CPU-Z Bench oder Cinebench
Ich habe erst vor kurzem meine CO-Werte für meinen Ryzen 9 5950X neu ermittelt (danke Gigabyte, die mit neueren BIOS-Versionen einfach mal die F/V Kurve um ca. +10 CO verschoben haben) und meine Erfahrung ist, dass weder CPUZ noch Cinebench gute Stabilitätstests sind.
Die X3D CPUs 5800X3D und 7800X3D sind vlt. eine größere Ausnahme, weil deren maximale Taktfrequenz hart gecapped sind. Aber beim Ryzen 9 5950X, der ja eher eine "schwebende" Maximaltaktfrequenz hat, taktet der 5950X bei CPUZ/CB gar nicht hoch genug, um die instabileren Taktfrequenzen zu erreichen. Den Tests fehlen außerdem das einzelne Durchtesten der Kerne. CPUZ verwendet im Single-Thread Test einfach stur den ersten Kern, CB meist den preferred Core (bei einem 5800X3D/7800X3D aber wahrscheinlich egal, weil alle Kerne gleich hoch takten). Und die Multi-Runs sind komplett ungeeignet, weil hier Taktfrequenzen viel niedriger sind.
Ich habe bei mir zuerst in einem Test-Windows mal stur die CO-Testautomatik vom CoreCycler durchlaufen lassen. Nach dem dieser durch war, hatte man einen (sehr groben) Anhaltspunkt. Nach diversen weiteren Runs hat sich als der sensitivste Test
prime95 SSE mit Hugh-FFTs (über den CoreCycler mit seiner Einzelkernprüfung und Start-/Stop-Automatik) herausgestellt. Das ist der Test, der die CPU am höchsten takten lässt und trotzdem noch einigermaßen gute Last auf die Kerne packt. Wie gesagt, das könnte für einen 5800X3D/7800X3D durch das harte Taktfrequenz-Cap irrelevant sein und man könnte die Testerei hier abkürzen (kann das selber nicht Testen, weil mein 5800X3D im Zweitrechner einfach auf allen Kernen stur -30 CO mitmacht :|).
Letztendlich kam ich durch weitere Tests mit prime95/CoreCycler und der alltäglichen Nutzung (Reboots mit WHEA 18 Fehler und Angabe der APIC -> zeigt auf den instabilen Core [Achtung! APIC->Core Tabellen beachten!]) bei diversen Kernen noch auf deutlich höhere CO-Werte, als der CoreCycler erstmalig ermittelte. Am krassesten war mal wieder der beste preferred Core, der mit CO -12 beim CoreCycler rauskam und letztendlich nur mit CO 0 wirklich stabil läuft. Viele Kerne musste ich noch um bis zu +10 CO anheben. Es gab aber auch einige Kerne (meist die, die mit -30 beim ersten Ermitteln rauskamen), die nur +3-6 CO mehr für eine wirkliche Stabilität benötigten und 5 Kerne laufen tatsächlich immer noch mit -30 stabil.
Btw: Warum, der CoreCycler mit der "Ryzen.AutomaticTestMode.Start.ini" Config so weit weg von der eigentlichen Stabilität liegt, liegt eben an der Nutzung von Y-Cruncher (möchte auch sagen, dass das Script früher das besser geeignete p95 SSE Hugh FFT per Default verwendete). Das legt zu viel Last auf die Kerne und drückt damit die maximale Taktfrequenz.
Edit: Und noch eine wichtige Erkenntnis, die ich aus meinem ersten Austesten der CO-Werte vor 5 Jahren schon mitnahm (auch dieser Sachverhalt könnte für einen 5800X3D/7800X3D durch sein Hardcap bei der Taktfrequenz irrelevant sein):
Ermittelt die CO-Werte im Winter, wenn das Zimmer kalt ist! Meine CPU schwankt hier gut 50MHz nach oben in der maximal erreichbaren Taktfrequenz allein weil sie deutlich kühler ist. Und das kann schon für ein (Wieder)Eintreten einer Instabilität reichen.