Der Beginn des Endes des Internet?

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Es gibt ja genug Leute denen das Internet so wie es jetzt ist ein Dorn im Auge ist und die ein Internet 2.0 wollen wo alles schön kontrollierbar ist und es nur noch um Kommerz geht.
Was meint ihr ist sowas möglich? Könnte sowas einfach durchgesetzt werden mit irgendwelchen Begründungen entweder um den Terrorismus zu bekämpfen oder Filesharing zu verhindern?

Und angenommen die USA beschließen irgendein Gesetz zur Kontrolle des Internets würde uns das auch irgendwie betreffen? Damit sowas Sinn macht müsste es ja weltweit in Kraft treten oder?
 
Endzeitstimmung?!?

Es gibt ja genug Leute denen das Internet so wie es jetzt ist ein Dorn

Würde ich nicht so sehen. Das Internet ist ein "neues" Medium bzw. die juristen würden es als neuen Rechtsraum beschreiben. Es gibt kaum Gesetze, welche dieses neue Medium erfassen / regulieren. Es ist somit völlig normal, das sich der ein oder anderer Politiker nunmal Gedanken zur Gesetzgebung macht.

und die ein Internet 2.0 wollen wo alles schön kontrollierbar ist und es nur noch um Kommerz geht.

Du weißt schon, dass jeder eine Homepage erstellen und betreuen darf? Da kannst du deine Hobbys beschreiben und und und ... da will niemand regulierend eingreifen.

Und Kommerz richtet sich nach der Nachfrage der Konsumenten. Kaufst du deine PC-Technik / Spiele im Netz oder beim Händler vor Ort?

Was meint ihr ist sowas möglich?
Ganz klar "Nein".

1. es fehlt das weltweite Interesse an dem Szenario was du beschrieben hast
2. die USA sind immer schon ein Sonderfall gewesen was den Datenschutz / allgemeine Ausübung von Recht und Gesetz angeht, gemeint ist hier die Bevölkerung der USA -> die Grundeinstellung der Amerikaner zu Datenschutz ist eine ganz andere als die eines Deutschen. Ok?

Könnte sowas einfach durchgesetzt werden mit irgendwelchen Begründungen entweder um den Terrorismus zu bekämpfen oder Filesharing zu verhindern?

Terrorismusbekämpfung an sich ist ja nichts verwerfliches, auch nicht die Filesharingbekämpfung. Warum also so nervös?

Und angenommen die USA beschließen irgendein Gesetz zur Kontrolle des Internets würde uns das auch irgendwie betreffen?
Die USA können nur die Server in den USA kontrollieren ... somit sind die Seiten die in den USA gehostet werden evtl. von irgendwelchen Einschränkungen betroffen. Den Rest der Welt interessiert sich aber nicht, was in den USA passiert ...

Bsp. Aufgrund der Bankenkrise ist Basel III als neues Regularium im Gespräch, für Europa wird es eingeführt, in den USA nicht ... es gibt in nunmal unterschiedliche Interessen / Motivationen die man weltweit nicht auf einen Nenner bringen kann.

Damit sowas Sinn macht müsste es ja weltweit in Kraft treten oder?
Ich bin für weltweit ... somit ist die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Gesetzespakets = 0. ;-)
 
_killy_ schrieb:
Terrorismusbekämpfung an sich ist ja nichts verwerfliches, auch nicht die Filesharingbekämpfung. Warum also so nervös?

Die Bekämpfung von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und das verhindern das solches Material im Netz auftaucht ist auch nichts verwerfliches (eher im Gegenteil), trotzdem war jeder der ein bischen Grips im Kopf hat gegen das damals geplante Stopschild-Gesetz.
Solche Themen werden ja nur vorgeschoben um eine Zensur zu rechtfertigen.

@TE: Das Internet ist noch relativ neu, die Politik stammt aus dem vorigen Jahrhundert. Genauso wie früher das Fernsehen die Wurzel allen Übels war, später die Rockmusik (oder war es umgekehrt?) ist es jetzt das Internet. Da das Netz noch wirkliche freie Meinungsäußerung und Informationsbeschaffung bietet (keine Frage, viele Informationen im Netz sind gefährlich weil falsch. Aber es liegt an jedem selbst die richtigen von den falschen Infos auszusortieren.. Ist wie beim TV, Radio und den Zeitungen auch. Da wird auch viel gehetzt) mag es einigen Politikern ein Dorn im Auge sein. Aber das wird sich regeln. Eine wirkliche Zensur wird ohnehin nie möglich sein. Der "normale" Nutzer der den IE nicht vom Outlook unterscheiden kann mag damit kontroliert werden können, jeder der ein wenig Ahnung hat allerdings nicht.
 
