BWL/ Wirtschaftsrecht/ Jura

Prom07

Lt. Commander
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Moin!

Ich habe mein Abi (1.8) in der Tasche meinen FWDL 12 Mittwoch abgeleistet und weiß auch dass
Wirtschaftsrecht studieren möchte. Ich möchte später halt gerne die Rechtmäßigkeit von Veträgen prüfen, in Unternehmensberatungen bzw. in Rechtsabteilungen von mittleren und größeren Unternehmen arbeiten. Ich habe lediglich ein Problem:

Sollte man normal BWL studierne und sich im Hauptstudium dann auf Recht spezialisieren?
(Ich erhalte mir im Fall das das ganze doch niht so der Burner weitere Optionen)

Sollte ich eher in Betracht ziehen Jura/ Rechtswissenschaften zu studieren und dann den schwerpunkt nach dem ersten Examen auf Wirtschaftliche Aspekte zu legen?
(Es gibt aber ne beträchtliche Anzahl an Juristen mit einer Taxilizenz - Zu denen möchte ich, obwohl ich wirklich gut lernen und arbeiten kann nicht gehören ;) )

Oder nehme ich die dritte Alternative - Nämlich den Studiengang Wirtschaftsrecht wie ihn zum Beispiel die Universität Kassel (oder Dresden mit "Law in Context") anbietet und das Thema entsprechen in einem eigenem Bachelor Studiengang fokussiert, wo ist aber soweit ich weiß nur möglich ist nen Master zu machen wenn man den dann halt in BWL/Jura macht.


Was denkt Ihr?
Welche Option bietet sich am ehesten an?

Wäre super wenn Ihr mal Euren Senf dazu geben könntet ;)

Liebe Grüße:

Prom07
 
Moin,

mit Deiner Zielrichtung halte ich das klassische Jura-Studium nicht für so geeignet. Das ist was, wenn Du Rechtsanwalt oder dgl. werden willst.
Du hast schon die korrekte Idee, Dich auch den Wirtschaftsjuristen zu fokussiern,

Beste Grüße,

Frank
 
Hmm,

also bis auf vielleicht Wirtschaftsrecht (weil ich den Studiengang nicht kenne) sind BWL und Jura zwei sehr verschiedene und trotzdem gleichermaßen schwere Studiengänge. Was du im speziellen studieren willst das kannst und SOLLST DU SELBST ENTSCHEIDEN.

Nur ein Rat zur Entscheidungsfindung: Studiere das, was dir am meisten Spass macht, denn nur wenn du zu 110% im Studium dabei bist wirst du hinterher im Job den Nötigen Erfolg bekommen.

So und bevor jetzt 100 Leute was anderes behaupten werd ich weiter Fussball zuende sehen ^^
 
BWL zu studieren wird dir nicht weiterhelfen können, in einer Rechtsabteilung oder so anfangen zu können. Und wenn du einen Bachelor machen willst, die haben hier ja fast einen Stellenwert wie ein Collegeabgänger in den USA, da wird sich auch keiner darum reißen so jemand unbedingt einzustellen. Wenn du gutes Geld verdienen willst, musst du entweder Jura oder BWL studieren. Nur BWL studiert jeder 2te der nicht weiss was er machen soll, weil es ein bisschen easy ist.
 
Ich weiß ja was ich möchte, ich bin mir nur nicht sicher welche der genannten Optionen am ehesten meiner Intention entspricht =) (Ach ja - sry für die miese Grammatik im Eingangspost - werde ich gleich noch mal korrigieren ;D)

Ach ja - ich habe nicht vor es bei einem bachelor zu belassen - Wenn irgendwie möglich möchte ich auf jeden Fall eine Masterabschluss machen! xD
 
Jura is das Passende. BWL nicht das richtige, Wirtschaftsrecht als Studiengang im Bachelor/Master System -> geringere Verdienstmöglichkeiten (behaupte ich mal), da kein Volljurist. Also Jura auf Staatsexamen, Master of Law in internationalem Privatrecht o.ä. nach dem ersten Staatsexamen immer noch möglich.
 
Erfahrungsgemäß ist es für Wirtschaftsjuristen schwer, in Rechtsabteilungen reinzurutschen. Aber auch nicht unmöglich. Ansonsten gibt es dort ähnliche Spezialisierungen wie bei BWL auch mit entsprechend unterschiedlichen Berufsbildern (Personalwesen/Arbeitsrecht, Bilanzerung/Steuern etc.) nur eben mit entsprechend rechtlichem Schwerpunkt. Wenn dich Verträge als Form, das wirtschaftliche Zusammenleben zu regeln, interessieren, ist WiRe auf jeden Fall BWL vorzuziehen. Dort erhältst du zwar je nach Fakultät auch sehr guten Rechtsunterricht, aber es ist nicht ganz so selbstverständlich (ich hab damals an meiner Uni im Fach "öffentliches Recht" gefühlt jeden Lehrbuchfall des Schuldrechts durchexerziert aber erstens kein öffentliches Recht gehabt und zweitens auch ansonsten nicht viel brauchbares gelernt, da auch unmengen von Fachlatinismen einen theoretisierten Vortrag nicht unbedingt realitätsbezogener machen ;)

Ist halt eine Frage des eigenen Ziels. Es gibt jede Menge Volljuristen in Unternehmen (war für mich auch eine Option, aber da ich wusste, dass Geschichten wie Familienrecht für mich weder fachlich noch persönlich irgendwie attraktiv sind, wollte ich solchen Ballast nicht mit an Bord nehmen) und gerade die Rechtsabteilungen sind berechtigterweise von denen dominiert. Ein Staatsexamen ist nun mal nicht nur auf dem Papier eine andere Qualifikation als ein LL.B., zumal der Anwalt seinen Arbeitgeber dann auch in höheren Instanzen selbst vor Gericht vertreten darf.

