Den Server entsorgt

B

bernd_franken

Gast
Hallo @ all,

Ich muß einen Schul-EDV-Raum mit 18 Plätzen betreuen. Da bloß noch 1x monatlich ein Kurs stattfindet und das ganze tendenziell im Auslaufen ist, sind bloß noch Investitionen im 100 Euro bereich durchsetzbar.
Es sind Win XP-Systeme, SP3, Ethernet. Die Workstations sind ca. Baujahr 2002.
Bisher loggten sich alle WS an einem vorsintflutlichen Linux-Server an, der über eine Fritzbox SL allen DSL-Internet zur Verfügung stellte sowie diverse Verzeichnisse.
Nachdem die Surf-Geschwindigkeit durch die modernen Websites unerträglich langsam wurde und der Server unerträglich laut wurde, habe ich ihn nun in die Mottenkiste gehaut.
Die Fritzbox schloß ich an den Netzwerk-Hub an.
Nun meldet man sich an jeder WS bloß noch lokal an und kann trotzdem mit prima speed surfen. Soweit **freu**
Das Druckproblem wurde auch gelöst, indem ich einen Drucker mit Printserverbox installierte.
Jetzt fehlt bloß noch eines zum Glück. Die Dozenten kommen meist mit USB-Stick und wollen den Schülern eine Handvoll Files aushändigen, mit denen gearbeitet werden soll.
Der mühsame Gang von PC zu PC soll eingespart werden.
Ich denke nun an 3 Lösungsvarianten:
1) Evtl. eine Netzwerkfestplatte kaufen, die man per IP wie einen Drucker ansteuern kann?
2) Evtl. einen überzähligen PC so einrichten, daß die Workstationes von dort Files holen können?
3) Oder irgendwie vom Lehrer-PC ein Verzeichnis sharen?

Bei allen drei Wegen habe ich große fachliche Unsicherheiten - ob und wie es geht.
Zu sagen ist noch, daß ich (aus Kompatibilitätsgründen) alle Workstations möglichst wenig softwaremäßig umbauen darf. Z.B. alle Workstations formatieren und ein neues optimales XP-Netzwerk zu bauen, scheidet aus.

Viele Grüße von
Bernd
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine richtig einfache Möglichkeit wäre es, eine aktuellere FritzBox mit USB anschluss zu nehmen, an den die entsprechenden Lehrer, meinetwegen auch mit Verlängerungskabel bis auf den Tisch, ihren USB Stick anschließen und alle drauf zugreifen können.

Mit einem Nas ist mehr möglich, ist aber auch aufwändiger, bzw. vor allem ein Gerät mehr, das verwaltet und gewartet werden muss.
 
Hi,
danke für die schnellen Antworten

@ xDream
Der Vorschlag Fritz mit USB gefällt mir sehr gut. Wußte nicht, das so was geht.
Finanziell wäre das drin.
Daß Schüler einen ganzen Stick lesen wäre null Problem. Es langt ja ein Ministick, 512 MB, den man nachgeworfen kriegt.

@ polaroid
Das mit Verzeichnis sharen finde ich auch interessant. Nur ist mir nicht klar, wie ich das technisch machen muß.
 
Zum Beispiel den Ordner "Gemeinsame Dateien". Da könnte alles was kopiert werden soll rein und die Schüler können es auslesen.
 
In Dokumente-Einstellungen-All Users findet sich ein Ordner "Gemeinsame Dokumente".
Bei Rechtsklick habe ich aber nur die Karten "Allgemein" und "Sicherheit".
Also nichts mit "Freigabe".
Bin als "administrator" drin.
Und nu?
 
Bin einen Schritt weiter. Mußte was an den Diensten ändern.
Kann nun die Option "Freigabe" schalten.
Aber von einer anderen Workstation aus kann ich den Freigabenamen "Dokumente" des Lehrer-PCs nicht erreichen. Wenn ich mit dem Explorer auf "Netzwerkumgebung" klicke, wird nur der verflossene Server und einige Workstationsnamen angeboten.
Ab da gehts nicht weiter.
Ergänzung ()

Habe nun die Fritzbox 2170 ausfindig gemacht, mit der mein Ziel - ein gemeinsamer USB-Stick, möglich sein dürfte.
Weiß jemand, wie es dann funktioniert, den Stick im Router von einer Workstation aus anzusprechen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Keine Firewall, kein Proxy, keine Gruppenrichtlinen, kein Virenscanner, keine Kontrolle über USB Sticks und du darfst das ganze auch noch administrieren? Mein herzliches Beileid...

