Des Rätsels Lösung zu diversen meiner Themen der letzten 2 Jahre

MarkP

Lieutenant
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Nein, dies ist keine Frage, nur eine Rückmeldung die die Meisten meiner Themen der letzten 2 Jahre beantwortet, vielleicht hilft es ja wem der ähnliche Probleme hat.

Ich hatte vor 3 oder 4 Jahren für meinen Ryzen 7700X ein Kit Trident 2x32GB DDR5-6000 gekauft und das lief immer prima, dachte ich zumindest.
Mit aktiviertem AMD-EXPO lief es nicht sauber und mit manuell eingestellten 6000Mhz auch nicht, dazu bekam ich hier im Forum die Antwort, dass das von AMD eh nicht garantiert wird, weil die nur bis max. 5400Mhz (wenn ich mich richtig erinnere) garantieren, mir wurde empfohlen 5800Mhz einzustellen was so gut wie immer geht und das ging tatsächlich.

Vor 1-2 Jahren fing der Rechner dann an winzig kleine Probleme zu haben die ich nicht zuordnen konnte, z.B. dass "PC neu starten" nicht mehr ging, weil aber runterfahren und neu einschalten ohne Probleme ging war das kein grosses Problem für mich.
Ein eher grösseres Problem war, dass Win10 VMs in Virtualbox alle paar Minuten eingefroren sind, weil es aber im VB-Forum haufenweise User gibt die ebenfalls Probleme mit eingefrorenen Win10 VMs hatten, wo die Antworten sich quasi alle um die Einstellungen der VM drehen (zu wenig CPUs oder Speicher zugeordnet, Hyper-V aktiv, usw.) und vor allem weil ausser den kleinen Problemchen und diesem VB-Problem mein Rechner sauber lief bin ich immer noch nicht darauf gekommen wo das Problem sein könnte.

Irgendwo habe ich dann was gelesen, dass dies ein Problem mit dem RAM sein könnte, aber mehrere verschiedene Speichertest, die alle mehrere Stunden auf Maximaleinstellung gedauert haben, kamen alle mit "keine Fehler gefunden" zurück.

In den letzten paar Monaten wurde das Problem dann grösser, auch wenn der Rest vom Rechner (abgesehen von den Mini-Problemchen) weiterhin sauber lief, ging mit VB immer weniger, zuletzt konnte ich noch nicht mal eine WinXP-VM aufsetzen, weil sich die Installation immer wieder nach so kurzer Zeit aufgehängt hat, dass die Installation nie fertig wurde.
Als dann auch noch die Anschlüsse vom Mainboard (Netzwerk, Audioausgang und 2 USB-Anschlüsse) Wackelkontakte hatten, war für mich klar, das Mainboard hat Altersschwäche und da muss ein Neues her.
Typischer Fall von denkste, denn das neue Mainboard (MSI B850M) hat zwar keine Wackelkontakte und war darum eine sinnvolle Anschaffung, aber die Probleme mit PC neu starten geht nicht und VMs frieren ein blieben gleich.

Dann endlich, sprich letzte Woche, hatte ich die richtige Idee.
Ich habe mir aus dem PC meiner Frau die Speicherriegel "ausgeliehen", auch wenn das nur 2x16GB DDR5-5200 sind, und siehe da, alle Probleme weg.
Zurück zu meinen Trident, neuer intensiver Speichertest und ein paar Stunden später kam "keine Fehler gefunden".
Ich habe dann im Bios an den Einstellungen der Speicherriegel experimentiert, runtergesetzt auf 5200Mhz, Latenzen erhöht, Spannung erhöht, alles was man da halt manuell einstellen kann, aber das brachte alles keine Veränderung, auch der Versuch nur einen der beiden Speicherriegel einzubauen, abwechselnd mal den Einen mal den Anderen, brachte nichts.
Testhalber nochmal die Speicherriegel meiner Frau eingebaut, und wie gehabt, alle Probleme weg.

Murphys Law kam mir in den Sinn als ich die aktuellen Preise der Speicher gesehen habe, aber was hilft es, nachdem die Prognosen sagen, dass die Preise noch deutlich viel weiter steigen werden und ein Ende davon gar nicht in Sicht ist, habe ich in den sauren Apfel gebissen und 2x32GB Corsair DDR5-6000 gekauft.
Eingebaut vorgestern, das gesamte System neu aufgesetzt inkl. ein paar VMs und es läuft, auch inkl. AMD-EXPO.

Nu wüsste ich noch gerne wieso die Speichertests nie Fehler gefunden haben, obwohl offensichtlich Fehler drin waren, aber das wäre nur reine Neugier, weil ich es auch ohne Speichertest rausgefunden habe.
 
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Der AMD Ryzen 7 7700X unterstützt eine native Speichergeschwindigkeit von
DDR5-5200, wenn du pro Speicherkanel einen Riegel verbaust und
DDR5-3600, wenn du pro Speicherkanal zwei Riegel verbaust.
Alles drüber ist Übertakten.

