News Codec: Netflix testet AVIF für kleinere und qualitativ bessere Bilder

nlr

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Für Videostreams will Netflix künftig auf den effizienteren Videocodec AV1 als Nachfolger von HEVC/H.265 setzen, unter Android ist bereits eine Umstellung von VP9 zu AV1 erfolgt. Doch die Streaming-Plattform liefert auch zahlreiche Bilder aus, die derzeit im JPEG-Format vorliegen. Hier soll AVIF für bessere Ergebnisse sorgen.

Zur News: Codec: Netflix testet AVIF für kleinere und qualitativ bessere Bilder
 

Nitschi66

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Wie läuft das genau in der Image Compression Pipeline ab: Gibt es dann im Server extra für H264 (alt) reservierte Hardware, die auf meinen alten Fernseher ohne h265 (oder VP1) unterstützung das Bild streamt?
 

WinnieW2

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Es befindet sich mit JPEG XL ein offizieller Nachfolger des JPEG Formates in der Entwicklung.
AVIF schneidet v.a. bei niedrigen Bitraten gut ab. JPEG XL soll jedoch insgesamt für Bilder besser sein im Vergleich zu AVIF. So wird JPEG XL auch einen verlustfreien Modus sowie einen Alphakanal unterstützen.

Wenn Netflix aber ohnehin beabsichtigt den AV1 Videocodec zu unterstützen dann ist das kein großer Aufwand mehr auch das AVIF Bildformat zu implementieren.

Bleibt nur die Frage welche Endgeräte bei den Nutzern das unterstützen, AVIF in Software dürfte nicht so aufwendig sein, aber AV1 in höherer Bildauflösung, das werden ältere Geräte nicht mitmachen.
 
Zuletzt bearbeitet:

rony12

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Wie läuft das genau in der Image Compression Pipeline ab: Gibt es dann im Server extra für H264 (alt) reservierte Hardware, die auf meinen alten Fernseher ohne h265 (oder VP1) unterstützung das Bild streamt?
ja - die PS3 kann z.B. nur h264 als latest videocodec decodieren - hier wird dann eben ein h264 Stream ausgeliefert.
Sollten Geräte h265 oder VP9 können, wird das ausgeliefert, sofern das Featureset stimmig ist. (z.B. bei Netflix DolbyVision).

Wenn Ein Endgerät einen Codec nicht beherrscht, heißt es aber noch lange nicht, dass die Videos von eben diesem nicht angezeigt werden können.
Wir sind es mittlerweile alle gewohnt, das Videos mit unserer GPU oder anderen Einheiten hardwareseitig dekodiert werden kann. Wenn das jedoch nicht der fall ist, wird auf einen Software Dekoder zurückgegriffen. Welcher natürlich langsamer ist.
So benötigte man damals, als die ersten HD Demos erschienen sind, eine 3Ghz Single Core CPU um ein 12Mbit/s WMV anzusehen ^^

Ich vermute das Netflix eben das auch machen wird - die Rechenleistung unserer Smartphones ist hoch, und einen Videostream von 1-2Mbit/s in AV1 sollte auch problemlos in Software dekodiert werden (zu lasten der akkulaufzeit ;) ) - Dafür hat man ein besseres Bild oder geringere Datenraten.

Sollte der Videostream natürlich größer werden, wird auch Netflix nur auf Codecs setzen, welche dann Hardwareseitig dekodiert werden können.

Bei AVIF dürfte es noch etwas anders aussehen - hier könnten sie quasi an alle Endgeräte die neu Codierten Bilder ausliefern, weil die Rechenleistung reichen wird, ein einzelnen Bild zu Dekodieren und zu rendern. - Natürlich sind Hardwareseitige Dekoder auch hier wieder vom Vorteil.

AV1 scheint nun zunehmend fahrt aufzunehmen - und ich hoffe inständig, dass die nächsten GPUs AV1 dekodieren können.
Auch würde ich mich über Kameras freuen, welche die Bilder in AVIF speichern würden ....
Ergänzung ()

Es befindet sich mit JPEG XL ein offizieller Nachfolger des JPEG Formates in der Entwicklung.
AVIF schneidet v.a. bei niedrigen Bitraten gut ab. JPEG XL soll jedoch insgesamt für Bilder besser sein im Vergleich zu AVIF. So wird JPEG XL auch einen verlustfreien Modus sowie einen Alphakanal unterstützen.

Wenn Netflix aber ohnehin beabsichtigt den AV1 Videocodec zu unterstützen dann ist das kein großer Aufwand mehr auch das AVIF Bildformat zu implementieren.

Bleibt nur die Frage welche Endgeräte bei den Nutzern das unterstützen, AVIF in Software dürfte nicht so aufwendig sein, aber AV1 in höherer Bildauflösung, das werden ältere Geräte nicht mitmachen.
Das soll bei AFIV aber auch möglich sein...

