Datenrettung von SATA-Festplatte

sepollosso

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Hallo Leute,
ich hoffe ihr könnt mir helfen, ich bin mit meinem Latein einfach am Ende. Also, folgendes ist vorgefallen:

vorgestern abend hab ich ganz normal meinen Laptop angeschaltet, alles hat gebootet, ganz normal halt. Kurz darauf hat sich der Firefox aufgehängt und nix ging mehr. Kein Strg-Alt-Entf, kein rechtsklick auf Taskleiste, nix. OK, also Computer ganz ausgeschaltet.

Beim erneuten hochfahren sagte mir Windows, dass die Festplatte (500gig, 6 Monate alt) nicht mehr erkannt würde. Hab dann nen Tag lang die Reparaturotion von der Win7-DVD laufen lassen, ohne Erfolg. OK, also FP ausgebaut und Alte wieder rein, Win drüber installiert und neue FP per SATA/USB-Adapter angeschlossen.

FP wurde im Dateimanager als NTFS-Laufwerk erkannt, Zugriff aber verweigert. Auch konnte die Größe der Partition nicht angezeigt werden (0MB). Nach kurzem stöbern beim Herrn Google hab ich dann unter dem Reiter "Sicherheit" in den Eigenschaften meinen Account mit Vollzugriff hinzugefügt.

Soweit, so gut. Die FP wurde wieder mit knapp 250GB Auslastung angezeigt, die Ordnerstruktur war auch wieder da, nur konnte ich auf die einzelnen Ordner wieder nicht zugreifen ("kein Zugriff"). Also manuell für den Ordner "Users" Vollzugriff erstellt, Computer neu gestartet.

Nach dem Neustart wird mir die FP aber wieder überhaupt nicht mehr angezeigt im Explorer. Wenn ich in die Datenträgerverwaltung schaute, stand da zwar bis grade eben ein nicht initialisiertes Laufwerk, auf das ich "keinen Zugriff" hatte, jetzt wird sie mir wieder gar nicht mehr angezeigt.

Unter Knoppix wird die FP auch nicht erkannt, ebenso wenig mit Testdisk. Da gings vorher zwar, jetzt aber wie gesagt nicht mehr...

Ich bin mittlerweile echt verzweifelt, denn auf der Platte ist neben meiner teils über 10 Jahre alten Musiksammlung, sämtlichen Fotos und Videos auf meine Bachelorarbeit - und die war kurz vor Abgabe! Mein letztes Backup ist zwei Wochen alt und der Abgabetermin rückt immer näher...

Bitte, falls jemand ne Idee hat wie ich die Daten auf der FP retten kann, ich bin für jede Anregung dankbar...

Gruß, sepollosso
 
Unterscheide mal: Wird die Festplatte nicht angezeigt, oder die Partitionen nicht? Knoppix zB sollte immer die Festplatte erkennen können, selbst wenn die Partitionen darauf Schrott sind.
 
Die Festplatte ist nicht partitioniert. Wenn ich sie anschließe per USB wird sie mittlerweile gar nicht mehr erkannt, also weder startet das Wechseldatenträger-Auswahlmenü, noch wird sie in der Datenträgerverwaltung angezeigt. Bis vor drei Stunden schon, kA warum jetzt nicht mehr.
Auch unter Knoppix zeigts mir nur die interne 160gig FP an, nicht die per USB angeschlossene 500gig FP.
 
mh, das klingt ja schon sehr seltsam - ich tippe mal auf eine defekte Platine von der Festplatte...

versuch mal die gleiche Platte nochmal zu bekommen, schraub die Platine ab und auf die alte drauf und versuch dann mal, was passiert.
Wenn allerdings die Partionen im Eimer sind dann kann evtl nur noch Testdisk helfen - erst mal rausfinden was es ist.
Hört sich sehr sehr komisch an. Hast Du das Teil schon mal an einem anderen Rechner angeschlossen?
 
