Deutsche Glasfaser buddelt ohne Grund, was tun?

P4ge

Commodore
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Guten Abend

Ich habe ein doch sehr seltsames Verhalten gerade in meiner Gegend.
Die Deutsche Glasfaser hat über 40% der Haushalte belabert und ist derzeit fröhlich am buddeln in allen Straßen.
Leider wurden die Arbeiten an Subunternehmer aus NL und PL abgegeben, deshalb ist die Kommunikation etwas schwierig.

Es sieht so aus, dass die DG derzeit unter anderem in unserer Straße die Leitungen verlegt und unteranderem heute einen Strang zu einem Mietobjekt gelegt hat (von der Straße 10m in das Grundstück hinein), bis zum Haus. Es hat jedoch niemand in diesem Haus (8 Partein) einen Antrag für einen Anschluss gestellt. Die netten Herren, haben, nachdem ich mit Händen und Füßen sie gefragt habe, warum sie auf meinem Grundstück arbeiten, mir einen Plan gezeigt. Dort steht mein Haus makiert. Komischerweise werden dort 6 Anschlüsse eingezeichnet.

Mein Frage ist jetzt, was sollte ich tun?
Auf der einen Seite "spare" ich mir evtl. Kosten für 6 Glasfaserleitungen (jeweils angeblich 1000,-€ lt. DG) . Ich bräuchte zwar 8 aber das ist mir eigentlich egal, weil ich dort nicht wohne. Andererseits arbeiten die ohne meine Genehmigung auf meinem Grund und Boden und verlegen gerade durch den Garten Kabel. Sollte ich oder nachfolgende Generationen mal auf den Trichter kommen dort zu buddeln, muss man den Leuten ja sagen "Achtung hier liegen wichtige Kabel, NICHT BAUEN!!!!".
Was passiert später wen der HÜB gesetzt wird? Muss ich dann zahlen, obwohl ich nie was bestellt habe? Ich kann ja nichts nachweisen, habe ja nichts.


Was würdet ihr machen?
 
Ok vielleicht sollte man das Vorgehen der DG erklären.

Erster Bauabschnitt: Kabel werden an Hauptstraßen verlegt, das Verteilerhaus wird gebaut etc.
2. Bauabschnitt (das wäre mein Fall): Die ersten Nebenstraßen werden über den Fußweg erschlossen und Kabel werden bis ans Haus erschlossen. Sprich dort schaut dann ein orange/rotes Kabel aus dem Boden.
3. Bauabschnitt: Von außen werden Löcher ins entsprechende Haus gebohrt und dort werden Übergabepunkte gebaut. Vergleichbar mit den alten Post/Telefondosen (NT´s).

Die von der Stadt haben schon gleich gekniffen. "Glasfaser verlegen wir nicht, da müssen Sie mit dem Unternehmen sprechen". Ist für mich auch verständlich.
Die Frage ist nun einmal sollte ich die DG nun Fragen oder nicht? Beide Seiten haben halt ihre Argumente....
 
Sicher das das 1000€ kostet? Meistens bekommt man doch Sonderpreise, wenn man vor der Erschließung einen Vertrag macht.
Und vielleicht hat der Vermieter zugestimmt, dass DG da anschließen darf?
Oder bist du der Vermieter?
 
Also diese 1000,-€ möchte DG wenn später mal gelegt werden soll. Ob das jetzt so kommen wird, weiß man nicht. Ist halt Lockangebot. Kaufen Sie jetzt und sparen sie. Genauso kann es sein, dass in 4-5 JAhren die Erschließungskosten nur 50,-€ kosten.


SpookyFBI schrieb:
Und vielleicht hat der Vermieter zugestimmt, dass DG da anschließen darf?
Das wäre ich. ICH bin VERMIETER. Und wenn ich nicht mehr weiß was ich gemacht habe.... dann wird es kompliziert ^^. Aber wie gesagt. Kein Mieter an einen Vertrag abgeschlossen, es gab keine Ortsbegehung an der ICH als Eigentümer dabei war. Faktisch ist das derzeit ein Schwarzbau auf meinem Grund und Boden. Dieser bringt mir aber evtl. Vorteile.


Gleichzeitig besteht natürlich die Gefahr, wenn angeschlossen werden soll, dass die DG sagt: Wir haben gelegt, jetzt bitte auch nutzen und zahlen.
Wenn ich fies bin, müsste ich den Arbeiter aber auch noch sagen, dass dort 2 Leitungen fehlen (8 Parteien aber derzeit nur 6 Glasfaserleitungen).
Das Ding ist ja auch selbst habe ich keine Vorteile davon. Ich wohne nicht in dem Haus. Wenn jedoch irgendwann ein Mieter Glasfaser haben will, muss er dann nur noch einen Vertrag abschließen. Die ersten 6 sparen dann Geld. Die letzten beißen die Hunde. Denn warum sollte ich Geld für einen Anschluss bezahlen, den ich selber nicht nutze, sondern nur der Mieter. Ja es ist eine passive Wertsteigerung aber mehr auch nicht.
 
Legen die jetzt oder nicht? Du schreibst die buddeln aber legen erst später?
 
Naja, Sie legen derzeit das Kabel bis zum Haus. Vor 1Std (20:00) haben die ihre Sachen gepackt und haben Feierabend gemacht. Derzeit liegt das Glasfaserkabel auf dem Rasen/Fußweg. Morgen wird es wahrscheinlich wie bei meinen Nachbarn darunter verlegt. Sprich, Rasen hochnehmen, Kabel rein, Rasen drauf.
Dann liegt das Kabel bis an die Außenwand des Hauses.