"AVIF capabilities
• 8, 10, 12 bits
• Lossless or not
• Monochrome (alpha/depth) or multi-components
• Any color-space
• ISO/IEC CICP (color, transfer, matrix, range)
• ICC profiles
• Chroma subsampling: 4:2:0, 4:2:2, 4:4:4.
• HDR
• Film-grain "

https://aomedia.org/wp-content/uploads/2019/11/CyrilConcolato_Netflix-AVIF-AOM-Research-Symposium-2019.pdf
 

Theobald93

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Wenn man nicht mit JPEG zu Tode komprimiert, schaut JPEG auch ordentlich aus. Könnten aber von mir aus ruhig PNG nehmen, ist halt größer aber besser.
Sind es die paar KB an Daten fürs Thumbnail nicht wert, wenn man danach nen Film mit einer Größe von GB schaut?
 

PS828

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AV1 ist das einzige was meine GPU nicht kann, ich hoffe die kommenden haben das implementiert. CPU Seitig bin ich zwar nicht limitiert aber die soll eigentlich anderes im Hintergrund machen als decoding :D
 

0xffffffff

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Ich wünsche mir sooooo sehr, dass AV1 (inkl. AVIF) den Durchbruch schafft und HEVC nur ein Nischendasein fristet. Es ist längst überfällig, dass es allgemeinakzeptierte freie Codecs gibt.

Achja, und Apple muss da natürlich auch mal auf den Zug aufspringen (wobei Apple immerhin vor 2 Jahren der AOM beigetreten ist). Der fehlende WEBM/VP9-Support bei iOS/Sarafi nervt mich gewaltig, wäre schön wenn es mit WEBM/AV1 mal klappt.
 

Conqi

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Es befindet sich mit JPEG XL ein offizieller Nachfolger des JPEG Formates in der Entwicklung.
Wird das dann so ein Erfolg wie JPEG 2000 und JPEG XR? Nur weil es der offizielle Nachfolger ist, wird die Verbreitung ja nicht automatisch besser. Ich sehe für AVIF und HEIF eher eine Zukunft, weil sie schon da sind und benutzt werden und JPEG XL vermutlich auch nicht merklich besser ist.
 

estros

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Mich wundert ohnehin, warum die OS Hersteller abseits Apple den Schritt zu Heif nicht vollziehen wollen. Es wird Zeit für einen Nachfolger.
 

Wattwanderer

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Bei den Standbildern scheint es mir ein wenig zu kleinkariert.

Wenn jemand eine Minute Film anschaut hat er wahrscheinlich mehr Daten übertragen als er den ganzen Tag mit Standbildern.

Der gesamte Datenbestand an Standbildern bei Netflix dürfte auf ein paar HDDs passen.

Aber egal, Netflix kontrolliert sowieso die Widergabekette also soll sie von mir aus machen...
 

Marcel55

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Bei dem JPEG Testbild haben Sie es aber mit der Kompression etwas übertrieben, also so schlecht muss JPEG nicht aussehen :D
 

PULARITHA

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Also die Vergleichbilder haben mich etwas stutzig gemacht. Wenn ich das Original aus Bild 1 nehme und es auf 70KB runterrechne sieht das bei mir bei weitem nicht so schlecht aus.
Unten mein JPEG und das von Netflix:
 

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Nozuka

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Bei den Standbildern scheint es mir ein wenig zu kleinkariert.

Wenn jemand eine Minute Film anschaut hat er wahrscheinlich mehr Daten übertragen als er den ganzen Tag mit Standbildern.

Der gesamte Datenbestand an Standbildern bei Netflix dürfte auf ein paar HDDs passen.

Aber egal, Netflix kontrolliert sowieso die Widergabekette also soll sie von mir aus machen...

Netflix hat ein riesen CDN wo diese Daten ebenfalls immer wieder abgelegt werden. Bei allen grösseren Internet Providern stehen eigene Netflix Caching Server mit SSDs, damit die Daten möglichst nah beim Kunden sind.
Ob da allerdings auch die Bilder abgelegt werden, weiss ich nicht.
 

muesler

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Was mich ein wenig verwirrt: Netflix muss dann ja den Videostream möglichst unkomprimiert vorhalten, um ihn dann on the fly zu codieren und in dem Format streamen zu können, welches das Endgerät unterstützt...
Ich bin mir ziemlich sicher, dann mein "alter" Panasonic BD/HDD Player kein hardwareseitiges h265, geschweige denn AV1 unterstützt.
Und da er schon bei Mediatheken nicht der schnellste ist, und auch im Prime Menu gerne mal ruckelt, wird das bei mir weiterhin JPEG und h264 bleiben müssen ;)
 

PULARITHA

Ensign
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@muesler die verschiedenen codec varianten werden alle bereits decodiert sein und vorliegen, on the fly macht das keinen sinn. ebenfalls wird sicherlich die netflix app mit deinem gerät kommunizieren, welcher codec / eigenschaften möglich sind.
 

Autokiller677

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