Wird sie im BIOS aufgelistet, wenn du den Rechner mit angesteckter Platte hochfährst?
Baue die Platte auch mal aus ihrem Gehäuse aus und stecke sie direkt in deinen Rechner. Eventuell ist ja auch nur der USB-Adapter hin.
 
Die Platte ist ja eigentlich eine interne, sie hat also kein Gehäuse. Ich hab sie im Mai als Update für die bisherigen 160gig gekauft bei Amazon, inklusive einem IDE/SATA-USB-Adapter. An selbigem hängt die Platte grad und ist per USB mit dem Laptop, in dem wieder die alte Platte steckt, verbunden.
Verschiedene USB-Ports hab ich schon probiert, zur Sicherheit.

Mittlerweile wird sie mir wieder als "nicht-initialisierter" und "unbekannter" Datenträger in der Datenträgerverwaltung angezeigt. Ein Initialisieren, egal ob als MBR oder GPD, wird mit der Fehlermeldung "Unzulässige Funktion" abgebrochen.

Die Daten sind noch da, das weiß ich. Gestern Nacht konnte ich wie schon geschrieben ganz kurz die Ordnerstruktur einsehen, es is alles noch da. Nur zugreifen konnte ich nicht drauf.
Und jetzt ist sie halt wie gesagt ein im Arbeitsplatz nicht aufgeführter, laut Datenträgerverwaltung nicht initialisierter USB-Massenspeicher, "das Gerät funktioniert einwandfrei" heißts hohnvoll.
 

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Wenn sie mal funktioniert, dann mache sofort(!) eine Datensicherung. Am besten geht das unter Linux mit dem Konsolenprogramm dd. Damit kannst du eine bytegenaue Kopie der ganzen Platte machen, unabhängig davon, ob deine Partitionen Schrott sind, du auf die Verzeichnisse zugreifen kannst, oder nicht.

Die Platte scheint zu sterben, deshalb ist das Backup das wichtigste, was du zu tun hast.
 
wbjc2007 schrieb:
versuch mal die gleiche Platte nochmal zu bekommen, schraub die Platine ab und auf die alte drauf und versuch dann mal, was passiert.
Im schlechtesten Falle ist dann alles verloren... Einfach die Platine tauschen funktioniert nur mit Glück, die Zeiten, in denen das klappte sind leider vorüber.
 
Knoppix hab ich probiert, da passiert aber nix wenn ich die Platte anstecke. Oder muss ich die da noch iwie aktivieren? Kenn mich mit Linux mal gar ned aus.
In dem Arbeitsplatz-Äquivalent sind mir zumindest nur die interne Festplatte, das DVD-Laufwerk und der USB-Stick, von dem aus Knoppix gestartet wurde, angezeigt worden. Muss ich da noch was machen?

Ich danke euch allen auf jeden Fall schon mal für die Ratschläge und Hilfe, die Hoffnung stirbt halt doch zuletzt. Morgen früh werd ich die Platte mal beim Rechner von meinem Mitbewohner reinbasteln, ned dass es am Ende dann doch noch an dem SATA-USB-Adapter liegt...
Vielleicht hab ich ja Glück und Knoppix erkennt die Platte, wenn sie eingebaut ist und ned nur angeschlossen aufm Schreibtisch liegt.

@_TK_:
danke dir, auch dass du in beiden Threads mitliest ;)
ich wollte halt meine Chancen erhöhen, hilfreiche Ratschläge zu bekommen und hab deswegen das Eingangsposting hier, beim Onkel Tom und bei Hardwareluxx reingestellt...
 
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Beim Start eines Unix-Betriebssystemes, also z.B. Knoppix, bekommt man eine schöne lange Liste mit "Messages" zu sehen. Wenn man da nicht gleich alles lesen kann, hilft der Befehl "dmesg" (display messages), vorzugsweise mit Filter. "dmesg | grep /dev/sd | more" beispielsweise listet viele interessante Informationen aller Festplatten auf, und hält nach jeder Seite an.
Wenn Linux nix erkennt, wirst Du wohl die Platte aufgeben, bzw. den Weg zum Profi antreten müssen.