Normalerweise sollte DDR5-6000 kein großes Problem darstellen, aber je nach Güte der CPU,
welches Mainboard und welcher Arbeitsspeicher zum Einsatz kommt usw. kann auch das schon Probleme machen.

Ich würde wohl als erstes nachsehen, ob es für dein Mainboard eine aktuellere BIOS-Version gibt
und wenn ja das aktuellste BIOS einspielen.

XMP/EXPO würde ich dann testweise aus lassen.
 
Ein Speicher Test kann nur etwas in den Speicher an einer Stelle schreiben und diese wieder lesen. Den Inhalt vergleichen. Kipp dann doch ein Bit danach, weiß der Tests nicht davon. Bei einem Bild ist dann evtl ein Pixel falsch, bei einem Programm aber ein völlig anderer Befehl.

Dies kann eine Erklärung zu deiner Beobachtung sein. Teste sind nicht immer als 100% Ergebnis zu sehen, sondern als Indikator.

Du hast ja bereits gemerkt das ein Takt von 6000 nicht sauber lief, runter drehen kann helfen. Wenn Speicher und Speicher Controller in der CPU sich aber nicht mögen, dann siehst du ja, was passiert.
 
die Frage ist, op deine Riegel in dem Rechner deiner Frau sauber laufen!?
 
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Deswegen wird auch immer davon abgeraten was am RAM herumzuspielen, es kommt nicht wirklich was bei rum und verursacht häufig Probleme.
Testen kann nicht alle Probleme auffinden, manche Probleme treten nur unter bestimmten lastszenarien auf.
 
MarkP schrieb:
Nu wüsste ich noch gerne wieso die Speichertests nie Fehler gefunden haben, obwohl offensichtlich Fehler drin waren, aber das wäre nur reine Neugier, weil ich es auch ohne Speichertest rausgefunden habe.

Man kann nur Fehler finden, keine Fehlerfreiheit garantieren. Selbst 2MB Speicher kann man nicht auf komplette Fehlerfreiheit testen, das würde bis zum Ende des Universums dauern. (Jeden möglichen Zustand testen,Also 2^1048576 Zustände.)

Meine Faustformel wenn alles läuft ist 3x Memtest86 komplett. (nicht das Windows Ding, das kann gar nix)
Falls dein PC Probleme hat, dann wäre der Tipp Memtest über Tage laufen lassen, bis man den Fehler findet.
Auch wenn das Ding eine Woche an Stück läuft darf es nicht einen einzigen Fehler geben, vor allem bei DDR5 der interne Fehlerkorrektur hat. (Ohne Fehlerkorrektur sind sporadische Fehler alle Lotteriebetriebsstunden durch Strahlung etc, nicht ausgeschlossen.)
 
chrga schrieb:
die Frage ist, op deine Riegel in dem Rechner deiner Frau sauber laufen!?

Das habe ich nicht probiert, meine Frau verwendet kein VB, darum würde ich vermuten, dass bei ihr gar kein Fehler auftritt. Wenn ich mal Zeit habe, werde ich das probieren, weil es mich nu auch interessiert.
Ergänzung ()

KingLz schrieb:
Meine Faustformel wenn alles läuft ist 3x Memtest86 komplett. (nicht das Windows Ding, das kann gar nix)
Falls dein PC Probleme hat, dann wäre der Tipp Memtest über Tage laufen lassen, bis man den Fehler findet.

Memtest86 war einer der Tests die ich gemacht habe, aber halt nicht über Tage hinweg, weil ich den PC halt täglich brauche.
 
Kenn ich das Problem, dass es nicht richtig läuft man aber keine Zeit für "große" Tests hat.

Mein vorletzter PC hatte auch sporadische Ramprobleme.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass wenn man das einmal mitgemacht hat man einfach keinen "10FPS" mehr Ram kauft, sondern maximal dass was der CPU Hersteller garantiert. (CPU Spezifikation) Mir ist heutzutage viel wichtiger dass das Ding wirklich bockstabil läuft als dass ich den besten RAM habe. Außerdem spart man direkt auch Geld wenn man "langsamen" RAM nimmt. ;)
 
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Hatte ich auch schon mal. RAM Tests alle sauber. RAM getauscht, Probleme weg. Was aber sichtbar war, war ein verfärbter Kontakt (Pins). Das heist, RAM i.o. aber Übertragung dann eben fehlerhaft. Deswegen ist eine Optische Prüfung auch nie verkehrt.
 
Die Zeit sollte man sich aber nehmen um Fehler aufzuspüren.
Sprich, ggfs den MemTest über Nacht durchlaufen lassen und dies ein paar Mal wiederholen.
 
Besteht denn nicht die Möglichkeit, den RAM mal zwecks Garantieanfrage zum Hersteller zu schicken? Die meisten RAM Hersteller gewähren doch echt lange Garantiezeiten.
Nen Versuch wärs wert, oder nicht?
 
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Fard Dwalling schrieb:
Die meisten RAM Hersteller gewähren doch echt lange Garantiezeiten.

