau Mal in die Schweiz, wie billig die Faser ist.
Ich zahle in Deutschland sage und schreibe 29,99 doppelflat 300mbit FTTH... In der Schweiz gibt's für 44CHF ganze 1Gbit! Up und down wohlgemerkt.

Und ich lebe in Hamburg.

Wer heute immer noch allen ernstes DSL fordert, dem ist leider nicht mehr zu helfen. Und wir brauchen dringend besseres und flächendeckendes Internet, wenn wir Teil der G7 blieben wollen!
 
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Rockstar85 schrieb:
Ich übersetze: das Internet wird sich nicht durchsetzen und 364kbit reichen als Arbeitsspeicher.
Das ist doch überhaupt nicht das, was ich schreibe. Aber in DE schaffen wir es, dass Glasfaser für Nutzer wie mich nur eins ist: Deutlich teurer.
Ich hab auch lieber symmetrisch Gigabit, zumal ich ne NAS hab, die erreichbar sein soll. Aber das merke ich so selten im Alltag, dass ich diese Mondpreise nicht zahlen will und lieber mein 50mBit/10mbit-DSL zurücknehme.
Das ist so teuer bei meinem Glasfaser-Anbieter (der meines Wissens nach exklusiv die Leitung hat), dass ich nach 12 Monaten (Ende Neukundenrabatt) vielleicht sogar auf Mobilfunk gehe. Das ist dann sogar schlechter als mein altes DSL, mir bei den Kosten aber egal.

Rockstar85 schrieb:
Dass wir es in Deutschland Mal wieder verkacken ist keine Schuld der Glasfaser.
Ja, weiß ich. Macht für mich als Kunden aber keinen Unterschied.

Rockstar85 schrieb:
Schau Mal in die Schweiz, wie billig die Faser ist.
Zu dem Preis nehme ich das gern.
Meine Eltern haben Glück mit den Stadtwerken (in DE), der Deal ist okay. Da war Glasfaser ein Nobrainer, egal ob notwendig oder nicht. Erst recht als Hausbesitzer.

Rockstar85 schrieb:
Wer heute immer noch allen ernstes DSL fordert, dem ist leider nicht mehr zu helfen.
Ich fordere kein DSL, ich fordere DSL-Preise. Und zwar die von konkurrierenden Anbietern, nicht die Telekompreise ohne Angebot, die fast niemand zahlt.
Und wenn die Anbieter unbedingt eine €/MBit-Rechnung machen wollen (was gaga ist), nehme ich auch meine lahmen DSL-Geschwindigkeiten.
 
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K.S.a.L. schrieb:
ich dachte bei GPON hängen 32 bzw. 64 Nutzer/Teilnehmer dran?
Zum Einen habe ich gar nicht von GPON gesprochen, zum anderen war das einfach ein Beispiel zur Verdeutlichung, dass mehr Bandbreite pro Kunde den Provider eben auch mehr Geld kostet.
 
@pseudopseudonym

Tut mir leid, aber doch, genau das forderst du. Sonst hat du dich vllt nur falsch ausgedrückt.

@Incanus

Nur sind die Preise im backbone Netz eben ein Witz. Es geht um die vielzitierte "letze Meile"
Und ja, wir ernten derzeit alle unsere konservative Technologiebräsigkeit. Ist bei den Smart Metern halt nicht anders.
 
Rockstar85 schrieb:
Tut mir leid, aber doch, genau das forderst du.
Guz, im großen und ganzen vielleicht schon. Glasfaser zu schweizer Preisen werden wir nie haben, also will ich wenigstens DSL behalten.
 
Glasfaser

Vier Tarife, und dauerhaft gültige Monatspreise, ohne diese Lockangebote, wo sich der Vertrag nach ein paar Monaten massiv verteuert.

Bei den Preisen für einen Glasfaseranschluss würde ich mir vier Tarife wünschen:

Einsteiger: 150 Mbit/s = 20 €
Vielnutzer: 500 Mbit/s = 40 €
Gamer, Down-und Uploader: 1 Gbit/s = 60 €
Profinutzer/Unternehmen: 5 Gbit/s und schneller = 100 €

Damit könnte jeder sein „benötigtes“ Paket wählen und die Preise wären der Verbindungsgeschwindigkeit angemessen.
Günstiger Einstiegstarif mit 20 €, mittlere Tarife mit 40 bis 60 € und teurer Tarif für diejenigen, denen es nie schnell genug sein kann.
Das würde ich fair finden und dann würde sich Glasfaser auch flächendeckend durchsetzen, weil man für einen Zwanziger im Monat einsteigen kann.
 
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Und wenn der Betreiber dann pleite geht, weil die 20€ nicht kostendeckend sind und die Installationskosten nicht decken? Du kannst Preise nicht nach Deinem persönlichen Gutdünken festlegen.
 
Die Preise werden kostendeckend und profitabel sein, weil die teuren Tarife natürlich auch gebucht werden.
Man muss einen günstigen Einsteigertarif anbieten, das ist alternativlos, wenn sich Glasfaser schnell und flächendeckend in Deutschland duchsetzen soll.
40+ Euro im Monat an Internetkosten ist für viele Menschen im Land zu teuer, vor allem wenn sie das Internet nur gelegentlich und für banale Dinge nutzen.
Die spielen nicht, streamen nicht, sind keine Influencer, laden nicht riesige Mengen an Daten herunter oder hoch.
Wir dürfen hier nicht immer nur von uns ausgehen und unserem Nutzungsverhalten.
 
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@blende11 Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es billiger ist, wenn Leute bei DSL bleiben oder auf Mobilfunk ausweichen. So bekommt man ja weniger an den Mann.
Und es bleibt auch wieder die Frage, warum nur wir wieder dieses Problem haben...
 
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Also eine Mischkalkulation bei der man hofft die mit dem Bedarf für schnellere Datenraten finanzieren den anderen den Anschluss mit? Finde ich nicht sehr gerecht.
 
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