Was ist denn wenn jeder Bürger eine feste IP bekommt? Dann hat sichs so ziemlich mit der Meinungsfreiheit.
Ich glaube dass es nur eine Zeitfrage ist. Wenn die Technik weit genug ist bekommen wir den Überwachungsstaat dann kannst du nicht mal mehr einen fahren lassen ohne dass es mitgeschnitten wird.
 
Selbst wenn jeder seine feste IP bekommt, in Deutschland herscht Meinungsfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetz. Jedes Gesetz, welches dieses Recht unberechtigt einschränkt, ist nicht wirksam.
 
Selbst wenn jeder seine feste IP bekommt, in Deutschland herscht Meinungsfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetz. Jedes Gesetz, welches dieses Recht unberechtigt einschränkt, ist nicht wirksam.

und was hindert nun die Leute daran dies zu ignorieren? Viele Sachen sind verboten, getan werden sie dennoch. Und ja ich halte es für sehr wahrscheinlich das bald bei uns Strukturen Herrschen wie in China (was das Internet betrifft), schließlich wurde vielen Politker besonders in letzter Zeit das Internet zum Verhängnis. Und genau da ist das Problem, durch das Internet lässt sich vieles leichter verbreiten und Organisieren. Das will man nicht mehr tolerieren und sucht nach Möglichkeiten das einzuschränken. Das meist dann anderen Gründe genannt werden als die Tatsächlichen sollte mittlerweile jedem klar sein.
 
Interessante These. Ich hab mir in letzer Zeit auch mal gedanken um so etwas gemacht. Aber ich glaube weniger, dass es soweit kommt. Ich glaube die Politik hat einfach realisiert was für ein unkontrollierbares "Monster" sie auf die Welt los gelassen haben, als sie das Web öffentlich machten. Jetzt wird einfach total überreagiert weil man Angst hat:lol:

Und ich glaube auch nicht, dass all die Hacker, Nerds und Freaks das Internet wieder einfach so zürck geben werden und dann halt eifach sagen: Nagut dann lassen wir uns eben überwachen und einsperren. Wir sind freiheitsliebende Tierchen und lösen Problem auf eigene Faust (Siehe z.B die Anfänge von Linux) Wenn solche Dinge wie das was in was in Amerika gerade passiert anfängt zu grasieren, wird sich noch mehr Widerstand regen als man heute vll. ahnen mag.

Ich möchte damit nicht sagen, dass ich gegen die Bekämpfung von schweren Arten von Kriminalität bin (z.B Kinderpornografie). Aber der Schutz des Urheberechts ist für mich einfach nur ein hanebüchener Vorwand. Davon profitieren nur die Plattenfirmen usw. die Künstler sehen davon nichts. Die haben mehr davon wenn ihr Song 100 illegal geteilt wird und dafür 50 Leute mehr an ihr Konzert kommen. Es gibt bessere Methoden gegen Unrecht zu kämpfen als es einfach zu ingorieren und damit erst noch alles abzuschalten, was gewissen Leuten welche auf irgendwelchen Stühlen sitzen nicht gefällt, nicht gefallen darf, oder davon (direkt oder indirekt) profitieren, dass es ihnen nicht gefällt.

So weit meine bescheidene Meinung
 
Also, als es im TV die ersten Privatsender gab, war dies natürlich auch eine Bedrohung, genauso Zeitungen / Zeitschriften / Ramblätter a la Bildzeitung ... und du kannst diese heute noch Konsumieren.

Einzelne Politer / Parteien können die Verfassung (= Grundgesetz) in Deutschland nicht ändern. Wer gegen das Grundgesetz verstößt, macht sich strafbar. Auch illegal beschafte Beweise dürfen vor Gericht nicht verwandt werden - im Gegenteil, bei schlechter Prozessführung ist es sogar möglich das der Straftäter für sein Vergehen gar nicht mehr angeklagt werden kann ...

PS viel schlimmer als die Politiker sind doch Facebook und Google+ ... da gibt jeder Hein Blöd alle Informationen zu seiner Person in einer gut aufbereiteten Form preis. Oder Smartphones mit Local Apps ... ne?
 
Bad Wolf schrieb:
Aber es liegt an jedem selbst die richtigen von den falschen Infos auszusortieren
Tjo, das könnte ein Problem sein, denn nicht jeder RTL-Zuschauer ist dazu in der Lage ;)

Verzwickte Geschichte, denn Informationen sollten frei zugänglich sein, aber auf den Wahrheitsgehalt prüfen kann man eben nur einen kleinen Teil davon. Wie will man unterscheiden, was Fake ist und was nicht? Das fällt hochintelligenten Leuten ja schon schwer - von der Masse reden wir mal besser nicht - die glaubt es alles, was laut genug rumgebrüllt wird.
;)

Was hier auch gerne durcheinandergeworfen wird: Infos sollen frei sein, aber viele verstehen darunter, dass _alles_ _kostenlos_ sein soll. Ein Denkfehler, der aber nachvollziehbar ist. Denn die "Generation @" ist ja mit einem Medium großgeworden, das es ermöglicht, alles zu bekommen, was man will - kostenlos und ohne Risiko.