Zu diesem Forum und Toms Hardware: Ich dachte zuerst, mein Gedächtnis würde mir beim Lesen etwas vormachen, schießlich komme ich so langsam in die Jahre... ;-)
 
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Es gibt vielleicht noch Hoffnung...
Platte bei meinem Mitbewohner in den Rechner eingebaut, siehe da, Knoppix erkennt sie sofort. Inklusive Ordnerstruktur. Kann zwar nicht kopieren, aber immerhin schon mal etwas.

So, hab dann heut ne nagelneue externe FP gekauft und mittels dem Befehl dd_rescue erstelle ich grade (hoff ich!) ein Image von der gesamten defekten FP auf der neuen externen FP. Der Befehl ntfsclone --rescue brach immer mit dem Hinweis, es "ist ein Verzeichnis" ab, kA warum.

Soweit, so gut. Das Ding rattert jetzt grad durch. Mir macht nur die Menge der Hinweise und Meldungen, die ich durchzucken seh, bisl Angst. Aber prinzipiell keimt wieder die Hoffnung auf :)
Melde mich wenns was neues gibt.
 
Prima! Falls dd_rescue bei nicht lesbaren Sektoren streiken sollte, hilft evtl. auch das Script dd_rhelp, das dd_rescue zum Überspringen von nicht lesbaren Stellen bringt.
dd_rescue meldet sich nur bei defekten Sektoren, d.h. es sieht wohl tatsächlich nicht so gut aus.
 
Iwie glaub ich nicht, dass es so funktionieren wird. Jede einzelne Zeile, die hier durchrattert, endet wieder mit
dd_rescue (warning!) /media/sda2 is a directory!
In der Zeile drüber steht bei "errxfer" eine immer größer werdende Zahl, denke mal das sind die ausgelesenen Dateien, bei "sucxfer", was ich iwie mit "success" in Verbindung bringe, steht nach wie vor 0kb.

Hab ich vielleicht den Befehl falsch ausgeführt? Wenn ich mich recht erinnere wars
dd_rescue -A /media/sda2 /media/sdg1/datenrettung.img
Muss ich die defekte Platte anders benennen als /media/sda2 ? Denn das is der Pfad, der mir im Dateimanager angezeigt wurde...
 
Haaalt!

/media/sda(y) sind eingebundene Partitionen; dort zu lesen bringt überhaupt nix. Man liest grundsätzlich Rohdaten, da die Verzeichnisstruktur möglicherweise oder tatsächlich defekt ist.

"dd_rescue /dev/sda /dev/sdg" lautet der Befehl, wenn man von der ersten auf die siebente serielle Platte (s=SCSI, das hat historische Gründe) 1:1 kopieren möchte. Oder "dd_rescue /dev/sda /media/sdg1/datenrettung.img", wenn auf sdg1 eine Imagedatei abgelegt werden soll.

mit "smartctl -i /dev/sda" kann man sich noch schnell vergewissern, die richtige Platte auszulesen bzw. zu beschreiben. Meistens hängen ja noch ein paar FLASH-Kartenlesegeräte dazwischen, die dann /dev/sdc usw. heißen.

errxfer heißt nicht lesbar, nur sucxfer ist interessant.
 
Also doch falscher Befehl. Danke.
Dann versuch ich das da drüben mal abzubrechen und mit /dev/ nochmal zu starten.

Update: DAS gefällt mir jetzt schon viel besser! Läuft durch ohne Fehlermeldungen, wenn auch in der Geschwindigkeit einer Kontinentalverschiebung. Bis der die 500gig hat isses Wochenende :D

Nochmal, vielen vielen Dank für die Hilfe! Jetzt bin ich wieder einigermaßen guter Dinge :)
 
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