ich muss mal meine "Vermutungen" los werden...
vorneweg: ich bin ein alter Sack und diesen ganzen Benchmark Kram mache ich seit vielen Jahren (meinen ersten PC habe ich 1985 zusammen gebaut, da hatte der 80286 noch nichtmal einen Kühler, geschweige denn Lüfter

) eigentlich nur, um den "stabilen Arbeitsbereich" auszuloten.
früher war das einfach (früher war eh alles besser). Da hatte eine CPU einen festen Multiplikator und man hat so lange den BCLK hoch gedreht, bis die Kiste nicht mehr gebootet hat. Dann hat man etwas zurück geschraubt, gebootet und einen Stresstest/Benchmark gefahren, ist er abgestürzt hat man noch etwas zurück genommen usw. usf. bis man eben einen stabilen Punkt erreicht hat.
wenn man wollte konnte man sich dann noch um das RAM kümmern.
heute ist ja alles anders (hatte ich schon gesagt, dass früher alles...

)
es gibt erstmal 1000 Schrauben, an denen man drehen kann und vor allem ist nix wirklich "fix". Es gibt zig verschiedene Power Limits, Thermal Limits und was weiß ich nicht alles.
vielleicht klingt das total naiv und die "erfahrenen OCler" werden sich köstlich amüsieren, aber das letzte Mal dass ich mich "intensiv" um das Thema OC oder Performance allgemein gekümmert habe, war als ich mir aus einem Core-M (Dothan Notebook CPU) mit Adapter für ein Desktop Board den "ultimativen" Gaming PC für die damalige Zeit gebaut habe, der wirklich alles andere komplett an die Wand gespielt hat. Das Ding ging nach der eingangs erwähnten Methode auf weit über 3GHz (3,6 wenn ich das richtig in Erinnerung habe, allerdings nur unter erheblicher Erhöhung der Kern Spannung.
letztendlich hat das auch seinen Tod bedeutet, irgendwann brauchte er immer höhere Spannungen um stabil zu laufen und am Ende lief er nichtmal mehr mit Nenn-Spannung und Takt stabil.
so, warum erzähle ich das alles?
ganz einfach: weil es für mich (s.o.) bisher immer ganz klar war: willst'e mehr Leistung, musst'e mit der Spannung hoch, ist doch logisch...
jetzt habe ich seit Anfang des Jahres zum ersten Mal seit langem wieder aktuelle HW in Form von AMD R5x00 hier "zum Spielen" und da muss ich(!) komplett umdenken!
stelle ich mit den beim Motherboard mitgelieferten (shice) Tools "OC -> max. Performance" ein, dann geht die Leistung runter (also Performance, die Leistungsaufnahme geht hoch). Stelle ich irgendwas im BIOS "höher" -> Leistung geht runter...
es ist komplett verkehrte Welt: sowie ich die Spannung RUNTER drehe, steigt auf einmal die Performance an und gleichzeitig geht die Leistungsaufnahme inkl. der Temperaturen runter.
stelle ich im BIOS (und sonstwo) alles auf "optimal" ein, bekomme ich mit dem 5900X im Cinebench 20797 Punkte, über 20k ok, aber eigentlich "viel zu schlecht".
stelle ich den PBO auf -30 (ja, die Kiste läuft mit allen Stresstests/Benchmarks damit stabil), dann habe ich beim nächsten Lauf (also wirklich NIX weiter modifiziert 23069 Punkte.
das sind 11% Steigerung, alleine "nur" durch UNDERVOLTING!
die gleiche Kiste macht 13802 CPU Punkte im 3DMark Timespy Benchmark.
das ist alles "(Low) Budget": Gigabyte B550 Elite V2 (war eins der günstigsten B550 Boards die ich gefunden habe), 5900X, 32GB G.Skill 3200/CL16 RAM für 59€, B-Ware Arctic 420er WaKü für 79€
und wie gesagt alles "auto/standard", keine weiteren manuellen Eingriffe außer eben den -30 auf allen Cores.
wenn man nicht Tage/Wochen/Monate lang an jedem einzelnen Parameter herum feilen möchte und mehr oder weniger out of the box mit "minimal Tuning" die beste Performance erhalten möchte, dann muss man wohl darauf hoffen, dass sich die CPU (in wie fern spielt das MoBo da eigentlich noch mit?) so weit wie möglich undervolten lässt, damit die Power Limits später zuschlagen.
zumindest stellt es sich mir so dar, korrigiert mich bitte falls ich falsch liege!