Denen jetzt wieder ein Unrechtsbewusstsein einzubläuen wird schwierig. Aber hier sind auch Eltern gefragt. Wenn die es nicht auf die Reihe kriegen, ihren Nachwuchs halbwegs anständig zu erziehen, wird eine nachträgliche "Regulierung" immer scheitern, so sie denn nicht mit Zwang durchgesetzt wird.

Das ganze Geplärre wegen Zensur etc. ist meist nur Panikmache, weil irgendwelche Kids Angst haben, dass sie nicht mehr alles leechen können was sie wollen. Aber das war auch nie so gedacht. Hier hat das Rechtssystem komplett gepennt und versucht jetzt verzweifelt (und recht unbeholfen) wieder Ordnung in den Sauhaufen zu bringen.

Bin mal gespannt, WIE sie das schaffen... DASS sie das schaffen steht jedenfalls außer Frage ;) Und bis dahin wird noch viel gejammert und gehackt und protestiert und auf vermeintliche Rechte gepocht werden.

_killy_ schrieb:
PS viel schlimmer als die Politiker sind doch Facebook und Google+ ... da gibt jeder Hein Blöd alle Informationen zu seiner Person in einer gut aufbereiteten Form preis. Oder Smartphones mit Local Apps ... ne?
hehe, genau. Und hinterher wird über Spam, Botnets und Datenschutz gejammert. Das nennt man wohl "fehlende Medienkompetenz" und schließt den Kreis zu meinem ersten Satz in diesem Post ;)
 
Heretic Novalis schrieb:
Tjo, das könnte ein Problem sein, denn nicht jeder RTL-Zuschauer ist dazu in der Lage ;)

Wofür Du selbst ja das beste Beispiel bist. Man siehe folgendes Zitat:

Heretic Novalis schrieb:
Das ganze Geplärre wegen Zensur etc. ist meist nur Panikmache, weil irgendwelche Kids Angst haben, dass sie nicht mehr alles leechen können was sie wollen. Aber das war auch nie so gedacht. Hier hat das Rechtssystem komplett gepennt und versucht jetzt verzweifelt (und recht unbeholfen) wieder Ordnung in den Sauhaufen zu bringen.

Denn das "Geplärre" hat nichts mit Raubmordvergewaltigungskopierern zu tun, grade DIE finden immer einen Weg (und das könnte nichtmal ACTA stoppen, dann werden die Daten halt verschlüsselt per Mail ausgetauscht) und sehen das ganze eher lässig.
Schwarzkopien gab es schon vor dem Internet (Ich hab damals mit dem Commodore 64 begonnen und wusste bis zu meinem ersten PC gar nicht das man für Spiele bezahlen muss. Ich dachte die werden von Hobbyprogrammierern geschrieben die das einfach aus Spaß machen und gratis verteilen.. Naiv, schon klar aber ich war damals 8). Der Unterschied war nur das man sich damals zum Diskettentausch treffen musste.

Heretic Novalis schrieb:
Bin mal gespannt, WIE sie das schaffen... DASS sie das schaffen steht jedenfalls außer Frage ;)
Ich wette dagegen das sie es nie schaffen werden. Weil es erstens gar nicht darum geht und zweitens es immer einen Weg geben wird Schwarzkopien auszutauschen. Wie gesagt, es gibt nicht nur das Internet.
 
Bad Wolf schrieb:
Ich hab damals mit dem Commodore 64 begonnen und wusste bis zu meinem ersten PC gar nicht das man für Spiele bezahlen muss. Ich dachte die werden von Hobbyprogrammierern geschrieben die das einfach aus Spaß machen und gratis verteilen.. Naiv, schon klar aber ich war damals 8

Also war ich mit meiner Meinung nicht allein:) OMG was hab´ich Bolder Dash geliebt....