Gib am Lehrer PC einen Ordner frei, dort können dann alle Clients drauf zugreifen.
 
@ Masamune2
Beschult werden zum Glück in dem Raum eher brave EDV-Anfänger über 25j, keine destruktiven Schoolkids. Gruppenrichtlinien sind da, Virenscanner auch.
Ich will das Ganze schon mittelfristig verfeinern, aber jetzt geht´s erst mal um "Notbetrieb" - Kursteilnehmer und der Dozent kommen morgen und müssen arbeiten können.
Das mit der Freigabe habe ich immer noch nicht hingekriegt. Möglicherweise sind die Gruppenrichtlinien im Weg. Ich experimentiere weiter...
Von der Router-USB-Lösung bin ich eher wieder abgekommen - soll im Schneckentempo gehen bei Fritzbox.
Und betr. Netzwerkfestplatte fand ich auch noch kein überzeugendes Modell. Die Käufer klagen überall über Probleme.
Ergänzung ()

Ich konnte nun von einem Schüler-PC auf den Lehrer-PC zugreifen. Aber nur dann, wenn der Lehrer-PC beim alten Server eingelogt war und der Schüler-PC im Lokalbetrieb lief.

Es scheinen hier die alten Domänen-Einstellungen noch rumzuspuken.
Wahrscheinlich hilft nichts anderes als die PCs total neu einzurichten sodaß die alles Wissen über den Server verlieren.
Das mache ich zwar sehr ungern, denn ich wollte einen "Weg zurück" offenhalten. Aber offenbar geht das nicht und eine andere Lösung wurde noch nicht gefunden. :(
 
Zuletzt bearbeitet:
Also dann vergib jedem Rechner die gleiche Arbeitsgruppe und zack sollten sie sich alle im Netz sehen.
Dann beim "Lehrer-PC" einen Ordner Freigeben, ohne das Häckchen "Nutzer dürfen Daten verändern".

Fertig!

Würd die "Schüler" aber nur als normale Benutzer anmelden lassen, da die sonst auch anfangen könnten Daten zu tauschen über das Netzwerk...also nicht als Admins...
 
Danke. Es gibt nun extrem viel zu tun. Aber das Ergebnis ist es wert: Endlich die Freiheit, alles optimal zu konfigurieren.
Werde mitteilen, was draus geworden ist.
Bernd.
 
Wenn der Server schon "entsorgt" ist (resp. a.D.) würde ich das ganze einfach auf "Heimnetz" umstellen.
- Also alle PCs in Sterntopologie an einen Router
- Alle Domänen, Richtlinien, etc. raus schmeissen
- Benutzer lokal anmelden lassen
- Alle PCs in die selbe Arbeitsgruppe nehmen
- Auf dem Lehrer PC einen Ordner freigeben (nur Leserechte)

Dann alle PCs anstellen und mal ein paar Minuten warden, bis die ganzen Broadcasts durch sind und dann sollten all deine PCs auf den freigegebenen Ordner zugreifen können.
Aus Bequemlichkeitsgründen würde ich jedem PC gleich noch eine fixe IP zuweisen und den Ordner als Netzlaufwerk einbinden.

Gruss

Christoph
 
Aehm Lehrer PC ist doch auch WinXP oder ? WinXP erlaubt nur max 10 gleichzeitige Verbindungen...da wirds mit 18 Workstations schon nicht mehr gleichzeitig gehen....!

Ich empfehle billiges NAS mit kleiner Platte... 1 Verzeichnis freigeben und 2 Useraccounts anlegen, ala Schüler und Lehrer...Lehrer hat Schreibrechte Schüler nur Leserechte .... auf allen Workstations netzlaufwerk verbinden....fertig !
 
Xile schrieb:
WinXP erlaubt nur max 10 gleichzeitige Verbindungen...da wirds mit 18 Workstations schon nicht mehr gleichzeitig gehen....!

