PLeko2 schrieb:
Wofür haben sich PCR-Tests bewährt?
Zum Nachweis auf das Vorhandensein von Viren. PCR-Tests haben sich somit als Standardverfahren in der Diagnostik von Viren bewährt. ;0)
PLeko2 schrieb:
Dafür winzigste virale Fragmente zu erkennen
Es wird geprüft, ob in der Probe konkret definierte - also gesuchte - Gen-Sequenzen/Fragmente vorhanden sind. Richtig.
PLeko2 schrieb:
und nicht ob jemand tatsächlich infiziert oder infektiös ist.
Ähm, doch - genau das... wenn in der Probe Gensequenzen dieses Virus festgestellt werden befinden sich in der Probe auch die entsprechenden Viren (= infiziert). Ein PCR-Test zeigt, ob eine getestete Person mit Corona infiziert ist oder nicht und das mit einer außerordentlichen Treffsicherheit.
Bei den am meist verwendeten Tests liegt die Fehlerquote bei unter(!) einem Prozent.... Warum?
Die gängigen PCR-Tests für SARS-CoV-2 testen mehr(!) als nur ein Gen. Das sogenannte E-Gen ist in 'Betacoronaviren' üblich, taucht in der verwendeten Form aber hauptsächlich bei SARS-1 auf. Doch es gibt ne Lösung: S-Gen, rdrp-Gen, N-Gen und ORF1ab-Gen zum Beispiel. Das sind weitere Genloci, die man testen kann.
Wenn nun EINER dieser Loci ne falsch-positiv-Rate von 2% hat, ist das natürlich "doof" und die Medien wie auch Herr Spahn hängen sich medienwirksam daran auf.
Wenn wir aber nun mehrere dieser Loci testen, und das sieht fast jeder Test auf dem Markt übrigens vor, dann kommen wir zum Thema bedingte Wahrscheinlichkeiten. Eine bedingte Wahrscheinlichkeit ist das, wenn wir eine Wahrscheinlichkeit unter der Bedingung einer anderen annehmen. Also, wenn wir eine falsch Positivrate von 2% haben bei jedem dieser Gene, dann müssten wir bei einer Prüfung von zwei Genen eine bedingte Wahrscheinlichkeit von 2% mal 2% Prozent haben. Also eine falsch Positive Messung bei beiden ist nicht etwa 4%, sondern 0,04%.
Fehler bei PCR Tests gibt es durchaus, vor allem dann, wenn es Schnelltests sind. Diese werden aber kaum verwendet, sondern teilautomatisierte Tests in sogenannten Roche Light Cyclern. Es gibt durchaus auch Labore, die einen Test benutzen, bei dem nur das E-Gen getestet wird. Das hat auch die WHO zwischendurch empfohlen, damit die Testkosten in einigen Ländern gesenkt werden könnten. In Deutschland ist das aber nicht üblich.
PLeko2 schrieb:
Zudem sind die bei Covid verwendeten PCR-Tests nicht einheitlich oder gar standardisiert. Sie unterscheiden sich in den getesteten Genom-Sequenzen und in der Zahl der Zyklen
Bei zu vielen - oder zu wenigen - Zyklen wird der Test zwar ungenau; doch die Labore wissen durchaus, wie viele Zyklen erforderlich sind um entsprechend valide Ergebnisse zu erhalten. Hierzulande arbeitet man regulär mit 37.
Standardisiert (was nichts anderes ist als einheitlich, auch wenn du daraus zwei Punkte machen willst) sind sie außerdem durchaus; die genauen Testergebnisse verschiedenster Kits wurden von mehreren unabhängigen Stellen überprüft, die Ergebnisse der FIND Foundation z.B. kannst du hier einsehen:
https://www.finddx.org/covid-19/sarscov2-eval-molecular/molecular-eval-results/