Die Nickelschicht bei EK war nicht durchgehend, das heißt das Kühlmedium kam im Kühlkörper mit dem Kupfer in Kontakt.
Und sobald es an einer Stelle diesen Kontakt gibt, kann man sich das nickeln sparen.
Das verwendete Kupfer ist von hervorragender Qualität und übertrifft sogar die OFC-Standards.
(Und weil es eben fast pures Kupfer ist, kühlen die Dinger auch recht gut... Schwefel und Co machen es leicht zu verarbeiten und schlecht von der Performance her...)
Aber eben durch dieses Kupfer hat man durch die Duktilität des Materials bei der Fertigung das Problem, dass Riefen etc entstehen.
Da wird dann quasi eine "Welle" des Materials vor dem Fräser hergeschoben, die dann irgendwann bricht oder geschnitten wird.
Das bedeutet hohe Belastungen für die Schneidwerkzeuge und bei zu hohen Geschwindigkeiten eine schlechte Qualität.
Man kann das teilweise kompensieren indem man die Werkzeuge häufig wechselt oder sehr teure Werkzeuge verwendet, die dann etwas länger halten und etwas schneller arbeiten können.
Aber ganz besiegen kann man das Problem nicht.
Die Messerköpfe für gute Oberflächen, schnelle Bearbeitung und mit langer Haltbarkeit gibts nicht in den benötigten kleinen Durchmessern...
Also kann man das entweder konstruktiv lösen (was noch keiner getan hat, von dem ich einen demontierten Kühler gesehen habe) oder man pfuscht es sich zurecht...
Jetzt hat man also eine Oberfläche, mit Riefen und anderen unschönen Dingen, die man nickeln möchte.
Wenn die ganze Aktion was bringen soll, dann muss man jedes Teil einzeln und in mehreren Schritten chemisch reinigen.
Das ist keine Raketenwissenschaft, lässt sich aber nur schlecht/begrenzt automatisieren und ist deshalb teuer.
Mit schlechter Reinigung bleiben aber Dreck, Fett, Kühlmittelreste etc zurück.
Wenn man jetzt mit dem nickeln anfängt, dann bekommt man eine poröse Oberfläche.
Teilweise kann man es mit bloßem Auge sehen, aber spätestens mit einer ordentlichen Haushaltslupe oder einem Hobby-Mikroskop ist es zu erkennen.
Und Wasser ist eine kriechfähige kleine Schlampe... Das kommt auch da hin, wo du nicht möchtest das es sich aufhält.
Nämlich direkt auf das kleine bisschen Kupfer, dass noch Sichtkontakt hat...
Nickelschicht tot, Aktion zwecklos, setzen und nochmal probieren.
Grüße vom:
Jokener
P.S.: Natürlich kann man mit extremen Schichtstärken fürs Nickel einiges retten, was schlechte Oberflächen angeht.
Aber erstens werden nicht die 20 bis 30 Mikrometer Schichtstärke erreicht, die meiner Meinung (und die von ein paar Leuten, die Ahnung haben) nach notwendig sind.
Und zweitens kann man gründliche Reinigung nicht mit mehr Schichtstärke ersetzen.