Marcel55
Fleet Admiral
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- Nov. 2007
- Beiträge
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Danke für den Bericht. Ich finde es spannend, aber mit diesen Agenten und Co., da muss ich mich noch reinfuchsen.
Ich habe vor ein paar Wochen testweise ein kleines Software-Projekt mit KI umgesetzt. Erst hatte ich es mit lokalen Modellen ausprobiert, das hat aber nicht so recht funktioniert (zumindest auf meiner Hardware) und dann mit Cloud-Modellen. Claude hab ich zwar nicht getestet, aber von denen die ich probiert habe hat Gemini (Pro 3.1) das beste (eigentlich sogar das einzig wirklich brauchbare) initiale Ergebnis ausgespuckt, auf dessen Basis ich dann weitergearbeitet habe. In diesem Prozess war aber durchaus noch viel Handarbeit notwendig, das was die KI ausgespuckt hat war nicht immer voll funktionsfähig bzw. hatte dann doch einige Fehler.
Mein Workflow bestand letztendlich daraus, den Output zu testen und Fehler zu berichten, um diese korrigieren zu lassen. Dabei auch immer wieder ein paar Verbesserungsvorschläge gemacht. Nach einigem hin und her hatte ich ein ordentliches Ergebnis. Aber dabei bin ich dann auch recht schnell in die Grenzen des machbaren ohne Abo gekommen und musste dann doch hier und da selbst Hand anlegen, weil die KI das noch nicht ganz meinen Wünschen entsprechend umgesetzt hatte. Da muss ich im Prompting aber sicher auch noch besser werden. Der Workflow unterscheidet sich zwar einerseits stark vom bisherigen Entwicklungsprozess, nimmt einem andererseits aber auch viel ab, weil man nicht erst recherchieren und rumprobieren muss, wie das Problem zu lösen ist. Trotz des überschaubaren Umfangs ist auch so einige Zeit da reingeflossen, trotzdem hätte ich das selbst ohne diese Hilfe niemals in der Zeit umsetzen können.
Bei der Weiterentwicklung des ganzen geht es doch näher an die Grenzen des machbaren ohne dafür zu bezahlen. Deshalb habe ich den Fokus wieder mehr in Richtung lokal lauffähiger Modelle ausgerichtet und gestern früh direkt mal das neue Gemma4 26b ausprobiert. Da das nicht vollständig in meinen Grafikkartenspeicher passt ist es aber auch nicht so performant unterwegs. Mit dem ersten Prompt mit der Software im Anhang bin ich dann irgendwie in ner Endlosschleife hängen geblieben, als ich nach 2 Stunden die mein Rechner herumgerechnet hat immer noch kein Ergebnis hatte hab ich dann abgebrochen. Am Abend hab ich es dann noch mal probiert, dies mal mit GPT-OSS 20b, ist zwar schon älter aber passt in meinen VRAM und bringt eigentlich auch ganz passable Ergebnisse. Damit habe ich dann noch ein paar Dinge überarbeiten können. Was ich aber auch merke ist dass der Kontext dann doch recht schnell verloren geht und es anfängt zu fantasieren. Ich hoffe das die von Google angekündigte Komprimierung wirklich etwas bringt und damit auch wirklich starke Modelle mit genug Kontext in handelsübliche (16GB) Grafikkarten passen. Dann wird es richtig spannend.
Auch spannend finde ich die Überlegung, wie so eine KI mit wirklich großen und komplexen Software-Projekten wie ich sie auf der Arbeit habe zurechtkommen würde. Ich denke alleine durch die Anzahl der Eingabetoken ist es nahezu ausgeschlossen dass hier ein Überblick über das gesamte Projekt herrschen kann. Die Chance sehe ich eher darin, ein Modell zielgerichtet mit der Dokumentation und Codebasis des Projekts nachzutrainieren, damit es anschließend auch weitere Software dafür entwickeln kann.
Für mich als Entwickler heißt es dann wohl eher, dass ich mit der KI zusammenarbeiten muss, um die Produktivität und Qualität es Outputs zu verbessern, und mich auch in Bereiche reinzutrauen die vorher außerhalb meiner Komfortzone gelegen haben. Das ist ne riesige Chance. Natürlich besteht auch die Gefahr dass mich die KI eines Tages ersetzen wird, aber ich denke als Entwickler der den Umgang mit KI beherrscht wäre ich besser aufgestellt als ohne dem, daher muss ich mich langsam auch mehr in diesen Bereich reinfinden und schauen wo und wie ich es sinnvoll einsetzen kann, ohne die menschliche Komponente komplett aufzugeben.
Klassisches "vibe coding" ohne wirkliche Ahnung zu haben was da eigentlich passiert sehe ich eher kritisch, das ist für kleine private Projekte vielleicht ok aber für kommerzielle Software sollten da am Ende doch nocht Menschen mit entsprechender Erfahrung den Überblick und die Kontrolle behalten.
Die größte Gefahr sehe ich darin, dass wir als Menschen degenerieren, wenn uns die KI das Denken abnimmt. Das darf nicht passieren. Und das betrifft nicht nur Softwareentwicklung sondern alle Bereiche, in denen KI Fähigkeiten besitzt. Sie soll unterstützen, nicht ersetzen. Aber solche agentischen Systeme machen eigentlich fast schon das, ich denke das schießt dann vielleicht doch etwas zu sehr übers Ziel hinaus.