Da sagst du was, habe ich noch nicht mal dran gedacht, weil für mich 3-4 Jahre schlicht jenseits der Garantie ist.
Werde ich überprüfen, danke für den Hinweis.
Ergänzung ()

MadDog schrieb:
Sprich, ggfs den MemTest über Nacht durchlaufen lassen und dies ein paar Mal wiederholen.

Das hatte ich gemacht, knappe 8 Stunden, allerdings mit Memtest86 nur einmal plus ein weiteres Mal letzte Woche.
 
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Es gibt ja nicht nur einen Speichertest. Probiere doch mal einen der mindestens zwei anderen mit ähnlichem Namen (MemTest, MemTest86, Memtest86+).
 
Durch das ausschlussprinzip ist ja schon gesichert, das der RAM nicht stabil ist mit allen Einstellungen die er angewendet hat, da brauchts auch keine extra tests mehr für.

Extra tests wären erst interessant, wenn der wieder zum einsatz kommen soll in einem anderen Rechner und wenn es andere Einstellungen sind.
 
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Ich hatte doch gleich zu Anfang schon geschrieben, dass ich mehrere verschiedene Tests gemacht habe, ich weiss nicht mal mehr welche das alles waren.
 
MarkP schrieb:
Nu wüsste ich noch gerne wieso die Speichertests nie Fehler gefunden haben, obwohl offensichtlich Fehler drin waren, aber das wäre nur reine Neugier, weil ich es auch ohne Speichertest rausgefunden habe.
Das liegt an der Art, wie digitale Daten gespeichert werden. Die Laienmeinung ist ja, dass das einfach Nullen und Einsen sind und gehen dann davon aus, dass das super stabil funktioniert, oder eben gar nicht.

Davon auszugehen, dass ein Speicher sofort einen Fehler produziert, ist somit eine falsche Annahme.

Dein SoC wird vermutlich nicht mit einer festen Spannung, sondern mit einer dynamischen betrieben. Somit kann schon mal der Fehler außerhalb des eigentlichen RAMs liegen. Bekommt das SoC zu wenig Spannung ab, oder zu viel, dann werden die Daten nicht mehr sauber verabreitet, sprich die Signale nicht mehr sauber erzeugt. Denn: Eine Null oder Eins kennt ein PC ja auch nicht, vielmehr wird ein bestimmter Zustand als 1 definiert und alles was unter einem bestimmten Schwellenwert liegt, wird als 0, alles was darüber liegt als 1 interpretiert. Daher will man natürlich sowohl bei 0 als auch bei 1 möglichst nicht zu nah am Schwellenwert agieren.

Wenn dann das SoC mit einer dynamischen Spannung dann in Randfällen eben dafür sorgt, dass die Daten für die Speicheranbindung nicht mehr exakt abgegrenzt werden können, "kippen" dann eben einzelne Bits, die bei normalen Speichertests gar nicht auffallen würden. So werden z. B. auch Exploits erreicht, wenn ich mich nicht täusche wäre Rawhammer ein Beispiel dafür: Auch da wird über Tricks versucht Datensignale zu verändern, obwohl das System das eigentlich gar nicht machen sollte.

Ein guter Test ist OCCT, mir hat tatsächlich Gemini beim Feintuning meines XMP-Profils geholfen, denn das lief auch nicht stabil auf meinem 5900X bei Vollbestückung (was bei dir gar nicht der Fall ist, aber dennoch mal ein Ansatz für Tests wäre). Experimentieren sollet man daher mit einer passenden SoC-Spannung (da ich dein System nicht kenne, will ich dazu jetzt keine Beispiele nennen), mit Widerstandseinstellungen für ProcODT, Gear Down Mode auf Enabled, etc.

Wenn OCCT beim CPU+RAM und CPU Test dann stabil läuft, sollte es keine Probleme mehr machen.
 
RAM ist nicht gleich RAM. Bin vor Jahren vom 12700k auf den 7800x3d gewechselt und hatte DDR5 6000 cl 34. Lief im Intel System immer sauber. Im AMD System gar nicht. Habe mir dann ein Kit explizit mit Expo (64Gb cl30) geholt und seit dem läuft es ohne murren.
 
Es ist vermutlich relativ einfach eine Inkompatibilität zwischen Speichercontroller der CPU, dem Mainboard samt BIOS und dem Arbeitsspeicher.
Welche Chips sind da auf welchem PCB verbaut, was ist im SPD Chip gespeichert,
wie ist die Verbindung von CPU zum Arbeitsspeicher auf dem Mainboard ausgelegt usw.

Kein Hersteller der Welt kann derart viele Kombinationsmöglichkeiten testen.
Welcher Arbeitsspeicher macht bei welcher CPU auf welchem Mainboard mit welcher BIOS-Version Probleme und welcher nicht.
Das ist zwar grundsätzlich alles miteinander kompatibel, sonst würde es ja gar nicht laufen.

Aber es kann je nach unglücklich gewählter Kombination auch Probleme geben.
Dabei muss keiner der involvierten Komponenten defekt sein, nur im Zusammenspiel läuft es eben nicht rund.
 
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