Das mit dem Master ist übrigens Unsinn. Viele Hochschulen bieten an den WiRe-Bachelor anknüpfende LL.M.-Programme an. Aber es liegt natürlich nahe, sich im Master auf ein Rechtsgebiet zu spezialisieren. Diese Programme werden dann oft von Volljuristen wie Paralegals belegt.

Detailliertere Fragen gerne per PN, wollen den Thread ja nicht zu sehr abgleiten lassen.

edit @Pussygalor:
Kanst du das auch belegen, oder hast du nur geraten? Ich vermute letzteres. Hast du dich mal mit durchschnittlichen Absolventengehältern auseinander gesetzt? Das sagt so ziemlich das Gegenteil von deiner Behauptung. Die Ursachen gehen zwar weit über die Frage, welches Studium 'besser' sei hinaus, aber um solche Plattitüden zu entkräften braucht es nun wirklich nicht mehr ;) Beides sind vollkommen verschiedene Studiengänge die auf vollkommen verschiedene Aufgaben vorbereiten. Aber auch ein Prädikatsexamen ist kein Ersatz dafür, die Aufgaben auch gut zu meistern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin nich vom Fach, studiere selber BWL, wollte aber mal wechseln. Ich habe sogar geschrieben "behaupte ich mal". Meines Wissens hat man mit dem Titel Volljurist jedoch nur Vorteile. Wie die genauen Einstiegsgehälter sind kann ich dir nicht sagen und interessiert mich auch nicht. Bin jedoch weiterhin der Meinung das man mit nem Volljurist besser bedient is, da breiter aufgestellt und somit mehr Möglichkeiten. Aber du darfst mich selbstverständlich eines Besseren beleren.
 
Ich würde dir empfehlen es erstmal mit Jura zu probieren!
In meinen Augen ist es wichtig zu verstehen wie die Grundlage für das gesamte gesellschaftliche Zusammenleben - Recht - funktioniert. Spezialisieren kann man sich dann immernoch.
 
@pussygalor:

Das ist ja ein Wort. Wie gesagt, es ist eine Frage des persönlichen Ziels. Was nützt ihm die vielseitige Einsetzbarkeit, wenn 80% der Tätigkeiten für ihn vollkommen úninteressant sind? Natürlich ist das spekulativ und eine Übertreibung noch dazu - hier würde eine ausführlichere Dokumentation der Stärken und Interessen des To uns beiden helfen.

Davon ausgehend, dass tatsächlich hauptsächlich das Wirtschaftsprivatrecht sowie relevante Teilgebiete des öffentlichen Rechts für den TO interessant sind, wäre ein Jura-Studium immer noch eine persönliche Bereicherung, würde ihn aber auf dem Weg zum Traumjob nicht unbedingt weiter bringen.

Gerade in den großen Unternehmen verdienen Volljuristen übrigens in der Tat wirklich nicht schlecht. Das liegt aber auch daran, dass es so viele Absolventen gibt, dass die sich ohnehin nur die besten rauspicken. Der Durchschnitt ist hingegen eher ernüchternd (mir schwirren 24k€ Jahreseinstiesgehalt durch den Kopf, aber ich konnte leider auf Anhieb die Quelle nicht mehr finden, war soweit ich weiß eine Jura-Campuszeitung). Wirtschatsjuristen besetzen eine Nische, in der es an manchen Stellen wenig Konkurrenz gibt. In anderen natürlich umso mehr (im Personalwesen tritt man z.b. gegen BWLer mit Schwerpunkt Personal und gegen Arbeitsrechtler an) - aber egal, Flachpfeifen gibt es überall, wenn man selbst was im Kopf hat, kommt man schon unter. Okay, das trifft auf Volljuristen genauso zu.

Ein Cousin von mir ist recht jung und heute Syndikus in einer Reederei - vorher hat er sich aber auch wie die meisten in einer Wald-und-Wiesen-Kanzlei verdingt und kaum mehr als den grundlegenden Lebensunterhalt erarbeitet. Bei Gelegenheit werde ich ihn mal fragen, wie er seinen Berufseinstieg erlebt hat.
 
Wirtschaftsrecht.

Habe in Deutschland zwar nur ein paar Semester studiert (Master, Grundstudium in den USA), aber es waren viele Wirtschaftsrechtler dabei die a) Ahnung und b) alle keine Probleme mit der Jobsuche hatten.

Als Jurist musst du halt zwingend zum besten Drittel gehören, BWL wäre mir persönlich zu unsinnvoll für's Leben, da kann man aus den Jura-Vorlesungen doch viel mitnehmen.
 
Naja ich habe mein Interessenfeld schon einigermaßen begrenzt - Ich habe nicht vor mit Familienrecht oder dergleichen zu beschäftigen :)
Mein Ziel ist ganz klar das mittlere bis größere ggf. international operierende Unternehmen bzw. die entsprechende Unternehmensberatung wo ich mit einem Master-Abschluss in Rechtsabteilungen halt - was tut ein Jurist/Wirtschaftsrechtler sonst?- Die Rechtmäßigkeit von Verträgen und Geschäften überprüfe und und und und :)

aber welcher weg bietet sich am ehesten zu diesem spezifischem ziel an?
 
Der Volljurist kann alles und v.a. er darf alles. Wenn also Rechtsanwalt, Richter, Staatsdienst für dich nur im entferntesten in Frage kämen, dann brauchst die Befähigung zum Richteramt (Assessorexamen). Wer beide Examen wenigstens vollbefriedigend abschließt, muss sich um seine berufliche Zukunft wenig Sorgen machen.
 
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