BTT: Das DNS wird doch aber von den USA kontrolliert?!
Ich glaube aber auch nicht, dass Staaten das Internet kontrollieren können, wenn Oppositionelle selbst in China einen Weg finden, das Netz für sich zu nutzen.


cya tactixz
 
_killy_ schrieb:
[...]Die USA können nur die Server in den USA kontrollieren ... somit sind die Seiten die in den USA gehostet werden evtl. von irgendwelchen Einschränkungen betroffen. Den Rest der Welt interessiert sich aber nicht, was in den USA passiert ...[...]
Es gibt schon jetzt US Gesetze die gegen das Territorialitätsprinzip verstoßen und laut Definition der USA weltweit gültig sind. Stichwort US Exportkontrolle. Und Verstöße gegen diese US Gesetze werden de facto auch außerhalb der USA erfolgreich geahndet. Da waren auch schon deutsche Unternehmen betroffen und selbst die Schweiz ist nicht davor gefeit: 536 Mio USD Strafe gegen Schweizer Bank.

Wollte ich nur mal anmerken, ich halte das im Zusammenhang mit "dem Internet" aber für unwahrscheinlich.
 
Naja, also wegen Sanktionen der USA gegen eine international agierende Bank von "Aufweichen des Territorialprinzips" zu sprechen, halte ich für gelinde gesagt gewagt.

Trotzdem ist es Realität, dass die Rechtsverhältnisse zwischen global agierenden Rechtskörpern kaum bis gar nicht geregelt sind.

Das Hauptproblem ist dabei, dass sich dieser Zustand zunehmend auf uns Bürger auswirkt. Die dunkle Seite der Globalisierung zeigt hier schon mal erste Gesichtszüge.

@TE: Ich glaube, dass das Internet zunehmend reguliert wird. Relevant ist dabei nicht die Rechtssituation sondern das tatsächlich gelebte Internet. Klar, es wird hoffentlich immer die Möglichkeit geben, eigene Homepages zu erstellen und auch immer die Alternative, nicht bei Internetmonopolisten sondern beim Lädchen um die Ecke sein Buch zu kaufen.

Mir machen auch Google und Facebook und Co. einige Sorgen. Gerade die zentralisierte Suche, und die verstrickten Dienste. Hier versagen sämtliche Schutzmechanismen von Kartellrecht und Wettbewerb. Was bringt das Recht auf freie Meinungsäußerung im Internet, wenn keiner Deine Meinung findet, weil Google sie ganz hinten einsortiert? Im Internet kann man sich nicht sichtbar versammeln, man kann nicht demonstrieren und man kann nicht schreien.

Meines Erachtens werden Menschen im Netz zunehmend ohne ihr Wissen gegängelt. Meinungen basieren auf anderen Meinungen und nicht mehr auf Erfahrungen. Wer sich gut verkaufen kann und die Mechanismen kennt, wird wahrgenommen, wer das nicht kann gehört zur passiven Masse.

Ja, ich sehe das Internet auch in Gefahr, allerdings ist das natürlich davon abhängig, was man im Internet sieht. Wenn man es nur als Informationsmedium auffasst, wird es von Wikipedia und Konsorten hochgehalten. Wenn man es aber zu tief in sein Leben hereinlässt (Smartphone, Google+, Facebook, permanente Ortungsdienste, Qype etc.) macht man sich davon abhängig. Für diesen Zustand ist das Netz aber nicht geeignet, weil es keine Demokratie, keine Gerechtigkeit und keine sonstigen Menschen- oder Grundrechte kennt, sondern nur das Recht des Stärkeren. Und das bist nicht Du.

P.S.: Deep Web finde ich lustig... Ist halt wie eine Standleitung per Telefon mit Passwortabfrage... Hat aber glaube ich nichts mit der Frage des TE zu tun, da Deep Web Inhalte ja eben nicht gefunden werden und damit auch nicht das "sichtbare" Internet darstellen.

So. Roman zuende.
 
@ Knecht_Ruprecht
Der Vergleich fand auf US-Boden statt ... ja die Credit Suisse hat auch dort Niederlassungen und von daher muss sie auch US-Recht gegen sich gelten lassen. Ein schlechtes Beispiel also. (wäre aber für ein passendes Beispiel auch dankbar)
 
Ich hatte die Schweizer Bank gewählt wegen der drastischen Strafe, quasi als plakatives Beispiel. Ohne das Thema hier vertiefen zu wollen, kann auch ein deutsches Unternehmen bei einer Lieferung an ein anderes deutsches Unternehmen von der US Exportkontrolle betroffen sein.
 
Das in den USA extrem hohe Geld-Stafen drohen und auch verhängt werden ist aber nunmal kein Geheimnis. Was hat das aber mit der Regulierung des Internets zu tun?

PS wenn eines der beiden deutschen Unternehmen die Lieferung über die USA vornimmt (also einmal Standort Deutschland und einmal Standort USA), dann ja, unterliegt die Lieferung auch der US-Exportkontrolle ... ist ja aber auch logisch ... eine Lieferung Deutschland - Deutschland unterliegt nicht der US Exportkontrolle ...
 
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