Irgendwann in 2-3 Wochen/Monaten kommt dann bestimmt ein anderer Trupp und bohrt dann ein Loch ins Haus und wird das Kabel ins Hausinnere legen.
Bis 0:40 ist der derzeitige Stand bei mir +/- das heute Abend das Kabel noch nicht in der Erde liegt.
 
Also ohne nähere Prüfung wirst du das unter Umständen auch bezahlen müssen ohne es bestellt zu haben. Scheuch sie weg oder geh zum Anwalt.
 
Dir gehört also Grundstück und Gebäude auf welchem die ganze Aktion momentan stattfindet?
Wenn ja, dann wende dich direkt an DG. Die Bauarbeiter vor Ort machen nur das was ihnen aufgetragen wurde, kein wunder das die nur mit den armen gewedelt haben und ihren Plan gezeigt, normalerweise sollte es aber auch einen Projektverantwortlichen geben.
 
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Unabhängig davon:
Was wäre an Internet ohne den Ausbau jetzt möglich?
 
Die Frage ist, auf welcher Basis sie dir jetzt irgendwelche Kosten aufdrücken wollen. Es gibt deiner Aussage nach keinen Vertrag. Ohne Vertrag dürfte es recht schwer werden, dir irgendwelche Pflichten nachzuweisen.

Aber hier wirst du keine echte Hilfe finden. Wir hören nur deine Sicht, können nichts verifizieren und somit auhc nur vollkommen allgemeine Tipps geben.
 
Ein Vertrag kann auch durch konkludente Handlung entstehen. Zugegeben schwierig, aber nicht unmöglich.

Ich würd auch versuchen den Bau-/Projektleiter zu erwischen. Die Stadt muss dir zumindest einen Ansprechpartner nennen können - die haben das ja genehmigt.
Eskalieren geht natürlich über Grundstücksverweis der Bauarbeiter mit der Polizei. Dann kommt man vermutlich auf dich zu.
 
dies is im BGB für Nichtkaufleute stark eingeschränkt? So gilt schweigen nicht als Zustimmung. Wenn er natürlich bei ner Zahlungsaufforderung kommentarlos zahlt, sieht das anders aus. Aber einfach losbuddeln und weil der Besitzer nichts sagt muss er zahlen, dass dürfte kaum rechtlich zu halten sein wenn auf einer Seite ein Nichtkaufmann steht.
 
Wenn man nichts tut bzw. schweigt, kommt natürlich nichts zu Stande. Aber der TE ist sich der Situation bereits bewusst und tut auch was.
Wenn er sich jetzt z.B. informiert was gemacht werden soll und dann z.B. den Bauarbeitern den Kellerschlüssel gibt damit die Kabel ins Haus gelegt werden können, könnte die Sache schon anders aussehen.
Der TE würde die Kabel ja durchaus gerne im Haus haben, aber halt gratis.

Anders sieht es aus, wenn er jetzt ganz klar einen Brief an DG schickt und das ablehnt/verneint bzw. klar stellt keine Pflichten anzuerkennen.
 
Das meine ich mit, man kennt nur eine Seite, nur das was der TE schreibt etc. Den bis jetzt hat er nichts gemacht, das Bewusstsein darüber leitet in meinen Augen keine Pflichten ab. Im Falle, dass er tatsächlich auf Nachfrage den Bauarbeitern zutritt gewährt, damit diese die Kabel ins Haus legen können, da mag es kippen, aber auch hier würde ich nicht zwingend ableiten, dass dadurch Pflichten entstehen, wie die Zahlung. Er kann ja im guten Glauben gehandelt haben, dass die Stadt, seine Mieter oder wer auch immer es beauftragt haben und für die Kosten aufkommen. Es obliegt in meinen Augen der DG, dem TE anfallende Kosten klar zu benennen, bevor er Zahlungspflichtig wird. Auf der anderen Seite ist so ein Vertrag keiner Form unterworfen, sollte die DG also nachweisen können, dass dem TE das ganze irgendwo mündlich mitgeteilt wurde und ein Vertrag besteht, sieht es wieder anders aus.
Daher die klare Ansage, dass man hier allerhöchstens Denkanstöße geben kann.
 
Die Diskussion über Verträge geht in die falsche Richtung.

Das ist so klassisches Jura 3. Semester Zeug. §951 BGB und Bereicherungsrecht. Aber die Details sind sehr schwierig. Grundaussage ist, dass man zahlen muss, wenn jemand dein Grundstück verbessert. Egal ob Vertrag. Natürlich mit vielen Ausnahmen etc.
 
Du meinst also das Eigentum an den Kabeln geht auf den TE über? Und dafür müsse er "Schadensersatz" leisten?

Soweit ich weiß verbleibt das Eigentumsrecht an solchen Kabeln bis zur Hauswand bei solchen Fällen beim Betreiber des Netzes...

Auch sehe ich nicht, dass das Grundstück sich verbessert. Wo liegt den die Wertsteigerung? Insbesondere, da bereits ein Anschluss der Telekom vorhanden ist, der 250 Mbit liefert?
 
Das kommt drauf an ob es ein wesentlicher Bestandteil des Grundstücks wird. Dann verliert und erlangt man automatisch das Eigentum. Ansonsten wird der werthaltige Besitz geleistet, so dass nach Bereicherungsrecht dieser Wert ersetzt werden muss. Was der Wert solcher Leitungen ist, muss man dann klären.

Das driftet aber zu sehr in Details ab. Bei Interesse hilft sicher die nächste Unibib und dem TE ein Anwalt.
 
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