Von "gleichzeitig" war auch nie die Rede!
Die Schüler sollen sich zu Beginn der Lektion eine (oder ein paar) Dateien vom Lehrer-PC holen.

Und da ist das halt die "am gratisten" Lösung :D

Gruss

Christoph
 
Hallo,
ich habe nun zwei Tage durchgebastelt und entsprechend viereckige Augen.
Das Ergebnis ist recht positiv, derzeit läuft der erste Kurs im neuen System.
Die alten PCs sind auf diese Weise doppelt so schnell geworden und die Surfgeschwindigkeit hat sich vervierfacht.
Alle Workstations werden weiterhin in einem Ethernet-Hub zusammengeführt. Auf dem Lehrer-PC habe ich Verzeichnis per "Heim-Netzwerk" geshared. 10 Verbindungen scheinen zu reichen, da die wenigen und kleinen Files nicht gleichzeitig abgeholt werden und die Gruppenstärke selten über 10 ist.
Ein Problem habe ich noch mit dem Drucker. Er wird über eine HP Jetdirect-Box geschaltet.
Wenn ich den Drucker über Printservername anspreche (NPI293238), dann wird er nicht gefunden.
Wenn ich ihn über IP anspreche, klappt der Druck. Aber die IP wechselt immer mal wieder.

Der Vorschlag, die PCs sternförmig an einen Router zu führen gefällt mir auch. Hätte da jemand eine Kaufempfehlung? Eine Netzwerk-Festplatte wäre auch was schönes, aber auch da würde ich eine Kaufempfehlung suchen - alle diesbezüglichen Angebote bei Amazon haben negative Kritiken betreffs "Ansteuerung".
 
Hi Bernd,

Wie sieht denn die Topologie jetzt aus? Und ist es wirklich ein Hub?

Mit "Router" hab ich mich übrigens falsch ausgedrückt. Ich meinte eigentlich Switch!
Ein Router mit 20 Ports ist zu teuer für dich.
Aber du hast ja deine FritzBox, die du als Router verwendest, oder?
Also falls es wirklich ein Hub sein sollte, würde ich ihn durch einen oder mehrere Switch(es) ersetzen. Ein Hub verteilt einfach mal alle Daten an alle PCs und jeder "fischt" sich das raus, was er braucht (resp. was für ihn bestimmt ist). Ein Switch liefert an jeden PC nur die Daten, die auch für ihn bestimmt sind. Damit sparst du dir einen Menge Datenverkehr und gewinnst somit an Geschwindigkeit.
Was für einen Switch du dir zulegst ist völlig egal! Für die 20 Kisten brauchst du keinen managed Switch. Nimm also einfach das billigste (aber mit Gigabit) was du so finden kannst. Entweder 1x 24 Port oder 2x 12 Port oder 3x 8 Port. Die "üblichen Verdächtigen" (Netgaer, DLink, Zyxel, Linksys, etc.) geben sich allesamt nix. Kann auch gern gebraucht sein.

An diesen Switch hängst du dann einfach alle PCs (wenn es mehrere Switches sind, verbindest du sie noch unter einander) sowie an einen der Switches deine Fritzbox als Router.

Falls du keinen Server (also keinen PC mit Server-Betriebssystem) benutzt, würde ich alle IPs per DHCP von der Fritzbox vergeben lassen. Und dann würde ich gleich jedem PC eine fixe IP zuordnen (einfach der Reihe nach durchnummerieren - irgendwie dass es logisch ist halt). Auch das sollte über deine FritzBox gehen. Falls die Fritzbox die IPs nicht statisch zuordnen kann, stelle die IPs manuell an jedem PC fix ein (braucht ein paar Minuten, lohnt sich aber) oder kauf dir einen anständigen Router, der das kann.
Falls du einen Server hast, kannst du auch den Server in die Rolle des DHCP-Servers quetschen und von ihm die IPs vergeben lassen. Falls du einen Server hast, der seine IP von einem anderen DHCP-Server (z.B. vom Router) bekommen soll, stell bei ihm die IP trotzdem manuell ein!

So kannst du auch dem Printserver (also der Jetdirect-Box) eine fixe IP zuteilen und den Drucker fortan darüber ansprechen. Das Problem (dass Netzwerkdrucker zwar wunderbar per IP ansprechbar sind, aber nicht per Anschlussname) kenne ich nur zu gut! Die Lösung leider nicht.