Ich habe vor ein paar Wochen testweise ein kleines Software-Projekt mit KI umgesetzt. Erst hatte ich es mit lokalen Modellen ausprobiert, das hat aber nicht so recht funktioniert (zumindest auf meiner Hardware) und dann mit Cloud-Modellen. Claude hab ich zwar nicht getestet, aber von denen die ich probiert habe hat Gemini (Pro 3.1) das beste (eigentlich sogar das einzig wirklich brauchbare) initiale Ergebnis ausgespuckt, auf dessen Basis ich dann weitergearbeitet habe. In diesem Prozess war aber durchaus noch viel Handarbeit notwendig, das was die KI ausgespuckt hat war nicht immer voll funktionsfähig bzw. hatte dann doch einige Fehler.
Mein Workflow bestand letztendlich daraus, den Output zu testen und Fehler zu berichten, um diese korrigieren zu lassen. Dabei auch immer wieder ein paar Verbesserungsvorschläge gemacht. Nach einigem hin und her hatte ich ein ordentliches Ergebnis. Aber dabei bin ich dann auch recht schnell in die Grenzen des machbaren ohne Abo gekommen und musste dann doch hier und da selbst Hand anlegen, weil die KI das noch nicht ganz meinen Wünschen entsprechend umgesetzt hatte. Da muss ich im Prompting aber sicher auch noch besser werden. Der Workflow unterscheidet sich zwar einerseits stark vom bisherigen Entwicklungsprozess, nimmt einem andererseits aber auch viel ab, weil man nicht erst recherchieren und rumprobieren muss, wie das Problem zu lösen ist. Trotz des überschaubaren Umfangs ist auch so einige Zeit da reingeflossen, trotzdem hätte ich das selbst ohne diese Hilfe niemals in der Zeit umsetzen können.
Bei der Weiterentwicklung des ganzen geht es doch näher an die Grenzen des machbaren ohne dafür zu bezahlen. Deshalb habe ich den Fokus wieder mehr in Richtung lokal lauffähiger Modelle ausgerichtet und gestern früh direkt mal das neue Gemma4 26b ausprobiert. Da das nicht vollständig in meinen Grafikkartenspeicher passt ist es aber auch nicht so performant unterwegs. Mit dem ersten Prompt mit der Software im Anhang bin ich dann irgendwie in ner Endlosschleife hängen geblieben, als ich nach 2 Stunden die mein Rechner herumgerechnet hat immer noch kein Ergebnis hatte hab ich dann abgebrochen. Am Abend hab ich es dann noch mal probiert, dies mal mit GPT-OSS 20b, ist zwar schon älter aber passt in meinen VRAM und bringt eigentlich auch ganz passable Ergebnisse. Damit habe ich dann noch ein paar Dinge überarbeiten können. Was ich aber auch merke ist dass der Kontext dann doch recht schnell verloren geht und es anfängt zu fantasieren. Ich hoffe das die von Google angekündigte Komprimierung wirklich etwas bringt und damit auch wirklich starke Modelle mit genug Kontext in handelsübliche (16GB) Grafikkarten passen. Dann wird es richtig spannend.
Auch spannend finde ich die Überlegung, wie so eine KI mit wirklich großen und komplexen Software-Projekten wie ich sie auf der Arbeit habe zurechtkommen würde. Ich denke alleine durch die Anzahl der Eingabetoken ist es nahezu ausgeschlossen dass hier ein Überblick über das gesamte Projekt herrschen kann. Die Chance sehe ich eher darin, ein Modell zielgerichtet mit der Dokumentation und Codebasis des Projekts nachzutrainieren, damit es anschließend auch weitere Software dafür entwickeln kann.
Für mich als Entwickler heißt es dann wohl eher, dass ich mit der KI zusammenarbeiten muss, um die Produktivität und Qualität es Outputs zu verbessern, und mich auch in Bereiche reinzutrauen die vorher außerhalb meiner Komfortzone gelegen haben. Das ist ne riesige Chance. Natürlich besteht auch die Gefahr dass mich die KI eines Tages ersetzen wird, aber ich denke als Entwickler der den Umgang mit KI beherrscht wäre ich besser aufgestellt als ohne dem, daher muss ich mich langsam auch mehr in diesen Bereich reinfinden und schauen wo und wie ich es sinnvoll einsetzen kann, ohne die menschliche Komponente komplett aufzugeben.
Klassisches "vibe coding" ohne wirkliche Ahnung zu haben was da eigentlich passiert sehe ich eher kritisch, das ist für kleine private Projekte vielleicht ok aber für kommerzielle Software sollten da am Ende doch nocht Menschen mit entsprechender Erfahrung den Überblick und die Kontrolle behalten.
Die größte Gefahr sehe ich darin, dass wir als Menschen degenerieren, wenn uns die KI das Denken abnimmt. Das darf nicht passieren. Und das betrifft nicht nur Softwareentwicklung sondern alle Bereiche, in denen KI Fähigkeiten besitzt. Sie soll unterstützen, nicht ersetzen. Aber solche agentischen Systeme machen eigentlich fast schon das, ich denke das schießt dann vielleicht doch etwas zu sehr übers Ziel hinaus.