Was willst du denn mit der Netzwerkfestplatte genau machen?

Gruss

Christoph
 
Hallo, Christoph,

ich danke herzlich, daß Du Dir die Mühe für einen längeren sehr informativen Text gemacht hast. Denn mit ein paar lakonischen Randbemerkungen ist so eine Geschichte nicht zu lösen.
Ich bin halt kein gelernter Netzwerktechniker sondern komme aus einer ganz anderen Fachrichtung.
Also, in dem Raum ist installiert ein Edimax 24 Port Rackmount SWITCH Model ES 3124 RL - 10/100M Ethernet,
Zum Internet stellt die Verbindung her ein Fritzbox SL Modemrouter (Baujahr ca. 2003).
Die Netzwerk-Festplatte hätte ich gedacht als Ersatz für das Sharen eines Verzeichnisses auf dem Lehrer-PC. Das Sharen klappt allerdings ganz gut. Aber beim googlen stieß ich auf Netzwerk-Festplatten, die noch eine Menge mehr können: USB-Sticks aufnehmen, Drucker hosten usw. Aber das sind Verfeinerungen für später, Hauptsache, die Kurse momentan können laufen.
Ich hätte zwar große Lust, jetzt weiter an der Anlage zu feilen, bin aber mit meinen beruflichen Hauptaufgaben jetzt stark in Verzug geraten. Ich muß deshalb das Netzwerk so wie es ist 1 Woche liegen lassen, bis ich mir wieder "Basteln" erlauben kann.
Ich melde mich also in einer Woche wieder, wäre aber weiter für jeden Tipp dankbar. Falls jemand in Oberfranken wohnt und Netzwerkspezialist ist, könnte man auch einen bezahlten Auftrag draus machen, wenn er vorbei kommt...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Bernd,

Na ich kann dir versichern, dass ich auch alles andere als gelernter Netzwerktechniker bin! Ich sag dir jetzt lieber nicht, was ich "eigentlich" mache ;) Computer, Netzwerke, Server, etc.... das alles ist einfach nur ein Hobby von mir.

Also der Switch sieht doch schon gar nicht schlecht aus. Ist halt nur max. 100MBit, aber ich denke, da die PCs auch schon 8 Jahre alt sind, werden sie wohl auch kaum GBit-NICs installiert haben. Ausserdem: wenn du nicht viele Daten übertragen willst, reicht 100MBit schon aus.

Wenn du dir wirklich einen Gefallen tun willst, dann vergiss das mit der Netzwerkfestplatte wieder! Du hast gelesen, dass du damit auch USB-Sticks freigeben oder Drucker ansteuern kannst. Naja - grundsätlich stimmt das schon. Bloss ist das, wie wenn ich dir sage, dass du auf einem Pentium 133 problemlos 3D-Berechnungen machen kannst. Ja, auch das ist möglich. Es dauert halt 3 Tage, aber es geht...
Verstehst du, was ich meine?
Diese Netzwerkfestplatten haben null Leistung! Du musst wirklich glücklich sein, wenn du 5MB/s über die Leitung bekommst. Drucker werden meist nur ein paar wenige unterstützt und USB-Sticks dran hängen macht meist auch nicht wirklich Sinn.

Nein, ich würde dir zu einem kleinen Server raten.
Wirklich bloss was kleines! Das muss auch nicht teuer werden.
Irgend ein billiges Plastikgehäuse, ein Mainboard mit integrierter Grafik für 50€, ein AMD-Prozessor für nochmals 50€, Ram für 20€ und eine Festplatte für 30€. Macht total mit günstigem Netzteil 200€ und erfüllt seinen Zweck bei dir. Wenn du ein paar Teile gebraucht kaufst oder einen günstigen, gebrauchten PC kaufst, kommst du damit sogar noch günstiger weg.
Darauf wird dann ein Ubuntu-Server installiert.
Jetzt kannst du darüber die ganzen IPs vergeben (DHCP-Server), Daten verteilen (SAMBA), Drucker freigeben, USB-Sticks anschliessen und noch vieles mehr und das alles sehr viel besser und einfacher als mit so einer Netzwerk-Festplatte.
Das wäre jedenfalls meine Empfehlung an dich.

Gruss

Christoph
 
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